Copyleft mit besten Dank f�r die Erlaubniss des �bernehmens dieses Artikel an Ernst Hamman
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Einleitung


Die Vorstellung des geistigen Eigentums ist nichts als eine gesellschaftliche Konvention, noch dazu eine ziemlich junge, die man bei Bedarf an sich jederzeit wieder �ndern kann (und die in anderen Teilen der Welt auch sehr verschieden gesehen wird). Meiner Meinung nach ist die derzeitige Rechtslage inkonsequent und f�hrt zu einer �u�erst einseitigen Verteilung von Kosten und Nutzen, weswegen ich leidenschaftlich f�r eine grunds�tzliche �nderung des Copyrights pl�diere. Dieser Aufsatz soll einige Punkte dazu erl�utern.

Zur Zeit ist die Gesetzeslage kurz gesagt so, da� der Erschaffer / Urheber eines Werkes (Musik, Literatur, Film, �bersetzungen, architektonische Pl�ne usw.) darauf alle Rechte hat und diese ganz oder teilweise weitergeben kann (f�r Geld oder auch umsonst). Diese Rechte gehen auf die Erben �ber und erl�schen 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Diese Regelung halte ich f�r v�llig indiskutabel, abgesehen davon, da� man sich als Laie gar keine Vorstellung davon machen kann, was von diesen Gesetzen alles erfa�t wird. Zum Beispiel unterliegt jeder Text, der komplizierter ist als "Guten Tag" dem Copyright: einen Leserbrief, eine EMail oder beispielsweise eine Abmahnung ohne Einverst�ndnis zu ver�ffentlichen, kann einen vor Gericht bringen!


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Da� ein K�nstler f�r seine Arbeit einen Lohn bekommt, ist zwar nicht zwingend, aber akzeptabel (Gegenbeispiele aus der Geschichte und der Gegenwart gibt es genug, zum Beispiel Vincent van Gogh oder LINUX). Aber irgendwann geh�rt Kultur dem Volk oder meinetwegen der Menschheit, und nicht mehr den Abzockern, sonst w�ren wir keine zivilisierten Menschen, sondern eine abgeh�rmte Kapitalistenbande. Aber das ist letztlich eine gesellschaftliche Entscheidung.

Ein paar Beispiele:

1. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben ein Buch, das sp�ter im Laden 20 Mark kostet. Von diesen 20 DM bekommen Sie als Autor ca. eine. (Leute wie Konsalik vielleicht zwei). Die oft gegen Raubkopierer vorgebrachte Ansicht, man w�rde denen, die die ganze Arbeit hatten usw. damit was wegnehmen, ist somit kaum stichhaltig: nicht die Erfinder, Mangazeichner (die sowieso eher Sklaven als K�nstler sind), Schriftsteller usw. machen das gro�e Geld sondern die Verk�ufer und Konzerne. (In obigem Beispiel w�rde allein die Buchhandlung fast 7 Mark bekommen - toll, was!). Nur K�nstler, die einen riesen Umsatz machen (Michael Jackson meinetwegen) werden selbst reich dabei. Aber was glauben Sie, wer daran noch alles mitverdient.
   2. Das internationale Copyright wurde ungef�hr vor 100 Jahren eingef�hrt. Doch all die Jahrtausende zuvor haben Menschen trotzdem Kulturg�ter erschaffen, wom�glich bessere als heute. Es geht also auch ohne, und das sogar sehr gut.
   3. Gerade in Deutschland (aber bei weitem nicht nur da) wird alles bis ins kleinste Detail geregelt. Die GEMA und die VGs (Verwertungsgesellschaften) ziehen auch dann Copyright-Geb�hren (Urheber-Abgaben) ein, wenn man Medien (leere Videob�nder etwa) nur f�r seine eigenen Sachen nutzt. Sie glauben gar nicht, mit welcher Akribie hunderte von Angestellten in zahlreichen Beh�rden herauszufinden suchen, auf was welche Abgaben zu zahlen sind (nicht nur leere Kassetten, sondern auch Fotokopierer, Scanner, Mappen in Lesezirkeln, Zweitverkauf von Bildern und �hnliche Dinge, von denen sich der Normalb�rger kaum eine Vorstellung machen kann). In meinen Augen ist das Irrsinn mit Methode und ein staatlicher W�rgegriff, der fast alles durchdringt. Es leben viele Leute von dem Geld, das auf diese Weise eingetrieben wird. Meiner unbedeutenden Meinung nach w�rden wir ohne diese Umverteiler auch ganz gut zurechtkommen. Warum? Weil dieses Gie�kannenprinzip, wenn �berhaupt etwas, dann Masse statt Klasse f�rdert.
   4. Die Begr�ndung f�r die Urheber-Abgabe lautet, da� man die entspr. Medien und Ger�te ja f�r das Aufzeichnen und Kopieren von gesch�tztem Material benutzen kann. Um das nicht einzeln kontrollieren zu m�ssen, wird also pauschal eine Abgabe erhoben. Das ist einleuchtend, aber dann m��te auch auf jedes Auto eine Abgabe f�llig werden, weil man damit ja zu schnell fahren oder falschparken kann, aber nicht jeder Raser und Falschparker erwischt und zur Kasse gebeten wird. Und wer wei�, auf was man dann noch alles Abgaben draufknallen kann ...
   5. Wer soll dann die K�nstler entlohnen? Gegenfrage: Wovon haben sie denn fr�her gelebt? Vom Verkauf ihrer Werke, wovon sonst? Aber mu� das zu einer Kette von rechtlichen Verpflichtungen f�hren, die �ber Jahrzehnte jeden auf der ganzen Welt bindet? Die meisten sind sowieso fest angestellt und bekommen jeden Monat ihr Gehalt (und das ist oft nicht gerade viel). Die gro�e Kohle machen die internationalen Konzerne.
   6. Die bizarren Konsequenzen des Urheberrechts werden besonders deutlich, wenn man sich mal vorstellt, ein B�cker w�rde f�r die n�chsten 100 Jahre alle Rechte an den Br�tchen behalten, die er jemals gebacken hat. Und wenn der B�cker seine Br�tchen verkauft, warum soll nicht auch ein Dichter seine Gedichte verkaufen und daf�r - und nur daf�r - bezahlt werden?


Da es das Copyright aber nun mal gibt und ja einer dem anderen nicht das Schwarze unter den Fingern�geln g�nnt, lege ich f�r diejenigen Sachen auf meinen Seiten, f�r die ich die Urheberschaft habe, folgendes fest: private Nutzung ist frei. Sie k�nnen herunterladen, was Sie wollen, und damit tun, was immer Ihnen beliebt. An den ganzen Bildern, Serien etc. haben sowieso weder Sie noch ich irgendwelche Rechte. (Naja, nat�rlich habe ich an meinen selbst-fotografierten Bildern die "Rechte", aber wer ernsthaft Rechte an ein paar unscharfen Urlaubsfotos geltend machen will, ist in meinen Augen nicht ganz bei Trost.) Eine kleine EMail w�re in so einem Fall ganz nett - das ist keine Frage von Gesetzen, sondern von guten Manieren, und ich w�re auch den Buch- und Zeitschriftenverlagen dankbar, wenn sie es �ber sich bringen k�nnten mir mitzuteilen, wenn meine Seiten dort besprochen werden; ein Belegexemplar verlange ich ja gar nicht. Wer die Sachen kommerziell verwerten will (w�re ja immerhin mal denkbar), mu� sich vorher mit mir �ber die Modalit�ten einigen.

Die Copyrights an den Animes und Bildern, die nicht von mir selbst gezeichnet wurden, geh�ren allen m�glichen Leuten und Firmen (Bandai, Pioneer, Kodansha ...), die ich weder alle kenne noch hier auch nur halbwegs vollst�ndig aufz�hlen kann. (Wollte ich nur mal erw�hnt haben, weil alles das so machen, auch wenn wahrscheinlich keiner wei�, warum eigentlich - ich jedenfalls nicht.)

Noch ein Wort zu den immer mal wieder aufkommenden (und auch von Anime-Zeitschriften unterst�tzen) Anti-Raubkopier-Kampagnen. Wenn Sie Raubkopien ziehen, brauchen Sie kein schlechtes Gewissen zu haben, weil Sie gegen ein Gesetz versto�en haben. Schlie�lich hat unsere Regierung es nicht mal n�tig, sich an das Grundgesetz zu halten (Angriffskriege zu f�hren ist eigentlich eins der schlimmsten Verbrechen, au�er man ist an der Macht - nicht umsonst sind alle Verfassungsrichter Parteimitglieder und somit ganz sicher keine unabh�ngige Gewalt - und kann tun und lassen, was man will), von "kleinen" Gesetzen (Parteienfinanzierung, Schwarzgeld bis hin zu Fahrerflucht, Ladendiebstahl usw.) ganz zu schweigen. Warum sollten wir normale Gesetze befolgen, es sei denn, jemand kann deren Einhaltung in jedem Einzelfall erzwingen? Jedenfalls sind hier moralische Appelle v�llig fehl am Platz.
"Diebstahl ist Diebstahl"

Der Vollst�ndigkeit halber m�chte ich auf ebendiese moralischen Aspekte aber doch etwas n�her eingehen:

Keiner von uns w�rde einer alten Oma die Handtasche mit ihrer kleinen Rente klauen. Wir haben aber keine Probleme damit, Videos zu kopieren, schlie�lich bestehlen wir damit ja keine Person, sondern nur eine geldgierige, ausbeuterische Firma.

Das ist nat�rlich Bl�dsinn. Selbst wenn die Firma durch eine krumme Tour in den Besitz der Rechte gekommen w�re, w�rde das keinen Diebstahl rechtfertigen, denn nach der in der zivilisierten Welt g�ngigen Ansicht rechtfertigt ein Unrecht kein anderes. Welche moralische Rechtfertigung gibt es dann f�r Raubkopien, die ja nichts anderes sind als Diebstahl?


Meiner Meinung nach gibt es f�r Diebstahl fast keine (moralische) Rechtfertigung.

Fast? Nun, im Laufe des Lebens lernt man zu akzeptieren, da� es auf einfache Fragen meist keine einfachen Antworten gibt. Ich kann mir immerhin eine Situation vorstellen, in der Diebstahl moralisch einwandfrei ist, wenn ich n�mlich jemandem etwas stehle, das der mir vorher seinerseits gestohlen hat. Interessanterweise ist selbst das nach unseren Gesetzen verboten, wahrscheinlich haupts�chlich deshalb, weil unser Staat grunds�tzlich etwas dagegen hat, da� jemand das Recht in die eigenen H�nde nimmt, auch wenn er einwandfrei im Recht ist.

Und noch eine Facette, die diesen moralischen Absolutheitsanspruch etwas relativiert, m�chte ich nicht auslassen. In einem amerikanischen Diskussionsforum ging es genau um dieses Thema. Einer schrieb (sinngem��), Raubkopien seien Diebstahl, und wer darum herumrede oder versuche, dies irgendwie moralisch zu rechtfertigen, sei ein Heuchler. Ein anderer antwortete darauf, alle Amerikaner lebten in einem gestohlenen Land. Also sollten sie es entweder zur�ckgeben oder 'shut up'.

Es wird auch sehr gerne �ber die von Deutschen begangenen Verbrechen geredet. �ber die an Deutschen begangenen Verbrechen (und das sind mehr, als der menschliche Verstand zu erfassen in der Lage ist), redet so gut wie keiner. Moral ist anscheinend in der Praxis sehr dehnbar.

Aber gehen wir mal davon aus, da� Diebstahl (mit obiger Ausnahme und vielleicht noch ein paar �hnlichen Extremf�llen) keine moralische Rechtfertigung haben kann. Man kann das Argument aber trotzdem entkr�ften. Denn: ist es �berhaupt Diebstahl?

Beispiel Musik: jeder kann das, was er im Internet als Raubkopien herunterladen kann, auch ganz legal im Radio mitschneiden. Kann man etwas stehlen, was jedem kostenlos gegeben wird? Das gleiche gilt f�r Animes, die im Fernsehen laufen.

Und was, wenn es zwar nicht in Deutschland, aber daf�r in Frankreich oder den USA im Fernsehen l�uft und ich zuf�llig gerade dort im Urlaub war und es aufgezeichnet habe - ganz legal.

Und zumindest jedes TV-Anime ist in Japan im Fernsehen gelaufen ...

Und Mangas? Laufen die auch im Fernsehen? Nun - es gibt Bibliotheken, in denen man v�llig umsonst B�cher lesen kann (Mangas noch nicht, aber das kann ja noch kommen). Kann man etwas frei und kostenlos Verf�gbares stehlen?

Noch dazu sind private Kopien durch die Urheber-Abgaben ersten abgegolten und zweitens v�llig legal.

Und noch ein Argument, das den sogenannten Diebstahl geistigen Eigentums fraglich erscheinen l��t. Zwischen der oben zitierten Handtasche und einem Video, Musikst�ck oder Software gibt es einen fundamentalen Unterschied: letzteres kann man n�mlich kopieren und damit an sich bringen, ohne es dem bisherigen Besitzer wegzunehmen. Was man ihm statt dessen wegnimmt, ist ziemlich abstrakt (z.B. entgangener Gewinn) und in gewisser Weise willk�rlich definiert. D.h. man k�nnte es auch ganz anders definieren. Da� unsere Gesetzt es in bestimmter Weise und ziemlich restriktiv regeln, ist schlie�lich nicht gottgegeben.


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Einen interessanten Aspekt habe ich k�rzlich in der AnimeGer-Mailingliste gelesen: wer Raubkopien besitzt oder verteilt, verletzt das Vertrauen des K�nstlers.

Welches K�nstlers?

An einer Anime-Produktion sind Dutzende, wenn nicht hunderte von Menschen beteiligt, darunter viele namenlose Lohnsklaven in Korea oder China. Die waren damit aber sch�tzungsweise nicht gemeint, deren Ausbeutung ist wohl in Ordnung.

Also gut, mit den meisten Animes und Mangas (ebenso wie mit Musik- und Filmproduktionen) verbindet sich ein Name, zum Beispiel Naoko Takeuchi mit "Sailor Moon". Wenn ich also die Fernsehausstrahlung von RTL2 mitschneide und einem Freund kopiere, verletzte ich das Vertrauen von Frau Takeuchi?

Aber so war das wahrscheinlich auch nicht gemeint.

Sagen wir mal, ich verletze ihr Vertrauen, wenn ich mir eine "Sailor Moon"-CD f�r 20 Mark bei Son May statt f�r 80 Mark beim Animate in Japan kaufe (vorausgesetzt, Son May pre�t immer noch unlizensiert, was angeblich nicht mehr der Fall ist).

Gegen diese Ansicht kann man in der Tat schwer etwas vorbringen, wenn man wirklich die paar Pfennig, die Frau Takeuchi pro CD bekommen d�rfte, als so schwerwiegend betrachtet.

Trotzdem kann ich diesem Argument nichts abgewinnen. Es gibt einfach zu viele, die dabei grunds�tzlich leer ausgehen, weil sie nicht ber�hmt sind. Die meisten Menschen sind kreativ, viele sogar sehr begabt und in der Lage, hochwertige Werke zu produzieren. Geld verdienen k�nnen nur die wenigsten damit. Was ist mit deren Vertrauen?

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Wie Sie sehen, ist die Sache also nicht so einfach. Und wie ist das �berhaupt mit dem geistigen Eigentum?
Geistiges Eigentum

Wie schon erw�hnt, ist die Idee, da� es so etwas wie geistiges Eigentum gibt, recht neu. F�r materielles Eigentum ist das ganz anders. Selbst Tiere kennen so etwas: viele Arten haben Reviere, die sie verbissen verteidigen, um nur mal das bekannteste Beispiel zu erw�hnen.

Ist es der kulturelle Fortschritt, der uns vor gut 100 Jahren hat erkennen lassen, da� es auch geistiges Eigentum gibt, das genauso sch�tzenswert ist wie materielles?

Oder ist diese Vorstellung nur ein f�r manche praktisches Vorurteil oder ein �bergangsstadium? Auch jetzt verf�llt diese Art von Eigentum nach einigen Jahrzehnten. Ist das Diebstahl an den Rechten der Erben? Oder das berechtigte Interesse der Menschen an freiem Zugang zu Kulturg�tern?

Schaden der Allgemeinheit diese repressiven Urhebergesetze oder bringen sie unterm Strich mehr Nutzen? Wessen Interessen sollen gesch�tzt werden: die der K�nstler, der Firmen oder der Allgemeinheit? In der Tat sind die Gesetze ein Kompromi�, der alle drei Interessen unter einen Hut bringen soll, wobei diejenigen, die die bessere Lobby haben (d.h. die Industrie) den Schwerpunkt nat�rlich m�glichst weit auf ihre Seite gezogen hat. Das mu� aber nicht so sein und bleiben.

Ich meine, man sollte diese Gesetze wenn schon nicht ganz abschaffen, so doch zumindest deutlich lockern. Wenn ein junger Musiker ein St�ck komponiert, kann es an die 150 Jahre dauern, bis es frei wird. Dann ist es sowieso l�ngst vergessen. Heutige "Musik" hat eine Lebensdauer von ein paar Wochen. Wieso m�ssen es dann 150 Jahre sein? Wieso kann man f�r das Zeichnen von Fanart und Parodien ins Gef�ngnis kommen? Gibt es wirklich Interessen, die auf diese brutale Weise gesch�tzt werden m�ssen, weil sonst der Untergang der Welt oder so droht, oder steckt dahinter nur die Paranoia der Konzerne?

Dagegen, K�nstler f�r gute Arbeit auch ordentlich zu entlohnen, ist nichts einzuwenden. Aber das derzeitige System gew�hrleistet gerade das nicht.
Auswirkungen

Wie immer in unserem Staat, so dienen diese Gesetze dem Zweck, m�glichst viel Gerechtigkeit zu erzeugen. Dabei ist aber ein Gestr�pp entstanden, das sich hinter dem bekannterma�en paranoiden Steuerrecht mit seinen unz�hligen Ausnahmen und Sonderregelungen nicht zu verstecken braucht.

Irgendwie funktioniert das ganze, aber oftmals nur unter der Hand, und das kann wohl kaum der Sinn sein. Bei strenger Auslegung k�nnte keine private Anime-Seite aufmachen, ohne vorher bei allen m�glichen Clearing-Stellen und Verwertungsgesellschaften f�r jedes einzelne Bild, Video und Musikst�ck die Rechte abzukl�ren und zu "verg�ten", wie es so sch�n hei�t.

Bei strenger Auslegung ... nun, wer sagt mir denn, da� ich nicht morgen einen solchen Brief bekomme? Rechtssicherheit ist wohl das mindeste, was man in einem Rechtsstaat verlangen kann. Genauso sieht es bei vielen Cons aus. Die Firmen sehen �ber das, was da so gezeigt wird, meistens hinweg, aber im Grunde stehen die Veranstalter immer mit einem Bein im Gef�ngnis (oder zumindest k�nnte es passieren, da� jemand eine ziemlich gro�e Menge Geld sehen will).

Ich verwahre mich jedenfalls entschieden gegen eine Gesetzeslage, mit der eigene Kreativit�t zum russischen Roulett wird. Wie schon erw�hnt, sind Dinge gesch�tzt, auf die ein normaler Mensch nicht kommen w�rde (von idiotischen Trivialpatenten bis zu Abmahnbriefen, zum Beispiel). Wenn jeder f�r alles, was so m�glich w�re, tats�chlich herangezogen w�rde, bliebe gerade im Internet keine Luft mehr zum Atmen.

Wenn einer die Gefahr sieht, da� gro�z�gige Regelungen, zumindest f�r nicht-kommerzielle Nutzung, die Kulturschaffenden (oder die, die daf�r gehalten werden), zu sehr bedroht, dann w�re eine Alternative zum Gef�ngnis die Subvention aus Steuermitteln. Man kann Kultur als �ffentliches Anliegen betrachten und sie �ffentlich f�rdern, womit die Rechte an den Werken dann auch der �ffentlichkeit geh�ren w�rden.

Nat�rlich f�hren Subventionen immer auch zu Subventionsbetrug, aber das ist eine andere Frage. Aber es wird ja alles m�gliche subventioniert, und das zum Teil mit irren Summen. Die 17 Pfennig auf Leerkassetten und �hnliche Erfindungen verursachen jedenfalls einen Verwaltungsaufwand, der sich angesichts dessen nicht lohnt. Der gewaltsame Versuch, Verteilungsgerechtigkeit zu schaffen, karikiert sich dann irgendwo selbst.

K�rzlich wurde ebay.de per Abmahnung gezwungen, den Verkauf von US-DVDs zu untersagen. In der c't 1/2001 ab Seite 156 ist aufgef�hrt, gegen wieviele Gesetzt ebay vorher versto�en hat - es ist unglaublich. Nun, ich w�rde sagen, verkaufen Sie Ihre amerikanischen DVDs halt bei ebay.com. Damit sind all diese irrsinnigen Vorschriften elegant umgangen - ganz legal. (Ich mu� zugeben, wenn man sieht, wie kleinkariert jeder Wichtigtuer auf dem Urheberrecht, dem Wettbewerbsrecht usw. herumreitet, kann einem schlecht werden.)

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Und noch etwas, was mich besonders nervt. Wenn Firmen eifers�chtig ihr Geld verteidigen, kann man das ja noch verstehen, aber wenn Privatleute ihren Kram ins Internet stellen und dann schreiben "herunterladen dieser Bilder ist strengstens verboten, und wer es trotzdem macht, handelt sich unter Umst�nden viel �rger ein", ist das irgendwo zwischen paranoid und l�cherlich. Erstens ist alles, was im Internet ist, de facto �ffentliches Eigentum, und zweitens: wenn die Sachen so wertvoll sind, warum sind sie dann im Internet und nicht im Tresor?

Mal unter uns: irgendwelche schlecht belichtete, unscharfe Urlaubsfotos auf diese Weise aufwerten zu wollen, ist echt peinlich.
Schaden durch Raubkopien

- Napster ist eine Netzsoftware (und eine Firma), mit der weltweit auf sehr einfache Weise MP3-Musikdateien ausgetauscht werden k�nnen (bzw. konnten). Das ideale Raubkopier-System? �berraschenderweise nicht: Napster-Benutzer haben fast 50% mehr CDs als vorher gekauft. Und wer baut und verkauft f�r viel Geld diese netten, kleinen, tragbaren MP3-Spieler? Was die Musikkonzerne f�rchten, ist nicht der Verlust an Geld, sondern der Verlust der Kontrolle. (Wenn Sie gut englisch k�nnen, lesen Sie mal diesen Artikel dazu.) Im �brigen w�ren die meisten Musikfreunde gerne bereit, angemessen zu bezahlen, wenn sie nur k�nnten. Wer ein spezielles, �lteres St�ck sucht, findet es halt nur im Internet und wird auf diese Weise geradezu in die "Kriminalit�t" getrieben.

- Ebenso zweifelhaft sind die Zahlen zu dem durch raubkopierte Software angerichteten Schaden. Ein ehemaliger Bekannter von mir hatte eine ganze Kiste voll kopierter Software f�r den Commodore 64. Wie hoch ist der Schaden? Nun, wenn er die Software, von der er im �brigen so gut wie nichts jemals benutzt hat, nicht umsonst bekommen h�tte, h�tte er sie sich nie gekauft. Also ist der Gewinnausfall ungef�hr Null.

Und wie h�tte Microsoft Software-Weltmarktf�hrer und eine der reichsten Firmen der Erde werden k�nnen, wenn es nicht massenhaft Raubkopien und damit auch eine gigantische Nachfrage nach legaler Software, Support usw. geben w�rde?

Leider gibt es dazu nur wenige verl��liche Zahlen. Wahrscheinlich ist es sowieso nicht m�glich genau aufzuschl�sseln, welches Geld wohin h�tte flie�en sollen, statt dessen aber erst sp�ter oder woanders hin geflossen ist. Dennoch: die Erfahrungswerte sind eindeutig. Die einzigen, die durch Raubkopien wirklich gesch�digt werden k�nnen, sind die K�ufer, wenn man ihnen unwissentlich eine unbrauchbare Billig-Kopie andreht.

- Manche Anime-Vertreiber gehen gerne gegen Schulhofkopierer vor - eine sehr kurzsichtige Handlungsweise. Sch�ler haben wenig Geld und w�rden sich die �berteuerten Videos nie leisten k�nnen. Aber sie werden durch die Raubkopien Anime-Fans, und eines Tages, wenn sie gro� sind, haben sie sehr wohl Geld und sind dann zahlenden Kunden, weil sie weder Zeit noch Lust haben, sich schlecht gemachte Kopien auf Schulh�fen zu organisieren. Wer dagegen vorgeht, vernichtet seine zuk�nftige Kundschaft. A.C.O.G. sollte sich �ber die kleinen Kopierer also lieber freuen.

Ich beispielsweise h�tte "Fushigi Yuugi" von einem Freund komplett als DivX haben k�nnen. Statt dessen habe ich mir die DVDs gekauft, weil die einfach mehr hermachen als diese Dateien. Das hat den Amerikanern ungef�hr 600 Mark eingebracht, die ich nicht h�tte bezahlen m�ssen. Bedingung f�r sowas ist nat�rlich eine sehr gute Qualit�t, und daran hapert es bei einigen in Deutschland vertriebenen Produkten doch ganz gewaltig.

- Als vor etwa zweihundert Jahren allm�hlich �ffentliche Bibliotheken aufkamen, liefen die Buchh�ndler dagegen Sturm. Sie begriffen nicht, da� sie von einer sich ausweitenden Lesekultur selbst am meisten profitieren w�rden. Und so ist es ja auch gekommen.

- Fazit: Raubkopien schaden den Firmen nicht, sondern nutzen, wenn auch nicht immer sofort und unmittelbar. Verloren geht nicht Geld, sondern ein Teil der Kontrolle, und das scheint etwas ganz f�rchterliches zu sein.
Forderungen

1.) Der private, nicht-kommerzielle Bereich mu� aus dem Urheberrecht, den Verg�tungsanspr�chen usw. herausgenommen werden.

2.) Urheberschutz bis zum Tode und dann noch 70 Jahre ist v�llig indiskutabel. Patente laufen beispielsweise nach sp�testens 20 Jahren aus. Das Wissen steht dann der Allgemeinheit frei zur Verf�gung.

3.) Wichtigtuerische VGs und �hnliche Organisationen kriminalisieren im Grunde jeden. Ihr Einflu� mu� stark gestutzt werden.

4.) Am besten w�rden die Schutzgesetze ersetzt durch die auch sonst �bliche Regelung "Ware gegen Geld / Dienstleistung gegen Geld".
Literatur und Links

In der c't wird immer mal wieder auf verschiedene Aspekte des Urheberrechtes eingegangen:

- 9/2000 ab Seite 236

- 23/2000, S. 310 ff

- 4/2001, S. 64 ff - eine hochinteressante Abhandlung �ber die einseitige Einschr�nkung elementarer Grundrechte durch die Industrie, ohne die �ffentlichkeit oder den Gesetzgeber daran zu beteiligen

- 24/2002, S 108 ff

Auch der Chaos Computer Club hat sich diesem Thema in einem Artikel gewidmet.

Einiges darf auch sehr wohl v�llig legal kopiert werden, siehe hierzu z.B. die c't 16/2000 ab Seite 186.

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Interessant ist �brigens, da� das Urheberecht nicht Ideen, sondern konkrete Werke sch�tzt. Das bedeutet, da� man jederzeit eine Geschichte nacherz�hlen kann, sofern man gen�gend Eigenleistung einbringt. Zum konkreten Werk geh�ren u.a. s�mtliche Namen und (insbes. bei Animes und Mangas) das Character-Design aller Figuren. Das alles ist gesch�tzt, man mu� es ggf. selbst neu erfinden / zeichnen.

GVU: Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.

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