I Know the Way |
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Mit achtzehn weiß Sam wie alle achtzehnjährigen nicht wirklich, was er will. Aber natürlich weiß er, was er nicht will. Er will niemals so werden wie sein Vater. Er hat eine Ahnung, dass die meisten Achtzehnjährigen so denken, aber er glaubt, dass er es ernster meint.
Er will sich nicht fragen müssen, ob die einzigen beiden Menschen, die er hat, morgen noch am Leben sein werden und wenn ja, wo sie sein werden und wenn nein, was zum Teufel er dann tun soll.
Und nicht zu werden wie sein Vater, ist soviel normaler und besser und wahrscheinlicher als nicht so zu werden wie andere Väter.
Mit zwanzig hat Sam Jess und sie ist ziemlich genau das, was er will. Das College und die Wohnung und die Freunde, das ist alles nicht perfekt, aber es ist gut. Er kann es sich nicht wirklich vorstellen, aber es sieht so aus, als wäre das seine Zukunft: Eine Frau, ein Haus, eine Arbeit als Anwalt, vielleicht zwei Kinder und ein Hund. Er ist sich nicht sicher, ob es das ist, was er will und nur weil er niemals sein will wie sein Vater und niemals sein könnte wie sein Bruder, heißt das nicht, dass er sie nicht vermisst.
Mit zweiundzwanzig weiß Sam, dass es egal ist, was er will, weil er es niemals haben wird. Und vielleicht macht ihn das ein bisschen mehr wie Dean.
Sam will nicht darüber nachdenken, wie sehr er seinem Vater ähnelt.
Von da aus wird alles immer schlimmer, aber Dean ist da und Sam kommt zu der Überzeugung, dass das – Dean und der Impala und das Gefühl, anderen zu helfen – zwar nicht das einzige ist, was er will, aber das wichtigste. Das einzige, was er wirklich braucht. Und es ist so wenig, dass es sein Recht sein muss, es zu behalten.
Mit vierundzwanzig stirbt Sam. Er ist ein wenig verwirrt, als er wieder aufwacht. Das ist der einzige Grund, warum er Dean für einen Tag fast glaubt, nicht gestorben zu sein. Aber er kommt schnell dahinter, weil zwei und zwei immer noch vier ist und weil er Dean besser kennt, als irgendjemanden sonst. Weil es das ist, was Dean tut: Alles tun, was möglich ist, alles aufgeben, was nötig ist, damit es Sam gut geht.
Nur dass es diesmal nicht funktionieren wird. Dass Dean diesmal zu weit gegangen ist. Wie soll es Sam gut gehen, wenn er weiß, dass Dean wegen ihm in der Hölle ist? Selbstlosigkeit kann verdammt egoistisch sein.
Wie soll es Sam gut gehen, wenn er darüber nachdenken muss, wie er Deans Seele retten soll, während der so tut, als wäre alles völlig in Ordnung?
Möglichst auch seinen Körper, denn Dean nicht in der Hölle, aber trotzdem tot oder in irgendeiner anderen Form ist zwar eine Verbesserung, aber Sam war schon immer ehrgeizig. Und - damit auch keine Wünsche offen bleiben - ohne dass er selbst dabei stirbt, weil Dean sonst der Letzte wäre, der es ihm danken würde.
Nichts leichter als das. Es geht nur darum, sämtliche Naturgesetze zu brechen, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen und die kosmische Ordnung zu stören. Sam glaubt nicht, dass es unmöglich ist, erlaubt sich nicht eine Sekunde des Zweifels, aber er weiß nicht, welchen Preis man zahlen muss, um das zu erreichen.
Er weiß nur, dass er es herausfinden muss, bevor die Zeit abgelaufen ist. Dass er es herausfinden wird. Und dass er nicht zögern wird.
Denn Dean ist das einzige, was er hat und es ist sein Recht, das zu behalten.
Es ist, wie Dean gesagt hat. Manchmal erschreckt es ihn, dass es keine Grenzen gibt für das, was er zu tun bereit ist.
Mit sechsundzwanzig wird Sam auf dem Beifahrersitz des Impala sitzen, Dean an seiner Seite, auf dem Weg zur nächsten Jagd, während die Straße unter ihnen entlanggleitet und Led Zeppelins Achilles Last Stand aus den Lautsprechern dröhnt.
Oder es wird nichts mehr sein.

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Fanfiction |
© 2008 by Elster |
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