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Weiß Kreuz
Das Canon
Es ist traurig, aber wahr, Weiß Kreuz ist pures Merchandise für die gleichnamige japanische Band.
Man kann sie nicht als wirklich gut bezeichnen. Ihre Musik hat Ohrwurmcharakter,
Problem ist nur, dass immer alle Sänger zusammen singen, obwohl zwei von ihnen schon einzeln nicht wirklich gut klingen.
Aber sei's drum, die Musik kennt hierzulande sowieso kaum jemand. Was hergekommen ist, ist der Animé
("Weiß Kreuz", in den USA unter dem Titel "Knight Hunters" veröffentlicht, im Fandom oft als "Kapitel" bezeichnet), zwei Staffeln mit insgesamt 25 Folgen,
sowie die besser gezeichnete, aber aufgrund des neuen Charadesigns umstrittene Fortsetzung "Glühen" mit 13 Folgen und
der zweiteilige OVA "Verbrechen und Strafe". Außerdem existiert ein Manga/Artbook ("An Assassin and White Shaman") in zwei Bänden, mit dem originalen Charadesign von Kyoko Tsuchiya.
Das Neueste ist der bislang unbeendete Manga "Side B", der zur Zeit von Egmont in Deutschland herausgegeben wird. In Japan gibt es darüber hinaus
noch verschiedene Drama-CDs (ungefähr 100.000, nachzulesen hier) von denen die englischen Übersetzungen im Internet kursieren, sowie einige mehr oder weniger offizielle
Novellen, von denen mindestens eine ("Ranjatai") auch von Fans ins Englische übersetzt wurde.
Der Inhalt
"Weiß Kreuz" bei amazon.de
Floristen bei Tag, Auftragskiller bei Nacht, ein Konzept, welches naheliegender nicht sein könnte.
Während die vier Hauptcharaktere Aya, Omi, Ken und Yohji ihre jeweiligen Psychosen mit Hingabe pflegen,
strebt der böse Geschäftsmann Reiji Takatori die Herrschaft über Tokio, Japan und später vielleicht die ganze Welt an.
Alle Wege führen über Kuriositäten wie komatöse Schwestern, Organdiebstahl, Mutanten, Menschenjagden und Prostitutionsringe
zu der Familie Takatori und dem Finale der ersten Staffel. Doch kaum ist ein Unheil abgewendet,
da droht schon die nächste Krise für Glück und Frieden im schönen Japan, wenn ein okkulter Orden
von Psis ihren dämonischen Diktator/Gott wieder auferstehen lassen will und die nichtsahnende Bevölkerung
mit spontaner Selbstentflammung und Killermusik konfrontiert.
"Verbrechen und Strafe"
Am Grundkonzept ändert sich nichts, nur dass sie jetzt keinen festen Blumenladen in Tokio mehr haben,
sondern mit einem Wohnwagen/Blumengeschäft durch Japan fahren und noch mehr am Rad drehen.
Sperre vier Grenzpsychopathen monatelang auf engsten Raum und niemand wundert sich, warum sie sich
gegenseitig umbringen wollen. Zwei Folgen reinstes Psychosenpopeln und Freunde gegeneinander ausspielen
gipfeln in einem klassisch japanisch ästhetischen Blutbad im Schnee.
"Glühen" bei amazon.de
Omi ist inzwischen der Untergrundboss von Tokio, eine Sachlage, an der wir alle niemals gezweifelt haben.
Ken ist homizidaler, Yohji ist suizidaler als gewöhnlich. Alle drehen derartig am Rad, dass Aya dazwischen beinah normal wirkt.
Neue Charaktere kommen hinzu, aber man sollte sich nicht zu sehr an sie gewöhnen. Man ermittelt an einer Schule,
Gehirnwäsche, übersinnliche Fähigkeiten, das Übliche. Der Plot ist durchgängiger und etwas sinnvoller als in der alten Serie,
was dem Spaßfaktor leider ein bisschen abträglich ist.
"An Assassin and White Shaman" bei amazon.de
Nicht mit der offiziellen Timeline vereinbar, aber vor Weiß Kreuz anzusiedeln. Es geht darum, wie Aya zu Weiß kommt.
Die Drama-CDs - englische Skripte bei Hope Forlorn
Geben die offizielle Timeline vor. In einem kommt Aya zu Weiß, nachdem er zunächst bei einer Gruppe namens Crashers war;
in einem anderen geht es um den Werdegang von Schwarz. Mehr weiß ich nicht darüber.
"Ranjatai" Übersetzung bei Aya no Weiß Kreuz Corner
Ein Fall, der irgendwo vor dem OVA anzusiedeln ist und in dem es vor allem um Aya und seine mentalen Probleme geht.
"Weiß Side B" bei amazon.de
Spielt nach "Glühen". Nur noch Aya und Ken sind da und kämpfen in London weiter für Selbstjustiz und gegen das Böse.
Die Charaktere
Weiß - Die Guten
Aya Fujimiya, Samurai mit Schwesterkomplex, ständig schwankend auf dem erstaunlich schmalen Grad
zwischen dem traumatisierten, depressiven Teenager und dem Epitom des kühlen, unerschütterlichen Anführers.
Er lässt den traumatisierten Teenager immer mehr hinter sich, bis er in Side B endlich die Mary Sue ist, die immer
schon in ihm schlummerte. Liebenswertes Angstbunny oder unsympathisches Arschloch, entscheidet selbst.
Omi Tsukiyono, Waisenknabe mit Gedächtnisverlust und außergewöhnlicher Intelligenz, sowie geheimnisvoller
und äußerst handlungsrelevanter Vergangenheit. So jung und schon so eine Aura von allgemeiner Abgefucktheit.
Er kämpft so sehr gegen seine dunkle Seite und hat dabei wahrscheinlich die dehnbarsten Moralbegriffe von ganz Weiß.
Yohji Kudoh, selbsternannter Playboy, Kettenraucher und Ex-Detektiv, der in seiner Freizeit mit dem Geist
seiner toten Freundin spricht und Leute erdrosselt. Ansonsten meiner Meinung nach die sympathischste Figut im ganzen Animé.
Ken Hidaka, ehemaliger Torwart der japanischen Nationalmannschaft, der einem Drogenskandel nicht und einem Anschlag auf
sein Leben nur haarscharf entkam. Seine Motive sind etwas vage, seine angermanagement- und trustissues dafür umso größer.
Schwarz - Die Bösen
Brad Crowford, immer gut gekleideter amerikanischer Hellseher, der es schafft im Canon weder Charakter noch Vergangenheit zu erhalten.
Schuldig, auffälliger deutscher Telepath. Eine Mischung aus der Grinsekatze und der bösen Herzkönigin. Und endlich mal jemand, der wirklich Spaß an seiner Arbeit hat.
Nagi Naoe, viel zu junger japanischer Emo-Teenie mit telekinetischen Superkräften und zu wenig Spaß an so ziemlich allem.
Farfarello (Jay), irischer Vollzeitpsychopath. Er hat irgendwelche Probleme mit der katholischen Kirche und mag es, Leute mit Säure zu foltern und sich Messer unter die Haut zu verpflanzen.
Die restlichen Charaktere in Weiß Kreuz sind auch gut oder böse oder zwielichtig, ohne aber wirklich einen Charakter zu entwickeln. Das Fandom wird wie kaum ein anderes von der Fanfiction geprägt.
Good Omens
Das Buch bei amazon.de
Stilsicher in der schwarzen oder der weißen Version erhältlich, außerdem als Hardcover und in der
schlampigen deutschen Übersetzung. Terry Pratchett und Neil Gaiman hatten so viel Spaß beim Schreiben.
Der Inhalt
Zwischen Gott und Satan herrscht kalter Krieg. Beide versuchen, auf der Erde Gutes und Böses zu verbreiten und Seelen zu gewinnen. Crowley ist ein Dämon und quasi als Agent auf der Erde. Aziraphel ist ein Engel und natürlich sein Feind. Seit sechstausend Jahren.
Die beiden arrangieren sich also. Sie verstehen sich toll. Und irgendwie mögen sie beide die Menschheit und die Welt und dieses Freier-Wille-Ding.
Als Crowley dann beauftragt wird, den Antichristen in die Welt zu bringen, was den Großen Krieg zwischen Himmel und Hölle einleiten soll, und den beiden klar wird, dass dann – egal, wer gewinnt – Schluss ist mit menschlichen Errungenschaften wie Autos, Büchern, guter Musik und gemeinsamen Saufabenden, beschließen sie, die Apokalypse zu verhindern.
Dabei helfen ihnen eine verrückte Prophetin aus dem 17ten Jahrhundert und deren Nachkommen, ein Orden von Hexenjägern, eine okkulte Prostituierte, eine Bande von elfjährigen... uhm, Antichristen und die gute alte Inkompetenz.
Die Charaktere
Anthony Crowley, Dämon und Autoliebhaber, die Ursünde aka Schlange mit Apfel, ansonsten ein wirklich netter Kerl.
Aziraphale, bibliophiler Engel, Prometheus, ansonsten verschlagen genug, um ihn zu mögen.
Anathema Device, professionelle Nachfahrin von Agnes Nutter (Hexe) in ihrer Freizeit ebenfalls Hexe.
Newton Pulcifer, Hexenjäger mit einer für alle elektronischen Geräte tödlichen Aura.
Adam Young, durch und durch liebenswerter Elfjähriger, der Antichrist.
Supernatural
Die Serie
Die WB-Serie existiert seit 2005, zwei Staffeln à 22 Folgen sind beendet, die dritte Staffel startete am 4. Oktober 07 in den USA und hat aufgrund des Autorenstreiks nur 16 Folgen. Zur Zeit läuft die vierte Staffel.
In Deutschland lief die erste Staffel ab Oktober 07 auf ProSieben an und inzwischen sind sie bei Staffel 2. Die deutschen Stimmen sind gewöhhnungsbedürftig, die Synchronsprecher machen ihre Sache jedoch ganz gut, wenn man bedenkt, dass die Übersetzungen der Dialoge oft etwas ungelenk und schlampig daherkommen.
Der Inhalt
Roadmovie Horror Bromance. Die Brüder Sam und Dean Winchester reisen mit ihrem 67er Chevy Impala durch die USA und käpfen gegen
Dämonen, Geister, Monster und andere evil sons of bitches.
Um nicht nur wie blöd zu fangirlen, sondern auch mal was Konstruktives zu sagen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich die Serie nicht nur wegen der Charaktere mag. Sie hat einige großartige Folgen, die ich mir lieber ansehe, als die meisten Kinofilme,
ist immer spannend und blutig (Blut ist obligatorisch), schafft es trotzdem witzig und selbstironisch zu sein und hat tolle Musik, geniale Kulissen und - ach, was soll's - Sam und Dean. Und hab ich schon das Auto erwähnt? Nein? Das Auto! Alles an dieser Serie ist einfach nur cool.
Die Charaktere
Sam Winchester, der Junge, der eigentlich immer nur ein normales Leben wollte, aber dann mitansehen musste, wie seine Freundin an der Decke verbrennt. Als ob sein Leben nicht schon schlimm genug wäre, zeichnen sich auch noch halbphänomenale, fast kosmische Kräfte ab, die ihn aber auf die dunkle Seite der Macht ziehen wollen.
Er hat Probleme mit seinem Vater, weil er ihm (völlig zu Recht) die Schuld daran gibt, dass er und sein Bruder Dean mit Monsterjagden und ständig wechselnden Wohnorten aufgewachsen sind. Sam ist sowas wie ein Genie, was sich darin zeigt, dass er sich jeden Unsinn merkt und ihm immer die seltsamen Dinge auf den Kameraaufnahmen auffallen.
Dean Winchester, der beste große Bruder der Welt. Liebt es, Sam Frauennamen zu geben, sich über seinen Kaffee, seine Haare, seine Kleidung und so weiter lustig zu machen. Seine einzige, wahre Liebe ist der 67er Impala, seine großen Leidenschaften schöne Frauen, Fingerfood und Mullet Rock. Er mag es, auf Geister zu schießen, Monster
anzuzünden oder Zombies zu erstechen, weil ihm das das Gefühl gibt, etwas nützliches und gutes zu tun. Für seinen Vater und seinen kleinen Bruder würde er seine Seele verkaufen und es ist eine dieser tragischen Ironien, dass sie nicht miteinander auskommen und dazu tendieren, ihn allein zu lassen.
John Winchester, Sams und Deans Vater. Ist seit dem Tod seiner Frau Mary besessen davon, das Monster zu finden und zu töten, das sie ermordet hat. Er wurde Dämonenjäger und begann ein Nomadenleben, in dem er seine beiden Söhne mit von Ort zu Ort schleppte. Er würde ohne Zweifel ein Arm und ein Bein für sie geben, was aber nur wenig daran
ändert, dass sein ältester Sohn ein buntes Bündel von Psychosen ist und sein jüngster Sohn ihn dafür hasst.
Das Fandom
Lebt auf LJ (aka Leviathan, die Bestie, die die Welt verschlingt). Teilt sich erstaunlicherweise nicht wirklich in Wincest und Gen, sondern lebt eine friedliche Koexistenz vor, die diskutabel von dem völligen Verlust sämtlicher wortbildender Fähigkeiten im
Angesicht von Jensen Ackles Sommersprossen und Jared Padaleckis Grübchen aufrechterhalten wird. Genaueres ist in der Fandomgeschichte im fandomeigenen Wiki nachzulesen. Nicht zu verwechseln mit, aber auch nicht trennbar von j² oder j2, dem zugehörigen und
durch das Verhalten der Schauspieler in seiner Existenz völlig berechtigten RPS-Fandom.
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©
2005/06 by Elster •
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