Haare und vieles mehr.......

Kapitel 2

"Sehr gut. Du weißt jetzt wie du hier rumzulaufen hast. So und nun darfst du endlich nach Hause. Ich freue mich, dich nächsten Montag pünktlich zu sehen. James wird dich nach Hause fahren." erklärte mir Madame Rothen und wendete sich von mir ab.

Die Fahrt im grossen Mercedes dauerte kaum eine Viertelstunde. James der Fahrer sprach kein einziges Wort. Ich überlegte die ganze Zeit, was Tante wohl sagen würde wenn Sie mich mit meiner neuen Frisur sehen würde.

Die Haustüre war eigenartigerweise abgeschlossen und ich musste klingeln. Tante öffnete die Türe und sah mich überrascht an.
"Oh.... Daniel wie siehst Du denn aus?" fragte Sie mit einem Grinsen.
Ich stand mit hochrotem Kopf vor Ihr und sah beschämt zu Boden. Sie fasste mich Kameradschaftlich am Arm und schob mich ins Wohnzimmer. Wir setzten uns auf die Kautsch und sie strich mir über das heisse Gesicht.
"Na na..... lass den Kopf nicht hängen Junge. Wenn sie dich so wollen, dann mach Ihnen doch die Freude." tröstete Sie mich.
"Ich finde mich so lächerlich Tante Margot." waren meine ersten Worte. Sie drückte mich an sich und gab mir einen Kuss auf die Wange.
"Ach das wird sich legen, Dani. Du hast nun mal A gesagt und jetzt musst Du halt auch B sagen. Du kannst jetzt nicht einfach die Hintertüre nehmen." meinte Sie ein wenig Vorwurfsvoll.
"Das hab ich auch nicht vor, Tante. Aber ein wenig anders hab ich mir das schon vorgestellt. Ihre Directrice ist sehr streng und sie ist eigentlich mein Boss." erklärte ich Tante Margo.

"Ach ja...... Frau Rothen...... sie hat mich übrigens vorhin angerufen." meinte Tante nachdenklich.

"Wirklich.......? Was wollte Sie denn von Dir?" wollte ich wissen.

"Nun ich hatte ein längeres Gespräch mit Ihr. Eine sehr freundlich Dame wie mir schien. Sie hat mir mitgeteilt, dass Sie sehr streng zu Dir sein werde und Dich nötigenfalls auch bestrafen werde. Sie fragte mich, ob ich gegen ein solches Vorgehen allenfalls Einwände hätte. Ich war ehrlich gesagt schon etwas überrascht und gab zu bedenken, dass Du immerhin schon 17 bist. Aber ich glaube, dass das für Sie keine grosse Rolle spielt. Ich versuchte Ihr zu erklären, dass Du ein sehr anständiger und auch folgsamer Junge seist und dass Du sicher Dein bestes geben wirst. Sie stimmte mir zu und gestand mir ein, dass man sich im Hause Uray sehr auf Dich freue. Dann fragte sie mich noch, ob ich etwas dagegen hätte, wenn man Dich uniformieren würde. Ich sagte Ihr dann, dass wenn das zu den Gepflogenheiten des Hauses gehöre, Du Dich wohl unterordnen müsstest. Du hast schliesslich diesen Job gewollt, also musst Du halt auch die Konsequenz tragen. Aber ich möchte nicht, dass Du leiden würdest. Wenn Du möchtest, dann werd ich Sie anrufen und Ihr sagen, dass Du die Stelle nicht annehmen könntest." meinte Tante umsorglich.

"Nein tu das nicht Tante...... ich bin froh, dass ich diesen Job bekommen habe. Ich werde mich sicher an diese Frau gewöhnen. " antwortete ich mutig.

"Ich bin stolz auf Dich Daniel. Du beweist damit Mut. Ich glaube fast, dass die kommende Zeit für Dich sehr Wertvoll sein wird. Du wirst bestimmt sehr viel neues lernen und gutes Benehmen wird man Dir bestimmt auch beibringen. So aber nun erzähl mir mal wie war es beim Coiffeur? Die haben Dich ja wirklich herausgeschnigelt dass es kracht." und Sie strich mir über mein brettsteif gelacktes Haar. "Meine Güte das ist ja Beinhart, was um alles in der Welt haben sie dir denn da drauf gemacht?" fragte Sie mich ein wenig Belustigt.

"Haarlack" meinte ich verlegen.

"Aha....... ich verstehe. Nun, wahrscheinlich gefällt das Madame Uray so. Ehrlich...... Dani...... mir gefällst du mit deiner neuen Frisur auch sehr gut. Du wirkst so sehr Gepflegt und überaus Adrett. Gefällt dir deine neue Frisur denn nicht?" fragte Tante amüsiert.

"Ich weiss nicht Tante, es sieht doch so lächerlich geschnigelt aus, vorallem mit dem vielen Haarlack. Aber was soll ich machen? Madame Uray will es so haben und da bleibt mir wohl nichts anderes übrig als zu gehorchen." erwiederte ich.

"Ja Dani ich sehe das auch so. Auch wenn ich mit deiner Erziehung bis jetzt recht zufrieden war, stimme ich Madame Uray bei, dass deine Erziehung noch nicht abgeschlossen ist. Frau Rothen hat zudem den Wunsch geäussert, dass man es im Hause Uray gerne sehen würde, wenn Du nur noch bei Ihnen wohnen würdest. Du weisst wie gerne ich dich um mich herum gehabt habe. Aber für deine Entwicklung und für den Job ist es besser, wenn du von Montag an nur noch bei deiner neuen Herrschaft lebst. Natürlich werd ich deine Sachen und dein Zimmer frei halten." erklärte mir Tante. Ich sah Sie sehr verwundert an.

"Aber Tante..... darf ich Dich denn nicht mehr besuchen kommen?"

"Eigentlich möchte das Frau Rothen vermeiden, aber man möchte, dass ich jede Woche einmal vorbeischauen würde, damit ich mich von deinen Fortschritten überzeugen könne. Weisst du...... sie wollen dich mir nicht wegnehmen, im Gegenteil. Je weniger man sich sieht umso mehr freut man sich dann wieder einander zu sehen." meinte Tante vom gesagten überzeugt.

"Ich weiss nicht Tante Margot.......... etwas streng finde ich solche Methoden schon." antwortete ich etwas entäuscht. Wie Tante nun mal war, fühlte Sie mein Ungemach. Sie fasste meinen Kopf mit beiden Händen und drückte mir einen festen Kuss auf die Stirn.

"Ich mag dich sehr Dani..... und weil ich dich so mag und auch ein bisschen zu kennen glaube, finde ich gerade diese Methoden angemessen. Schau, ich hab dich doch immer ein wenig Verwöhnt, liess dir fast alle Freiheiten. Einmal im Leben eine etwas strengere Erziehung durchzustehen ist sehr sehr wichtig. Du kannst wirklich von grossem Glück reden, diese Frau....... Madame Uray, gefunden zu haben." Tante schien mir gleich abzuheben, jedenfalls empfand ich das ob solchen Aeusserungen.

"Ja...... ich weiss ja. Ich bin ja auch sehr froh, dass Sie mich angestellt hat, Tante. Aber Dich mag ich trotzdem viel mehr."

Sie lächelte mich mit ihrem verführerischen roten Mund zufrieden an.

"Das will ich doch hoffen mein Junge. So und jetzt ruftst du Frau Rothen an und sagst Ihr, dass du mit mir gesprochen hättest und dass du mit allem einverstanden bist, gel?"

Was blieb mir anderes übrig und ich stand auf und wählte die Nummer. Es war Frau Rothen welche den Hörer abnahm.

-Rothen bei Uray- meldete Sie sich.

-Daniel Delago.......guten Abend Madame Directrice.- meldete ich mich an.
-Ah....guten Abend Daniel, was gibt es?-
-Ich möchte Ihnen miteilen, dass ich mit Tante Margo gesprochen habe und ich mit allem einverstanden bin.-
-Das freut mich Daniel und Madame Uray besonders. Madame hat sich übrigens sehr lobend über deine neue Frisur geäussert. Und wie findet deine Tante deine neue Frisur?-
-Sie gefällt Ihr auch, Madame Directrice.-
-Siehst Du......... deine Tante ist eine sehr ehrbare Dame. Ich wünsche, dass du Ihr diese Ehrbietung und Respekt auch kundtust. Aus diesem Grund wirst du deine Tante künftig nicht mehr duzen dürfen, sonder sie mit "Madame Delago" ansprechen.-
-äh......wie......meinen Sie.... ich....müsste ich da nicht Tante selber fragen?-
-Das ist nicht mehr notwendig. Ich habe das mit Ihr bereits besprochen und Sie findet das auch schick. Ich werde mir erlauben, Madame Delago morgen anzurufen um zu fragen ob das klappt. Haben wir uns verstanden, Daniel?-
-Ja...... Madame Directrice-
-Fein, dann wünsch ich dir jetzt noch einen schönen Abend und ein schönes Wochenende. Bis Montag denn.-
-Danke Madame Directrice, das wünsch ich Ihnen auch.-
Danach legte ich den Hörer auf und sah belämmert zu Tante Margot, welche dem Gespräch eher gelassen zugehört hatte.
"Du Tante........ Frau Rothen will, dass ich Dich nicht mehr duzen dürfe. Ich müsse Dich von nun an mit "Madame Delago" anreden." meinte ich bedrückt und auch ein wenig beschämt zu Tante.
"Ach komm, Daniel. Eine Madame mehr oder weniger........hahah..... Sie hat mir den Grund dazu ja erklärt und ich finde das nicht unelegant. Es wird dir doch nicht etwa Mühe bereiten?"
"Das nicht......Tante........äh.......ich meine Madame Delago, aber es ist doch sehr Ungewöhnlich."

"Deine Herrschaft will das aber so haben und daran hast du dich künftig zu richten. Zudem sind gute Manieren keinesfalls ein Luxus. Auch für einen jungen Herrn wie Dich nicht, Daniel. Verstanden?" Ihre Stimme klang plötzlich hart und streng. Ich sah etwas erschrocken und überrascht zu Ihr und konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.

"Aber Tante......entschuldige.......ich meine Madame Delago.......ja ich hab Verstanden."

"Dein Grinsen wird dir schon noch vergehen, glaub es mir. Aber genug jetzt. Schliesslich wollen wir deine letzten Tage bei mir noch etwas geniessen."

Den Abend liessen wir uns vom Fernseher verschönern. Tante liebte Spielfilme aus den 50er Jahren und so verstrich der Abend in Muse. Als ich um halb elf schliesslich ins Bett ging, war ich geschafft. All die neuen Erlebnisse, meine Zukunft und die Spannung auf die nächsten Tage waren zuviel. Ich schlief sofort ein.

Das erste was ich am nächsten Morgen tat war eine wohlige warme Dusche mir genehmigen. Auch wusch ich mir die Unmenge Haarlack aus den Haaren. Als ich schliesslich bequem angezogen zum Frühstück erschien, erwartete ich von Tante schon eine Schelte. Aber nichts geschah. Sie behandelte mich wie eh und je und so gab es für mich keinen Anlass etwas zu provozieren. Ich vertrieb mir die Zeit mit einem kleinen Bummel in der Stadt und der Abend war wie meist am Samstag mit Fernsehen ausgefüllt.
Ach am Sonntag deutete nichts darauf hin, dass ich Morgen dieses Haus verlassen würde. Tante Margot war sehr lieb und liess mich das machen was ich wollte. Und so genoss ich den Sontag faulenzend an der Sonne.

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