EOG-Kommentare zum DM-Spiel 612
Italien
Eine lehrreiche Partie. Vielleicht war es ja etwas vermessen, gleich mit der insgesamt dritten Partie überhaupt in die Deutsche Meisterschaft zu gehen, aber das Ergebnis kann sich – denke ich - sehen lassen. Zunächst einmal gebührt dem Sieger Andreas Savelsbergh (Deutschland) der Respekt und die Gratulation zum überzeugenden Sieg und dem Spielleiter Thomas Kolling Dank für die souveräne Leitung der nicht immer einfachen Partie.
Wie gesagt war es eine interessante und besonders für mich lehrreiche Partie. So gestaltete sich das Verhandeln mit erfahrenen Veteranen ganz anders als mit Frischlingen wie mir und auch das „Stab-Gefühl“ musste einmal erlebt werden. Natürlich nehme ich das niemanden krumm und hoffe, dass das mir gegenüber auch so ist. Darüber hinaus fand ich es sehr interessant, aus welchen Motiven heraus Mitspieler bestimmte Entscheidungen trafen.
Obwohl ich schon einmal als Ersatzmann in einer Partie Italien übernahm und erfolgreich führen konnte, war ich nicht besonders glücklich, diese Nation in der DM spielen zu müssen. Zu sehr war sie mir eingekeilt, zu wenig waren Möglichkeiten erkennbar. Die Quellen bezeichnen Italien nicht zu Unrecht als schwierige Nation mit gewissen Chancen. Aber wenigstens ging der Worst-Case-Kelch Österreich/Ungarn an mir vorüber. Klar war mir zunächst, dass ich eine Strategie gegenüber Reinhard Niederreiter (Ö/U), Michael Silvanus (Türkei) und Torsten Hellmann (Frankreich) benötigte. Nach einigem Lesen kam ich zu dem Schluss, dass der Triest-Vertrag eine gute Option sowohl für Ö/U als auch Italien ist. Ein Kampf zwischen beiden Nationen würde auf Dauer nur den Nachbarn nützen und als Mittelmacht würde sich Italien starken Gegnern an beiden Seiten gegenüber sehen. So war mein Plan also, mit Ö/U gemeinsame Sache zu machen, Frankreich zu schlagen, im Westen eine stabile Front aufzubauen und ansonsten zu sehen, was im Osten herauskommen würde. Dazu wollte ich stets mit Stephan Bradler (Russland) und der Türkei im Kontakt bleiben und diese ggf. mit Informationen versorgen.
1901 bis 1903 Der Triest-Plan
Bereits frühzeitig schlug ich Ö/U den Triest-Plan vor, der mir eine weitere Flotte im Kampf gegen Frankreich und Ö/U Ruhe im Westen versprach. Ö/U stimmte begeistert zu, Frankreich hielt ich mit vagen Versprechungen bzgl. demilitarisierter Zonen hin und der Türkei gegenüber war ich zwar gesprächsbereit, zeigte aber keine Ambitionen zu helfen. Mit Russland kam kaum ein Kontakt zustande, mit Deutschland wurde das Übliche (Tust-Du-mir-nichts-tu-ich-Dir-nichts) vereinbart. Das die Besetzung von PIED gleich gelang freute mich und verdarb Frankreich einen Aufbau – legte mich aber auch fest. Frankreich unternahm auch keine großen Anstrengungen, mich zum Marsch nach Osten zu drängen. Der im Herbst folgende Einmarsch in TRI und der Bau zweier Flotten zeigte, wohin der Hase läuft und die Türkei erkannte das auch klar. Ich nehme an, dass sich keiner der Beteiligten über das Bündnis Italien-Ö/U im Unklaren war. Deutschland orientierte sich sofort nach Westen und wurde damit für mich zu einem interessanten Gesprächspartner. Russland war ungewohnt aggressiv und ging sowohl im Norden als auch im Süden vor. Das kam mir nur teilweise gelegen: ich hätte lieber einen stärkeren Engländer gesehen. Doch durch den konzentrierten Vormarsch von Frankreich, Deutschland und Russland geriet er in schwere Bedrängnis. Ich musste zusehen, das Deutschland sich eher auf Frankreich konzentrierte. Im Herbst 1902 stand dieser nämlich mit drei Einheiten meinen Truppen gegenüber und ich würde kaum eine Chance auf schnellen Geländegewinn haben, denn TRI musste ich ja bald wieder hergeben. Glücklicherweise entschied sich Deutschland im Frühjahr 1903 dafür, Frankreich anzugreifen. Dieses hatte auf englische VZ einen Blick geworfen und diese Flotte stand daher nicht mir gegenüber. Das war für mich Anlass, optimistisch auf MAR, SPA und POR zu blicken – und die Gewissheit zu haben, ganz gut im Geschäft zu stehen. Die Türkei stand vor dem Aus und eine Auseinandersetzung zwischen Ö/U und Russland schien nur eine Frage der Zeit. Ich glaubte auch, dass Deutschland sich nach der Eroberung Englands nach Osten wenden würde, um einige VZ vom schwächeren der beiden Ostmächte abzugreifen. Am Ende des Jahres 1903 stand ich mit meinen fünf Einheiten kompakt in der Ecke, war für keinen der Großen eine Bedrohung, hatte Aussichten auf zwei weitere VZ und die Hoffnung, als „Außenstehender“ quasi die anderen Mächte gegeneinander ausspielen und zum Schluss die Oberhand gewinnen zu können. Denn ich hatte nunmehr tatsächlich die Hoffnung, das Spiel gewinnen zu können.
1904 Die Wende im Osten
Ich hätte besser zuhören sollen. Nachdem bereits Julian Kasten (England) mit wütenden Kommentaren auf Deutschland ausgestiegen ist und durch Michael Rohrer ersetzt wurde, kamen bald ähnliche Kommentare aus der französischen Ecke. Nach dem deutschen Stab saß Frankreich ziemlich in der Tinte – für mich ein Grund zur Freude natürlich, denn ich würde auf 7 VZ kommen. Und ich plante weiter mit Deutschland, schlug eine faire Aufteilung des Westens vor und schaute ansonsten nach Osten. Dort kehrten sich die Bündnisse um. Ö/U und Russland stabbten sich gegenseitig und mit russischer Hilfe kam die Türkei wieder ins Geschäft – und entwickelte sich prächtig. Ich weiß nicht, welche Pläne Russland hatte, aber nachdem sich Deutschland im Herbst 1904 auch mit ihm anlegte (Stab Nr.3) und er der Türkei ein eigenes Heimat-VZ verschaffte, waren die Messen gesungen. Aber ehrlich – ich hatte auch nicht gedacht, dass sich Deutschland gleich wieder einen neuen Gegner suchen wurde. Die weit vorgeschobenen Flotten im Norden und die Niederlagen im Süden brachten Russland in eine schwere Lage – und mich zum Nachdenken. Frankreich jedenfalls gab auf und wurde von Helene Stinakovits übernommen.
1905-1906 Konsolidierung im Westen – Fragen im Osten
Deutschland war sehr geschickt darin, meine Augen sorgenvoll nach Osten schweifen zu lassen. Trotz des Kampfes gegen Russland und die Türkei konnte Österreich seine Führung behaupten und würde, falls nichts dagegen unternommen würde, vermutlich uneinholbar vorn liegen. Es kam in der Korrespondenz zu Ungereimtheiten zwischen Wien und Rom und Österreich setzte mir mit TRI-VEN einen kleinen Warnschuss vor den Bug. Da Deutschland nur halbherzig Richtung Osten etwas unternahm blieb ich ruhig und verhandelte weiter mit Österreich. Die Einheit in Tirol versuchte ich beiden Seiten (D + Ö/U) als Unterstützung für deren Bemühungen zu verkaufen. Währenddessen verabsäumte Österreich den Rückzugbefehl für seine Flotte, die abgebaut werden musste – für mich ein Grund zur Freude, könnten doch meine Flotten dann ein entscheidendes Wort mitreden. Im Westen verteidigte sich Frankreich so gut es ging und ich musste erst meine Truppen umgruppieren, um in den Atlantik zu gelangen. Gleichzeitig filetierte Deutschland Russland im Norden Stück für Stück. Erst im Herbst 1906 verschob es seine Truppen deutlich in Richtung Osten. Das unbedingte Bestehen Österreichs auf den Aufbau einer neuen Flotte veranlasste Wien zu einem – abgesprochenen – Angriff auf meine Armee TYR. Was sollte ich tun… verhindern konnte ich es nicht, würde aber die Freundschaft kündigen, wenn er eine Flotte bauen würde. Und siehe da – er tat es nicht. Spätestens hier hätte ich eine deutlich klügere Politik fahren müssen. Verwirrt genug (als Anlass zu einem Umdenken) war ich ja, die richtigen Schlüsse hatte ich jedoch nicht gezogen. Deutschland schob sich nur leicht gegen Österreich, holte sich aber gegen Russland seine VZ. Frankreich unternahm „komische“ Züge. Sie waren nicht direkt im deutschen Sinne, hätten aber hellhörig machen müssen (BRE-ENG). Österreich gewann gegen Russland an Boden und würde gegen die Türkei halten können. Was wäre richtig gewesen? Im Nachhinein glaube ich, dass ich gegenüber Österreich freundschaftlich/neutral hätte bleiben und verstärkt im Westen hätte vorgehen sollen um anschließend meine Flottenmacht zu einem Raubzug Richtung GRE, ANK, SMY etc. zu senden. Aber nein, ich fiel auf das doppelte deutsche Spiel herein. Außerdem stieg Jens Münzberg aus und wurde in Wien durch Reinhard Niederreiter ersetzt.
1907-1908 Die Entscheidung reift heran
Im Frühjahr traute ich meinen Augen nicht: Frankreich zog PAR-GAS. Mir war klar, dass Helene mich als Hauptgegner sah, schließlich habe ich die ganze Zeit gegen Frankreich gekämpft, mich wunderte allerdings, dass Sie nicht wenigstens zum Einstieg versucht hatte, mit mir Kontakt aufzunehmen. Gemäß der Absprache mit Deutschland scherte ich mich allerdings nicht darum, sondern zog wie vereinbart. Deutschland allerdings nicht: Statt mich nach GAS zu supporten, tat er genau das Gegenteil. Zweimal! Und entschuldigte sich zweimal für den Lapsus. Der eigentliche Hammer war aber, dass ich ihm beim ersten Mal geglaubt habe!! Diese unbeschreibliche Dummheit kann ich eigentlich nur dadurch erklären, dass ich durch den Osten abgelenkt war. Ich hatte mit der Türkei Kontakt aufgenommen (zuerst Österreich schlagen und dann Deutschland besiegen), mich zum Stab an Österreich entschlossen und damit jede Siegchance vertan. Unglaublich! Durch meinen Stab musste Österreich Einheiten abbauen und war nicht mehr in der Lage gegen Deutschland und die Türkei zu halten. Die Situation war festgefahren, ich kam weder im Osten noch im Westen weiter. Es wäre besser gewesen, mich nun zurückzuhalten und Frankreich als Puffer zu benutzen. Die – geringe – Chance, England zu unterstützen (das mir ein Abschenken angeboten hatte) war auch vertan. Ich aber versuchte, gegen Frankreich und Deutschland zu marschieren. Am Ende des Jahres 1908 war zwar Frankreich so gut wie aus dem Rennen, aber England auch und Österreich schmolz immer mehr dahin.
1909-1910 Die Königsmacher
Die Situation war also – aus meiner Sicht – komplett verfahren. Mein VZ auf der englischen Insel würde bald verloren gehen, Deutschland stand gefährlich nah an der Heimat und war im Begriff, den Osten aufzurollen. Ein eigener Vormarsch nach Osten war aussichtslos. Es war nur noch möglich, mit Österreich und der Türkei das Ruder herumzureißen. Also schrieb ich beiden eine eMail, in der ich mitteilte, dass sie beide darüber entscheiden würden, ob Deutschland oder Italien das Spiel gewinnen würden – sie wären die Königsmacher. Ich schrieb, dass Frankreich sehr ungewöhnlich gezogen hatte und äußerte den Verdacht, dass Helene von Anfang an auf deutscher Seite stand. Nur ein gemeinsames Vorgehen könnte Deutschland noch am Sieg hindern. Beide waren einverstanden und so begann ein umfangreiches Planen und Diskuttieren – abgesehen vom Start die interessanteste Phase des Spiels. Wir konnten bis zum Winter 1909 Deutschland im Osten zurückdrängen und im Westen zumindest dagegenhalten. Die Chance war zwar gering, aber Planspiele hatten ergeben, dass es durchaus möglich gewesen wäre, Deutschland noch abzufangen. Grundbedingung dafür war, dass Österreich und die Türkei ohne Rücksicht nach Norden eilten. Damit war zwar ihr Rücken entblößt und ich machte eine Bemerkung in der Hinsicht, dass ich ja nun ihre VZ abgreifen könnte – was Anlass zu einiger Heiterkeit war. Ich hatte allerdings zu keinen Zeitpunkt die Absicht zu einem Stab. Im Westen geriet ich langsam in Bedrängnis, glaubte aber, bis zum Herbst 1912 ohne allzu große Verluste überstehen zu können.
1910 Das Ende
Gleich im Frühjahr 1910 war die Herrlichkeit aber vorbei. Die Türkei stabbte das Bündnis mit der Begründung, nicht Erfüllungsgehilfe für mich sein und Zweiter werden zu wollen. Verständlich für jemanden, der quasi schon tot war, sich aber beeindruckend wieder aufrappelte. Ich fand das schade – nicht nur, weil damit jede Siegchance dahin war, sondern auch, weil damit der interessante Kampf alle gegen Deutschland beendet war. Ich gratulierte nach Berlin zum Sieg und kündigte an, wenigstens bis zum Schluss zu kämpfen.
1911-1912 Aufräumabreiten
Österreich wehrte sich tapfer und ich verschob alle Einheiten in Richtung Süden, in der Hoffnung, Deutschland würde nicht allzu scharf nachrücken und der Türkei vielleicht noch das eine oder andere VZ abzunehmen. Das geschah nicht und ich schloss die Partie mit dem dritten Platz ab.
Die Mitspieler
Andreas Savelsbergh – Deutschland
Andreas hat sein Spiel clever und konsequent durchgezogen. Mit - ich glaube – vier Stabs oder zumindest 3,5) und der klugen Ausnutzung anderer Entwicklungen auf dem Brett hat er verdient gewonnen. Ich glaube aber, dass er im Halbfinale anders vorgehen wird/muss, wenn er es nicht mehr mit so unerfahrenen Spielern wie mich zu tun bekommt. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg.
Stephan Bradler - Russland
Stephan hatte aus meiner Sicht das Problem, dass er zu schnell gewachsen ist. Wir hatten nur sporadisch Kontakt, so dass mir eine Einschätzung schwer fällt. 1904 hatte er die Gelegenheit, im Süden Ruhe zu schaffen verpasst und wurde daraufhin ein Opfer Deutschlands. Möglicherweise wäre eine vorsichtigere Vorgehensweise oder eine Konzentration auf Norden oder Süden angebrachter gewesen.
Julian Kasten / Michael Rohrer – England
Es bestand zu keiner Zeit ein ausgedehnter Kontakt. Sich gleich gegen drei Gegner behaupten zu müssen war wohl zu viel für Julian und er verabschiedete sich etwas unrühmlich. Michael hatte nicht die Chance, dass Ruder noch einmal herumzureißen und wollte an mich abschenken. Legitim, aber aus meiner Sicht doch etwas gegen den Sinn des Spiels.
Torsten Hellmann / Helene Stinakovits – Frankreich
Torsten war von Anfang an mein Gegner und dennoch stets freundlich und fair. Ich glaube, dass der deutsche Stab ihm irgendwie die Lust verdarb auch wenn er sich mit etwas mehr Würde als Julian verabschiedete. Helene nahm mit mir nie Kontakt auf. Ihre Züge waren mir lange Zeit unklar und ich bin auf den deutschen EoG-Kommentar gespannt.
Jens Münzberg – Österreich
Mit ihm den Triest-Vertrag durchzuziehen war eine Freude. Er hat meist klug agiert und hatte erst später – sicher auch durch meine immer undurchsichtigere Haltung – ein klein wenig Paranoia aufgebaut. Warum er auf einmal nicht mehr mitmachte, entzieht sich meiner Kenntnis – ich hoffe nicht, dass ich daran schuld war.
Reinhard Niederreiter – Österreich
Reinhard kam in einer vertrackten Situation ins Spiel. Von Siegchancen verschont, stellte er sich voll in den Dienst der – kurzlebigen – Koalition. Danke und jederzeit wieder.
Michael Silvanus – Türkei
Tot geglaubte leben länger. Michael ist ein Paradebeispiel für jemanden, der nicht aufgibt und aus der Situation das Beste macht (eine Art Vorbildfunktion für andere). Dass er 1910 stabbte war schade, aber verständlich. Jederzeit gern wieder – doch diesmal mit allem nötigen Respekt und Vorsicht.
Deutschland
Hallo Leute,
ich versuche dann mal, die Partie aus meiner subjektiven Sicht zu rekapitulieren
- auch wenn ich nicht mehr alle Phhasen gleich präsent
habe und ich nicht noch einmal alle Mails lesen kann und will (sind einfach zu
viele).
Die Partie fing schon nicht optimal an bei der Auslosung - Deutschland ist nicht
mein Lieblingsland, ich bevorzuge eher die Randlagen. Um das
zu kompensieren habe ich mir die Finger wund geschrieben und eigentlich jedem
das Blaue vom Himmel versprochen. Was ich wollte war mehr oder
weniger folgendes:
- Frieden mit Österreich
- entweder mit England Frankreich oder mit Frankreich England
klein kriegen, vorzugsweise letzteres
- Russland nicht groß werden lasseen
- später mit Italien Frankreich veerspeisen
- dann genug VZs habenum zu gewinnnen
Die Eröffnung war mehr oder weniger Standard, ich hatte gleich nicht
unbeträchtlichen Gegenwind aus England und nur einen Aufbau, Frankreich
stand dagegen in Belgien. Im nächsten Jahr setzte dann England eine Armee nach
Holland über, was dann endgültig das Tischtuch zerschnitt.
Ich bin (mit Hilfe Frankreichs, dem das auch zu bunt wurde) dann in Hollandd
einmarschiert (worauf England hinschmiß). Frankreich stand sehr
gut gegen England, aber nicht so gut gegen mich, so daß ich gleich F 1903 die
Gunst der Stunde genutzt habe, auch noch Frankreich zu stabben
und Belgien einzunehmen, so lange es noch ging. Hilfreich war natürlich, daß
auch Ralph von Süden Frankreich anging.
So wurde es dann eine Konfrontation mit England _und_ Frankreich, wobei beide
eben auch noch von anderer Seite in Bedrängnis waren - England
noch mehr als Frankreich, weil der Russe dann doch ziemlich stark geworden war.
Ich machte mir auch langsam Sorgen um Österreich, das auf dem Balkan ziemlich
erfolgreich geworden war und ziemlich gefährlich wurde, aber
der hat sich dann auf Russland gestürzt - auch wenn ich ihm dann an einer Stelle
mal vertrauen mußte, als er durch Schlesien durchmarschiert
ist (und mein Vertrauen nicht mißbraucht hat).
Russland war also der nächste Stab - der kam H 1904 mit der Einnahme Schwedens,
gefolgt von Norwegen F 1905.
Eine russische Flotte hatte mich zwischenzeitlich aus der Nordsee vertrieben,
und auch sonst mußte ich mich mal ein bißchen umgruppieren
und mehr gegen eine etwaige österreichische Gefahr wappnen - deshalb habe ich
mich weitgehend aus Frankreich zurückgezogen.
Sicher entscheidend für das Spiel war der nmr von Jens 1906, der bis dahin schon
wie der Siegkandidat Nr. 1 ausgesehen hatte - nicht nur weil
er 9 VZs hatte, sondern weil eben die Perspektive da war, weil er einfach bombig
stand. Ich hatte mich gerade seelisch darauf vorbereitet,
(zusammen nmit Italien) gegen Österreich vorzugehen, und plötzlich war
Österreich draußen und Italien der Hauptgegner.
Ich habe dann mit Helene, die zwischenzeitlich schon Frankreich übernommen
hatte, mehr oder weniger erfolglos versucht, Italien im
Westen hinzuhalten und im Osten wenigstens so viel von Österreich zu bekommen
wie Ralph.
H 1908/9 hätte ich dann beinahe alles vermasselt: 1. Habe ich ohne große Not
Helene das letzte französische VZ abgenommen und 2. auch noch die
dazu gehörenden Aufbauten vergessen (weil ich dachte, Frühjahrszüge abzugeben).
Den fehlenden Aufbauten bin ich ziemlich lange
hinterhergelaufen und ich glaube auch nicht, daß ich einen weniger günstigen
Zeitpunkt hätte erwischen können.
Und dann bekam ich unverblümt gesagt, daß sich der Ersatz-Österreicher Reinhard
klar gegen mit gewandt hatte und Ralph auf den Thron helfen
wollte. Die Rettung war dann Silly, mit dem ich bislang wenig zu tun gehabt
hatte und der mehr oder weniger fest auf Seiten
Österreich/Italiens gestanden hatte. Ich hab' ihn versucht zu bearbeiten, zu
locken und am Ende einfach gefragt, was er haben wollte.
Er wollte Platz 2, und den hat er bekommen. Das heißt, er bekam Moskau von mir,
ein gewisses Vertrauen an meiner Ostseite und nahm dafür den
Druck an dieser Stelle von mir, den ich braucht, um im Westen dagegenzuhalten.
Damit war die Partie dann entschieden, und 1911 und
1912 waren für mich nur noch Schaulaufen.
Ich möchte mich bei den Spielern, die von vorne bis hinten durchgehalten haben
(Ralph und Silly) für die tolle Partie bedanken, die einige
überraschende Wendungen erfahren hat. Auch bei Michael, Helene, Reinhard und
Stephan bedanke ich mich für die Übernahme verwaister Länder und den
tollen Fight.
Thomas gebührt der Dank für eine super-souveräne Spielleitung - wie immer.
Viele Grüße,
Andreas