Miami Heat
Artikel geschrieben von Zo
23.8.2001
Eigentlich konnte man als Fan der Heat vor Beginn der letzten Saison ganz euphorisch sein:
Gleich drei neue Starter verpflichtet, und was für welche: Eddie Jones, den damals besten Stealer der Liga und ein Superverteidiger, Anthony Mason als guter Allrounder und ebenfalls mit einer guten Defense, sowie Brian Grant, den Arbeiter unterm Korb. Dazu Tim Hardaway, immer noch einer der besseren NBA-Point-Guards, und Alonzo Mourning, dem dominierenden Center in der Eastern Conference (na ja, eher in der ganzen Liga, oder, Shaq?).Die Bank war nicht sonderlich gut besetzt mit Majerle, Causwell, Anthony Carter usw., aber wen störte das? Der Weg in die Finals schien ein Spaziergang zu werden, und die Lakers schienen auch schlagbar zu sein.
Dann kam der Super-GAU: Alonzo Mourning fiel aufgrund einer fokalen Glomerulosklerose für beinahe die gesamte Saison aus. Na, toll!!! Nun musste Miami das System vom Halfcourt-Game zu einem Perimeter-Spiel wechseln, zu dem die Spieler der Heat aber überhaupt nicht geeignet waren. Anstatt von Zo musste sich, nach einigen Center-Experimenten mit Duane Causwell, Brian Grant als Center versuchen, wo er sich, trotz unterlegener Größe, sehr gut schlug. Dennoch hatten die Heat vor allem zu Saisonbeginn jede Menge Probleme, besonders T-Bug, der seinen Jumper vollkommen zu verloren haben schien. Nach einer durchwachsenen Regular Season, die Miami mit 50-32 Siegen (61%) beendete, bereitete man sich auf die Playoffs vor, wo man mit erfahrenen Spielern wie A.C. Green und Cedric Ceballos, die man sich im Laufe der Saison geholt hatte, so richtig dominieren wollte.
Als Gegner bekamen es die Heat in der ersten Runde mit Charlotte zu tun. Zwar kein leichter Gegner, aber mit den wiedergenesenen Alonzo Mourning und Eddie Jones sollte das kein größeres Problem sein.
Doch im ersten Spiel gab�s gleich die Katastrophe: Eine 80-106-Klatsche in der eigenen Halle. Was erst nach einem Ausrutscher aussah, entwickelte sich in den nächsten beiden Spielen zu einem absoluten Einbruch: 76-102 in Miami sowie 79-94 in Charlotte. Ganz nebenbei stellten die Heat mit insgesamt nur 235 Punkten einen neuen Scoring-Negativrekord in einer Best-of-5-Serie in der gesamten NBA-Playoff-Geschichte auf.
Woran hat es gelegen? Tja, die Heat bekamen mit ihren Spielern, die alle nicht die flinksten auf den Beinen sind, den Hornets-Backcourt mit Davis und Wesley, so ziemlich der schnellste der Liga, einfach nicht in den Griff. Dazu kamen eine extrem hohe Trefferquote auf Seiten der Hornets sowie eine exorbitant schlechte bei den Heat.
Nach einer sehr unspektakulären Offseason hat sich Miami für die neue Saison mit den Veteranen LaPhonso Ellis von den Wolves und Kendall Gill von den Nets verstärkt und gaben auf der anderen Seite Bruce Bowen und Dan Majerle ab. Eine Entscheidung über die Vertragsverlängerung mit Tim Hardaway und Anthony Mason ist noch nicht gefallen. Dazu kamen öfters mal Gerüchte auf, die Heat würden Gary Payton für Brian Grant und zukünftige Draft-Picks verpflichten, aber das waren (leider!?) vorerst aller nur Spekulationen.
Fazit: Im neuen Jahr werden die Heat wieder eine recht gute Regular Season spielen mit vielleicht 55-60 Siegen. In den Playoffs reicht es vielleicht bis in die Conference Finals, wo man dank Alonzo Mourning sogar noch eine gute Chance hat, zu gewinnen. Eine Championship ist aber wegen der schwachen Bank und den fehlenden Scharfschützen ziemlich unrealistisch. Bleibt die Hoffnung, dass die Heat, die eigentlich die besten Verteidiger in ihren Reihen haben, die Gegner defensiv dermaßen ausschalten können (zweitbeste der Liga mit 86,6 Punkten), dass sie damit über ihre schwache Offensive hinwegtäuschen können, übrigens die drittschlechteste der Liga (89,1 Punkte).