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Wurden nicht gerade im nordpolnischen Jedwabne folgende Wörter gesprochenen? - "Wegen dieses Verbrechens lastet auf uns die Pflicht, die Schatten der Opfer und deren Familien um Vergebung anzuflehen. Als Bürger und Staatspräsident bitte ich deshalb heute um Verzeihung. Ich bitte darum im eigenen und im Namen all jener Polen, deren Gewissen durch dieses Verbrechen aufgerüttelt ist; im Namen jener, die der Meinung sind, dass man auf die Größe der polnischen Geschichte nicht stolz sein kann, ohne zugleich Schmerz zu empfinden und eine Scham für das Böse, das von Polen anderen Menschen angetan wurde..." Unmöglich jede Befreiung; / Hier hilft kein Beten, ohnmächtig ist hier / Des Welterlösers Verzeihung.
Heines Wintermärchen (Caput XXVII), bezogen vor über 150 Jahren auf das damalige Deutschland, schreit mit diesen Versen unsere Verzweiflung gewaltiger heraus als die These Alexander Mitscherlichs vom Unvermögen zur wahren Trauerarbeit. Ich will hier keinesfalls pathetisch werden, aber das Wort des Dichters über unsere Hilflosigkeit gegenüber dem Unwillen, "der Wahrheit ins Auge zu schauen", verbleibt als selbsterhaltende "Tugend" in der "politischen Terminologie" unserer Tage. Über die Amerikaner nach Son My in Vietnam oder nach dem Wüstensturm von 1991 will ich mich nicht äußern. Über die Deutschen nach 1945 nicht mehr. Die "chirurgischen Schnitte" der NATO in Serbien 1999 gehören schon länger zum Diskurs. Brandaktuell sind aber vor allem die Debatten, die jetzt in meinem Polen (nicht nur über Pogrome wie in Jedwabne, auch über Verbrechen im "realsozialistischen System") stattfinden oder auch die Konfrontationen in Deutschland über die "Mauer" und ihre Opfer. Nachbemerkung: Es fällt schwer, die Aufregung nachzuvollziehen, welche die Ereignisse von Jedwabne ausgelöst haben. Verglichen mit dem, was die Polen ihren Minderheiten - Millionen Deutschen, Juden, Ukraïnern, Litauern und Weißrussen - angetan haben - sowohl vor dem Zweiten Weltkrieg als auch während desselben und danach -, sind die Juden von Jedwabne doch allenfalls die Spitze vom Eisberg. Jenen Berg aufzudecken, der immer noch unter dem Mantel der politisch-korrekten Zensur der herrschenden "Gutmenschen" verborgen liegt, wagt der Autor nicht einmal ansatzweise - man darf also bezweifeln, ob ihm die Wahrheit wirklich so wichtig ist wie er das Kwasniewski in den Mund legt. zurück zu Stepan Bandera heim zu Reisen durch die Vergangenheit |