Weihnachten, das Fest der Liebe?
Von Severe_Snape aus Belaqua
Disclaimer: bis auf einige wenige Ausnahmen geh�ren Personen und Orte dieser Handlung J.K.Rowling
Dumbledore erz�hlt...
Severus war schon immer ein Einzelg�nger. Erst lebte er zur�ckgezogen in seinem Zimmer und besch�ftigte sich mit B�chern �ber Zaubertr�nke oder Zauberkunst. Dann kam er als elfj�hriger Sch�ler wie alle anderen nach Hogwarts und wurde nach Slytherin eingeteilt. Er beherrschte bereits mehr Zauberspr�che als die H�lfte der Siebtkl�ssler. Aber auch in Slytherin fand er keine richtigen Freunde und musste sich von James, Sirius, Remus und Peter schikanieren lassen. Schlie�lich wechselte er auf die Seiten Voldemorts um wenigstens einmal das Gef�hl von Gemeinschaft zu erfahren und zu siegen �ber die, die ihn gequ�lt hatten. Doch auch dieser Versuch schlug fehl und noch vor Voldemorts Untergang wechselte er ein zweites Mal die Seiten und spionierte f�r uns weiter.
Im Sommer begann Severus in Hogwarts als Zaubertranklehrer und ich sprach ihm mein vollstes Vertrauen aus: �Severus, ich wei�, dass du ein Todesser warst, aber ich wei� auch, dass du nun f�r den Orden arbeitest, obwohl f�r dich die Gefahr besteht, dabei zu sterben. Und du bist f�r mich unschuldig bis zum Beweis der Schuld. Denn im Gegensatz zum Ministerium glaube ich, dass du wirklich nur f�r den Orden arbeitest und nicht f�r Voldemort.� Severus hatte sich recht schnell entschieden, diesen gef�hrlichen Weg zu gehen, und ich glaube kaum, dass er es getan h�tte, wenn er noch etwas zu verlieren gehabt h�tte.
Seit gestern waren nur noch wenige Sch�ler in Hogwarts. Die Weihnachtsferien hatten begonnen und die Sch�ler wollten sie verst�ndlicherweise bei ihren Familien verbringen. Wie gerne h�tte ich Severus �ber Weihnachten bei mir in Hogwarts gehabt, aber er sollte sich erholen, in den letzten Wochen war zu viel f�r ihn geschehen. Ich ging also zu ihm und der Zaubertranklehrer �ffnete mir die T�r, die durch unz�hlige Fl�che gegen Eindringlinge gesch�tzt wurden.
�Guten Tag, Severus. Wie geht es dir?�
�Danke der Nachfrage, Professor. Warum sind Sie hier?�, fragte der junge Lehrer vorsichtig und doch bewusst.
Er gab mir noch nicht das Vertrauen, dass ich ihm schenkte.
�Ich bin der Meinung, dass Urlaub dir gut tun w�rde. Geh nach Hause und erhole dich von den letzten Monaten, sie waren anstrengend f�r dich.�
�Warum sollte ich zur�ck nach Spinner�s End? Um direkt neben einem Auroren zu wohnen, der mir nicht vertraut?�, fragte Severus sarkastisch.
�Severus, Sir Thorwen vertraut dir, genauso wie ich dir vertraue. Er ist Auror, ja, das stimmt, und er wei� auch, dass du Todesser warst. Und doch hat er dich jedes Mal, wenn er dich gesehen hat, am Leben gelassen. Warum also sollte er dich ausgerechnet jetzt, da du vom Zauberergammot nicht verurteilt wurdest, t�ten? Bitte, fahr nach Hause.� Ich sagte �Bitte� und doch war es mehr ein Befehl. Severus schien es bemerkt zu haben, denn er widersprach mir nicht, sondern packte ohne ein weiteres Wort seine Sachen, verlie� das Schulgel�nde und disapparierte.
Snape erz�hlt...
Warum wollte Dumbledore unbedingt, dass ich Hogwarts �ber die Ferien verlasse? Ich h�tte auch genauso gut in meinem Kerker bleiben k�nnen. Aber wenn er darauf besteht, bitte, dann gehe ich halt und verbringe meine Ferien einsam und alleine in meiner Wohnung. Ich sollte nicht so ironisch sein... Einsam und alleine bin ich auch in Hogwarts, und Dumbledore ist ein guter Mensch, der Einzige, dem ich vertrauen kann.
Da war ich also wieder in Spinner�s End. Die verfallenen Backsteinh�user hatten sich nicht ver�ndert. Ich betrat meine Wohnung, nahm mir liebevoll eines der alten B�cher aus dem Regal und bl�tterte darin rum.
Pl�tzlich klopfte es an der T�r. Wer k�nnte das sein? Ich wusste, dass die Frage, die mir durch den Kopf schoss, unsinnig war. Es gab nur noch zwei andere Bewohner in dieser Siedlung, den Auroren Thorwen und seine Tochter Cornelia. Ich lie� die T�r geschlossen und machte mir gar nicht erst die M�he aufzustehen. Es klopfte immer wieder und war kurz davor die Nerven zu verlieren, die T�r aufzurei�en und �Was willst du Thorwen?�, zu bellen, als von drau�en Stimmen kamen: �Onkel Will, mach die T�r auf! Wir sind es.�
Das wird ja immer besser, dachte ich mir. Da stand eine Horde Kinder, wahrscheinlich auch noch Muggel, vor meiner T�r und wollten den alten Thorwen besuchen. Um dem L�rm ein Ende zu setzen, �ffnete ich die T�r. Die Kinder erschraken sichtlich, als sie nicht �Onkel Will� sondern mich sahen. Eine �ltere Frau trat vor und sagte err�tend: �Entschuldigen Sie die St�rung, Sir. Wir dachten Sir Thorwen w�rde hier wohnen.�
�Der wohnt da hinten und jetzt verschwinden Sie�, sagte ich mit kalter Stimme, w�hrend ich auf das gesuchte Haus deutete. Die circa zwanzig Kinder waren auf einmal ganz still.
�Danke, und entschuldigen Sie vielmals die St�rung�, entgegnete die Frau und ich schloss die T�r.
Ich widmete mich wieder meinem Buch, einem Zaubertrankbuch.
Am Abend h�mmerte wieder jemand gegen meine T�r. Ich war doch erst seit f�nf Stunden hier, konnte ich nicht einmal meine Ruhe haben?
�Snape, mach die T�r auf!�, schrie die Stimme von drau�en und ich erkannte die Stimme Thorwens. �Ich wei�, dass du da drin bist!�
Dass mit einem Auroren nicht zu scherzen ist, war mir klar, also lie� ich ihn eintreten.
�Sag mal, bist du verr�ckt? Wie konntest du Mrs. Meilleuse und ihre Kinder so anschreien?�
�Guten Abend, William�, sagte ich ruhig und doch voller Hass. �Die Kinder haben meine T�r fast eingeschlagen, da wollte ich sie nur beruhigen.�
�Jaaa, so legst du das aus. Die Kinder hatten Panik! Sie wollten mir erst gar nicht erz�hlen, was passiert ist.�
�Aber irgendjemand schien dir ja doch was erz�hlt zu haben. Also stell dich nicht so an und verlasse bitte mein Haus.�
�Erst, wenn du mir gesagt hast, warum du die Kinder so erschrecken musstest.�
�William, musst du nicht zu deiner kleinen Conny. Sie macht sich bestimmt Sorgen, wenn du so lange wegbleibst.�
Auf einmal wurde William Thorwen still und erbleichte. So etwas hatte ich bei ihm noch nie gesehen und obwohl ich nie ein gutes Verh�ltnis zu ihm hatte und obwohl ich nicht wusste, warum er pl�tzlich so anders war, tat er mir leid. Ich wusste gar nicht, dass ich noch so etwas wie Mitleid empfinden konnte. Bis jetzt war immer ich derjenige gewesen, dem es schlecht ging und der anschlie�end Todesser wurde um andere Menschen zu verletzen, zu qu�len, zu t�ten. Und es hatte mir Spa� gemacht zu sehen, wie andere leiden mussten, aber jetzt war es anders...
�Cornelia ist... sie ist t...tot�, unterbrach William mich in meinen Gedanken. �Avada Kedavra�, f�gte er mit Tr�nen in den Augen hinzu.
Ich konnte es nicht glauben. Warum musste Cornelia sterben? Sie war doch immer so gl�cklich und lebensfroh, versuchte sogar mit mir Kontakt aufzunehmen.
Ich wei� nicht, ob William noch irgendwas geh�rt hatte, ich h�rte nur noch die T�r ins Schloss fallen.
Sir Thorwen erz�hlt...
Ich verlie� Severus� Haus und lie� ihn allein zur�ck. Wieder einmal war er allein, wie so oft. Fr�her w�re Cornelia zu ihm gegangen und h�tte versucht ihm, der nie Gef�hle gezeigt hat, zu ermuntern. Heute sah Severus schlecht aus, es schien mir, als w�rde er um sie trauern.
Am n�chsten Morgen ging ich wieder hin�ber zu Severus, ich wollte sehen, wie es ihm geht. Severus �ffnete mir die T�r und ich erschrak. �Severus, wie siehst du aus?� Seine Haare hingen ihm ins Gesicht, seine Haut war noch blasser als sonst und seine Augenringe lie�en vermuten, dass er w�hrend der Nacht kein Auge zugemacht hatte. Severus gab mir keine Antwort. Ich kannte ihn nun schon seit seiner Geburt und trotzdem hat er mir noch nie vertraut, wahrscheinlich weil ich Auror bin und seine Eltern immer beobachtete, die sich oft stritten. �Severus, sag doch was! Ich habe dich noch nie so niedergeschlagen gesehen.�
�Darf ich ihr Grab sehen?�, fragte er schon fast fl�sternd.
�Ja, nat�rlich. Ich zeig es dir, aber erst musst du was essen�, sagte ich besorgt. Ich setzte Severus auf sein Sofa und brachte ihm etwas zu essen. Nie h�tte ich gedacht, dass ihm der Tod eines Menschen so nah gehen w�rde. Wie oft hatte er schon Menschen ermordet und sich an ihrem Leid erfreut?
Nachdem er gegessen hatte, begleitete ich ihn zum Friedhof. Auf dem Weg dorthin kamen wir an dem Kinder- und Jugendheim vorbei, dessen Kinder gestern vor Severus� T�r standen. Einige von ihnen waren drau�en und blieben wie angewurzelt stehen, als sie mich mit meinem Nachbarn sahen. Ich l�chelte ihnen zu, w�hrend Severus ohne sie eines Blickes zu w�rdigen weiterging.
Schlie�lich erreichten wir den Friedhof. Vor Cornelias Grab blieben wir stehen. Erst gestern hatte ich neue Rosen vor den Marmorstein, den Grabstein, gelegt, auf dem man an den Jahreszahlen ablesen konnte, dass sie nur zweiundzwanzig Jahre alt wurde.
Der junge Mann fand seine Stimme wieder: �Warum?
Und ich erkl�rte ihm traurig: �Weil sie die Tochter eines Aurors war. Es war letztes Jahr am Heiligen Abend. Cornelia war im Heim um den Kindern, die �brigens keine Muggel sind, wie du wahrscheinlich gedacht hast, kleine Geschenke zu bringen. Sie kam zur�ck und ging kam ihr entgegen. Ich hielt die Person f�r einen Zauberer, da er einen Umhang trug. Ich �ffnete die T�r, als ich den gr�nen Blitzstrahl sah und kurz darauf das Dunkle Mal am Himmel. Ich wei� nur, dass es ein Todesser gewesen sein muss, aber wer genau, das wei� ich nicht, obwohl er mir noch �W�rst du kein Auror, dann w�rde sie noch leben� zurief. Aber ich war so geschockt, dass ich nichts machen konnte, sonst w�rde der M�rder jetzt in Askaban sitzen.�
�Warum hast du mich nie verraten, obwohl du genau wusstest, dass ich ein Todesser war?�
�Weil ich daran glaubte, dass du nur aus Verzweiflung zu Du-wei�t-schon-wem gegangen bist.� Und leise f�gte ich hinzu: �Und weil ich Angst hatte, dass ich jemanden sehr damit verletzen w�rde, wenn du in Askaban sitzen w�rdest.�
�Meine Eltern h�tte es nicht interessiert�, sagte Severus kalt und hasserf�llt.
�Ich meinte auch nicht deine Eltern. Hier, nimm das.� Ich gab ihm etwas, das aussah wie ein Kalender, doch es war ein Tagebuch, ihr Tagebuch. Severus sah mich fragend an, doch ich sagte nichts und lie� ihn alleine am Grab stehen.
Snape erz�hlt...
Was meinte William mit �Au�erdem hatte ich Angst, dass ich jemanden sehr damit verletzen w�rde, wenn du in Askaban sitzen w�rdest�? Warum gab er mir diesen Kalender? Ich verlie� den Friedhof und ging nach Hause. Ich kam wieder am Heim vorbei, sah, wie gl�cklich die Kinder waren. Ich blieb stehen und beobachtete sie. Nach einigen Minuten entdeckten sie mich und rannten in das Geb�ude. Und wieder war ich allein. Ich erinnerte mich an den Kalender, nahm ihn aus meiner Tasche im Umhang und sah ihn mir an. Jemand hatte ihn angemalt, in gelb und gr�n. Die Farbe strahlte W�rme und Geborgenheit aus, das, was in meinem Leben fehlte. Ich schlug den Kalender auf und entdeckte, dass es eine Tagebuch war, das Tagebuch von Cornelia! Schnell steckte ich es wieder in die Tasche und lief nach Hause. Dort wollte ich einen zweiten Bick in das Tagebuch werfen.
Das Tagebuch erz�hlt...
Liebes Tagebuch,
endlich Ferien! Ich meine, ich gehe gerne zur Schule, aber Ferien bedeuten, dass Severus wieder nach Spinner�s End kommt. Ich w�re auch so gerne auf Hogwarts, aber als Squib hatte ich keine Chance die Schule zu besuchen, eigentlich schade ;-)
Schade auch, dass Severus nie auf mich achtet. Er ist jetzt sechzehn und seit Jahren versuche ich ihm ein L�cheln auf die Lippen zu zaubern, er sieht doch immer so traurig und alleingelassen aus. Wenn ich doch nur mehr �ber ihn w�sste...
Severus Snape bl�tterte weiter.
Liebes Tagebuch,
es sind nun drei Jahre her, seit ich das letzte Mal in dieses Buch schrieb, Severus ist nun 21 Jahre alt. Und ich muss leider sagen, dass ich von ihm entt�uscht bin. Vater sagte mir letztens, dass Severus seit langem ein Todesser ist! Warum nur? Wenn er meine Liebe zu ihm schon nicht erwiderte, so hatte ich doch gehofft, dass ich ihn als Freund gewinnen k�nnte. Vergeblich. Aber was will ein Todesser auch schon mit einer Squib?
Hoffentlich t�tet er keine Menschen. Ach, diese Hoffnung ist so schwachsinnig. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er t�ten wird, schlie�lich ist es die Aufgabe eines Todessers. Aber wie konnte es so weit kommen? Wie kann ein Mensch zum Todesser werden? War Severus so verzweifelt? Ich kann es mir nicht anders erkl�ren. H�tte ich ihm doch nur helfen und ihn davon abbringen k�nnen, die Seiten zu wechseln...
Vater hat mir versprochen, Severus nicht zu verraten, obwohl es auch f�r ihn eine gro�e Gefahr ist. Was w�rde das f�r Schlagzeilen geben: Auror deckt Todesser! Aber ich kann Vater nicht darum bitten, Severus zu verraten. Ich k�nnte es nicht ertragen, erfahren zu m�ssen, dass er den Kuss bekommen hat. Aber was, wenn herauskommt, dass Vater einen Todesser nicht ausgeliefert hat? Ich w�rde mir ewig Vorw�rfe machen, dass er sich f�r mich dieser Gefahr ausgesetzt hat und schlie�lich doch in Askaban landet. Warum musste Severus mich vor diese Entscheidung stellen?
Snape erz�hlt...
Ich konnte es nicht glauben. War ich die ganze doch nicht so alleine wie ich immer gedacht habe? Es gab wirklich einen Menschen, der mich liebte, obwohl ich nie etwas von ihr wissen wollte. Und dann wurde sie von einem Todesser get�tet, nur weil sie die Tochter eines Aurors war, des Aurors, der mich nicht den Dementoren auslieferte. Wie sehr muss er seine Tochter geliebt haben, dass er selbst jetzt sein Geheimnis dem Ministerium nicht preisgeben will.
Conny hat ja recht, wenn sie schreibt, dass ich verzweifelt war. Ich habe ihr immer die kalte Schulter gezeigt, wenn sie mal wieder bei mir vorbeikam. Aber doch nur, um zu verbergen, wie sehr ich mich nach W�rme sehnte. Meine Eltern haben sich doch nur gestritten. Mein Vater konnte es nicht haben, dass seine Frau eine Hexe war und sie es ihm erst nach der Hochzeit erz�hlt hat. Was konnte ich denn daf�r, dass es ihm nicht gefiel? Warum musste ich darunter leiden, die meiste Zeit in meinem Zimmer verbringen und zuh�ren, wie sie sich wieder streiten mussten? Es ist doch seine Schuld, dass ich die meiste Zeit damit verbrachte, Zauberspr�che zu lernen und neue zu erfinden. Ebenso mit Tr�nken. Nicht umsonst bin ich der Meister der Zaubertr�nke geworden. Ich musste daf�r mit einer sorgenfreien Kindheit bezahlen.
Und ein Fl�schchen t�dliches Gift hatte ich noch in meinem Haus hier in Spinner�s End, das letzte, das noch nicht nach Hogwarts gekommen war. Ich habe es aus Sicherheitsgr�nden hier gelassen. Bevor ich zu den Dementoren k�me, w�rde ich eher mein eigenes Gift zu mir nehmen, zu dem ich noch kein Gegengift erfunden habe. Aber jetzt brauchte ich auch keine Dementoren oder ein Gegengift. Ich wollte nur noch tot sein, und das Fl�schchen mit dem gr�nen Gift sah verlockend aus. Und was hatte ich noch zu verlieren?
Sir Thorwen erz�hlt...
Mir war unwohl bei dem Gedanken, dass Severus das Tagebuch hatte. Warum habe ich es ihm �berhaupt gegeben? Ich h�tte es ihm doch auch so sagen k�nnen, dass Conny ihn geliebt hat.
Gedanken rasten durch meinen Kopf und ich dachte mir auch, dass Severus alt genug sei, um nichts Dummes anzustellen, aber ich machte mir dennoch Sorgen. Und wie w�rde es aussehen, wenn ich jetzt mitten in der Nacht zu einem dreiundzwanzig Jahre alten Mann gehen w�rde, nur um zu sehen, ob es ihm gut geht? Ich sollte mir nicht so viele Gedanken machen.
Ich versuchte also meinen Kopf frei von Gedanken zu bekommen und legte mich ins Bett. Doch an Schlaf war nicht zu denken. Severus ist doch kein kleines Kind mehr! Aber er hatte keine liebevolle Kindheit, wahrscheinlich hatte er mit dem Tagebuch das erste Mal gemerkt, dass man ihm auch Liebe schenken konnte.
Ich gr�belte und gr�belte, bis ich schlie�lich in einen unruhigen Schlaf fiel. So kam es, dass ich auch schon sehr fr�h wieder wach war und um halb neun ging ich dann doch hin�ber zu Severus, meine Sorgen um ihn waren zu gro�. Ich klopfte an die T�r, doch niemand �ffnete mir. �Severus�, dachte ich mir, �bitte, mach diese verdammte T�r auf!� Doch nichts geschah. Mein Herz begann immer schneller zu schlagen, hatte er sich doch etwas angetan? Nein, dass kann nicht sein, Severus ist ein kluger und intelligenter Mensch. Aber er war so verzweifelt. Gestern Morgen sah er doch schon so schlecht und mitgenommen aus.
Also versuchte ich die T�r mit einem Zauberspruch zu �ffnen, von dem ich nie dachte, dass er hier funktioniert. Wenn ich bei Severus mit �Alohomora� eine T�r �ffnen kann, dann ist wirklich etwas schlimmes passiert, schoss mir durch den Kopf. Ich rnnte in die Wohnung und da lag er, auf dem Boden seines Wohnzimmers, in der Hand Scherbein eines Glasfl�schchens, an denen noch Reste eines gr�nen Trankes auszumachen waren. �Severus�, rief ich und sch�ttelte seinen leblosen K�rper. �Severus, das kann nicht wahr sein! Ich habe doch Conny erst vor einem Jahr verloren, warum musstest du dich jetzt auch noch vergiften?�
Das konnte doch nicht wahr sein, w�re ich doch nur gestern noch einmal vorbeigegangen. Ich war so in Gedanken und machte mir Vorw�rfe, dass ich gar nicht merkte wie Mrs. Meilleuse die Wohnung betrat und sich neben mich stellte.
Mrs. Meilleuse erz�hlt...
Ich war spazieren, als ich auf einmal den Schrei von Sir Thorwen aus Sapes Haus h�rte. Ich rannte sofort hin, klopfte an die T�r und da niemand etwas sagte, trat ich ein. Und da lag Snape und Sir Thorwen kniete neben ihm und r�ttelte verzweifelt an dem leblosen K�rper. Ich stellte mich neben den Sir und legte meine Hand auf seine Schulter. Er erschrak: �Was... was machen Sie hier?�
�Ich kam nur vorbei und h�rte Sie schreien.�
�Severus... er hat sich vergiftet�, sagte er mit zittriger Stimme. �K�nnten Sie nach Hogwarts apparieren und Professor Dumbledore bescheid sagen? Ich... ich m�chte bei Severus bleiben...�
�Ja, nat�rlich. Ich werde ihn sofort benachrichtigen. Warten Sie hier, Sir�, sagte ich und verlie� das Haus. Wenn ich ehrlich bin, es tat mir �berhaupt nicht leid, dass Snape tot war. Ich konnte ihn noch nie leiden. Er war schon als Kind so seltsam, immer in seine dunklen B�cher vertieft.
Ich apparierte also nach Hogwarts und f�nf Minuten sp�terstand ich vor Dumbledores B�ro bzw. vor dessen Wasserspeier, zu dem ich kein Passwort hatte. Filch hatte mich bis hierhin begleitet, nachdem er mir das Tor ge�ffnet hatte, aber weiter wollte er mir nicht helfen. Und da weit und breit kein Lehrer zu sehen war, die Sch�ler waren auch nicht zu finden, blieb mir nichts anderes �brig als zu warten. Und so vergingen zehn Minuten, zwanzig Minuten, eine halbe Stunde und schlie�lich sogar eine Stunde, bis Dumbledore aus seinem B�ro kam und mich verwirrt ansah. �Was machen Sie denn hier, Mrs. Meilleuse?�
�Sir Thorwen schickt mich. Es ist wegen Professor Snape.�
�Was ist mit ihm? Hat Severus etwas angestellt?�, fragte Dumbledore und klang dabei besorgt, aber auch w�tend.
�Nun ja, so k�nnte man es ausdr�cken. Sir Thorwen hat den Professor heute morgen tot in seinem Haus aufgefunden. Er hat sich vergiftet.�
�Severus, tot?� Dumbledore sah geschockt aus. So eine Nachricht hatte er wahrscheinlich nicht erwartet, was ich ja eigentlich auch verstehen kann. �Das kann unm�glich so sein. Severus h�tte sich doch nie selbst umgebracht.�
�Sind Sie sich sicher, Sir?� Professor Snape war schon immer etwas, na ja wie soll ich sagen... seltsam. Und er war...�
�Ja, ich wei�, dass er Todesser war�, unterbrach er mich, doch ich wollte gar nicht sagen, dass er Todesser war. Dessen war ich mir nie sicher. �Ich werde nach Spinner�s End gehen. Kommen Sie mit zur�ck?�
�Nat�rlich komme ich mit, Sir. Ich muss doch zur�ck zu meinen Kindern.�
Und so gingen wir vor das Schulgel�nde, disapparierten und waren kurz darauf in Spinner�s End. Dumbledore ging sofort in Snapes Haus und ich musste schnell zu meinen Sch�tzlingen zur�ck. Sie machten sich bestimmt schon Sorgen.
Dumbledore erz�hlt...
Was war da vor sich gegangen? Ich konnte nicht glauben, dass Severus tot sein sollte und so rannte ich in sein Haus. Und tats�chlich, da lag Severus, Sir Thorwen hatte ihn inzwischen auf sein Bett gelegt, die H�nde �ber der Brust gefaltet, und sa� nun daneben. Das muss ein b�ser Traum sein, dachte ich, aber Sir Thorwen sagte ohne aufzublicken: �Professor Dumbledore, ich konnte nichts mehr f�r ihn tun.�
�Es ist doch nicht Ihre Schuld, Sir Thorwen�, sagte ich mit kaum h�rbarer Stimme. Ich f�hlte mich wie um Jahre gealtert, als ich mich auf die Bettkante neben ihn setzte.
Sir Thorwen lie� mich mit Severus alleine. Er ging ins Wohnzimmer, denke ich. Meine H�nde waren eiskalt als ich �ber seine H�nde strich. Auch seine H�nde waren kalt. Nat�rlich mussten sie kalt sein, Severus war seit mehreren Stunden tot. Ja, er war wirklich tot.
Ich wollte Severus eine Str�hne schwarzen Haares aus dem Gesicht streichen, da merkte ich, dass seine Haut etwas w�rmer war als meine H�nde! Wie konnte das sein? Der junge Mann war irgendwann in der Nacht gestorben und konnte jetzt unm�glich noch W�rme in sich haben. Meine Hand glitt vom Gesicht an seinen Hals und ich bemerkte, dass man noch einen schwachen Puls f�hlen konnte.
�Severus�, fl�sterte ich, �du lebst ja noch!�
Wie konnte das sein? Severus hatte doch Gift zu sich genommen, und ich denke mir, dass es eines seiner eigenen Gifte gewesen sein musste. Und die wirkten innerhalb von Minuten.
�Sir Thorwen�, rief ich, �kommen Sie schnell!�
Er kam angerannt und fragte: �Was ist los? Warum haben Sie mich gerufen?�
�Severus, er lebt noch.�
�Das ist noch unm�glich. Seine Gifte wirken so schnell und hundertprozentig. Und das Gift, dessen Reste noch neben ihm lagen, waren mir unbekannt.�
�Es ist ja nicht gesagt, dass er gerade diesen Trank zu sich genommen hat�, meinte ich, �aber auf jeden Fall lebt er noch, und wir sollten schnell etwas unternehmen.�
Sir Thorwen schlug vor: �Dann sollten wir Severus ins St.-Mungo bringen.�
�Das w�re das Beste f�r ihn, in der Tat, wenn man auf die medizinische Versorgung achtet. Aber Severus w�rde niemals freiwillig ins St.-Mungo gehen.�
�Er hat keine Wahl und wir haben sie auch nicht, wenn wir wollen, dass er �berlebt.�
�Doch�, sagte ich und hoffte, dass es �berzeugend klang. �Wir k�nnen ihn nach Hogwarts bringen. Madam Pomfrey kann sich dann um ihn k�mmern.�
�Entschuldigen Sie, aber sind Sie verr�ckt? Severus braucht professionelle Hilfe, und die w�rde er im St.-Mungo bekommen.�
�Vielleicht bin ich verr�ckt, ja. Aber ich bezweifle, dass man ihn im St.-Mungo gut behandeln w�rde. Er ist f�r die Leute dort nur ein Todesser, der Selbstmord begehen wollte.�
�Sie haben recht. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Aber wenn Madam Pomfrey ihm nicht helfen kann, dann bringen wir ihn ins St.-Mungo.�
Ich versprach ihm, dass wir es so machen w�rden, murmelte �Levicorpus� und lie� ihn vor mir nach drau�en schweben. Dort fassten wir jeder einen seiner Arme und apparierten bis kurz vor das Schulgel�nde. Dann lie� ich ihn wieder schweben und wir brachten ihn in den Krankenfl�gel. Gl�cklicherweise waren die wenigen Sch�ler, die noch in Hogwarts waren, in der Gro�en Halle und a�en zu Mittag.
Madam Pomfrey war in ihrem Zimmer und sah uns kommen. �Was ist passiert?�, fragte sie mit einem besorgten Blick auf Severus.
�Er hat irgendein Gift zu sich genommen. Entweder war es eines seiner eigenen, aber dann h�tte er einen Fehler bei der Herstellung machen m�ssen, so dass er jetzt noch lebt. Und das bezweifle ich. Oder, und darauf w�rde ich tippen, er hat den Trank der lebenden Toten zu sich genommen.�
�Ok, aber ich muss Sie bitten, drau�en zu warten, damit ich mir Professor Snape in aller Ruhe genauer ansehen kann�, sagte unsere Krankenschwester und begleitete Sir Thorwen und mich zur T�r.
Und dann begann das Warten. Um Severus sp�ter peinliche Fragen zu ersparen, gingen wir in mein B�ro. Fawkes brannte gerade, gelbe Flammen loderten auf und ein H�ufchen Asche blieb zur�ck.
Nat�rlich w�rde mein Ph�nix gleich wieder auferstehen.
�Setzen Sie sich, Sir Thorwen.�
�Danke.�
Wir sa�en uns gegen�ber, aber niemand sprach. Ich �berlegte, was geschehen war, ob ich es h�tte verhindern k�nne, wenn ich Severus nicht nach Spinner�s End geschickt h�tte. Pl�tzlich sagte Sir Thorwen: �Es ist meine Schuld.�
�Es ist nicht Ihre Schuld, dass Severus sich vergiften wollte. Niemand kann etwas daf�r. Severus ist f�r sein eigenes Leben verantwortlich.�
�Aber ich habe ihm dieses Tagebuch gegeben.�
�Welches Tagebuch?� Ich war irgendwie verwirrt. Wie konnte eine Tagebuch jemanden zum Selbstmord treiben?
�Cornelias Tagebuch. Ich habe es ihm gegeben, nachdem wir an ihrem Grab waren. Severus wird es wahrscheinlich gelesen haben.�
�Und was hat Ihre Tochter da reingeschrieben?�
�Zu viel. Ich h�tte es Severus nicht geben sollen. Er muss so verzweifelt gewesen sein, als er es las. Ich glaube, er mochte Conny.�
Ich versuchte weiterhin herauszufinden, was in diesem Tagebuch stand, aber Sir Thorwen wollte nichts mehr dazu sagen.
Stattdessen erz�hlte er mir von dem Kinder- und Jugendheim, in dem junge Hexen und Zauberer heranwuchsen, und wie gl�cklich sie waren, obwohl sie die meiste Zeit nur im Heim verbrachten, kaum Ausfl�ge machten und nur selten Besuch bekamen. Wenn, dann nur von ihm, den sie �Onkel Will� nannten, und der ihnen Geschichten von Hogwarts erz�hlte.
Auf einmal klopfte es an meine B�rot�r und Madam Pomfrey trat ein.
�Und, was ist mit Severus?�, fragte ich besorgt.
�Er hat tats�chlich nur eine �berdosis vom Trank der lebenden Toten zu sich genommen. Aber ich bezweifle, dass ich ihm hier helfen kann.�
�Was soll das hei�en, Sie k�nnen ihm nicht helfen�, fragte Sir Thorwen geschockt, �geben Sie ihm doch ein Gegengift, oder... oder einen Bezoar. Aber tun Sie doch was!�
�Beruhigen Sie sich, Sir. Ich w�rde ihm ja gerne helfen, und ich habe es ja auch schon mit einem Bezoar versucht, aber er zeigt keine Wirkung. Ich m�chte nicht wissen, wie viel Professor Snape getrunken hat.�
�Haben Sie kein Gegengift?�, fragte ich.
Madam Pomfrey antwortete traurig: �Ja, ich habe ein Gegengift, aber es ist uralt. Professor Snape wollte mir nach den Ferien ein neues Gegengift mischen.�
Musste ich es nun doch zulassen, dass Severus ins St.-Mungo kommt? Aber das wollte ich nicht und Severus, das wusste ich, wollte es auch nicht. Doch Madam Pomfrey schien davon �berzeugt: �Professor, es w�re das beste f�r ihn, wenn er ins St.-Mungo kommt. Man kann ihm dort helfen.�
�Kann man es nicht mit dem alten Gegengift versuchen? Eine Chance, dass es wirkt, besteht doch noch, oder nicht?�
Die Krankenschwester sch�ttelte den Kopf: �Nein, Sir. Es w�re zu gef�hrlich diesen Trank zu benutzen, und das wissen Sie.�
�Aber es muss doch noch eine andere M�glichkeit geben. Ich m�chte nicht, dass Severus ins St.-Mungo kommt.�
�Es gibt noch eine andere M�glichkeit�, meldete sich Sir Thorwen zu Wort. �Ich k�nnte ins St.-Mungo gehen und einen der �rzte holen, und mit ihm das Gegengift.�
�Und Sie glauben, dass das so einfach geht?�, meinte Madam Pomfrey, � es w�re viel einfacher, wenn wir Professor Snape ins St.-Mungo bringen w�rden.�
�Nat�rlich w�re das viel einfacher, aber Sie haben doch geh�rt, dass Professor Dumbledore es nicht m�chte. Au�erdem kenne ich dort einige Leute. Das bringt ein Leben als Auror so mit sich.�
Madam Pomfrey gab sich schlie�lich doch damit einverstanden und mir war es nur recht. Und so machte der Auror sich auf den Weg.
Madam Pomfrey erz�hlt...
Mir w�re es viel lieber gewesen, wenn Professor Snape ins St.-Mungo gekommen w�re, aber Professor Dumbledore war nun einmal der Direktor.
Nachdem Sir Thorwen gegangen war, wollte auch ich gehen, doch Professer Dumbledore sagte: �Madam Pomfrey, darf ich zu ihm?�
�Ja, aber nur kurz�, entgegnete ich und ging. Er folgte mir.
Professor Snape lag noch immer leblos in seinem Krankenbett. Wenn ich doch nur w�sste, wie viel er getrunken hatte. Auf jeden Fall mehr als genug, so viel stand f�r mich fest.
�Wird er wieder gesund werden?� Unser Schulleiter sah schlecht aus, sehr schlecht. Die ganze Sache schien ihn sehr mitzunehmen, was ich auch verstehen konnte. Er vertraute Professor Snape und hatte nicht damit gerechnet, dass dieser sich das Leben nehmen wollte.
�Es kommt darauf an, wie lange Sir Thorwen braucht. Mit jeder Minute verlieren wir wertvolle Zeit. Wir wollen hoffen, dass es nur der Trank der lebenden Toten war und dass er nichts darunter gemischt hat.�
�Sie machen mir Hoffnungen.� Professor Dumbledore setzte sich neben das Krankenbett und streichelte sanft �ber die linke Hand des Lehrers. Da ich ihm ein Engelshemdchen hatte anziehen m�ssen, sah man das Dunkle Mal auf seinem Unterarm. War dies der Grund, warum er sich hatte umbringen wollen?
Die Zeit verging und nichts geschah. Professor Dumbledore wurde zusehends nerv�ser. Ich hatte ihm erlaubt, bei ihm sitzen zu bleiben. Vielleicht w�rde seine Anwesenheit Professor Snape helfen gegen das Gift anzuk�mpfen. Ich hatte Angst um den Lehrer, seine K�rpertemperatur sank immer weiter und wenn nicht langsam jemand vom St.-Mungo kommen w�rde, dann w�rde Professor Snape mir unter den H�nden wegsterben und ich k�nnte nichts tun au�er zusehen. Aber ich traute mich nicht, Professor Dumbledore davon zu erz�hlen.
Und dann, nach zwei Stunden kam Sir Thorwen endlich zur�ck. Und er brachte jemanden mit. �Darf ich vorstellen, das ist Doktor Austen, Spezialist f�r Vergiftungen.�
�Guten Tag, Doktor Austen. Der Patient liegt dort hinten. Kommen Sie mit.�
Der Spezialist folgte mir, Professor Dumbledore stand auf, begr��te ihn und gab die Sicht auf Professor Snape frei. Dr. Austen ging auf ihn zu und erblickte das Dunkle Mal. Er sah mich an: �Das ist ein Todesser.�
�Professor Snape war ein Todesser. Aber er hat noch vor Voldemorts Sturz die Seiten gewechselt. Bitte, helfen Sie ihm, Dr. Austen. Ich kenne ihn seit seiner Geburt, er hat es nicht verdient, so zu sterben�, flehte nun auch Sir Thorwen.
�Sie sind Auror. Gerade Sie sollten alles daran setzen, dass solche wie er ausgerottet werden.�
�Nat�rlich ist es gut, wenn das Ministerium Todesser findet. Aber Professor Snape wurde vor dem Zauberergamot freigesprochen�, meinte Professor Dumbledore.
�Wenn selbst das Ministerium meint, dass jemand mit dem Mal von Du-wei�t-schon-wem auf dem linken Unterarm unschuldig ist, dann stimmt im Ministerium etwas nicht. Ich werde ihn nicht behandeln.�
�Dann geben Sie uns das Gegengift, nur ein Fl�schchen. Bitte�, sagte Professor Dumbledore.
�Das ist es nicht wert�, sagte der Spezialist, verlie� den Krankenfl�gel und lief die Treppen hinunter. Sir Thorwen folgte ihm. �Bitte, geben Sie mir etwas von dem Gegenmittel. Sie sind doch dazu verpflichtet Leben zu retten�, konnte ich ihn noch sagen h�ren.
�Ich kann ihm nicht mehr helfen, Professor.�
Niedergeschlagen lie� er sich auf den Stuhl fallen und fl�sterte: �Warum, Severus, warum?�
Einige Zeit sp�ter kam Sir Thorwen zur�ck, mit einem L�cheln.
�Ich habe ein Fl�schchen bekommen. Hier, Madam Pomfrey.�
Er gab mir das Gegengift und ich bemerkte, dass Professor Dumbledore sagte: �Es gibt noch Hoffnung, Severus. Du wirst das �berleben.�
Ich gab Sir Thorwen ein Zeichen und er verstand es. �Professor Dumbledore, kommen Sie mit raus. Severus braucht jetzt Ruhe.�
�Nein, ich m�chte bei ihm bleiben.�
�Madam Pomfrey wird uns bestimmt benachrichtigen, sobald eine �nderung eintritt. Kommen Sie.�
Ich nickte Professor Dumbledore zu. Sir Thorwen ergriff seinen Arm und zog ihn liebevoll nach drau�en, so dass ich die T�r abschlie�en konnte.
Ich nahm das Fl�schchen und �ffnete es, w�hrend ich zu Professor Snape ans Bett ging.
Hoffentlich funktioniert es und das Gegenmittel wirkt. Aber eine andere Wahl hatte ich nicht. Also fl��te ich Professor Snape einige Tropfen der goldgelben Fl�ssigkeit ein. Und von nun an hie� es warten. Warten, wie der junge Lehrer darauf reagieren w�rde. Ich hatte das Gef�hl, dass die Zeit nicht vergehen w�rde und st�ndig klopfte entweder Professor Dumbledore oder Sir Thorwen an die T�r des Krankenfl�gels, doch ich konnte ihnen nichts neues berichten. Und so setzte ich mich wieder an das Krankenbett.
Es muss so nach zwei oder drei Stunden gewesen sein, als Professor Snapes Temperatur wieder anfing zu steigen. Das Gegengift zeigte Wirkung!
Sofort schrieb ich auf ein St�ckchen Pergament, dass Professor Dumbledore und Sir Thorwen zum Krankenfl�gel kommen sollten. Auf einen Ruf hin kam meine Eule aus meinem Zimmer angeflogen, nahm den Brief und brachte ihn zum Schulleiter.
Es dauerte nicht lange und die beiden standen vor der T�r. �Ist was passiert?�, fragte Professor Dumbledore und st�rzte zu Professor Snape.
�Ja, das Gegengift scheint Wirkung zu zeigen. Sein K�rper wird w�rmer und auch sein Puls l�sst sich nun gut f�hlen.�
�Er ist also �ber dem Berg?�, fragte Sir Thorwen.
�Das kann ich noch nicht sagen�, erkl�rte ich, �die Nacht k�nnte noch kritisch werden. Aber ich glaube, dass er es schafft.�
�Kann ich w�hrend der Nacht hier bleiben?�
�Ich glaube, dass das keine so gute Idee ist, Professor.
Entschuldigen Sie, wenn ich es so sage, aber Sie sehen sehr schlecht und mitgenommen aus. Legen Sie sich lieber schlafen. Sie k�nnen morgen fr�h direkt vor dem Fr�hst�ck hierher kommen.�
Ich blieb die ganze Nacht �ber wach, einmal in der Stunde musste ich ihm wieder einige Tropfen einfl��en. Professor Snapes Zustand besserte sich und am fr�hen Morgen, so gegen f�nf Uhr, wachte er das erste Mal wieder auf. �Wo... wo bin ich?�, fragte er verwirrt und sah sich um.
�Guten Morgen, Professor. Sie sind im Krankenfl�gel.�
Ich glaube, dass er es nicht wirklich registriert hat. Er schlief sofort wieder ein.
Snape erz�hlt...
Ich wachte auf und wusste nicht, wo ich war. Professor Dumbledore l�chelte mich an: �Guten Morgen, Severus.�
�Professor, was ist passiert?� Ich war verwirrt. Wie war ich in den Krankenfl�gel gekommen? Und warum trug ich dieses seltsame Hemd? Und dann auch noch wei�!
�Du hast versucht dich umzubringen. Sir Thorwen hat dich gestern in deinem Haus gefunden.�
�William... Cornelia... das Tagebuch... die Kinder vom Heim... das Gift... der Trank der lebenden Toten. Ja, ich erinnere mich.� Mir fiel gar nicht auf, dass ich es laut ausgesprochen hatte, bis ich Dumbledores L�cheln sah.
�Erz�hlst du mir, was passiert ist?�, fragte Dumbledore mich. Wir waren alleine im Krankenfl�gel.
Ich atmete tief durch. Sollte ich ihm von den Geschehnissen erz�hlen? Sonst erz�hlte ich doch auch niemandem von meinem Leben. Es ging niemanden etwas an, was ich dachte oder f�hlte. Aber ich sp�rte das Verlangen, dass ich davon sprechen musste, und Dumbledore konnte ich vertrauen.
�Ich wei� nicht... Ja, ich erz�hle es Ihnen, Sir. In Spinner�s End erz�hlte William mir, dass seine Tochter, Cornelia, letztes Jahr umgebracht wurde. Wir gingen zu ihrem Grab und William gab mir ihr Tagebuch.� Ich machte eine Pause und sah aus dem Fenster, wandte mich von Dumbledore ab.
�Was stand in dem Tagebuch?�, fragte er ruhig.
�Obwohl sie wusste, dass ich Todesser war, hat sie mich geliebt.� Ich unterbrach wieder und �berlegte, was ich weiter sagen sollte.
�Und ich nehme an, sie hat ihren Vater darum gebeten dich nicht zu verraten?� Woher wusste Dumbledore das? Na ja, er kannte William, vielleicht hat er es ihm mal erz�hlt
�Ja, und er hat diese Gefahr auf sich genommen, weil er seine Tochter so sehr geliebt hat.� Ich konnte nicht weiter erz�hlen. Warum konnte Cornelia mich lieben? Ich verstand es nicht.
�Und darum wolltest du dich umbringen?�
�Ich wei� nicht. Ich wei� �berhaupt nicht was ich da gedacht habe. Doch, ich dachte mir, wenn ich nicht mehr lebe, dann m�sste William keine Angst haben, dass jemand hinter sein Geheimnis kommt, und der Dunkle Lord w�rde mir nichts antun k�nnen, wenn er irgendwann zur�ckkommen sollte.�
�Aber warum hast du den Trank der lebenden Toten gew�hlt, obwohl du t�dliches Gift zu Hause hattest?�
�Ich wollte das Gift nehmen, aber ich war mir auf einmal nicht mehr sicher, ob ich das wirklich wollte...� Ich wandte mich Dumbledore wieder zu und sp�rte, wie warme Tr�nen �ber mein Gesicht liefen. Aus Hass? Aus Wut? Aus Verzweiflung? Ich konnte es nicht glauben, wie weit war es gekommen, dass ich weinte? Das war mir seit meiner fr�hen Kindheit nicht mehr passiert. Und sonst zeigte ich doch auch niemandem meine Gef�hle. Dumbledore legte seine Hand auf meine. �Und dann habe ich den Trank der lebenden Toten genommen, der neben dem Gift stand, dessen Fl�schchen ich schon in der Hand hatte. Der Trank der lebenden Toten war h�her konzentriert als normal und ich trank mehr als n�tig war um mit einem Bezoar die gegenteilige Wirkung zu erzielen.�
�Du musst keine Angst haben, dass Voldemort dir etwas antut. Au�erdem steht ja auch gar nicht fest, dass er wiederkommt. Aber bis dahin bist du auf jeden Fall sicher und danach werden wir weitersehen. Und glaube mir, Severus, ich werde dich verteidigen, wenn es sein muss, dann auch mit meinem Leben. Und um Sir Thorwen musst du dir auch keine Sorgen machen. Ich habe mit dem Zaubereiministerium gesprochen.�
�Was?� Wie konnte Dumbledore dem Minister sagen, dass William die ganze Zeit von mir wusste?
�Er hat gesagt, da du freigesprochen wurdest, ist es nicht ganz so schlimm. Sir Thorwen darf seinen Beruf als Auror jedoch nicht weiter aus�ben und steht nun unter versch�rfter Beobachtung.�
Madam Pomfrey betrat die Krankenstation und sah mich verbl�fft an: �Nanu, der Professor hat geweint? Das kenne ich gar nicht von Ihnen.�
�Ich auch nicht, Madam Pomfrey� und das erste Mal l�chelte ich, und es war ehrlich gemeint.
�Professor Dumbledore, ich m�chte Sie bitten Professor Snape nun ausruhen zu lassen. Er hat eine harte Nacht hinter sich.�
Dumbledore verlie� den Krankenfl�gel und Madam Pomfrey meinte: �Wie geht es Ihnen, Sir? Ich hoffe, dass Sie mir so etwas nie wieder antun. Und wenn, dann geben Sie mir bitte vorher ein Gegengift.�
Ich muss wieder eingeschlafen sein und wachte erst gegen Mittag wieder auf. Madam Pomfrey brachte mir gerade etwas zu essen. �Wenn Sie gegessen haben, dann d�rfen Sie f�r ein paar Stunden aufstehen, aber am Abend h�tte ich Sie gerne wieder hier im Krankenfl�gel.�
�Wo finde ich denn meinen Umhang und den Rest?�
�Ich bringe sie Ihnen gleich. Sie sollten Ihre Kleidung mal waschen und was haben Sie da �berhaupt in den Taschen?�
�Das geht Sie �berhaupt nichts an!� Was erlaubte sich die Frau eigentlich? Es ist doch wohl meine Sache, wie ich mit meiner Kleidung umgehe. Ich sp�rte, wie Wut in mir hochstieg, nahm die Sachen, die Madam Pomfrey mir brachte und zog mich um. Wo sollte ich jetzt hingehen? In den Kerker? Zu Dumbledore? Nach Spinner�s End? Sollte ich �berhaupt nach Spinner�s End zur�ckkehren oder den Rest der Ferien hier verbringen?
Ich entschied mich, erst einmal in meinen Kerker zu gehen.
Sam erz�hlt...
Ich kam gerade vom Mittagessen aus der Gro�en Halle und wollte in meinen Gemeinschaftsraum gehen, als Snape mir entgegen kam. Er sah anders aus als sonst, irgendwie w�tender. Und das bekam ich auch zu sp�ren.
�Was schleichst du dich hier rum?�, fragte er mich mit seiner leisen, zischenden Stimme.
�Ich wollte nur hoch in den Gemeinschaftsraum�, antwortete ich.
�Zehn Punkte Abzug f�r Gryffindor, weil du im Schloss rumschleichst.�
�Ich komme gerade vom Mittagessen�, entgegnete ich.
�Noch mal zehn Punkte Abzug wegen Widerspruch.� Und damit ging Snape in Richtung Kerker. Sollte er doch da unten verrecken! Ich w�rde nie um ihn trauern. Zwanzig Punkte Verlust f�r Gryffindor. Warum machte er das �berhaupt? Ich wusste, dass wir auf dem letzten Platz waren, und mit einem Blick auf die Punkte, sah ich, dass es wirklich kein b�ser Traum war. Slytherin hatte inzwischen 947 Punkte, und wir Gryffindors hatten gerade mal 163 Punkte! Und das nur wegen Snape! Warum kann er sich nicht mal aus Versehen mit seinen eigenen Tr�nken vergiften? Dann w�ren wir ihn f�r immer los und Gryffindor h�tte eine Chance auf den Hauspokal! Und au�erdem k�nnten wir dann einen neuen Lehrer f�r Zaubertr�nke bekommen. Bis zum Anfang des Jahres war Zaubertr�nke mein Lieblingsfach, aber seit Snape hier ist, kann man das Fach ja nicht mehr aushalten. Ich muss zugeben, Snape versteht sein Kunstwerk, aber als Lehrer ist er ein totaler Versager.
Warum war Snape eigentlich schon wieder hier? Ich dachte, er w�re �ber die Ferien au�erhalb von Hogwarts. Da kann man noch nicht einmal Weihnachten in Ruhe feiern. Aber morgen war ja erst Heilig Abend. Vielleicht geht er ja wieder. Hoffentlich.
Dumbledore erz�hlt...
Ich wollte Severus noch einmal besuchen, doch als ich im Krankenfl�gel war, hatte er die Station schon verlassen. Wo k�nnte er hingegangen sein? Ich ging weiter nach unten und sah Sam, einen Viertkl�ssler aus Gryffindor, der sich die Punkte seines Hauses scheinbar ver�rgert ansah. �Da m�sst ihr wohl noch einiges aufholen, wenn ihr den Hauspokal gewinnen wollt�, sagte ich.
Der arme Sch�ler erschrak und antwortete entt�uscht: �Ja, Professor Snape hat mir gerade zwanzig Punkte abgezogen, die muss ich erst mal wieder zur�ckbekommen.�
�Kannst du mir sagen, wo Professor Snape hingegangen ist?�
�Nach unten, ich denke mir mal, dass er in seinen Kerker gegangen ist.�
�Danke.� Und mit einem Schlenker meiner Hand gab ich Gryffindor die zwanzig Punkte zur�ck. So wie ich Snape kenne, hat er die Punkte nur abgezogen, weil er schlechte Laune verbreiten will. Und Sam hat noch nie gegen Regeln versto�en.
Ich ging hinunter in den Kerker und klopfte an die T�r seines B�ros, die kurz darauf ge�ffnet wurde. Severus lie� mich ohne ein Wort zu sagen eintreten. Er setzte sich hinter seinen Schreibtisch und sah sich die Tischplatte an. Sie schien �u�erst interessant zu sein.
�Wie geht es dir, Severus?�, fragte ich.
Er gab mir keine Antwort. Ich wollte ihm so gerne helfen, aber er wollte sich nicht helfen lassen. Ich hatte �berhaupt Gl�ck, dass er mir erz�hlt hat, warum er sich umbringen wollte und dass er Gef�hle gezeigt hat.
�Was wirst du jetzt machen? Willst du hier bleiben oder zur�ck nach Spinner�s End?�
�Heute muss ich ja noch hier bleiben, Sir.� Severus fand die Tischplatte anscheinend immer noch sehr interessant.
�Brauchst du noch irgendetwas aus Spinner�s End? Sir Thorwen wird es dir bestimmt holen.�
�Meine G�te, nein, und jetzt lassen Sie mich bitte in Ruhe, Sir�, sagte Severus.
�Severus, ich will dir doch nur helfen.�
�Niemand kann mir helfen. Gehen Sie, Sir.� Es war wirklich kaum zu glauben, selbst wenn Severus so am Boden zerst�rt war, achtete er darauf mich �Sir� zu nennen. Ich lie� den jungen Mann alleine in seinem Kerker zur�ck. Wenn ich doch nur w�sste, wie ich ihm helfen k�nnte.
Ich ging hoch in den Krankenfl�gel und wollte Madam Pomfrey fragen. Sie sa� in ihrem Zimmer neben dem Krankenfl�gel.
�Professor Dumbledore, guten Tag�, begr��te Sie mich.
�Guten Tag, Madam Pomfrey. Wissen Sie vielleicht einen Rat, wie man Severus helfen k�nnte? Ich kann es nicht haben, ihn so niedergeschlagen zu sehen.�
�Nein, Sir, ich wei� auch keinen Rat. Ich glaube, er muss da selber durch.�
�Aber man muss ihm doch irgendwie helfen k�nnen.� Ich stand v�llig hilflos da. Gab es denn wirklich nichts?
�Professor, ich glaube, Sie m�ssen einsehen, dass Sie Professor Snape hier nicht helfen k�nnen.�
Sam erz�hlt...
Ich ging in die Gro�e Halle zum Abendessen und ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, die Halle war bereits voll, aber Snape war nicht da! Entweder kommt er sp�ter, er hat Hogwarts verlassen, also f�r den Rest der Ferien, oder er ist in seinem Kerker verreckt. Aber das war nur ein Traum, warum sollte ausgerechnet Snape verrecken, er ist ja schlie�lich erst dreiundzwanzig Jahre alt. Auf jeden Fall standen die Chancen gut, dass wir Weihnachten ohne ihn feiern w�rden.
Auch w�hrend des Essens kam Snape nicht und ich wagte zu hoffen, dass er nicht mehr kommen w�rde. Und es geschah wirklich nichts und ich ging hoch in den Gemeinschaftsraum.
Professor Snape erz�hlt...
Abends war ich p�nktlich im Krankenfl�gel, legte mich in das Bett und wechselte kein einziges Wort mit Madam Pomfrey, die immer wieder versuchte, irgendetwas aus mir herauszubekommen.
Obwohl es mir besser ging, konnte ich nicht einschlafen. Ich lag die halbe Nacht wach und �berlegte, was ich morgen machen w�rde. Und so schlief ich ein, in Gedanken an den n�chsten Tag.
Am n�chsten Morgen, es hatte bereits w�hrend der ganzen Nacht geschneit, durfte ich den Krankenfl�gel verlassen und brauchte auch nicht mehr zur�ckzukommen. Ohne jemandem bescheid zu geben, verlie� ich das Schulgel�nde und apparierte nach Spinner�s End.
Ich ging erst noch einmal zum Friedhof um mir Connys Grab ein zweites Mal anzusehen. Die Rosen waren schon am welken, ich hatte leider keine frischen dabei. Dann ging ich zur�ck zu meinem Haus und kam am Kinderheim vorbei. Einige M�dchen und Jungen waren drau�en und spielten im Schnee. Schnellen Schrittes ging ich weiter, doch nicht schnell genug. Auf einmal traf mich ein Schneeball am Arm, am linken Unterarm. Ich schrie auf und blieb stehen. Die Kinder erschraken. Ein M�dchen, ich sch�tze mal, dass sie zehn Jahre alt war, kam sch�chtern an den Zaun, hielt jedoch gro�en Abstand zu mir. �Es... es tut mir Leid, Sir. Ich wollte Sie nicht treffen.�
Ich schenkte ihr einen b�sen Blick und ging weiter. Vor einem Jahr war Cornelia auch hier gewesen und hatte den Kindern kleine Geschenke gebracht. Die Kinder hatten sich bestimmt gefreut.
Madam Meilleuse war zwar eine Hexe, aber Geschenke, die ewig hielten, konnte auch sie nicht herzaubern, sie w�rden sich wieder in Luft aufl�sen. Genauso war es mit einem Weihnachtsbaum.
Ich kam zu Hause an und nahm mir noch einmal das Tagebuch zur Hand. Wie gerne h�tte ich noch etwas Gutes f�r Conny gemacht, aber es gab nichts mehr, was ich f�r sie machen k�nnte. Oder doch, es gab noch etwas. Ich k�nnte ihr Werk fortsetzen. Nein, dass w�rde gegen meinen Ruf gehen, die Kinder kommen schlie�lich sp�ter einmal nach Hogwarts. Aber Conny hat mich auch geliebt, obwohl ich Todesser war und ihren Vater darum gebeten, nichts zu sagen. Ich war es ihr schuldig, ihr Werk fortzusetzen.
Ich packte meine Sachen und apparierte zur�ck nach Hogwarts. Dort brachte ich meinen Koffer in den Kerker und machte mich auf die Suche nach Hagrid. Ich fand ihn am Rande des Verbotenen Waldes, er f�llte gerade eine riesige Tanne.
�Professor, was kann ich f�r Sie tun?�, fragte er gut gelaunt wie er immer war.
�Ich br�uchte eine Tanne�, sagte ich, wie so oft mit meiner kalten, ruhigen, leisen Stimme.
�Nat�rlich, Sir. Wie gef�llt Ihnen diese hier?� Er zeigte auf den Baum, den er gerade gef�llt hatte.
Am Nachmittag nahm ich die gro�e Tanne und lie� sie mit �Mobiliarbus� schweben. So wie Hagrid konnte ich sie nun nicht hinter mir herziehen. Dazu fehlte mir selbst bei bester Gesundheit die Kraft. Als ich das Schulgel�nde verlassen hatte, apparierte ich gemeinsam mit dem Baum nach Spinner�s End. Dort stellte ich die Tanne ab, mit einem Zauberstabschwenker wurde der Baum geschm�ckt und mit einem weiteren Zauber hing ein Pergamentzettel an der Tanne, auf dem �Merry Christmas! Professor S. Snape� stand. Ich lie� gr�ne Funken in die Luft steigen und verschwand. Ich ging zum Grab um Conny noch einmal Auf Wiedersehen zu sagen. Auf dem Weg dorthin h�rte ich noch, wie die Kinder den Baum bestaunten und sich �ber die �berraschung freuten.
Es war inzwischen dunkel, als ich gelbe Rosen auf Cornelias Grab legte. Die Blumen h�tten ihr bestimmt gefallen. Ein letztes Mal lie� ich meinen Tr�nen freien Lauf. Es war zu sp�t um noch etwas r�ckg�ngig zu machen. Cornelia war tot und sie w�rde nie wieder leben.
Professor Dumbledore erz�hlt...
Severus kam sp�t am Abend zur�ck. Ich begegnete ihm, als ich durch das Schloss ging. �Severus, da bist du ja. Wo warst du?�
�Ich war in Spinner�s End, Sir�, antwortete er mir nur knapp. Aber er sah besser aus, als gestern.
�Du siehst so zufrieden aus. Hast du mit Cornelia und der Vergangenheit abgeschlossen?�
�Ich glaube, ja. Professor, entschuldigen Sie, aber ich w�rde gerne in mein B�ro gehen.�
�Nat�rlich, Severus.� Ich lie� ihn gehen. Jetzt bestand keine Gefahr mehr f�r ihn. Er hatte es hinter sich gebracht und musste sich jetzt keine Vorw�rfe mehr machen. Ich merkte, wie es auch mir wieder besser ging. Die letzten Tage hatten mich wohl doch ziemlich mitgenommen.
In dem Moment h�rte ich, dass jemand drau�en vor dem Tor stand.
Ich ging hinaus und sah Madam Meilleuse. �Guten Abend, was machen Sie denn hier?�
�Professor, heute... ich wei� gar nicht wie ich es sagen soll... ich glaub ich habe Snape gesehen... nein, das kann nicht sein...�
Ich lachte, die arme Frau war ganz verwirrt. �Machen Sie sich keine Sorgen, Madam. Professor Snape lebt noch. Er hatte nur den Trank der lebenden Toten getrunken. Und heute war er in Spinner�s End.�
�Dann war es wirklich Snape, der den Weihnachtsbaum aufgestellt hat?�
�Das kann gut m�glich sein, ja.�
�Das h�tte ich ihm nie zugetraut, dass er zu so etwas f�hig ist. Den Kindern eine Freude zu machen, das ist ihm doch noch nie eingefallen.�
�Ja, das ist wirklich das erste Mal. Was Liebe nicht alles bewirken kann.�
�Sie meinen, Snape ist verliebt? Dann nimmt man doch kein Gift zu sich.� Madam Meilleuse war verwirrt.
�Nein, er ist nicht verliebt. Ich meine, Liebe anderer Menschen ist doch viel st�rker als der Tod. Erst besch�tzt die Liebe einer Mutter, Lily Potters Liebe, ihren Sohn vor dem Tod, und dann entdeckt ein Mann seine gute Seite, nur weil er erf�hrt, dass er geliebt wurde. Und wie kann man das besser ausdr�cken als an Weihnachten, dem Fest der Liebe?�
- Ende -