Harry Potter & Der Sohn des Kummers





Autor: Lepakka (Louis de Lioncourt aus Belaqua)
E-Mail: [email protected]
Hp: http://lepakka.oyla3.de

Disclaimer: Harry Potter und die dazugeh�rigen Personen geh�ren nicht mir, sondern J. K. Rowling und ich versuche hiermit auch nicht auf irgendeine Weise Geld zu verdienen.
Verfasst: 29.08.05 � 10.09.05



Es war bereits das 4. Jahr auf Schloss Hogwarts, das nun zu Ende ging. Die Pr�fungen waren geschrieben und nun hatten die Sommerferien begonnen. Diesmal hatte mich Vater pers�nlich abgeholt. Es war das erste Mal in meiner gesamten Schulzeit. Er stand einfach so und ohne Ank�ndigung im Slytherinraum. Wortlos hatte er mir dabei zugesehen, wie ich meine Sachen packte. Ebenso wortlos stiegen wir in eine Kutsche und fuhren nach Hause, auf unseren Landsitz in Wiltshire.
Wir wohnten dort in einem gro�en, alten Geb�ude. Von au�en sah es sehr gepflegt aus und es wurde daf�r gesorgt, dass die G�rten immer in den pr�chtigsten Farben erschienen. Doch innen war es ungem�tlich und kalt. Wir bewohnten nur einen kleinen Teil und die �brigen Zimmer und Flure vegetierten so vor sch hin. Die einzelnen R�ume waren durch ein verschachteltes Gangsystem miteinander verbunden. Ein Fremder w�rde sich hier wohl nach einiger Zeit hoffnungslos verlaufen. Doch ich kannte jeden Gang, jeden einzelnen Raum � das dachte ich zumindest. Als Kind war ich oft alleine, da Vater immer mit seinen Gesch�ften besch�ftigt war und Mutter ihren eigenen Hobbies nachging.
Nun sa� ich in einem dieser R�ume. Weit weg von den Gem�chern meiner Eltern. Eines Tages wollte ich einfach alleine sein, mich von meinen Eltern abschotten. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort fand ich mich hier wieder. Der Raum schien einmal eine, mit B�chern, Pl�nen und Landkarten gef�llte Bibliothek gewesen zu sein. Doch nun war der Raum voller Spinnweben, Zentimeter dicker Staubschichten und selbst einige M�use liefen von einer Ecke zur n�chsten. Sogar f�r meine Verh�ltnisse hat es ziemlich lange gedauert, bis ich meinen Vater �berreden konnte. Mit seiner Hilfe habe ich den Raum hergerichtet. Die uralten, halb zerfallenen Karten und B�cher, die ich hier gefunden hatte, lie� ich an ihrem Platz. Trotz der Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichten, war es recht d�ster, aber genauso gefiel es mir. Und anstatt der M�use lief nun meine Ratte Tequilla herum.
Ich war eigentlich nicht so ein Tierfreund, hatte mir Tequilla nur angeschafft, um meinen Vater zu �rgern, dem seine Arbeit mal wieder wichtiger war, als sein Sohn. Aber mittlerweile mochte ich dieses kleine Vieh richtig gerne. Alleine schon aus dem Grund, dass er so gut wie mein einziger Freund auf Hogwarts war. Ja klar, Crabbe und Goyle liefen mir st�ndig hinterher und auch die anderen Leute aus Slytherin waren wohl nur an meiner Seite, weil unsere Familie in Geld schwamm und Vater zu so ziemlich allen wichtigen Leuten Kontakte hatte. Und da mir nichts anderes �brig blieb, habe ich mich auch mit ihnen abgegeben. Was w�rde Vater wohl dazu sagen, wenn ich mich mit Leuten aus Gryffindor anfreunden w�rde? Leuten wie� Harry Potter. Seit bereits 4 Jahren waren wir nun verfeindet, sozusagen. Eigentlich hatte ich ja nichts gegen ihn. Es waren nur seine Freunde; Diese Granger, ein besserwisserisches G�r und dazu noch eine Muggelgeborene. Und dann noch Ronald Weasley, wie alle anderen in der Familie bettelarm, aber daf�r ne riesen Klappe.
Aber vielleicht war es eben das, was Potter so stark machte. Ron und Granger waren sicher bessere Freunde, als die Leute hinter mir. Vielleicht sollte ich mir auch neue Freunde suchen�


Nun sa� ich schon seit einer halben Ewigkeit auf meinem alten, verschlissenen Ledersofa und dachte immer wieder an Harry. L�cherlich. Mit Sicherheit w�rde er keinen einzigen Gedanken an mich verschwenden. Irgendwie � vermisste ich ihn gerade.
Seufzend sch�ttelte ich den Kopf und stand auf. Es war zwar noch nicht besonders sp�t, aber irgendwie wurde ich gerade depressiv, und da war es besser, schlafen zu gehen. Ich nahm mir ernsthaft vor, nach den Ferien besser mit Harry klarzukommen.
Pl�tzlich klopfte es an der T�r, langsam und leise. Ich war gerade dabei, mir das Shirt auszuziehen, hielt kurz inne, und zog es dann endg�ltig aus. Nur mit einer Hose bekleidet, bat ich herein. Vater betrat den Raum.
Er trug ein schwarzes, seidenes Gewand und sein hellblondes, fast silbernes Haar fiel ihm sanft �ber die Schultern. Er sah anders aus. Nicht so abweisend, wie er immer erschien, wenn Fremde dabei waren. Wenn ich mir das richtig �berlegte, gab er sich eigentlich nur bei mir so. Vater musterte mich still. Seine Augen wanderten an mir herab. Er wand sich ab, schritt an mir vorbei und trat vor das Fenster. Da er nach einigen Augenblicken noch immer nichts sagte, nur stumm in die Ferne starrte, fuhr ich fort und zog mich weiter um.
�Sch�n, dass du wieder Daheim bist.�
Es war nur ein Fl�stern und Vater gab sich die gr��te M�he, so gef�hlskalt wie immer zu wirken, aber f�r einen winzigen Moment glaubte ich, ein L�cheln �ber sein Gesicht huschen zu sehn.
�Draco, ich� ich muss mit dir reden.�
Endlich hatte er sich zu mir umgedreht. Auf eine besondere Art und Weise sah er traurig aus.
�Ich wollte mit dir �ber deine� Zukunft reden�, er konnte die Worte kaum heraus bringen.
�Wir haben noch ganze sechs Wochen, in denen wir reden k�nnen�, l�chelte ich ihm entgegen. Doch entgegen meiner Erwartung entspannte sich sein Blick nicht. Er nahm eines der alten B�cher vom Tisch, drehte es, bl�tterte geistesabwesend durch, bevor er es wieder an denselben Platz zur�cklegte.
�Deine Mutter und ich... Wir haben uns �berlegt, dass du mittlerweile bereit f�r eine Verm�hlung bist.�
�Was???� Ich konnte noch gar nicht richtig begreifen, was Vater zu mir gesagt hatte.
�Ich bin gerade mal 16!�, protestierte ich.
Er schlug mit der Faust auf den Tisch.
�Draco! Es ist f�r uns alle nicht einfach! Es ist nun mal beschlossene Sache.�
Seine Haare fielen ihm ins Gesicht. Mit wehenden Gew�ndern schritt er zur T�r.
�Schlaf gut.� Ohne noch einmal zur�ck zu schauen lie� er mich alleine. Seine Worte hallten in meinen Gedanken wieder. Ich sollte heiraten? Irgendeine mir vollkommen unbekannte Frau?? Ja klar, ich war der einzige Sohn der Malfoys, aber ich war doch erst 16! Das konnte doch auch warten! Vaters trauriges Gesicht kam mir in den Sinn. Vielleicht sollte ich einfach noch mal in Ruhe mit ihm reden?! Und wenn sich nichts machen lie߅ Dann w�rd ich wohl wieder den Rebell in mir herauslassen. Was Vater wohl sagen w�rde, wenn ich ihm mit meinem �Ausstieg� aus der Familie drohen w�rde?
Ich lag noch einige Zeit wach. Mir schwirrten so viele Dinge, Gedanken durch den Kopf, dass ich gar nicht einschlafen konnte.


Gew�hnt an meinen alten Tagesrhythmus war ich bereits fr�h am Morgen wach. Ich stand auf, zog mich an und suchte nach Tequilla. Der kleine Racker hatte sich in meiner noch gepackten Tasche eingenistet. Scheinbar wollte er wieder zur�ck nach Hogwarts.
Mit Tequilla auf der Schulter ging ich zu den Gem�chern meiner Eltern. F�r das Fr�hst�ck war es noch zu fr�h.
Mutter stolperte aus ihrem Zimmer, w�hrend sie im Gehen versuchte, ihren zweiten Schuh anzuziehen. Sie k�sste mich fl�chtig auf die Stirn.
�Machs gut, Schatz!�
Fragend blickte ich ihr nach, w�hrend sie sich ihren schweren Pelzmantel �ber die Schulter warf.
�Wohin gehst du denn?�
Sie wich meinem Blick aus, und richtete ihren Mantel erneut. �Ich� ich werde f�r ein paar Tage weggehen�� Stumm sah ich ihr hinterher. Die T�r wurde geschlossen. Es war still.


Langsam wurde Tequilla unruhig und knabberte an meinem Ohr. Im Salon gab ich ihm ein paar Kr�cker und lie� ihn selig knabbernd zur�ck. Ich war auf der Suche nach Vater, doch er war nicht aufzufinden. Die T�r zu seinen Gem�chern war zu meiner Verwunderung nicht versperrt und so trat ich ein. Das gro�e Zimmer war d�ster, da die dicken schwarzen Vorh�nge das Sonnenlicht aussperrten. Ich bemerkte ein merkw�rdiges Schimmern, das von der hintersten ecke des Zimmers ausging. Auf der Kommode stand eine Sch�ssel aus Stein mit einer silbernen Fl�ssigkeit darin. Vorsichtig trat ich n�her. Wir hatten einige skurrile und seltsame Gegenst�nde im Haus, aber so etwas hatte ich bei Vater noch nie gesehen. In der Fl�ssigkeit erkannte ich unser Haus, dann einen Gang, durch den jemand lief. Neugierig beugte ich mich �ber die Sch�ssel, um weiter hineinsehen zu k�nnen, als pl�tzlich alles um mich herum schaukelte. Reflexartig kniff ich die Augen zusammen. Ein Gef�hl, als ob man fallen w�rde. Als ich die Augen wieder �ffnete, fand ich mich in einem der alten und verlassenen G�nge wieder. Nur war er pl�tzlich alles andere als alt und vermodert. An den W�nden hingen Gem�lde von mir unbekannten Menschen und der Boden war mit einem purpurnen Teppich belegt.
�Lucius!!� Aus einem der R�ume weiter hinten drang eine tiefe, raue M�nnerstimme. Blitzschnell drehte ich mich um, als hinter mir ein Junge auf dem Gang auftauchte. Er lief an mir vorbei, ohne mich �berhaupt zu bemerken. Seine silbernen, Schulterlangen Haare fielen ihm zwar ins Gesicht, doch ich hatte sofort meinen Vater in ihm erkannt. Aber wie konnte das sein?? Tr�umte ich, oder war ich etwa in der Zeit zur�ckgereist, oder etwas �hnliches? Aber warum hatte er mich denn gar nicht gesehen? War das etwa doch so etwas wie ein Traum?
Ich schlich ihm hinterher und lugte vorsichtig in den Raum hinein. Vater stand vor einem riesigen Himmelbett. Darin sa� ein Mann mit langen, wei�en Haaren und einem ebenso langem Bart. Irgendwie f�hlte ich mich mit ihm verbunden, aber andererseits war er mir vollkommen unsympathisch.
�Hast du dir mein Angebot �berlegt?�, raunte er. Der Junge sank zu Boden und verdeckte sein Gesicht mit den H�nden.
�Vater, bitte gib mir noch etwas Zeit!� Weinte er etwa?
�Du hattest mehr als genug Zeit, Lucius!� Ein schlimmer Husten unterbrach ihn beim Reden. �Mit mir geht es zu Ende� Vor meinem Tod will ich sicher sein, dass du einen Erben in unser Haus bringst. Du wirst nicht um eine Frau herumkommen, also warum warten?�
Lucius sprang auf und ging n�her an das Bett heran.
�Aber Vater! Ich bin doch gerade erst 16!�
Der Alte drehte ihm den R�cken zu.
�Stell dich nicht so an! Narzissa stammt aus einer reichen, angesehenen Familie. Nur so kann ich den Fortbestand unserer Familie sichern. Und jetzt geh mir aus den Augen!�
Grelles Licht umfing mich. Im n�chsten Moment fand ich mich in einem anderen Raum wieder. Es war meine Bibliothek! Die W�nde standen voll mit B�cherregalen und auf einer Couch in der Mitte des Raumes sa� der junge Lucius. Neben ihm ein M�dchen mit langen blonden Haaren und blauen Augen. Unverkennbar meine Mutter. Sie schwiegen sich an, gucken stur zur Seite.
Wieder dieses grelle Licht.
Vater sa� in seinem gro�en Ledersessel. In den Armen hielt er ein in Seide gewickeltes etwas. Still und nachdenklich blickte er darauf hinunter, fl�sterte dann jedoch l�chelnd einen Namen. Schlagartig wurde mir klar, dass ICH es sein musste, den er in den Armen hielt. Mutter kam herein. Sie trug einen schweren Pelzmantel. Wortlos ging sie durch den Raum zur Eingangst�r und hatte diese auch schon ge�ffnet, als Vater sie zur�ckhielt.
�Wohin willst du?� Es klang nicht kalt oder w�tend, eher traurig. Mutter r�ckte den Mantel zurecht.
�Ich� Ich bin verabredet�
Sie schloss die T�r hinter sich.
Vater umarmte das Kind � mich � fester. Er beugte sich so weit dar�ber, dass seine silbernen Haare sein Gesicht verdeckten.
Ich bemerkte sein Zittern, vernahm ein Schluchzen.
�DRACO!!!�
Da war wieder dieses helle Licht, das Gef�hl zu fallen und pl�tzlich befand ich mich wieder in Vaters Gemach. Und er stand vor mir, so wie ich ihn kannte.
�Was hast du getan?� Sein Gesicht verdunkelte sich zusehends. Er ballte die F�uste und starrte mich w�tend an.
�Ich� es war keine Absicht, ehrlich!� Die wenigen Meter zwischen uns �berschritt er blitzschnell und im n�chsten Augenblick sp�rte ich, wie er mir eine heftige Ohrfeige verpasste. Ich stolperte nach hinten und prallte unsanft gegen die Tischkante. Vater stand vor mir, die rechte Hand erhoben.
Er zitterte.


Keine 5 Minuten sp�ter hatte ich Tequilla und meinen Zauberstab geholt und war bereits dabei, das Gut zu verlassen. Zwar hatte ich blo� meine Alltagsklamotten aus Hogwarts an � eine Jeans, ein schwarzes Hemd und dr�ber eine d�nne Jacke � doch das war mir momentan egal. Ich wollte nur noch weg. Hatte ich Vater wirklich so sehr ver�rgert, nur weil ich in das komische Ding geschaut habe?
Es war schon �fters vorgekommen, dass er wegen mir so sauer wurde, aber geschlagen hatte er mich bisher noch nie. Und aus irgendeinem Grund war ich ihm auch gar nicht b�se deswegen. Warum ich dann von zu Hause weglief?
Nun ja, Vater w�rde gerade in diesem Augenblick toben vor Wut. Er w�rde sich eine angemessene Strafe f�r mich �berlegen, vielleicht ein oder zwei der verbotenen Fl�che vor sich hinmurmeln. Er w�rde ruhelos durch das gesamte Haus tigern, sich mitten in mein Zimmer stellen und der erdr�ckenden Stille lauschen. Er w�rde Schuldgef�hle bekommen, sich Sorgen machen.
So war er eben. Nicht f�r 1000 Galleonen w�rde er es zugeben, aber er sorgte sich um mich. Das w�re Strafe genug f�r ihn.


Mit Tequilla auf der Schulter ging ich nun schon seit etwa einer Stunde. Mein sonst so genialer Plan hatte blo� einen Fehler:
Ich hatte gar nicht daran gedacht, wie ich von hier weg kommen sollte. Nach einiger Zeit traf ich auf eine gro�e Stra�e der Muggel. Ich folgte dem Stra�enverlauf und beobachtete die vorbeifahrenden Autos (so nennen die Muggel sie doch, oder?). Auf einmal hielt eines dieser Dinger direkt neben mir.
�He, Kleiner, willste mit?�
Unverkennbar ein Muggel. Seine pinken Haare standen in alle Himmelsrichtungen ab und die sch�bigen, heruntergekommenen Klamotten wurden an einigen stellen mit Sicherheitsnadeln zusammengehalten und sahen aus, als w�ren sie aus der hintersten M�lltonne gefischt.
Grinsend stellte ich mir das Gesicht meiner Mutter vor, wenn ich so zu Hause ankommen w�rde. Ob Muggel � oder nicht, der Typ war mir sofort sympathisch, und kurz darauf sa� ich im Wagen. �Wohin willst denn?� Stille.
Ja, wohin wollte ich �berhaupt? Zu Crabbe oder Goyle konnte ich nicht, da w�rde Vater als aller erstes nachschauen, genauso wie bei den anderen Leuten aus Slytherin. Nach Hogwarts konnte und wollte ich nicht. Da blieb mir nicht viel zur Auswahl.
�Nach London�
Er guckte mich etwas verdutzt an.
�Und wenn ich dich nicht mitgenommen h�tte, w�rst zu Fu� dahin??�
Ich zuckte blo� mit den Schultern. Ich w�rde mir aus meinem Verlies in Gringotts ein wenig Geld holen, den Schl�ssel trug ich immer bei mir. Irgendwo in der Winkelgasse w�rde ich mir ein Zimmer suchen. Dort w�rde ich dann darauf warten, dass mein Vater � verr�ckt vor Sorge � mich finden w�rde.
�Bist von Zuhause abgehaun?�, fragte mein Fahrer, ohne mich anzuschauen.
�Wieso?� Nun drehte er sich doch zu mir um.
�Du erinnerst mich daran, wie ich selbst einmal war.�
Wir unterhielten uns die ganze Fahrt �ber. Obwohl er eigentlich nicht so weit fahren musste, brachte er mich doch genau dort hin, wo ich hin wollte � zur Charing Cross Road. Nachdem er mir auch noch einen Zettel in die Hand gedr�ckt hatte, wo seine �Telefonnummer� draufstand (was auch immer das war) stieg ich aus und betrat den Pub �zum Tropfenden Kessel�. Da es mir da entschieden zu voll war, beeilte ich mich und kam auf den Hinterhof. Dann noch durch die Steinmauer und schon war ich in der Winkelgasse. In Gringotts � der Zaubererbank � angekommen, krallte ich mir einen freien Kobold und lie� mich zu meinem Verlies bringen. Wie nicht anders erwartet, h�ufte sich dort das Geld. Ich steckte einige Galleonen und Sickel ein und verschwand wieder. Kaum dass ich aus dem Geb�ude getreten war, meldete sich knurrend mein Magen. Es war bereits nach Mittag und ich hatte noch gar nichts gegessen � also los und erst mal was essen.
Da ich jedoch keine Lust hatte, besonders weit zu laufen, setzte ich mich in Florean Fortescue�s Eissalon und lie� mir und Tequilla das beste Eis des Hauses schmecken.
Es wurde langsam Abend und ich sollte mich auf die Suche nach einem Zimmer oder aber einem Weg nach Hause machen. Ich schlenderte die Stra�e entlang Richtung Tropfender Kessel. Nein, nach hause wollte ich noch nicht. Vater sollte ruhig noch ein wenig leiden.
Ich betrat den Pub und musste gleich entsetzt feststellen, dass es noch voller war als heute Mittag. Wo man auch hinschaute, �berall standen und sa�en aufgeregt miteinander quasselnde Hexen und Zauberer. Ich k�mpfte mich durch die Menschenmassen bis an den Tresen.
Auf meine Frage nach einem freien Zimmer lachte der Wirt laut auf.
�Hast du dich hier schon einmal umgesehen, Junge? Ich habe seit Monaten kein freies Zimmer f�r den heutigen Tag!�
�Wieso das denn??�
�Das wei�t du nicht? Das bulgarische Quidditsch-Team gibt hier gleich eine Autogrammstunde! Das ist DAS Ereignis!�
�Na toll, und was mach ich jetzt?!�, nuschelte ich eher zu mir selbst.
�Ich k�nnt dir ja ein Taxi rufen, oder etwas Flohpulver verkaufen, je nach dem, wohin du willst.�
Ohne ihm eine Antwort zu geben, verlie� ich den Pub und setzte mich davor auf eine Bank. Ersch�pft und genervt schloss ich die Augen und lehnte mich zur�ck.
Wegen diesem bl�den Quidditsch-Team hatte ich jetzt keinen Platz zum Schlafen. Bei dem Gedanken an Quidditsch kam mir gleich ein bekanntes Gesicht in den Sinn � Potter!
Ich sprang auf und ging einige Schritte. Es war verr�ckt, aber sollte ich es vielleicht wirklich tun? Das w�re wohl der letzte Ort, an dem Vater mich suchen w�rde. Und ganz nebenbei konnte ich meinen Vorsatz � mir neue Freunde zu suchen � in die Tat umsetzen. Nur wie sollte ich da hinkommen, so ganz ohne Adresse und Flohpulver? Ratlos schritt ich am Stra�enrand entlang. Rechts von mir hielt ein riesiger, 3st�ckiger Bus.
Eine Gruppe stieg aus und kam auf mich zu. Zwischen den Leuten erkannte ich ein mir bekanntes Gesicht � Viktor Krum!!! W�hrend der Vorbereitungen f�r das Trimagische Turnier sa� er mit den anderen Sch�lern aus Durmstrang am Slytherin Tisch und wir haben uns angefreundet � mehr oder weniger.
Der Sucher der bulgarischen Mannschaft hatte mich ebenfalls gesehen und l�ste sich von der Gruppe, die weiter Richtung Pub trotteten.
�He, Draco!�
�Hi�
�Du hier?�
Ich nickte. �Wollte ein bisschen von Zuhause weg��
�Wo willst denn hin? Kommst mit mir?�
�Ne, mir ist es da zu voll�, ich �berlegte kurz, dann, �hmm� du kennst nicht zuf�llig die Adresse von Potter?� Viktor sah mich ungl�ubig an.
�Nein, das nicht, aber wenn du hinfahrn willst, frag Busfahrer. Wei� alles�
Er warf einen schnellen Blick zu seinen Kollegen.
�Gut, muss los. Wir sehn uns!�
Nickend verabschiedete ich mich von ihm und ging zu dem purpurnen Bus, auf dem in goldenen Lettern �Der Fahrende Ritter� stand. Ein kaugummikauender junger Mann sa� auf der Treppe. Als er mich sah, sprang er auf und verk�ndete mit lauter Stimme:
�Willkommen im Fahrenden Ritter, dem Nottransporter f�r gestrandete Hexen und Zauberer. Strecken Sie einfach die Zauberstabhand aus, steigen Sie ein und wir fahren Sie, wohin sie wollen. Mein Name ist Stan Shunpike, und ich bin f�r heute Abend ihr Schaffner!� Ich blickte ihn fragend an.
�Wohin ich will?�
�Ja, aber gerade machen wa ne Pause, weil unser Fahrer, der Ern noch n Butterbier trinken wollt.�
Ich �berlegte, blickte zum Tropfenden Kessel, wieder zur�ck zum Bus.
�Ok, ich bin gleich wieder zur�ck! Nicht ohne mich losfahren!�
Und schon rannte ich los. Durch den Pub, durch die Steinmauer und auf nach Gringotts. Dort einige Galleonen in Muggelgeld umgetauscht und schon war ich wieder auf dem Weg zum Bus. Gl�cklicherweise stand er noch da; ich h�tte denen aber auch was erz�hlt, wenn sie ohne mich gefahren w�ren!
�Gerade noch rechtzeitig�, feixte der Typ in seiner purpurnen Uniform. Kaum dass ich eingestiegen war, d�ste der Bus auch schon los, mit so einer Wucht, dass ich erst mal einige Sitzreihen bzw. Bettreihen nach hinten flog. Nur mit M�he konnte ich mich halten.
�Bis wohin willst du denn?�, fragte Stan, w�hrend er ganz l�ssig durch den Bus schlenderte.
��hm� zu Harry Potter?�
Verdutzt glubschte er mich an.
�Biste ein Freund von Harry?�
��h, ja klar.� Er hob eine Augenbraue und musterte mich von oben bis unten.
�Wie hei�te denn?� Ob es wohl so klug w�re, jetzt den Namen der Malfoys ins Spiel zu bringen? Eher nicht.
�Erm� Neville Longbottom�, murmelte ich.
Sein Gesichtsausdruck verhie� nichts gutes, doch nach einer kurzen Weile grinste er wieder.
�Ach so! Jetzt versteh ich! Das ist euer Passwort!�
Ich hatte zwar keinen Schimmer, was er meinte, nickte aber trotzdem.
�Ok, Ern. Ligusterweg Nr. 4, Little Whinging, Surrey!�
�Kennst du.. alle Adressen deiner Fahrg�ste?�, fragte ich nerv�s.
�Ach nee, blo� so was wie den Harry Potter vergisst man nicht!�
Keine 10 Minuten sp�ter waren wir auch schon da. Ich �bergab Stan die geforderten Sickel und stieg aus.
Ligusterweg 4 also� Ich schaute mich um und fand das gesuchte Haus gleich. Es sah ganz anders aus, als ich es mir vorgestellt hatte. Richtig sch�n gepflegt und ordentlich.
Doch pl�tzlich kamen mir Zweifel. Was sollte ich tun, wenn er mich nicht reinlassen w�rde??


Tequilla hatte sich in meiner Jackentasche eingerollt und schlief tief und fest. Es war ja auch schon ziemlich sp�t. Ich durchquerte den Garten und stand etwas ratlos vor der T�r. Sollte ich klopfen, einfach reingehen oder� ach, ja! Da war ja so ein klingel- Knopf! Auf gut Gl�ck dr�ckte ich da einfach mal drauf und wartete ab.
Und tats�chlich regte sich etwas. Hinter der T�r wurde es hell und ich h�rte das Knacken eines sich �ffnenden Schlosses. Zum Vorschein kam ein Junge, der, zwar nur etwas gr��er als ich, daf�r aber ungef�hr drei mal so breit war.
Er raunte mir lediglich ein �Hm?� entgegen und glubschte mich gelangweilt an.
�Hallo (blo� sch�n nett sein!). Bin ich hier richtig bei Potter?.. Harry Potter?�
Die Augen des Jungen weiteten sich unnat�rlich und er taumelte einige Schritte zur�ck.
�MAMAAAA!!�, leichenblass und so schnell, wie man es ihm gar nicht zutrauen w�rde, rannte er den Gang entlang und verschwand in einem der Zimmer. Keine Sekunde sp�ter lugte ein anderer Kopf, eben so fleischig und massig, aus dem Zimmer zu mir r�ber.
Dar�ber tauchte der Kopf einer Frau auf, knochig und so h�sslich wie das eines Pferdes. Hinter ihnen tauchte ein verdattert dreinblickender Harry auf, dessen Unterkiefer bei meinem Anblick wohl auf dem Boden aufgeschlagen w�re.
�D- Draco??? Was machst DU hier?�
Der Mann sprang zwischen uns und fuchtelte mit den H�nden.
�Dann ist das einer deiner abnormalen Freunde von dieser Verr�ckten-Schule???�
Das �Freund ist etwas �bertrieben� von Harry ging unter in dem Geschrei der drei. Nachdem er Harry in das Zimmer geschoben hatte, watschelte er auf mich zu. Versuchte b�se zu gucken, doch seine Angst war nicht zu �bersehen.
�Hier- Hier gibt es keinen Harry Potter!! Also verschwinden sie jetzt wieder!�
Nach einem pr�fendem Blick zu Frau und Kind griff ich in meine Jackentasche.
Alle drei schrieen auf und wichen zur�ck. Mit einem Blick, den ich mir jahrelang bei Vater abgeschaut hatte, zog ich langsam und bed�chtig einen der Scheine des Muggelgeldes heraus.
Augenblicklich ver�nderte sich ihre Mine. (Vater w�re stolz auf mich)
�Was� Was wollen sie von uns?�, stammelte der Mann.
�Nichts�, antwortete ich so unschuldig wie nur m�glich und strich mit den Fingern �ber den Schein.
�Ich habe mir gedacht, ich k�nnte �ber Nacht hier bleiben und mit meinem Freund plaudern.�
Der Mann be�ugte mich, trat dann vorsichtig und skeptisch n�her. Nahm mir den Schein ab und lie� mich eintreten, schloss hastig die T�r. Er zog Harry am Hemd in den Flur und schubste ihn in meine Richtung.
�Wehe ihr treibt da oben euren abnormalen Kram!�, keifte er, w�hrend er Frau und Kind ins Zimmer schob und die T�r zuknallte. Harry stand leicht verwirrt vor mir. Er trug eine alte, zerrissene und viel zu weite Jeans und dar�ber ein ebenso weites Hemd. Die dunklen Haare wie immer wild zerzaust und auf der Nase seine Brille.


�Was willst du hier?�, brummte er mir zu.
�Warum denn gleich so unfreundlich?�
�Draco!�, zischte Harry, �Du bist wohl kaum gekommen, um mit mir Tee zu trinken, also��
�Ach doch, w�re ganz gut; Ich hab heut noch kaum was gegessen�
Etwas aus der Fassung seufzte Harry, sch�ttelte den Kopf und ging die Treppe hoch. Ich folgte ihm. Er �ffnete eine T�r und lie� mich hinein.
�Warte hier, ich bring dir was.�
Ich betrat den Raum. Er war schlicht einger�umt und hatte nichts zu bieten au�er einem Bett und einem winzigen Schrank. Auf einem wackeligen Schreibtisch in der Ecke des Raumes hockte Harrys Eule in einem K�fig. Wie nannte er das Vieh noch mal? Hedwig glaube ich� Ich lie� mich auf das Bett fallen und schloss die Augen. W�re Harry nicht kurze Zeit sp�ter fluchend in den Raum gekommen, w�re ich hier wohl eingeschlafen.
�Hier!� Auf den Boden stellte er ein Tablett mit einer Tasse voll dampfendem Tee und ein paar Keksen.
�Nicht, dass du mich f�r einen schlechten Gastgeber h�ltst.�
Da mein Magen bereits am knurren war, rutschte ich vom Bett runter neben das Tablett. Aus meiner Jackentasche holte ich Tequilla und r�ttelte den kleinen sanft wach. Die paar Kekse teilte ich fair zwischen uns auf.
Harry stand neben dem K�fig an den Tisch gelehnt und beobachtete mich.
�Mein Vater hat Stress gemacht und ich bin von Zuhause weg. Weil ich nicht wusste, wohin, bin ich hierher gekommen�, erkl�rte ich nebenbei.
�Und das soll ich dir glauben?�
Ich zuckte blo� mit den Schultern und knabberte weiter an meinen Keksen.
Harry seufzte, kam zum Bett her�ber und setzte sich darauf.
�Na wenigstens hast du mich vor einem Abendessen mit den Dursleys gerettet�
�Wieso? Magst du sie etwa nicht?�
�Sie m�gen?�, Harry lachte auf, �ich bin heilfroh, wenn ich n�chste Woche endlich wieder in den Fuchsbau darf.�
�Fuchsbau?�
�Das Haus der Weasleys.�
Langes Schweigen. Ich trank meinen Tee fast aus und legte den Becher dann so auf das Tablett, dass Tequilla die Reste daraus trinken konnte.
�Du gehst mit deiner Ratte netter um als mit deinen Freunden�, bemerkte er.
�Freunde? Ach, du meinst Crabbe und Goyle?! Hmm... Tequilla ist mein einziger Freund in Hogwarts.�
�Soll ich jetzt Mitleid haben?�
�Wie du willst��
Die Ratte krabbelte meinen Arm hinauf und machte es sich in meiner Halsbeuge bequem.
�Na gut, ich hol dir was, wo du drauf schlafen kannst�, sagte Harry, nahm das Tablett und verschwand aus dem Zimmer. Als ich meine Augen wieder �ffnete, lag vor mir eine Matratze, Kissen und eine Decke. Harry stand wieder am Tisch und f�tterte Hedwig. Ich war zu m�de, um noch gro�artig was zu machen, und so kroch ich auf die Matratze und machte es mir und Tequilla bequem.
Harry hatte sich umgezogen, sa� auf dem Bett und beobachtete mich.
�Was ist denn so schlimmes passiert, dass selbst DU es f�r n�tig gehalten hast, von Zuhause zu fl�chten?�
�Nichts��
Harry knipste das Licht aus und legte sich hin.
�Ich beneide dich, Potter�, gab ich nach einiger Zeit zu.
�Wieso das denn??? Du bist doch derjenige mit der Riesenvilla und den Verliesen voller Gold!�
�Geld interessiert mich nicht� Mein Vater hat immer viel zu tun und Mutter ist auch immer au�er Haus. Ich w�rde so einiges daf�r geben, mal einen Abend mit ihnen verbringen zu k�nnen.�
�Wir k�nnen gerne tauschen�, murmelte Harry.
Wenige Minuten sp�ter war ich eingeschlafen.


Warme Sonnenstrahlen weckten mich am n�chsten Morgen. Ich richtete mich auf, schaute mich um und musste erst einmal �berlegen, wo ich hier war. Das Bett neben mir war bereits gemacht und von Harry war keine Spur zu sehen. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich in meinen Anziehsachen geschlafen hatte und diese jetzt total zerknittert waren. Aber das war mir in dem Moment auch egal. Ich stand auf und verlie� den Raum. Auf Anhieb hatte ich das Bad gefunden, welches zu meiner Erleichterung genauso funktionierte, wie das in der Welt der Zauberer. Der Geruch von Speck und Eiern stieg mir in die Nase und erinnerten mich daran, dass die Kekse am letzten Abend alles andere als ausreichend waren. Ich schlich die Treppe herunter. Aus dem Raum, in dem sich die Familie gestern Abend verschanzt hatte, drangen Ger�usche von einem Radio oder etwas in der Art. In dem Raum gegen�ber bemerkte ich einen mehr oder weniger fr�hlichen Harry am Herd stehen. Als er mich sah, wies er mir einen Platz zu und schloss die T�r.
�Warum so fr�hlich?�
�Nur so�, antwortete Harry, �vielleicht, weil ich mit dir zusammen essen sollte und deswegen bei den Dursleys nicht mitzuessen brauchte.�
Still a� ich das mir vorgesetzte und musste zugeben, dass es gar nicht mal so schlecht schmeckte. Nach dem Essen setzten wir uns ins Wohnzimmer, da Harry unbedingt die Muggelnachrichten sehen wollte.
Pl�tzlich klingelte es an der T�r. Diesmal war es die Frau, die �ffnete. Kreidebleich kam sie zur�ck und deutete in den Gang. Ein klein wenig Hoffnung regte sich in mir. Konnte es wirklich wahr sein? War es vielleicht mein Vater, der mich holen kam?
Ein R�uspern drang aus dem Flur und verst�rkte meine Hoffnung. Der Mann stand auf und schritt an uns vorbei in den Flur. Die unverkennbare Stimme meines Vaters lie� mich innerlich grinsen. Der Mann trat ebenso blass wie seine Frau ins Zimmer. Mein Vater folgte.
Er trug einen pr�chtigen schwarzen Gehrock und hatte seine Haare zur�ck gebunden. Herablassend schaute er sich in dem verh�ltnism��ig kleinen Raum um, richtete sich dann an die Familie.
�Ich danke ihnen, dass sie sich um meinen Sohn gek�mmert haben. Ich denke, dies wird die Umst�nde begleichen.�
Noch w�hrend er sprach, lie� er zwei lupenreine Diamanten auf den Tisch fallen. Der Mann schluckte h�rbar.
�A- Aber sicher doch�, stotterte er.
Vater richtete sich an Harry, nickte nur kurz, aber dankend, bevor er seinen Blick auf mich richtete.
Er l�chelte.
�Komm, Draco, lass uns nach Hause gehen.�
Ich dankte noch kurz der Familie, deren Namen ich noch immer nicht kannte, sah dann zu Harry.
�Viel Spa�, bei deinen kleinen Freunden, Potter�, feixte ich. Er grinste zur�ck.
Ich stellte mich neben Vater, sp�rte seinen Arm auf meiner Schulter und im n�chsten Augenblick waren wir disapperiert.


Nur zu gern h�tte ich das Gesicht der Muggel gesehen, als wir disapparierten.


Wir waren wieder zu Hause. Vater stand noch immer neben mir, sein Arm ruhte auf meiner Schulter.


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