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Der optimale Empfaenger


Direktmischprinzip


Erklaerungen zur vorhergehenden Skizze
Zu der Uebersicht auf der Seite 89 will ich noch einige Worte zur Verdeutlichung der Ergebnisse sagen:

Die Empfindlichkeit des Direktmischempfaengers kann wegen des externen Rauschens nicht beliebig gesteigert werden. Durch das Einengen des Empfangskanals wird die aufgenommene Rauschleistung im Verhaeltnis zum Nutz-Signal geringer. Hier war beim LC-Filter die 3dB-Bandbreite 220 Hz. Mit dem eingefuegten Quarz schrumpfte sie sichtbar auf 30 Hz. Die Steigerung der Empfindlichkeit entspricht einer bekannten Tatsache, die man sich ja auch bei Messungen mit dem Spektrumanalysator zunutze macht. Jede Verringerung des Aufloesungsfilters um den Faktor 10 bewirkt ein Herausheben des sichtbaren Signals um 10 dB. Das trifft auch bei meinem Experiment gut erkennbar zu. Obgleich das Verhaeltnis nur 1:6 war, konnte man bei gleicher Darstellungsqualitaet 10 dB tiefer in das Rauschen hineinsehen. Die Empfindlichkeitssteigerung ging von -110dBm nach -120dBm.

Mit einer Loop als richtungsabhaengige Empfangsantenne kann man starke Rauschquellen ggf. ausblenden. Das koennte in besonderen Faellen eine Verminderung des externen Rauschens bewirken. Da der Wirkungsgrad solcher Antennen nicht vergleichbar mit einer T-Antenne ist, sind die Nutzpegel natuerlich wesentlich niedriger. Solange aber der Empfaenger Verstaerkungsreserven hat, kann man den Mangel ausgleichen. Die Reserven sind bei meinem RX hauptasechlich am Regler vor dem NF-Verstaerker zu suchen. Fuegt man eventuell noch eine rauscharme HF-Vorstufe hinzu, dann sind Gesamtverstaerkungen von bis zu 90 dB moeglich, bevor das Eigenrauschen der Schaltung einen zu hellen Hintergrund auf den Bildschirm bringt. Also selbst schwache Empfangspegel einer Loop kann man innerhalb dieses Rahmens hoch verstaerken und ggf. besser sichtbar machen als mit der T-Antenne.

Insofern ist ein Direktmischer kein minderwertiger Rx. Er besticht durch seinen vergleichsweise einfachen Aufbau. Man kommt ohne teure Bauelemente schnell zu einem brauchbaren Empfaenger fuer QRS-Betrieb.Ein etwas schwierigeres Problem koennte beim Empfang von Audible-CW dann auftreten, wenn das Netzteile oder die Antenne zu starke Brummspannungen einbringen. Dann sind Mischprodukte nicht tief genug zu daempfen, damit sie unhoerbar bleiben. Jedoch mit einer gewissen Toleranz waeren sicherlich auch Stationen aus DL hoerbar.

Die Ergebnisse sollten dazu anregen, mit einfachen Mitteln am Amateurfunk auf der Langwelle teilzunehmen. Es ist fuer jeden Anfaenger wichtig, dass er zunaechst nur hoerend einsteigt. So bekommt man die notwendige Erfahrung im Umgang mit den hier auftretenden schwachen Empfangssignalen, die durch einen weitaus hoeheren Rauschpegel ueberlagert sind, als man es von der Kurzwelle her kennt. Mit einer selbstgebauten Indoorloop ist man schnell dabei. Die Sache mit dem Senden auf der LF ist weitaus aufwendiger, da hier nur grosse Antennen den Erfolg bringen. Es ist nicht schwierig, einen LF-Sender fuer 20 W zu bauen, jedoch wird man auch dabei erfahren, dass man schon einige einige Transistoren opfern muss, bevor man gehoert wird.

Ein besonders positives Merkmal des Direktmischers soll nicht unerwaehnt bleiben:
Das Spectrogram hat im Vergleich zu anderen Konzepten eine fast ungestoerte Oberflaeche in Bezug auf Linien, die bei HF-Mischung wegen unerwuenschter Mischprodukte oft mehrfach neben den Empfangssignalen zu sehen sind. Das Gesamtbild des DR ist auf dem Bildschirm angenehm ruhig. Man erkennt sofort jede Aktivitaet. Das ist oft so spannend wie fuer einen Physiker die Suche nach der schwachen Wechselwirkung.

                                                                                                                                                                                  

http://home.t-online.de/home/Bernd.Grupe/homepage.htm