Der Direktmischer braucht einen hochwertigen NF-Verstaerker
Ich haette es schon fueher wissen muessen, dass zur ausreichenden Verstaerkung des NF-Signals ein selektives NF-Filter erforderlich ist. Die restliche Oberwelle bei 800 Hz ist so gross, dass die notwendige Verstaerkung eines schwachen Signals bei 790 Hz nicht moeglich ist. Dreht man den NF-Regler auf, dann kommt der NF-Verstaerker schon bald durch die Fremdsignale in die Begrenzung, was zu weiteren Stoerungen fuehrt. Aber man gewinnt noch nicht die Anhebung um mindestens 20 dB, um ein Signal von -120 dBm darzustellen. Ohne das Antennenrauschen kann man bis -150 dBm "gucken":
Die Bilder wurden mit den selektiven Geradeaus-HF-Verstaerkern V V1 und V V 2 vor dem Direktmischer aufgenommen. Solange nicht der Restbrumm mit den Oberwellen wirksam unterdrueckt wird, kann man die Reserve der NF-Verstaerkung nicht nutzen und muss sich mit einer Grenzempfindlichkeit von -90 dBm begnuegen. Damit sind aber die ueblichen Signale, die meistens bei -110 dBm empfangen werden, nicht zu sehen! Das versuchsweise Einfuegen eines aktiven Filters mit Operationsverstaerkern brachte nur zusaetzliches Rauschen auf den Schirm. Abhilfe wuerde hier vielleicht ein Bandpass mit geschalteten Kapazitaeten bringen. Zusaetzlich waeren alle Massnahmen zur Minimierung des Netzbrumms auf der Antenne und der Stromversorgung der Module zu treffen. Abschirmungen von Schaltungsteilen durch einzelne Gehaeuse und sorgfaeltige Auswahl von Massepunkten ohne Verschleifung sind nur die allgemeinen Voraussetzungen fuer eine erfolgreiche Konstruktion und Umsetzung des Prinzips. Durch Batterieversorgung koennte man einige Probleme sofort beseitigen. Meistens ist aber auch eine starke Unterdrueckung des DCF39 bei hohem Empfangspegel unbedingt erforderlich, was ggf. nur mit einem Quarznotch auf der HF-Seite geht. Eine Loop als Empfangsantenne wuerde diesen ausblenden. Sicherlich muss man noch weitere Ideen haben und andere Tricks anwenden, um ein sauberes Signal auf dem Bildschirm zu bringen. Ob sich der lange Weg lohnt, moege ein interessierter Nachbauer selbst herausfinden. Fuer meinen Versuchsempfaenger ist mir die Sache zu aufwendig.
Ende der Erprobung eines Direktmischempfaengers
Die durch die Versuche gewonnene Erfahrung stimmt mit der allgemeinen Erkenntnis aus der Anwendung im Kurzwellenbereich ueberein, wo man mit einem Direktmischer auch nur die lautesten Stationen empfangen kann. Nach diesen Ergebnissen werde ich die Eigenschaften dieses Experimentalempfaengers nicht weiter optimieren, da andere Loesungen einfacher zu verwirklichen sind.