Der Direktmischempfaenger braucht einen guten Vorverstaerker.
Er soll:
- genugend Vorverstaerkung haben
- den Stoersender DCF39 moeglichst unterdruecken(Formfaktor)
- eine geringe Bandbreite von max. 500 Hz haben
- moeglichst rauscharm sein
- die Oszillatorleistung in Richtung Antenne daempfen
- intermodulationsfest sein
Es waere doch interessant, mal einen rueckgekoppelten Verstaerker zu realisieren, um damit die geringe Bandbreite zwangsweise zu erzielen. Notfalls muesste man eine Art Regenerativempfaenger bauen. Die notwendige Schaltspannung koennte man ueber einen Teiler aus der Oszillatorfrequenz gewinnen. Z.B. erhaelt man mit einem Teiler durch 4 eine Rechteckschaltspannung von ca. 37 kHz, mit der man den kritischen Rueckkopplungspunkt staendig ueberfahren koennte(CMOS-Schalter oder Dual-Gate-MOSFET).
Um abzuschaetzen, welche Bandbreiten minimal zu erreichen sind, baute ich erst mal eine Verstaerkerstufe mit normaler Rueckkopplung auf. Natuerlich habe ich jetzt die groessten verfuegbaren Schalenkerne aus der Bastelkiste geholt, um nicht wieder in die IM3-Problematik zu kommen und um einen Schwingkreis mit hoechster Guete aufzubauen. Ich hatte noch einige N22 mit AL1000. Fuer ca. 4,5 mH wickelte ich 70 Wdg 30x0,05 CuL. Ans kalte Ende brachte ich getrennt jeweils 3 Wicklungen mit 8 Wdg 0,2 CuL auf. Eine Wicklung war fuer die Antennenankopplung vorgesehen. Eine zweite fuer die Auskopplung auf den Transistor und eine dritte fuer die Rueckkopplung. Die Schwingkreiskapazitaet lag um 300 pF. Mit einem 100 pF-Trimmer und einem 220 pF Styroflexkondensator wurde der Schwingkreis abstimmbar aufgebaut. Es zeigte sich, dass man den Schwingkreis sehr lose an die Antenne ankoppeln musste, damit er nicht zu stark gedaempft wurde. Die 8 Wdg sollten eigentlich zu einem XL von ca. 50 Ohm fuehren. Es haette aber eine Windung genuegt, um die Antenne lose einzuspeisen. Jedoch tat es dann auch ein Widerstandstrimmer, den ich vor die Antennenwicklung schaltete. Bei ca. 27 kOhm Vorwiderstand war die Kopplung lose genug, um eine minimale Bandbreite von 400 Hz zu erzielen. Dabei war noch kein Durchgangsverlust zu messen, wenn man den Ausgang hochohmig anschloss.
Jetzt entschied ich mich zum Bau eines Transistorverstaerkers mit einem rauscharmen Typ. Ich hatte aber nur einen 548C vorraetig. Den Basisteiler baute ich mit einem Trimmer von 100 k auf. Vom Schleifer zur Basis war ein 20 k Metallschicht geschaltet. Der Schleifer war nach Masse durch einen Tantal 33u/35V abgeblockt. Der Sourcewiderstand wurde regelbar mit einem 1k-Trimmer ausgefuehrt. Fuer die HF-Ableitung war ein .1 u vorgesehen. Der Arbeitswiderstand war zunaechst eine Festinduktivitaet von 2,7 mH. Leider zeigte die Drossel eine Eigenresonanz bei 5 MHz. Diese Frequenz wurde besonders hoch verstaerkt. Ich habe sie deshalb nur zur Siebung in der Schaltung belassen und durch einen Kollektorwiderstand von 1kOhm ersetzt. Vom Kollektor ueber einen 1MOhm-Trimmer und einem 0,1u Kondensator fuehrte ich einen Teil der verstaerkten Energie auf die dritte Wicklung phasenrichtig zurueck. Durch die Einstellbarkeit des 1M-Trimmers konnte ich die Rueckkopplung steuern.
Beim Wobbeln merkte ich, dass sich die Resonanz um mehrere hundert Hz verschieben liess, wenn man den Grad der Antennen-Ankopplung, den Source-Widerstand oder die Ruekkopplung veraenderte. Natuerlich konnte man die Frequenz wieder auf den vorhergehenden Wert mit dem C-Trimmer im Schwingkreis zurueckregeln. Dennoch besteht eine eigentlich unzulaessige Abhaengigkeit aller Einstellwerte.