Einleitung
Der optimale Empfaenger
Vorbemerkung
Fuer den Amateurfunkbetrieb auf der Langwelle gibt es zur Zeit keine fertigen Geraete zu kaufen. Die meisten Funkamateure verwenden Kombinationen verschiedener Geraete, mit denen sie eine Empfangs- bzw. Sendeanlage aufbauen. Waehrend man den Sender noch in jedem Fall komplett selbst anfertigen muss, kann man fuer den Empfang einen einfach herzustellenden Konverter benutzen. Hinter diesem tut dann oft ein Kurzwellentransceiver seine Pflicht. Der sollte ein moeglichst schmales CW-Filter haben. Eine Bandbreite von 500 Hz oder besser 250 Hz sind ideale Voraussetzungen fuer den Betrieb in den verschiedenen Modes. Tastfunk mit normaler Gebegeschwindigkeit(Normal-CW) ist nur auf ruhigem Geraeuschhintergrund gut wahrnehmbar. Unser Frequenzbereich ist aber meistens ueberdeckt von einer Vielzahl von Stoersignalen. Die starken Traeger kommerzieller Sender liegen teilweise sehr dicht am Amateurfunkband, das von 135,7 kHz bis 137,8 kHz reicht. Daher werden haeufig vor den Konverter noch aufwendige LC-Bandfilter oder Quarzfilter geschaltet, damit auch nur der begrenzte Arbeitsbereich von 2,1 kHz oder eine noch geringere Bandbreite durchgelassen wird. Im Aktivitaetsbereich des Slow-CW(Tastfunk mit extrem geringer Gebegeschwindigkeit)ist in DL der durchdringend starke Sender DCF39 besonders unangenehm, da er nur wenig mehr als 1 kHz von der Standardfrequenz 137,7 kHz liegt. Unter solchen Empfangsbedingungen sollte man eigentlich noch schmalere Filter einsetzen. Quarzfilter in den kaeuflichen KW-Transceivern sind selten schmaler als 250 Hz. Ausserdem sind die meisten KW-Geraete auf dem unteren Frequenzbereich(um 100 kHz) unempfindlicher als auf den hoeheren Baendern. Eine selektive Vorfilterung ist dort ebenso selten vorgesehen. Diese Unzulaenglichkeiten waren der Anlass, den Selbstbau eines optimalen Empfaengers zu planen und auszufuehren. Er soll von einem versierten Bastler leicht nachzubauen sein. Ausserdem sind moeglichst handelsuebliche Bauelemente zu verwenden. Der Einsatz eines Mechanischen Filters, wie es nachfolgend fuer die Einfachumsetzung mit einer Zwischenfrequenz vorgesehen wird, ist nicht unbedingt erforderlich. Ein gutes Quarzfilter, das man aus Computerquarzen selbst herstellen kann, ist auch hinreichend geeignet. Die Oszillatorfrequenzen muessen dann entsprechend angepasst werden.
Die folgende Geschichte beschreibt den Ablauf einer Eigenentwicklung, die ueber laengere Zeit kontinuierlich protokolliert wurde. Auf dem Weg zum Ziel werden vielfach Aenderungen am Konzept vorgenommen. Neue Effekte zwingen oft zum Nachbessern einzelner Schaltungsteile. Gelegentlich werden Experimente durchgefuehrt, um die Empfangseigenschaften immer wieder nachzupruefen und stetig zu verbessern. Am Schluss wird dann ein nachvollziehbarer Bauvorschlag in einer Zusammenfassung als ZIP-File angeboten. Darin kann man nach dem Entpacken auf dem Heimcomputer in Ruhe alles nachlesen.
DF8ZR, 21.09.1999
http://home.t-online.de/home/Bernd.Grupe/homepage.htm