Nachfolgend werden die Anforderungen an einen VLF-RX beschrieben, die bei den schwierigen Bedingungen in diesem Amateurfunkbereich einen optimalen DX-Betrieb erlauben. Einige Erfahrungen im Selbstbau von Hochfrequenzgeraeten sollte man allerdings schon mitbringen. Im Falle von Fehlfunktionen muss man das Zusammenspiel aller Module in allen Einzelheiten verstehen. Der Einsatz eines Mechanischen Filters fuer die Zwischenfrequenz ist nicht unbedingt erforderlich. Ein gutes Quarzfilter, das man aus Computerquarzen selbst herstellen kann, ist auch hinreichend geeignet. Die Oszillatorfrequenzen muessen dann entsprechend angepasst werden. Fuer den Einsteiger ist ein Konverter mit nachgeordnetem KW-Transceiver immer noch das einfachste Mittel, um erste Betriebserfahrungen zu machen.
1. Ansprueche
1.1 Empfindlichkeit
Der Empfaenger sollte eine hohe Empfindlichkeit haben. Das Rauschen(man-made-noise) und die starken Stoertraeger (kommerzielle Stationen) regeln die ueblichen Empfaenger herunter. Ohne selktives Vorfilter kann man nur mit den teuersten Transceivern Betrieb machen. Es muss kein Quarzfilter sein, auch LC-Filter lassen sich noch ohne Aufwand herstellen. Bei genuegend grossem Platzangebot kann man auch Filter mit Luftspulen hoher Guete bauen.Die Selektivitaet im Nahbereich kann man durch steilflankige Quarzfilter oder mechanische Filter im ZF-Teil erreichen. Fuer SCW ist eine Bandbreite von 100 Hz guenstig, da man nahezu den gesamten Betriebsbereich 137,7 kHz +- 100 Hz auf dem Bildschirm ueberblicken kann.
1.2 Nahselektion
Mechanische Filter sind wegen ihres flachen Durchlassbereiches (kaum Welligkeit) am besten geeignet. Aber auch mehrstufige Quarz-Ladder-Filter sind brauchbar. Man kann sie leicht selbst herstellen. Allerdings ist eines zu beachten:
Fuer einen Superhet mit einfacher Umsetzung ist es wichtig, den Frequenzabstand zwischen LO und ZF ausreichend hoch zu planen!
Ist er zu klein, kann man nur mit grossem Aufwand vermeiden, dass das eigene Oszillatorsignal den ZF-Verstaerker zustopft. Wenn man also nach der Mischstufe keine steilen Filter einsetzt, dann sollte die Differenz zwischen LO und ZF mindestens 100 bis 200 kHz sein. Mechanische Filter um 200 kHz sind sehr gut geeignet, weil man die LO-Frequenz mit dem Abstand der Empfangsfrequenz ueber die ZF legen kann. RFT hatte diese Filter hergestellt. Sie sind auf Flohmaerkten immer noch erhaeltlich. Es gibt Schaltungskonzepte, die mit zwei hintereinander geschalteten Filtern und variablen Mischfrequenzen eine Verschiebung der einzelnen Durchlasskurven zulassen. Dadurch kann man alle Bandbreiten zwischen 2 kHz und minimal 150 Hz einstellen. In der Zeitschrift"Funkamateur"wurde ein solches Konzept vorgestellt. Es sind aber grundsaetzlich auch Filter mit anderen Durchlassfrequenzen (auch Quarzfilter) geeignet,
wenn sie besonders steile Flanken haben.