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M�nchen�berfall - Herbst 2002

 

 

Am 26. Oktober machten die Roten auf ihrer ersten Bundesligatour seit 13 Jahren halt in M�nchen. Kaum zu glauben, aber wahr: Fernab des Wochenendticketwahns g�nnten sich Anni, Atze, Bert, Dave, Dicka, Pfadi und Rob ein Fu�ballwochenende der etwas anderen Art.

 Statt mit dem Bummelzug fanden sich die Leinefront und der Quoten-Spielverderber im ICE wieder. Diverse alkoholische Mitbringsel vers��ten die Fahrt ins Tal der Wei�w�rste, was einigen eher gesitteten Fahrg�sten �bel aufgesto�en haben d�rfte.

Entsprechend frohlockend kam man schlie�lich im bajuwarischen Ausland an und wurde prompt durch ein werbewirksames Plakat des hannoverschen Hauptbahnhofs wieder an heimische Gefilde erinnert. Dennoch musste man sich nicht zum letzen Mal an jenem Wochenende dar�ber im Klaren sein: �Bayern ist nicht Deutschland!�

 Nachdem man Sack und Pack im 5-Sterne-7-Bett-Zimmer der Jugendherberge gebunkert hatte, fanden sich die Chaoten auf dem Weg ins Stadion wieder. Kurioser Lightbier-Ausschank im Olympiapark, lie� uns zwar kurz die Nackenhaare zu Berge steigen, dennoch hinderte die Pl�rre uns nicht daran alsbald lautstark die Roten zu unterst�tzen.

 Dem schon obligatorischen Gegentor in der Anfangsviertelstunde, wussten jedoch, zur Freude der zahlreich mitgereisten Anh�nger, Zuraw und Stendel mit ihren Treffern entgegenzuwirken. Lange Zeit wurde den Bazis Paroli geboten und wir merkten: F�r ein Heimspiel ist hier gar nichts los!�

Obwohl Ottmar Hitzkopfs M�nner, �hnlich wie schon zuvor in Hamburg oder zu Hause gegen Bremen, das Spiel durch das Unverm�gen unserer Viererkette zu drehen wussten, freute man sich letztendlich doch noch einen Punkt aus dem M�nchener Olympiastadion zu entf�hren � 3:3 durch ein Eigentor!

 Frohen Mutes machte man sich auf gen Hofbr�uhaus, um endlich mal wieder ein alkoholhaltiges Bierchen zischen zu k�nnen. Rob hatte uns mittlerweile schon verlassen, da ihm die B���rger-King-Schwachmaten scheinbar ins essen geschissen hatten und ihm eine lupenreine Magenverstimmung verpassten.

Ein anderer Teil der M�nner gelang erst �ber Umwege ins Hofbr�uhaus, nachdem man in einem f�r unsere Verh�ltnisse etwas zu �sch�bigen� Laden h�flich die T�r gewei�t bekam, weil dort augenscheinlich die St�hle NICHT bis auf den letzen Platz belegt waren. 

Im Hofbr�uhaus angekommen, knallte sich der eine oder andere noch bis zu vier Ma� Bier in den Kopf. Ordentlich angeheitert fand man sich bald stehend auf Tischen und B�nken wieder, um mit einem feuchtfr�hlichen �Steht auf, wenn ihr Rote seid!� die H�lfte des Etablissements zum Mitsingen bewegte. Schon ein Wahnsinn: M�nchen fest in hannoverscher Hand!

 Zu fortgeschrittener Stunde lie� man das Kaffeekr�nzchen der Kasseler �-80-Damen am Nachbartisch zur�ck, nat�rlich nicht ohne sich vorher noch gegenseitig einen Abschieds-Bierdeckel an den Kopf zu schmei�en � nichtsahnend, die Butterfahrt-M�dels inklusive Sektlaune am n�chsten Tag auf der R�ckfahrt im Nachbarabteil wiederzutreffen.

 Nachdem sich ein kleiner Prozentsatz von uns wenig sp�ter noch f�r teure acht Euro auf einer Uni-Party einschlich, machte man in unserer Herberge noch die nette Bekanntschaft mit dem Nachtportier, der die M�nner wohl so lieb hatte, dass er trotz oder gerade wegen eines schlechten Tages die Bullen rufen wollte. Sachen gibt�s!

Vor uns lag nun eine ereignisreiche Nacht: Dave erlebte Pseudo-Blutwunden an seinem Arm, Atze ging zwischen zwei Schlafperioden mitten in der nacht singenderweise duschen, um sich danach wieder pennen zu legen und Bert futterte zum Abendmahl mit Dave noch ne ganze T�te Flips, wobei Dave dabei seine erste Mahlzeit des Tages auf seinem Konto verbuche konnte.

 

 

Irgendwie schaffte man am n�chsten Morgen doch noch rechtzeitig den Absprung zum M�nchener Flughafen ins Kempinski-Hotel zum Krombacher-Fu�ballstammtisch. Beim DSF-Doppelpass �berreichte Rob dem Berufsalkoholiker Udo �Schei�e-am-laufenden-Band-Erz�hler� Lattekein Glas spanische Gurken mit den Fotos unserer drei Panikk�ufe aus La Coruna. Eviva Espana!

�Tante K�the� V�ller wurde dagegen durch intensives Gegr�le unsererseits signalisiert, dass Fredi Bobic doch wieder f�r Deutschland st�rmen m�sste. Ob wir erh�rt wurden?

 Nach zwei Stunden Expertentalk waren wir innerlich fast ausgetrocknet, denn an Krombacher-Alkfrei wollte sich dann doch keiner von uns vergreifen � Atze wusste sich aber werbewirksam in der Live-Sendung mit einer Dose Becks zu helfen. Not macht erfinderisch! (aaahhh..., drei Euro ins Phrasenschwein!)

 

Mit Rudis Mottospruch zur Einb�rgerungsproblematik in der Nationalmannschaft (�Ein bisschen Deutsch muss sein!�), machte man sich am�siert auf den Weg zur�ck nach Hannover.

Das t�rkische Sturmwettertief �Orkan� machte uns jedoch schnell einen Strich durch die Rechnung. Der Supergau: Mitten in der Walachei riss ein umgest�rzter Baum unserem Triebwagen beide Stromabnehmer ab. Rien ne va plus � nix geht mehr. Ein mehrst�ndiges Notlager im stillstehenden ICE wartete nun auf uns.

 

Nicht nur das Bier wurde bald knapp, sondern auch die Atemluft: Als ob der Bl�hungen-Wettbewerb mit Geruchs-Garantie von Atze, Pfadi und Dave nicht schon schlimm genug gewesen w�re! Schnell vermisste man den Luxus eines Regional Expresses, in dem man wenigstens die Fenster �ffnen konnte.

Pustekuchen! Irgendwelche famosen Dieselloks zogen uns im Schneckentempo nach knapp dreist�ndiger Wartezeit (bzw. w�rtlich zu nehmender Durststrecke) in den N�rnberger Hauptbahnhof.

Doch dort wusste uns auch niemand zu helfen. Erst nach weiterer Stunde schob man uns in �berf�llte Bummelz�ge ab: Wenigstens hatten wir nun wieder das typische Ausw�hrtsfahrt-Feeling zur�ck!

Gott sei dank, wussten wir, dass es Claude-Oliver �Ich-n�he-mir-meine-Wunden-selber-zu� Rudolph nach seinem Boxkampf an jenem Wochenende auch nicht besser ging!

 

Nachdem man noch die freundliche Begegnung mit diversen osteurop�ischen Speisewagenbedienungen machte, welche die Weisheit des Westens scheinbar mit L�ffeln gefressen hatten, kam man mit f�nfst�ndiger Versp�tung wieder in der Heimat an. Jedoch nicht ohne die Gewissheit: Ausw�rts? Da erlebste was!

 

 

 

            

 

 

 

 

   

 

 


 

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