DEUTSCHLAND IST ARM!
Was waren das noch für wundervolle Zeiten, in denen man unbeschwert leben konnte... In denen es so vieles umsonst gab, was sich heute kaum noch einer leisten kann (z.B. der eigene Tod)...
Aber diese Zeiten sind vorbei!
Deutschland ist pleite, und ab jetzt wird für ALLES gnadenlos abkassiert. Am erfindungsreichsten sind die Gemeinden, besonders die, die gerne mal Geld für Unsinn aller Art ausgeben. Irgendwie muss das ja finanziert werden, und so greift man dem Bürger tief in die Tasche.
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Die Festung der Verschwendung: Die Gemeindeverwaltung Villmar. Man sollte sich nicht vom idyllischen Aussehen täuschen lassen, hier haust das Böse! Wer das nicht glauben kann, der sollte einmal anrufen und fragen: 06482 9121 0 Man wird Ihnen gerne Auskunft über die "Regenwasser-Steuer" geben! Und sicher wird man Ihnen auch erklären, welche sinnvollen Dinge mit dem ganzen Geld gemacht werden! |
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Bei dieser Darstellung eines Rathauses einer hessischen Gemeinde handelt es sich nur um eine Beispieldarstellung. Es sollte keineswegs der Eindruck erweckt werden, dass hier mehr Geld verschwendet wird als in allen anderen Städten und Gemeinden unseres Landes. |
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Bei uns in der Gegend gibt es wundervolle, neue Bauprojekte.
Da wäre z.B. die sogenannte Mehrzweckhalle in unserem Ortsteil. Vier Jahre lang wurde an einem Anbau gebastelt, als der dann fast fertig war, wurde die Halle komplett abgerissen, und jetzt kriegen wir eine neue! Ich meine, so ein Ort mit 500 Einwohnern ist ohne so eine Halle natürlich aufgeschmissen...
Oder der Kreisel vor der Ortseinfahrt von Villmar. Wahnsinn, wie dadurch die Unfallzahlen zurückgegangen sind. (Es müssen sich dort täglich dutzende von Unfällen ereignet haben, denn schon wenige Wochen nach der Fertigstellung wurde von einem "deutlich spürbaren Rückgang" in der Zeitung geschrieben...)
Aber das kennt man ja, Geld zu verschwenden ist die vornehmste Tugend der Staatsdiener, und vor allem Kommunalpolitiker treten da immer wieder glänzend in Erscheinung. Je weniger man zu sagen hat, desto mehr muss man reden oder handeln... oder auch verschwenden.
Damit all diese wundervollen Bauprojekte finanziert werden können, dachten die Verschwender sich etwas absolut Geniales aus: Die Besteuerung von Regenwasser!
Der (hoffentlich) entsetzte Leser darf sich freuen, denn auch er wohnt ja irgendwo - ob in einer Stadt oder einer ländlichen Gemeinde, kann ihm egal sein, pleite sind sie alle, und die Geldgier wird nicht lange auf sich warten lassen!
Zurück zum Thema: Wie ist das nun mit der Regenwasser-Steuer?
Alles fängt in diesem speziellen Fall am Ende an. Die Gemeinde besitzt Kläranlagen, und diese nehmen das Abwasser auf. Regnet es, und läuft dieses Regenwasser nun einfach so in die Kläranlage, dann ist das leider nicht zu ändern. Aber wehe, der umweltbewußte Bürger stellt sich eine Regentonne hin, um das Regenwasser sinnvoll zu nutzen. Dann leitet er dieses Regenwasser ja irgendwann in die Kläranlage ein, und da es sich um Wasser handelt, das nicht vorher über die Wasseruhr vom Hausanschluß gemessen wurde, bedeutet das eine "zusätzliche Belastung" für die Kläranlage. Bis jetzt ist es also vollkommen logisch, oder? (Wenn nicht - es handelt sich hier um Verordnungen, die sich irgendwelche Beamten ausgedacht haben. Also, was sollīs, wer fragt da nach der Logik!)
Jetzt könnte natürlich ein Gartenbesitzer, der das gesammelte Regenwasser dazu benutzt, um seine Blumen zu gießen, eine "Ausnahmegenehmigung" bekommen. Das kostet natürlich Geld, sogenannte Bearbeitungsgebühren. Und wer wirklich so dumm war und sich eine kubikmetergroße Zisterne für Regenwasser bauen ließ, der darf sich jetzt auch noch einen Abwasserzähler einbauen lassen - selbstverständlich auf eigene Kosten, da, wo die Gemeinde es vorschreibt und nach strenger Inspektion durch einen Sachverständigen! Oh welch wundervolle Einnahmequelle...
Da könnte man auf ganz dumme Gedanken kommen. Regenwasser, eigentlich umsonst und auch ökologisch vollkommen unbedenklich, wird für den Bürger zum teuren Verwaltungsgut umfunktioniert. Natürlich ist das pure Abzockerei, aber wen stört das? Na also! Und wenn DAS schon niemanden stört, dann könnte man doch noch mehr machen...
Das DDM, deutschlands innovativstes Abzocker-Journal, hat da noch viel bessere Ideen!
-Wie wäre es mit einem Mindestumsatz beim Trinkwasser? Das kennen alle Handy-Besitzer schon lange, und keiner protestiert dagegen. Ab sofort gilt also: Mindestens 1000 Kubikmeter Wasser pro Jahr, wer weniger braucht, ist selbst schuld... Und die Umwelt? Na ja, vielleicht könnte man wegen den enormen Wassermengen, die dann verschwendet werden, noch eine Umweltabgabe draufsetzen. Der Bürger zahlt das gerne!
-Selbstverständlich könnte man die Tarifierung des Wasserverbrauchs umstellen. Kassiert wird dann pro angefangene 1000 Kubikmeter, und wer einen Zählerstand von 1001 hat, der darf sich gratis ärgern!
-Ich finde es übrigens unmöglich, dass man unsere Gemeindeverwaltung über eine ganz normale Telefonnummer erreichen kann. Eine 0190-Nummer muss her, inklusive Warteschleife mit Kaufhausmusik! So kommt Geld in die Kasse!
-Überhaupt sind die meisten Bürger bei uns viel zu faul. Da wird gerade mal einmal in der Woche die Straße gekehrt, und das soll alles gewesen sein? Nein, die Gemeinde braucht euch, Bürger! Antreten zum freiwilligen Arbeitseinsatz, die Gemeinde hat immer etwas zum Reparieren! Und wer nicht freiwillig antreten will, muss eine Strafe bezahlen.
-Vollkommen unverständlich ist mir, dass man unsere gesunde Landluft gratis atmen darf. Da muss unbedingt etwas getan werden. In unserer hochtechnisierten Welt dürfte es doch nicht allzu schwer sein, dem Bürger einen Zähler in die Nase einzubauen. Und wer durch den Mund atmet, wird wegen Unterschlagung angezeigt.
-Warum sollen eigentlich nur Besitzer von Hunden spezielle Steuern zahlen? Katzen sind schließlich auch jede Menge in Deutschen Haushalten zu finden. Für Goldfische und Hamster könnte man sich einen ermäßigten Steuersatz ausdenken, Kakerlaken, Silberfischchen und Kellerasseln werden am besten pauschal abgerechnet (da ist zählen wirklich zu mühsam).
Für eine ländliche Gemeinde wie unsere würde sich übrigens auch eine Großtierabgabe auf Kühe und Schweine lohnen! Wer zwingt die Bauern denn dazu, Tiere zu halten? Und schon füllt sich die Gemeindekasse...
-Dienstleistungen, die früher gratis waren, sollten es jetzt nicht mehr sein. Polizei, Feuerwehr und Zeugen Jehovas werden ab sofort zur Gemeinde-Dienstleistung umfunktioniert, für die der Bürger gefälligst zu löhnen hat. Wenn es bei Ihnen nicht brennt, Sie niemals die Polizei brauchen und die Zeugen Jehovas ihnen ein Greuel sind - Pech gehabt, die Dienstleistung wird bereitgestellt, also muss auch dafür gelöhnt werden!
-Überhaupt: Unser ganzes Staatswesen ist gar nicht dazu geeignet, den Bürger effektiv zu schröpfen. Man sollte sich auf das Mittelalter zurückbesinnen, auf die große Zeit des Feudalismus: SO könnte man endlich wieder Geld ohne Ende einnehmen!
Früher gab es so kreative Steuern, dass einem selbst die Regenwasser-Abgabe witzlos vorkommt: Z.B. die Fenstersteuer. Ja, wenn man sich ansieht, wieviel Glas heute verbaut wird, ohne dass die Hausbesitzer durch so eine wundervolle Steuer geschröpft werden, könnte man glatt verzweifeln! Oder die Zaunsteuer, oder auch die Kaminsteuer, oder wie wäre es mit einer Gehwegplatten-Steuer (aber nein - die gibt es schon!) - Steuern ohne Ende, man muss nur wollen!
-Der Staat muss dazu aber erst mal radikal umgekrempelt werden!
Ich habe mir das so gedacht: Die Bundesregierung verpachtet ihr Staatsgebiet an die Länder, die Länder an die Gemeinden, und die dürfen ihren Bürgern nach eigenem Ermessen das Geld aus der Tasche ziehen. Dieser Neo-Feudalismus hätte viele Vorteile: Wenn der Staat Geld braucht, setzt er einfach die Pachtgebühren hoch, und das wird dann nach unten durchgereicht. Der Bürger wird enteignet, der Staat ist gerettet. So stelle ich mir die perfekte Ausbeutungsmaschinerie vor.
Zuerst mal müssen wir aber unsere alte Staatsverschuldung loswerden. Dafür habe ich auch ein paar gute Ideen:
-Wir verkaufen unsere nicht-rentablen Landesteile an private Investoren. Dadurch werden wir die Jammer-Ossis los, die ewig meckernden Bayern, die Pleite-Berliner... - das hätte zwei riesige Vorteile: 1. Wäre Deutschland dann fast so klein wie Holland oder Dänemark (und denen geht es doch so viel besser als uns), und 2. Bräuchte unsere Industrie ihren Giftmüll nicht mehr nach Afrika zu verschicken, sie hätte dann ein genügend großes "Privatgrundstück", sozusagen direkt vor der Tür.
-Wir schaffen die Bundeswehr ab. Ehrlich, die koset doch nur Geld, und mit ihrem veralteten Gerät und den immer fetter und fauler werdenden Wehrpflichtigen könnte die Bundeswehr uns sowieso nicht verteidigen. Wir sollten uns für neutral erklären, und wenn es irgendwann ganz schlimm kommt und uns jemand angreift, dann schreien wir ganz laut um Hilfe (in Richtung USA) und hoffen, dass man uns dort noch einigermaßen hört.
-Wir schaffen alle Arbeitslosen ab. Wer keine Arbeit mehr findet, wird ausgebürgert, und ein arbeitsloser Ausländer sollte sofort abgeschoben werden. Wohin? Keine Ahnung, ich kann ja nicht alles wissen.
-Unsere Rentner schaffen wir auch ab. Wir sollten uns ein Beispiel an den Indianern nehmen: Da sind die Alten freiwillig zum Sterben in den Wald gegangen. Bitte, keine Sentimentalität! Irgendwann müssen wir alle mal dran glauben...
-Schulen und Universitäten kosten auch nur unnötig Geld. Wer in einem Land lebt, in dem man über 400 Fernsehprogramme frei empfangen kann, kann sich das, was er an Bildung braucht, aus der Glotze holen! Also, ich habe z.B. schon nach 50 Folgen "Emergency Room" gewußt, wie man einen Gehirntumor fachgerecht entfernt. Wozu jahrelang studieren und damit nur Zeit verschwenden? Fernsehen bildet, und das muss reichen!
-Wozu brauchen wir eigentlich ein Parlament? (Ich weiß, darauf haben alle, die sich bis hierher durchgeackert haben, gewartet!) Unser Kanzler zeigt uns doch, wie man richtig regiert: "Entweder, es geht so, wie ich will, oder ich trete zurück!" Da das keiner riskieren will (es findet sich leider kein anderer Dummer für den Kanzler-Job, wer will sich schon freiwillig unbeliebt machen? Dann doch lieber in der Opposition sitzen und meckern!) wird sowieso alles gemacht, was Schröder will. Wozu also endlos debattieren? Einer, der weiß, wo es langgeht an der Spitze - und der entscheidet alles alleine. Ein Blick in die Geschichtsbücher beweist: Das ist doch jahrhundertelang gut gegangen!
-Überhaupt sollte man als Bürger endlich aufhören, nach Gegenleistungen zu fragen. Der Staat ist einfach nicht mehr dazu in der Lage! Da fallen mir doch gleich bestimmte andere Institutionen ein, die genau so "gut" sind: Sekten!
Ob nun Zeugen Jehovas, Scientology oder Fiat Lux: Die Mitglieder werden abgezockt, als Dank gibt es ein paar kluge Sprüche und vielleicht ab und zu mal ein Buch mit noch mehr klugen Sprüchen. Und außer klugen Sprüchen gibt es nichts - wirklich, gar nichts! DAS sollte sich unser Staat zum Vorbild nehmen (oder hat er das schon längst getan?) - eine Sekte wäre das Beste, was aus Deutschland werden kann. Und anstatt ein Zuwanderungsgesetz zu verabschieden (was ja sowieso nicht funktioniert), schicken wir unsere Arbeitslosen inīs Ausland, jeder bekommt ein Köfferchen mit "Informationsmaterial", und dann stehen sie auf den großen öffentlichen Straßen und Plätzen, in Bukarest, Tirana, Wladiwostock oder auch in Ankara, halten ihre Heftchen vor sich und rufen: "Deutschland! Werde Mitglied und erfahre, wie die Bürokratie das Leben verschönert!"
Und einen Grundkurs in "Deutscher Staatsbürgerkunde" könnte man dann für 5000 Euro verkaufen... Spenden werden natürlich auch gerne genommen!
Sektengründer Gerd der Große kann sich dann endlich jeden Tag einen neuen Dienstwagen kaufen - und für jeden Wochentag hat er eine andere Ehefrau. Oh welch ein Paradies auf Erden!
Ja, so ist es: Früher hieß es, der Tod wäre umsonst zu haben. Heute wissen wir: Das ganze Leben ist umsonst! Jedenfalls dann, wenn niemand etwas daraus lernen will.
(Und auch das Lesen dieses Artikels war umsonst. Vollkommen umsonst!)