Tom´s Hardware Guide
Nein, das ist jetzt nicht die bekannte Computerseite. (Wer sie nicht kennt, der sollte mal hier nachsehen!)
Aber der spezielle Tom, der nebenbei auch noch DDM-Herausgeber ist, hat es endlich mal für nötig befunden, seiner speziellen Hardware in dieser Form Respekt zu erweisen.
Lange, bevor man in den Kategorien "Hardware" und "Software" dachte, habe ich mich schon für ganz spezielle Hardware interessiert. Die Rede ist von HiFi-Geräten. HARDware ist dabei wörtlich zu nehmen: Gegen Ende der 70er baute man noch Geräte, die an Solidität alles in den Schatten stellen, was sich heute so "HiFi-Gerät" schimpft.
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Ultima Ratio: Eine Teac A 3300 Tonbandmaschine. Trotz der heute üblichen digitalen Medien leistet sie immer noch gute Dienste. Damals war eine Tonbandmaschine das einzige Gerät, mit dem man mehrere Stunden am Stück aufnehmen konnte. (Das galt aber nur für die niedrigen Bandgeschwindigkeiten - 9,5 cm/s rauschten ohne Dolby schon hörbar, und der klangliche Vorsprung zur Cassette war dahin.) |
Am Anfang der Faszination für alles, wo Töne ´rauskommen, stand bei mir ein Aufzeichnungsmedium. Deswegen will ich meine kleine Serie zu diesem Thema mit meinen bevorzugten Museumsstücken zum Thema "Aufnehmen" beginnen.
Was faszinierte den HiFi-Freund der vergangenen Tage eigentlich so an den riesigen Tonbandmaschinen? Sie waren teuer in der Anschaffung, teuer war auch das Bandmaterial (40 Mark für eine 26"-Spule - und das reichte bei 19er Geschwindigkeit gerade mal für 90 Minuten "am Stück"...) und teuer war das Zubehör. Denn so ganz alleine wollte so eine dicke Maschine nicht arbeiten: Man brauchte (zum Kopieren des wertvollen Bandmaterials) noch eine, man brauchte Zubehör zum Kleben und Schneiden der Bänder (ja, damals ging das noch! Wenn man heute versucht, eine CD zu zerstückeln und neu zusammenzukleben, um die Reihenfolge der Titel zu ändern, wird man sich wundern!) - und ganz Wahnsinnige kauften sich eine Dolby - oder DBX-Rauschunterdrückung.
Nichts (ausser einem Plattenspieler der Nobel-Klasse) konnte es damals mit einer Tonbandmaschine aufnehmen. Die Faszination, die diese Boliden ausstrahlten, kennt man heute gar nicht mehr. Eigentlich ist das schade, aber seien wir mal ehrlich: Computer und CD-Brenner sind nun mal vielseitiger und produzieren bessere Endergebnisse als diese Dinosaurier.

Der Vernunft-Kompromiss:
Die Cassetten-Ära brachte so wundervolle Geräte wie dieses Aiwa 990 hervor. Neben Dolby B & C hatte es noch HX Pro zu bieten, und - sehr wichtig für klangliche Präzision - einen Doppel-Capstan-Antrieb. Mich faszinierte die große Aussteuerungsanzeige und der Einmesscomputer, der - was damals nicht selbstverständlich war - sogar funktionierte. Die Mikrofoneingänge rauschten aber leider etwas, und die (abschaltbare) Aussteuerungsautomatik war auch nicht das Wahre. Trotzdem: Für 1300 Mark bekam man anno 1983 kaum etwas Besseres.
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Der Einsteiger: Bevor ich mir aber so einen dicken Brocken wie das Aiwa-Deck leisten konnte, musste ich lange mit einem Technics 260 auskommen. Bis auf den fehlenden Doppel-Capstan-Antrieb und Dolby C war es aber gar nicht so übel. 1979 war man technisch schon deutlich weiter, aber für den "Gelegenheits-Aufnehmer" tat es auch so ein Gerät. |
Profis können über diese Geräte nur lachen. Was damals für Profis selbstverständlich war, kann ich hier mal kurz anhand von zwei Beispielen zeigen:
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Der Profi: Das Teac C 1 War überall dort zu finden, wo es auf absolute Zuverlässigkeit ankam. Zum Aufnehmen war es aber für die Profis immer noch nicht gut genug. Machte nichts, Teac baute zu dieser Zeit noch diese legendären Bandmaschinen - siehe oben. |
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Der Wahnsinn: Das 1000 ZXL von Nakamichi war wohl das beste Cassettendeck aller Zeiten. Wer jetzt einwendet, dass der "Dragon" eigentlich diesen Titel beanspruchen darf, dem sei gesagt, dass das 1000er wesentlich mehr zu bieten hatte. (Über Geld wollen wir doch jetzt nicht reden, oder? Die Standard-Ausführung kostete nämlich "nur" 7000 Mark. Bevor ich jetzt mit Anfragen überschüttet werde: NEIN, ich war leider nie Besitzer einer Teac- oder Nakamichi-Maschine.) |
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Zu einer guten Aufnahme gehören natürlich noch andere "Kleinigkeiten". Wer erinnert sich heute noch daran, dass vor 1983 die analoge Schallplatte das Beste war, was die Musikindustrie zu bieten hatte? Und selbst nach dem magischen Datum im März 1983, als man für über 2000 Mark den ersten CD-Player (Hitachi DA 1000) kaufen konnte, erfreute sich die schwarze Scheibe großer Beliebtheit. Der Siegeszug der CD kam eher langsam in die Gänge... Das lag nicht zuletzt an der mieserablen Verarbeitung der ersten CD-Player. Wer von seinem Plattenspieler ein gesundes Körpergewicht und edelste Materialien gewöhnt war, dem gefielen die Tasten-übersäten Kunststoff-Frontplatten der neuen Geräte nun mal nicht. Der Plattenspieler war sozusagen die Krönung des HiFi-Hausaltars - auch noch während der CD-Zeit.
Mehr zu diesem Thema gibt es im zweiten Teil dieser Mini-Serie.
Bis demnächst...