Itīs not a bug - Itīs a feature!
(Oder: Der Wahnsinn kann nicht anders funktionieren, als er eben funktioniert...)
Wie oft hörten wir in den letzten Jahren, dass die Politik sich die Wirtschaft zum Vorbild nehmen soll. Und wie oft beklagten die Bürger, dass Politiker allzu häufig irgendwelche Prestigeprojekte ohne Sinn und Verstand planen würden, die dann letztendlich nur als Futter für die Profilneurose dieser Herrschaften gut wären...
Schaut man sich die Vorgänge in der Wirtschaft mal genauer an, stellt man fest, dass sich da inzwischen ähnliche Vorgänge abspielen. Die Manager passen sich in ihren Methoden (und ihrer Intelligenz) den Politikern an, nicht umgekehrt!
Das ist natürlich nicht so gut, aber tun wir mal so, als ob es umgekehrt wäre. Nehmen wir an, auch in der großen Politik würde man endlich die Gesetze der Marktwirtschaft zum Zuge kommen lassen.
Machen wir doch mal ein Gedankenexperiment: Stellen wir uns vor, die großen Parteien wären Konzerne. Stellen wir uns vor, die Spitzenpolitiker wären Manager. Und stellen wir uns weiterhin vor, sie würden das tun, was Manager eben mit ihren Firmen tun...
Da gibt es eine Firma namens SPD, in deren Entwicklungslabors das Produkt HARTZ bis zur Serienreife entwickelt wurde. Die Konkurrenz von der CDU hätte dieses Produkt natürlich gerne im eigenen Sortiment. Die auf Marketing spezialisierte Agentur FDP hätte schon ein Konzept in der Schublade, wie man das HARTZ-Produkt mit ein paar flotten Sprüchen unter die Leute bringen kann. (Wenn man sich dann noch mit den Grünen Gurus einigen könnte... - Aber das gehört nicht hierher.)
Das Problem ist nun, dass die SPD dieses Produkt mit riesigem Aufwand und unter enormen Kosten entwickelt hat. Nur die besten Spezialisten durften an dieses Meisterwerk heran... (Ja, ich weiß, das ist Unsinn - aber diese ganze Geschichte ist doch nur ein Gedankenexperiment!)
Andererseits hat sich die SPD mit der HARTZ-Entwicklung deutlich übernommen. Keiner will das Ding, alle meckern nur daran herum, und der Aktienkurs der Partei fällt ins Bodenlose. Da hilft nur noch eins: Eine Konzernfusion!
Man stelle sich vor, Die CDU und die SPD würden fusionieren und Schröder hätte sich bei den ersten Verhandlungen medienwirksam gewehrt, aber dann doch widerwillig zugestimmt. Später käme dann heraus (oh wundervolles Informationszeitalter!), dass Schröder eine Abfindung von einer Milliarde Euro bekommen hätte...
Eine Milliarde???
Wir wollen nicht geizig sein. Bei allen umgefallenen Top-Managern, die mit einem "goldenen Handschlag" in den Ruhestand geschickt wurden, kommt an dieser Stelle ein ganz spezielles Argument: Sie hätten ja Arbeitsplätze gesichert (?), den Wohlstand der Firma und der Gesellschaft allgemein erhöht (?), wären ihrer Verantwortung immer vorbildlich gerecht geworden (?) und hätten was weiß ich noch alles getan, sozusagen die letzten Heiligen auf dieser Welt.
Bei Schröder müssen wir etwas anders argumentieren: Man stelle sich vor, er würde noch 2 Jahre im Amt bleiben - was würde er dann für Schäden (neusprachlich als "Reformen" bekannt) anrichten... Da ist eine Milliarde echt billig! Ich würde sogar sagen, so billig werden wir den nie mehr los! Mal ganz abgesehen davon: Unsere Staatsverschuldung ist so riesig, da ist eine Milliarde doch gar nichts!
Oder anders ausgedrückt:
Stellen Sie sich vor, Sie hätten so ungefähr 1200 Euro im Geldbeutel und würden an einen Schnorrer einen Euro verschenken. Dann hätten Sie immer noch so etwa 1200 Euro... Man sieht, das ist alles halb so wild.
Und damit verabschiede ich mich aus der Welt der Hochfinanz - mal sehen, was mir ein gutsituiertes Satire-Magazin als Abfindung bezahlt, wenn das DDM eines Tages fusioniert!