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»Demokratie ist eine Regierungsform, die die Anordnungen einiger Korrupter durch die Beschlüsse vieler Inkompetenter ersetzt.«

G. B. Shaw

Ein Informant packt aus

Oder

Frisch aus dem Sumpf der Macht

 

Nachdem die Politik(er)-Verdrossenheit bei den Bürgern immer weiter zunimmt, schlagen die Politiker zurück. In der Vergangenheit haben sie versucht, uns durch liebevolle Fürsorge davon zu überzeugen, dass wir im besten Staat der Welt leben. Das wollten wir undankbaren Bürger aber nicht einsehen und straften unsere für einen Hungerlohn hart arbeitenden Volksvertreter immer mehr mit Verachtung. So konnte das ja nicht weitergehen, und prompt bekommen wir Bürger jetzt den Zorn der Obrigkeit zu spüren: Bei den Politikern steigt sie Volksverdrossenheit, und das mit ernsten Konsequenzen!

 

Das DDM, immer bemüht um schnelle Aufklärung von was auch immer, hat selbstverständlich auch einen Informanten im Bundestag. Und was der letzte Woche an Insider-Wissen von sich gab, erschreckte auch die DDM-Redaktion. Und das will was heißen! Im folgenden Text sind einige Zitate zu finden - urteilen Sie selbst!

Erste Ausläufer der Bürgerverdrossenheit erreichten uns schon mit der Gesundheitsreform. Viele neue Vorschriften, bei denen keiner mehr durchblickt, keine echte Kosteneinsparung und überall Verunsicherung und Unzufriedenheit: Ja, da zeigt die politische Klasse, was sie kann! Der Bürger, der immer nur auf hohem Niveau jammert und unmögliche Forderungen stellt, bekommt jetzt endlich mal gezeigt, was die Politik von ihm hält. Keine Gnade mit diesen Querulanten, das haben sich die Politiker seit Mitte 2003 auf ihre Fahnen geschrieben, und der Angriff auf die ewig meckernden und nörgelnden Staatsbürger konnte losgehen! Dazu unser Informant:

"WIR machen immerhin die Gesetze. Und wir können Gesetze machen, bis euch das Wasser im Arsch kocht!"

Eine etwas unfeine Bemerkung, aber als wir an die Gesetzgebungs-Prozedur erinnerten (immerhin haben wir einen Bundestag, einen Bundesrat und eine Opposition, die auch etwas zu sagen hat) wurde unser Informant so richtig gemein:

"Wissen Sie, die Gesetzesvorlagen werden von echten Profis angefertigt. Das sind hunderte von Seiten, das können die Abgeordneten gar nicht lesen. Die lesen nur eine Zusammenfassung, und wenn man lange genug mit möglichst komplizierten Begriffen hantiert, wird das schon. Notfalls droht der Kanzler mit Rücktritt. Und wir wollen doch alle an der Regierung bleiben, oder???

Na ja, und die Opposition... Wissen Sie, die planen langfristig. Die wollen auch irgendwann mal regieren, und dann haben sie dieses undankbare Volk am Hals. Glauben Sie, dass irgendeine Regierung, egal von welcher Partei, SO EIN VOLK haben will? Sie können mir glauben, die Opposition arbeitet da voll und ganz mit uns zusammen!"

Bei solchen Voraussetzungen war es kein Wunder, dass konkrete Schritte folgten. Als erstes waren die Rentner dran:

"Diese unverschämten alten Knacker, die den ganzen Tag (mangels einer besseren Beschäftigung) damit verbringen, sich über die Regierung lustig zu machen! Und dann wollen sie immer mehr Geld!" Als dann noch eine ältere Studie wieder ans Tageslicht kam, wonach ältere Menschen sowieso meistens konservativ wählen, kannte unsere fortschrittliche Super-Regierung keine Gnade mehr: Es wurde erst mal eine Nullrunde eingeführt. Man weiß schließlich, wo man die Bürger am härtesten trifft: Am Geldbeutel! Unser Informant meinte dazu:

"Das war nur eine Warnung, liebe Rentner! Hört endlich auf zu meckern und uns daran zu erinnern, wer dieses Land nach dem Krieg wieder aufgebaut hat! Das will doch keiner mehr wissen! Wenn ihr unbedingt immer irgendwo ein Land aufbauen müsst, dann geht doch in den Irak!"

Schon lange auf der Liste der unbequemen Staatsbürger mit hohem Nörgel-Potenzial waren auch die Arbeitslosen.

"Das haben wir gerne: Selber nichts tun, aber an den unermüdlich ackernden und rackernden Politikern ´rummeckern! So geht´s nicht, liebe Leute, und als Dank für eure ständigen Forderungen nach Arbeitsplätzen gibt es nach und nach immer wieder ein paar "Reformen des Arbeitsmarkts", so lange, bis hier Ruhe herrscht! Arbeitsplätze wachsen nämlich nicht auf Bäumen, die kosten Geld, viel Geld, also seid mal froh, dass ihr hier noch umsonst arbeiten dürft. Also, nicht jetzt, aber wie gesagt: Die nächsten Reformen kommen bestimmt! Außerdem seid ihr alle ersetzbar."

Die nächsten Unzufriedenen finden sich bei den Selbständigen und Freiberuflern.:

"Ja, glaubt ihr eigentlich, dass wir ohne euch nicht können? Wir können alles! Wir ziehen euch das Fell über die Ohren, ihr Undankbaren. Unser Steuerrecht kommt euch kompliziert vor? Wartet mal ab, was wir in Zukunft daraus machen! Und eure Gewinne... Sagen wir mal so: Wer gewinnen will, der soll Lotto spielen. (Das könnte man eigentlich auch besteuern...)"

Auf die Verunsicherung von Arbeitgebern angesprochen, was z.B. Mini-Jobs von Putzfrauen in Privathaushalten angeht, und wie sich das mit Politikern oder Managern, die nach ihrem offensichtlichen Versagen mit goldenen Handschlägen in den Ruhestand geschickt werden verträgt, grinste unser Informant nur müde:

"Was legal ist und was nicht, das bestimmen wir!"

Nach all diesen Grausamkeiten zog unser Informant eine zynische Bilanz seiner Worte:

"So, liebe Bürger, ich hoffe nach diesen kurzen Andeutungen wisst ihr, wo der Hammer hängt. Also: Etwas mehr Lob für die Regierung, dann gibt es vielleicht mal vernünftige Politik. Wenn ihr aber glaubt, dass das Volk immer nur jammern muss und alles schlecht machen darf, dann zeigen wir euch mal, was wir wirklich drauf haben!"

Konkrete Vorschläge, wie die Bürger sich in Zukunft verhalten sollten, hatte er auch schon:

"Als erstes wäre eine kleine Sympathiekundgebung für unseren Kanzler ganz nett. Wie wäre es, wenn ihr am nächsten 1. Mai alle ein rotes T-Shirt tragen würdet, wo "Ich mag Gerd" draufsteht? Das wäre ein Anfang. Dann könnten wir über ein paar Kleinigkeiten reden. Und die 25% aller Wähler, die nach der letzten Umfrage für die SPD sind, sollten auch nicht so alleine bleiben. Sagen wir mal, 40% bei der nächsten Umfrage? Dann gibt es vielleicht eine Rücknahme der Praxisgebühr. Politiker sind doch keine Unmenschen!"

Nun, das DDM findet: Das ist doch ein Angebot, das man nicht ablehnen kann!

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