Die Bahn - das Unternehmen Zukunft strukturiert sich um.
Die Bahn hat es endlich verstanden. Das "neue" Tarifmodell war dem Kunden zu kompliziert. Deswegen mussten vor einigen Tagen zwei Vorstandsmitglieder gehen, und das gerade mal ein halbes Jahr alte "revolutionäre" Tarifsystem wird mal wieder reformiert. (Das sollte uns aber nicht aufregen - in Deutschland wird permanent reformiert, und trotzdem bleibt alles beim Alten...)
Das große Argument bei der Einführung waren ja seinerzeit die kombinierbaren Rabatte usw.
Aber wer weiß schon, dass er in ein paar Wochen exakt mit einem ganz speziellen Zug irgendwohin fahren wird? Nur die wenigsten Kunden. Dann kam auch noch die Stiftung Warentest und bewies uns, dass die Fahrkartenverkäufer bei der Bahn die komplizierten Tarife genau so gut verstehen wie der Kunde. Und dann gab es ja immer noch die alten Krankheiten wie z.B. die dauernden Verspätungen.
(Ich liebe es, auf einem nassen und kalten Bahnhof zu sitzen, wo die Beleuchtung ausgefallen ist und alle zehn Minuten eine Durchsage kommt, wonach der Zug, in den ich einsteigen will, zehn Minuten Verspätung hat... Und nach 40 Minuten kommt er dann endlich - da freut man sich wie ein kleines Kind!)
Was könnte man also nach der großen Pleite tun?

Für mich gibt es nur eine Konsequenz: Die Bahn hat als Massenverkehrsmittel ausgedient. Es ist kaum anzunehmen, dass die vielen verprellten Kunden zurückkehren werden. Also muss die Bahn zu einem exklusiven Verkehrsmittel für den zahlungskräftigen Kunden werden.
Als Vorbild könnte hier der Weltraum-Tourismus dienen. Die Zielgruppe der Zukunft ist die der gelangweilten Milliardäre, die eigentlich alles haben und nicht wissen, was sie mit ihrem Geld anstellen sollen.
Wer in Zukunft mit der Bahn fahren will, der muss erst mal viel, viel Geld hinlegen: Eine einfache Fahrt (z.B. zum Mond) dürfte so etwa 50 Millionen Euro kosten. Bevor man losfahren kann, braucht man vorher natürlich ein spezielles Bahnfahrer-Training, um die hohen körperlichen und mentalen Anforderungen, die an einen Bahnkunden gestellt werden, zu erfüllen.
Als alter Bahnfahrer war man sowieso schon viel Kummer gewohnt:
-Warten auf verspätete Züge
-Undurchsichtiges Preissystem
-Keine Toiletten auf den Bahnhöfen, und die in den Zügen waren meistens verschmutzt
-Fahrkartenautomaten funktionieren nicht, nur ein Schalter ist geöffnet, und so verpasst man garantiert seinen Zug...
-Unfreundliche Schaffner, die keine Ahnung haben
-Belästigung auf Bahnhöfen und in Zügen durch die seltsamsten Gestalten
-Saumäßig teure Getränke in Zugrestaurants...
Das ist natürlich nichts im Vergleich mit dem, was die Bahn in Zukunft bieten wird. Der moderne Bahnkunde darf sich also jetzt schon freuen. Man wollte meistens nichts Anderes, als von einem Ort zum anderen transportiert werden, und man bekam ein kleines Abenteuer gratis dazu. Das hat viele der alten Bahn-Kunden bei Laune gehalten.
Und für alle neue Bahn-Kunden gilt:
Wenn Sie mal zum Mond wollen - ganz einfach: Kaufen Sie eine Fahrkarte bei der Bahn! 50 Millionen Euro mögen vielleicht etwas teuer erscheinen, aber wer 20 Jahre vorher bucht und alle Plan & Spar - Tarife konsequent ausnutzt, der kann gut und gerne die Hälfte sparen! Also, auf zum Mond, und bitte, fragen Sie nicht, was der Sinn der Sache ist. Das fragen sich auch gewisse Vorstandmitglieder, die sich "kundenfreundliche Regelungen" ausdenken, nur ganz, ganz selten.