Postmodernismus

... wie man sich als Pilger in der postmodernen Welt verhalten kann ...(L. Sweet)


Der Wechsel vom Modernismus zum Postmodernismus kann mit folgenden vier MERKE-Buchstaben bezeichnet werden: E-P-I-C.

experimentell
partizipatorisch (teilnehmend)
image-geleitet (vom bildhaften Vorstellungen)
connected (mit anderen, verwandten Gruppen verknüpft)
Der Autor des Buches mit dem gleichnamigen Titel behauptet nicht, dass dieser Wechsel zwangsläufig als ’gut’ oder ’schlecht’ eingestuft werden muss; vielmehr möchte er aufzeigen, dass sich die genannten Paradigmen eben so und nicht anders bewegt haben.

1. Eine voraussichtliche Änderung ist nach Leonard Sweet v.a. eine solche vom Rationalen zum Experimentellen. Hat der Modernismus den Verstand und die Beobachtung betont, so betont der Postmodernismus die Offenbarung und die Erfahrung. In der Kultur des Postmodernimus besteht kein Intersse an einem »second-hand«-Gott, also an einem Gott, den irgend jemand für uns definiert, also z. b. die kirchliche Tradition, Universitätsprofessoren und Schriftsteller im Auftrag der Kirche (kirchliche Profis also oder kirchliches Bürokratisieren). Jeder von uns ist im neuen Jahrhundert einer, »der mit Gott streitet«, wie Jakob, der daraufhin zu »Israel« wurde. Die Botschaft ist Begegnung mit Gott, Erfahrung mit Gott.

2. Von »repräsentierend« zu »teilnehmend« (partizipatorisch»«). Hat der Modenismus noch gesagt, »wir brauchen unsere Leiter, damit diese für uns Entscheidungen treffen«, so sagt der Postmodernismus: »Wir möchten unsere eigenen Entscheidungen treffen und haben dabei vielfältige Wahlmöglichkeiten!« (‘multiple choice system’) D.h. es gibt keine professionellen Kleriker mehr und keine den Kirchensitz wärmenden Laien, sondern der Postmodernimsmus trachtet danach, ’interaktiv’, in das Geflecht soz. hineinverwoben oder ’eingetaucht’ (immersiv), von Angesicht zu Angesicht teilzunehmen an den Geheimnissen Gottes.

3. Die Bedeutung von Bildern und Imaginationen nimmt mehr und mehr zu. Hat der Modernismus noch Wörter, Worte und lehrsatzmäßige Wahrheit akzentuiert, so unterstreicht der Postmodernismus deutlich Bilder, Gleichnisse und die Kraft der Metapher.
Die Lektion für den Leib Christi ist einfach.
Bilder erzeugen gewöhnlich Emotionen, und die Leute wollen auf ihre Gefühle antworten. Und das großartigste Bild in dieser Welt, da Bild, zu dem wir Menschen in ein Verhältnis bringen möchten (2 Korinther 4,4) ist das Bild Gottes in Jesus, dem Christus (Kolosser 1,15).

4. Vom Iindividuellen zum »Kommunalen«:
Der Modernismus betont das Individuum oder das Individuelle, der Postmodernismus betont das Individuelle in der Gemeinschaft. Das dabei zu beobachtende Paradox ist folgendes: Das vom Individualismus verfolgte Ziel hat uns in einen Zustand gebracht, den man »Hunger nach Verknüpftheit (connectedness)« nennen kann. De Vergänglichkeit der Kultur erfordert es, dass der Aufbau unserer Gemeinschaft mehr wird und nicht weniger, ja das dieses Aufbauen mit Macht vorangetrieben wird. Und zwar nicht etwa aufs Geratewohl, dem Zufall überlassen, sondern mit Vorbedacht.

Nun, was sollte denn der Leib Christi tun, um der im Wachsen begriffenen postmodernen Kultur um uns her zu dienen?

Len Sweet hebt deutlich hervor:
Der Dienst im 21. Jahrhundert (er nennt ihn »Epictivity« - s.a. www. epictivity.com) hat mehr mit dem Dienst im 1. Jahrhundert zu tun als mit der um uns herum allmählich zusammen brechenden modernen Welt.
Leonard Sweet (www.leonardsweet.com) nennt sich in seinem Kurzlebenslauf (bio/cv’s) einen Geschichtsforscher, einen Futuristen und einen Vater. Er ist »einer der wichtigsten und provokativsten Denker der Kirche« und versteht es durch die Ozeane des 21. Jahrhunderts zu navigieren; er verfügt über enorme Vorstellungskraft, Gelassenheit und Charm.
Freilich gehört er einer Denomination in Leitungsfunktion an, vermag aber die Dinge zu sehen, die andere eben nicht sehen und schaut Träume jenseits dessen, was wir uns vorstellen. Er vermag das Evangelium in einer solchen Weise zu vermitteln, die im postmodernen Jahrhundert wirkmächtig ist, indem sie eine Brücke schafft zwischen der akademischen und der populären Kultur.

Quelle: www.leonardsweet.com/


Zurück zur Begrüßung: Eingang

Hosted by www.Geocities.ws

1