vv. 1-47
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Die
Mosel erfüllt zunächst die Funktion aller Gewässer, wird aber im weiteren
sogar als der „Idealfluss“ dargestellt. Ihre historische Bedeutung liegt
darin, dass in ihrem Tal das „zweite Cannae“ gelegen ist. Der Grund für ihre
Bedeutung aber ist die Kaiser-Residenz (24 ff.)! |
vv. 48 ff.
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. . . hier nun ein Katalog
der Mosel-Fische, dabei sind 'Phrygia crusta' durchaus möglich! Allgemein gibt Ausonius der Bewunderung des
„opus naturae“ den Vorzug. |
vv. 169-188
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Die
Beschreibung dieser dämonischen Mächte entspricht ganz den traditionellen
Stoffen, aber sie werden wohlgemerkt zu einem neuen Symbolgehalt zusammengesetzt.
Es handelt sich nicht um eine 'scaena hominum', vielmehr ist dieser Ort auch für Götter angenehm. Die bukolische Topik lässt eine paradiesische Ideallandschaft erscheinen; dabei werden eben nicht 'einheimische Gottheiten' vorgestellt, sondern die aus der früheren lateinischen Literatur vertrauten Götternamen (wie Vergil in den 'Bucolica' oder Statius in seinen 'Silvae'!). |
vv. 151-157
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Die
gepflanzten Weinreihen werden mit einem Theaterraum verglichen. Dazu fallen –
wie im literarischen Vorbild Vergil und Seneca – Ausdrücke aus der
Theatersprache wie 'pompa', 'spectacula', 'scaena'. -- So wird der Leser zum
Zuschauer! |
v. 157
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Das
Gauragebirge am Golf von Neapel und das Rhodopegebirge sind Weinanbaugebiete;
und mit dem Wein vom Ismarus berauschte Odysseus Polyphem! – Eine
Übersetzung ‚meine Weinberge’ ist am Platz, weil Ausonius in Aquitanien sehr
begütert war. Die Weine der klassischen Weinländer werden nun mit den
Moselweinen verglichen. Der Weinbau kam im 3. JT aus Kaukasien, nach
Griechenland wurde Italien das klassische Weinland; – berühmt war auch die
Gegend um die Garonne! |
vv. 161 ff.
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Typisch
für die späthellenistische Dichtung ist die ausgesprochen abundante Sprache,
fast wie ein ‚Wortschwall’, häufig ist hier auch die Substantivierung von
Adjektiven und das Schwanken in der Ablativ-Endung der III. Deklination
[déiuge passt besser in den Hexameter als deiugī; der Dichter war sich
aber hier nicht mehr sicher, was die grammatische Form anlangt. Es gibt auch
Neubildungen; doch genauso trifft der Leser auf altlateinische Wörter
(‚ollus’ für ‚ille’. dies ist ein bewusster Archaismus, und auch die Dichter
der früheren Kaiserzeit – Vergil; auch Statius in „Thebaïs“ – machten regen
Gebrauch davon. Außerdem zeigt freilich diese Form den Vergilkenner (vgl.
Aen. I, 254: Olli subridens hominum pater atque deorum -- Hierzu Manu
Leumann: Handbuch der Laut- und Formenlehre.) |
v. 187
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Das
ehrfurchtgebietende Geheimnis soll wohlverborgen und nur den Flüssen
anvertraut werden. |
v. 250
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Es
werden hier zwei Methoden des Fischfangs beschrieben: a) mit einem Treibnetz
(möglich auch: Wurfnetz); b) Beide
Enden werden an das Ufer gezogen. Es handelt sich bloß um Wortspielereien.
procul amne: in der Mitte des Stroms; examen: Fischschwarm oder
Bienenschwarm |
v. 269
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'fagincis
cavernis': Blasebalg aus Buchenholz. Glaucus: Ein Fischer aus Antedon in
Böotien, der nach dem Verzehr von Kräutern in eine Meeresgottheit verwandelt
wird. |
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Edikt |
„. . .
da Wir es nicht jeder Stadt freistellen wollen, ihre Lehrer mit einem Gehalt
anzustellen, wie es ihr gefällt. Der sehr berühmten Stadt Trier glauben wir etwas
mehr einräumen zu müssen: Dem Rhetor sollen 30, dem lateinischen Grammaticus
20, dem griechischen Grammaticus 12 Auronen zukommen.“ Dass
Gratian solch großzügigen Charakter zeigte, ist wiederum Ausonius zu
verdanken, hier bes. die Ernennung von Lehrern und die höhere Ortszulage der
Rhetoren und Grammatici. Das zeigt, dass die Trierer Schulen damals in hohem
Ansehen standen! Erklärungen:
dioecesis (dioikein = 'verwalten'): Administrative einheiten des Reichs, ein geschlossener
Bezirk mit einheitlicher Verwaltung. – Auronen: zunächst jährliches Einkommen
von Naturalprodukten, dann Naturallieferung der Provinzen zum Unterhalt der
Beamten und Soldaten, also Sache staatlicher Fürsorge. |
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Symmachus |
Der
römische Rhetor Symmachus war de bedeutendste Verteeter der geistig und
literarisch hochstehenden Kreise und hielt sich als Freund des Ausonius und
des Valentinian einige Jahre in Trier auf, und war geschätzt von der
gelehrten Schicht. Er hatte im Senat eine führende Position inne und war sehr
wohlhabend. Auf einer Statue, die ihm sein Sohn setzte, stand: 'orator
disertissimus'. In
einer seiner Reden hieß es: „. . . deinen Sitz verlegtest du in den
Teil, wo das Verderben für den ganzen Staat lag.“ So bot Trier später als
Grenzstadt doch nicht mehr so große Sicherheit. |
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Im
„Hermesweiher“, einem Bassin, das zu einer prunkvollen Villa des 2. Jh.
gehörte, standen Hermesköpfe – Ερμαί. Man
fand dieses Bassin unter Welschbillig bei Trier. |
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Kirchenschriftsteller und christliches Leben |
In
Trier hielt sich der hl. Hieronymus auf und wurde sich hier seiner Berufung
zu asketischer Lebensführung bewusst (Augustin, conf. 86), hier betreibt er
seine Psalterhermeneutik und verfasst eine Abschrift von „de synodis“ des
Hilarius von Poitiers. – Ferner wurde Ambrosius, der spätere Bischof von
Mailand hier geboren. Trier war auch Zentrum der orthodoxen Richtung
(s. den reliefgeschmückten Noah-Sarkophag sowie Grabinschriften bei
St. Eucharius nördlich von Altbach; den ‚Guten Hirten’ aus der 1. Hälfte
des 4. Jh. in St. Maximin, westlich der Porta Nigra). Nach
den letzten Christenverfolgungen unter Diokletian konnte sich das frühe
Christentum in Trier endgültig durchsetzen. Trier wird in der 2. Hälfte des
4. Jh. – neben Köln, Bonn und Mainz – zum kirchlichen Mittelpunkt in Gallien.
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Laktanz |
Auch
der christliche Apologet Laktanz wurde um 315 von Konstantin zur Erziehung seines
Sohnes Crispus nach Trier berufen, war Rhetor, Schriftsteller und Adept
Ciceros. Hier schrieb er „De mortibus persecutorum“, eine Schrift, die
mitbestimmend war für den Umstand, dass der Kaiser sich vom Heidentum
abkehrte. |
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Panegyrici Latini (P. Constantino, dictus vii 10) |
Die
'Panegyrici Latini' sind eine uns erhaltene Sammlung von zwölf Lobreden auf
verschiedene Kaiser. Der P Panegyricus auf Konstantin VII. ist in Trier im
Jahr 310 gehalten worden, den Verfasser kennen wir leider nicht. Diese ‘Laudatores’ suchen in Stil und
Technik in die Fußstapfen Ciceros zu treten. Auffällig und für unsere Ohren
nicht leicht erträglich sind aber die in diesen Lobreden enthaltenen Entstellungen,
propagandistischen Übertreibungen und Schmeicheleien in Hülle und Fülle für
die jeweils begünstigte Partei, denn der Kaiser begünstigte diese fähigen
Redner, die normalerweise bei Regierungsfesten auftraten. Paneg. xxıı, 4, Konstantins
Bauprogramm, finden wir eine literarische Notiz: Halten wir uns vor Augen,
dass der Vergleich mit Rom ein literarischer Topos ist. Nur den Kaisern war
es möglich, den Residenzen in Gallien ‘Wohltaten’ zu erweisen. Nach den
Unruhen des 3. Jh. waren diese auch nötig. Die Angleichung Triers als der
Kaiserresidenz an das römische Stadtbild war des Kaisers ausdrücklicher
Wunsch. |