Satiren über Philosophen: AristotelesPlatonPythagorasSokrates

Jakob Balde (1604-1668)

Der Vergänglichkeit alles Irdischen stellt Balde in einem längeren (100-Strophen-) Gedicht 1637 die Beständigkeit der christlichen Heilserwartungen gegenüber. Vanitas, die Vergeblichkeit des menschlichen Bemühens, wird am Beispiel der gesammten Menschheitsgeschichte dargestellt. Alles Mühen ist umsonst, erst die Seligkeit im Paradiese hat Bestand.

 

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. . . Sag mir: wo ist Pythagoras;
im Y blieben stecken ?
Der ihme nie g’nug der Linsen aß
kein Fleisch hat dürfen schmecken.
Wer ist der wis Socratis
Verlegte Bein und Rippe ?
Wo ist zumahl sein Ehegemahl
Die feine Frau Xantippe?
Plato, Plato im hohen Ton
Die Weißheit hat angstimmet.
Aber sein Definition
Dem menschlich Gschlecht nit ziehmet.
Weil Plato dann ein Gockelhahn
Zu seinem Spott und Schaden.
So sei er drauf zum Koch hinauf
Ins Kuchelstüblein gladen.
Der groß und weyse Stagirit (Aristoteles),
Ist in dem Meer ersoffen.
Sein hohe Kunst die schilt ich nit:
Hat aber s´Letzt nit troffen.
Viel süßer hätt er auf eim Brett
Auf einer Bernhaut gschloffen
Als dass er gfragt
und sich so plagt
Warum das Meer abgloffen.

 

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