Rebellen  in  Not

 

 

„Was können wir nur noch tun?“ Glimmer war ratlos.

Es war zum Verzweifeln: Hordak hatte Königin Angella gefangen genommen. Daraufhin waren die magischen Kräfte, die Castle Brightmoon sonst immer vor der Horde geschützt hatten, verschwunden. Glimmer musste mit all ihren Freunden, den Rebellen Etherias, in die Flüsternden Wälder flüchten. Dort hatten sie sich in einem uralten, halb-zertstörten Tempel versteckt – und hofften, dass die Wilde Horde sie nicht entdecken würde!

„Ich weiß nicht mehr weiter! Wir haben doch schon alles versucht!“ Erschöpft ließ sich Glimmer auf den Boden sacken. Bow eilte zu ihr. „Du darfst jetzt nicht aufgeben! Wir werden schon noch eine Lösung finden!“ sagte er zu ihr und half ihr auf. Doch Glimmer meinte nur, völlig entmutigt: „Oh, Bow! Ich möchte das ja gern glauben... aber momentan sieht es überhaupt nicht nach einem Sieg für uns aus!“ Bow nahm seine jammernde Freundin in die Arme.

„Hey, Leute! Madame ist zurück!“ rief plötzlich jemand – da kam die Hexe auch schon auf ihrem Besen Broom in den Tempel gesaust! „Oh mann! Broom, du hast heute aber wieder einen wilden Flugstil drauf!“ sagte sie, völlig aus der Puste.

„Madame Razz! Ein Glück, dass dir nichts passiert ist! Die Horde hätte dich abfangen können!“ rief Glimmer erleichtert.

„Ja, mein Kind! Aber mich hat niemand gesehen – glücklicherweise!“ erwiderte Madame Razz.

„Und? Gute oder schlechte Neuigkeiten?“ Glimmer war neugierig. Mittlerweile hatten sich alle Rebellen um die Hexe versammelt – und lauschten ihrem Bericht.

Madame Razz begann: „Schlechte Nachrichten, meine Lieben! She-Ra ist noch immer nicht zurück! Ich bin den ganzen Tag durch Etheria gedüst, habe sie überall gesucht – und doch nicht gefunden! Und noch was: Hordak ist in Brightmoon eingezogen!“

„Nein!“ „Das darf nicht wahr sein!“ „Jetzt ist alles verloren...“ Die Rebellen stöhnten entmutigt auf.

„Nein! Nein, Leute! Wir haben noch eine Chance! Wenn She-Ra zurückkehrt, dann könnten wir Hordak noch schlagen!“ rief Bow. „Tja – wenn sie rechtzeitig zurückkommt, Bow...“ antwortete Madame unsicher...

 

Unterdessen schritt Hordak durch die Hallen und Gänge Brightmoons. Neben ihm her schwebte seine treueste Beraterin: Shadow-Weaver. Zusammen waren sie ein gar teuflisches Gespann!

„Tja, Weaver! Es ist endlich geschafft: Etheria liegt in meiner Hand! Ich bin der neue Herrscher dieses Planeten!“ sagte Hordak euphorisch. „Du hast Recht! Der Kampf mit den Rebellen war lang und hart – aber am Ende waren sie uns doch unterlegen!“ antwortete Shadow-Weaver.

„Wie hätte es anders sein können?“ Hordak lachte.

Dann wurde er wieder ernster: „Aber trotzdem: Ehe die Rebellen nicht komplett meine Gefangenen sind, lasse ich nicht locker! Habt ihr jetzt endlich rausbekommen, wo sie sich verstecken?“

„Ich habe einen Suchtrupp losgeschickt! Er besteht aus Catra, Grizzlor und Skorpia! Vor zwei Tagen sind sie losgegangen – aber sie sind noch nicht wieder zurückgekehrt! Ich warte noch immer auf eine Antwort!“ antwortete die Magierin.

Hordak nickte: „Gut so... und was ist mit She-Ra?“

„Sie ist noch immer auf Eternia – und weiß immer noch von nichts! Aber sie wird bald zurückkommen, das weiß ich! Sie ist sehr verantwortungsbewusst, und wird sich nicht allzu lange mehr von ihren Freunden trennen können! Ihr Verantwortungsbewusstsein wird sie sehr bald zurück nach Etheria drängen!“

„Und dann werden wir sie gebührend empfangen!“

Hordak und seine Beraterin lachten – und sie lachten noch lange....

 

„Ich kann She-Ra noch nicht einmal durch Gedankenübertragung erreichen!“ Madame Razz war mittlerweile auch ratlos. Die Gefangenschaft von Angella blockierte nun auch ihre Kräfte.

„Als She-Ra vor zwei Wochen sagte, sie wolle Kurzferien bei ihrem Bruder machen, da hatte ich nicht daran gedacht, dass sie so lange bleibt! Und ohne sie sind wir verloren! Lange können wir das einfach nicht mehr durchhalten!“ sagte Bow.

Auch der kleine Kowl war verzweifelt. Irgendwann kam ihm eine Idee: Er flog zu Madame Razz, die in einer Ecke des Tempels vor sich hin döste, setzte sich auf ihre rechte Schulter und flüsterte: „Madame! Hast du eigentlich schon versucht, mit Light Hope Kontakt aufzunehmen?“

Madame Razz sah ihn enttäuscht an: „Ja, Kowl, hab ich! Es hat nicht geklappt, leider! Und wir können auch nicht zu ihm gehen, denn es weiß ja nur She-Ra wo das Schloß steht...“

Kowl ließ den Kopf hängen – genau wie Madame.

 

Wie schon gesagt: She-Ra war zu diesem Zeitpunkt auf Eternia. Sie wollte eine kleine, 4tägige Ruhepause nehmen. Nun, aus diesen vier Tagen waren im Nu zwei Wochen geworden! Es tat She-Ra einfach richtig gut, mal wieder bei ihrem Bruder He-Man zu sein – sie hatten sich ja so viel zu erzählen! Gerade saßen die beiden auf einer großen, runden Bank im Palastgarten...

„Ich fühl mich so wohl! Du kannst dir nicht vorstellen, wie super ich mich hier erholen kann!“ jauchzte She-Ra zufrieden.

He-Man lachte seine Schwester an: „Schön! Du hast es dir auch echt verdient!“

„Aber ich sollte langsam auch mal anfangen, über meine Rückreise nachzudenken... ich bin schon zwei Wochen weg!“

„Nun, ich glaube nicht, dass du dir Gedanken machen brauchst... es ist bestimmt alles in Ordnung auf Etheria!“

Sie nickte: „Ja – ja, wird’s wohl sein... Ooh, ich könnte Bäume ausreißen!“

„Dann tu’s doch!“ Beide mussten anfangen zu lachen.

Da kam Orko, der kleine trollanische Zauberer zu ihnen geschwebt: Er hatte sich drei rote Bälle gezaubert und jonglierte nun mit ihnen.

„Hey, Orko! Das klappt ja schon ganz hervorragend!“ begrüßte He-Man den kleinen Freund.

„Danke, He-Man, danke! Ja, ich finde auch, dass ich das Jonglieren mittlerweile perfekt beherrsche!“ antwortete Orko.

He-Man stand auf: „Na, dann kann bei deinem Auftritt am Samstag auf dem königlichen Ball ja nichts schief gehen!“

„Nein, He-Man, ich denke nicht! Sie werden mich alle bestaunen – mich, den größten Jongleur aller Zeiten! Hihihi!“

Nun stand auch She-Ra auf, mit einem leicht besorgten Gesicht: „Der königliche Ball! Och mensch, da wollte ich doch mitkommen! Aber wenn der erst am Samstag stattfindet... Nein, nein, das geht nicht! Ich muß zurück nach Etheria, meine Freunde werden sich womöglich schon Sorgen machen!“

„Aber She-Ra! Willst du meinen sensationellen Jongleur-Auftritt etwa verpassen?” Orko neigte den Kopf.

She-Ra streichelte seinen Arm: „Aber nein, Orko! Aber ich muß wirklich los! Man kann nie wissen, wann Hordak wieder zuschlägt!“

Da hatte sie Recht...

 

Plötzlich rief Orko: „He-Man! She-Ra! Seht mal, da oben in der Luft!”

Erschrocken sah He-Man hoch: „Der Adler der Giganten!“

„Zoar?“ She-Ra sah ihren Bruder leicht besorgt an.

Der große Adler, mit dem wunderschön farbigen Federkleid, schwebte nun über ihre Köpfe, dann krächzte er leise: „He-Man... She-Ra...! Es ist Zeit, aufzubrechen! Geht nach Grayskull... Verliert keine Zeit!“

So schnell wie der Adler erschienen war, verschwand er auch wieder. Etwas ratlos sahen sich die Zwillinge an.

„Das kann nichts Gutes bedeuten! Komm, Schwesterherz! Ab nach Grayskull!“

She-Ra nickte. Und im Nu saßen sie beide im Wind Raider, der sie blitzschnell zur Burg der Macht flog. Sie stiegen aus, stellten sich vor das Tor. Dann zog He-Man sein magisches Schwert, schlug es gegen das schwere Tor und rief: „Öffne dich, Castle Grayskull!“ Ein kleiner, weißer Blitz schoß aus dem Schwert ins Holz des Burgtores – und Sekunden später öffnete sich das Tor. He-Man und She-Ra betraten die Burg, sie gingen den langen, dunklen Gang entlang, der sie zum Thronsaal führte. Ihnen war gar nicht wohl bei der Sache. Sie wussten, dass es etwas sehr Ernstes zu Besprechen gab, wenn die Zauberin sie anrief... Schließlich standen die beiden vor der langen, dünnen Treppe, die zum Thron hinaufführte. Ein weißer Nebel kroch die Treppe hinunter, unten angekommen bildete er sich langsam zur Sorceress zusammen.

„Gut, dass Ihr da seid! Die Lage ist ernst!“ begann sie mit besorgtem Blick.

„Was ist los, Zauberin?“ He-Man wurde allmählich nervös. Was konnte nur geschehen sein? Die Zauberin Grayskulls sah sehr betrübt aus! Und auch She-Ra wollte nun endlich erfahren, warum sie hier in der Burg war.

Die Zauberin sah die zwei Geschwister an. Dann sprach sie: „Etheria ist in höchster Gefahr!“

„Nein! Was? Ich meine... aber wie?“ She-Ra zuckte zusammen.

Die Sorceress redete weiter: „Ja, es ist geschehen! Hordak ist in Castle Brightmoon eingezogen! Mit all seinen Truppen! Er hat nun das Land in seiner Hand!“

He-Man schaltete sich ein: „Aber... die Königin! Was ist mit Angella?“

„Und den übrigen Rebellen?“ fügte seine Schwester hinzu.

„Hordak hat Königin Angella gefangengenommen! Sie wird in einem Kraftfeld festgehalten! Das Feld entzieht ihr langsam aber sicher all ihre Energie! Und die Rebellen wurden von Hordaks Truppen überrascht! Sie haben sich tapfer verteidigt – aber es nützte nichts! Sie mussten fliehen...“

„Woher weißt du das alles, Zauberin?“

„Light Hope hat mich kontaktiert!“ Die Sorceress senkte den Kopf.

She-Ra kniete entsetzt auf dem Boden nieder: „Ich war nicht dort... Hordak wusste, dass ich auf Eternia bin! Er hat gewartet – und dann das Schloß angegriffen!“

Die Zauberin von Grayskull nickte.

„Oh nein!“ She-Ra war am Boden zerstört. Wie konnte das geschehen?

He-Man kniete nieder, legte seinen Arm um die Schulter seiner Schwester: „Kopf hoch! Das ist hart – aber wir biegen das wieder hin! Das haben wir doch schon oft geschafft!“ Er versuchte, zu lächeln.

„Diesmal wird es leider nicht so einfach! Denn ich kann nur einen von Euch beiden nach Etheria schicken!“ sagte die Zauberin. He-Man und She-Ra blickten erschrocken auf: „Was? Wieso?“

He-Man stand auf: „Aber du hattest doch sonst nie Probleme, ein Dimensionstor für mehrere Leute zu öffnen!“

„Ich weiß, He-Man! Aber dieses Mal ist es anders! Hordak hat einen Teil von Angellas Energie absorbiert! Er hat gemeinsam mit Shadow-Weavers Magie einen magischen Kreisel um den Planeten Etheria gelegt! Dieser Kreisel verhindert, das zu viele Menschen nach Etheria kommen können! Das Loch, das sich momentan noch im Kreisel befindet, ist gerade mal groß genug für einen von Euch!“

„Dann gehe ich! Ich muß eingreifen!“ She-Ra war entschlossen.

Die Zauberin malte mit dem rechten Zeigefinger einen großen Kreis in die Luft – und ein leuchtendes, blitzendes Dimensionstor nach Etheria tat sich auf. Dann sprach sie: „Ich werde versuchen, die Macht des Kreisels zu zerschlagen, damit He-Man und die restlichen Masters euch bald zu Hilfe kommen können! Es kann aber eine Weile dauern, bis ich es schaffe – denn dieser Kreisel ist wirklich stark! Aber ich werde ihn brechen!“

She-Ra nickte verständisvoll.

„Ich kann dir leider auch nicht sagen, wo dich das Tor auf Etheria rauslassen wird – es könnte überall sein! Also pass gut auf dich auf!“ Die Sorceress trat einen Schritt vom Tor weg, um She-Ra Platz zu machen.

He-Man umarmte seine Schwester ganz fest: „Keine Sorge, wir kommen bald nach!“

„Ja, ich weiß! Bis dann!“ Sie ließen sich los – und She-Ra betrat das grell-flimmernde Dimensionstor.

He-Man winkte ihr noch hinterher und rief dabei besorgt: „Pass gut auf dich auf!“

Sie rief noch zurück: „Mach ich – keine Angst!“ Dann verschluckte sie das gleißende Licht des Tores. Und ein paar Sekunden später war auch das Dimensionstor verschwunden...

 

Inzwischen hatten die Rebellen einen Kampf hinter sich gebracht: Der Suchtrupp der Horde, der aus Catra, Skorpia und Grizzlor bestand, hatte den Tempel entdeckt. Über ein Funkgerät wollte Catra gerade Hordak Bescheid geben – da stürmten die Rebellen auf sie los! Auf einen solchen Angriff waren die drei nicht gefasst gewesen! Das Funkgerät zerbrach während des raschen Fights – und die drei Bösewichte wurden gefesselt und ins Innere des alten Tempels gebracht.

„Ihr seid garantiert Hordaks Suchtrupp, stimmt’s?“ fragte Glimmer erbost, als sie breitbeinig entschlossen vor den Gefangenen stand.

„Hordak wird uns vermissen! Er wird seine Truppen losschicken, um uns aufzuspüren! Und dann seid Ihr fällig!“ zischte Catra.

Bow lachte: „Keine Angst, Katzenfee! So schnell werden die uns nicht finden! Die Wälder sind groß!“

Glimmer nickte.

Skorpia versuchte sich zu befreien – hoffnungslos! „Lasst uns frei! Wir werden Hordak auch nichts von Euch erzählen!“

„Schlechter Trick, Skorpia! Ihr haltet nie Euer Versprechen!“ entgegnete ihr Glimmer. Dann wandte sie sich von den Gefangenen ab und ging zu ihren Freunden. Es war mittlerweile schon dunkel geworden, Perfuma hatte ein kleines Lagerfeuer entzündet, um das sich jetzt alle niederließen.

„Was werden wir mit denen machen?“ fragte Madame Razz.

„Das werden wir uns noch überlegen! Es ist unser erster Erfolg seit zwei Wochen – wir müssen jetzt einen Plan schmieden! Hach, ich hoffe, She-Ra kommt bald zurück!“ seufzte Glimmer.

Madame Razz sah sie an: „Tja, niemand von uns schafft es, ein Dimensionstor nach Eternia aufzubauen! Hordak scheint einen magischen Kreisel um den Planeten gelegt zu haben!“

Bow schaltete sich ein: „Wir können nur noch auf die Hilfe der Zauberin von Grayskull hoffen!“

 

„Ich kann Catra nicht erreichen, Herr! Ich bekomme keinen Kontakt mehr zu ihrem Funkgerät!“ sagte Leech.

Hordak fluchte: „Waaas? Wieso nicht, Leech? Was soll das?“

Etwas eingeschüchtert von der Wut seines Meisters antwortete Leech: „Ich weiß nicht! Das kann viele Gründe haben! Das Gerät könnte einen Wackelkontakt haben, Catra könnte es zum Beispiel aber auch im Sumpf verloren haben...“

„Nein! Catra verliert keine Funkgeräte! Sie hat noch nie irgendein technisches Gerät verloren!“ Hordak war halb am Durchdrehen! Er packte sich an den Kopf, schloss die Augen und verzog krampfhaft den Mund – innerlich brüllte er!

Ein paar Sekunden später hatte er sich wieder gefasst. Er stand vom Thron auf und kam zu Leech herunter: „Wahrscheinlich sind sie den Rebellen mitten in die Arme gelaufen! Grrrrr... diese Dummköpfe! Können die nicht aufpassen? Los, Leech! Zurück in die Tech-Zentrale! Versuch noch mal, Kontakt aufzunehmen! Vielleicht funktioniert’s ja jetzt!“

Leech gehorchte. Rasch verschwand er.

Just in diesem Augenblick erschien Shadow-Weaver. Sie schwebte zu Hordak.

„Hordak! Es gibt interessante Nachrichten!“ rief sie.

Hordak drehte sich zu ihr um: „Was ist los?“

„Ich habe ein Signal bekommen: Der Kreisel wurde vor kurzem durchbrochen... She-Ra ist hier! Hier auf Etheria, sie ist zurück!“

„Waaaaas? Aber wie hat sie es geschafft den Kreisel zu durchbrechen?“ Hordak wurde nervös.

Shadow-Weaver sah zum Boden: „Tja, unsere Energie war wohl doch nicht stark genug... Der Kreisel hatte ein Loch! Nur eine einzige Person konnte es durchqueren – wahrscheinlich hat ihr diese Frau in Grayskull geholfen! Aber keine Angst: Ich habe das Loch geschlossen! Ich brauchte dafür nur etwas von Angellas Energie! Jetzt ist der Kreisel komplett geschlossen!“

„Fragt sich nur, für wie lange...“ Hordak rieb sich nachdenklich das Kinn.

„Wie meinst du das, Hordak?“

Er sah sie ernst an: „Die Zauberin von Grayskull wird versuchen, den Kreisel zu öffnen! Sie ist wesentlich mächtiger als wir – früher oder später wird sie es schaffen, und wir können sie nicht daran hindern, da auch wir nicht mehr nach Eternia kommen! Ausserdem könnten wir Grayskull sowieso nicht betreten!“

„Wenn sie den magischen Kreisel bricht... dann würden die Masters zu uns kommen?“

Hordak nickte: „Genau das! Das bedeutet, wir müssen die Rebellen und She-Ra so schnell wie möglich schnappen – bevor die Zauberin den Kreisel zerstört und He-Man schicken kann!“

Shadow-Weaver stimmte ihm rasch zu: „Ja! Dann werde ich sofort noch ein paar Suchtrupps losschicken...“

„Schick sie alle los! Ich will, dass sich jetzt jeder meiner Leute auf die Suche macht! Jeder!“ knurrte Hordak.

Shadow-Weaver drehte sich erstaunt um: „Aber... aber wer bewacht dann Brightmoon?“

Hordaks Augen blitzten gefährlich: „Niemand! Die Rebellen werden es nicht wagen, nach Brightmoon zurückzukehren, denn sie wissen, dass wir sie hier am einfachsten finden würden! Und ihre Ex-Königin Angella werden wir halt woanders verstecken...“ Lachend ballte Hordak die Faust....

 

Es war mittlerweile tiefste Nacht geworden. Der Himmel war bewölkt, Sterne waren nicht zu sehen. Nur ab und zu blinkte einer von ihnen schwach durch die dichte Wolkendecke am Himmel. Plötzlich tat sich genau über den Sümpfen Etherias das Dimensionstor auf! She-Ra fiel aus ihm heraus – genau in eins der riesigen Schlammlöcher!

„Uah! Naja – wenigstens weich...“ Leicht erschrocken stapfte die Prinzessin der Macht aus dem Matsch und setzte sich ins trockene Gras.

„Prima! Ich seh aus wie ein Schlammmonster!“ lachte sie. Doch Zeit zum Saubermachen hatte sie nicht!

„Die Pflicht ruft! Auf, auf!“ She-Ra stand auf. Sie wollte gerade losrennen und ihre Freunde suchen – da fiel ihr ein: „Verdammt! Ich hab doch überhaupt keinen Anhaltspunkt, wo die alle sind!“ Enttäuscht blieb sie stehen, lehnte sich an einen dicken Baum.

Sie fing an, nachzudenken: „Hmmm... wo würden sie sich verstecken, wenn Brightmoon besetzt ist? Tja – keine Ahnung! Mir fällt nichts ein! Und ich kann ja wohl schlecht ganz Etheria durchkämmen! Die Zeit drängt!“

Entmutigt ließ sich She-Ra zurück ins Gras fallen. Nun war sie hier – aber wusste nicht, wo ihre Kameraden waren! Was war nun zu tun?

 

Inzwischen waren Hordaks Kämpfer allesamt aufgebrochen: Unzählige Horde Trooper begleiteten Hordaks Monster. Als sie alle Brightmoon verlassen hatte, waren nur noch Hordak selber und seine treue Beraterin Shadow-Weaver im Schloß.

„Komm, Weaver! Es wird Zeit, dass auch wir aufbrechen!“ sagte Hordak zufrieden. Er war sich sicher, dass seine Leute innerhalb der nächsten 48 Stunden die Rebellen samt She-Ra geschnappt hätten.

„Willst du dich auch auf die Suche machen?“ fragte Shadow-Weaver, leicht verdutzt.

Hordak drehte sich böse-grinsend zu ihr um: „Auf die Suche? Haha, nein... wir werden jetzt etwas verstecken! Oder besser gesagt: Jemanden verstecken!“ Er lachte höhnisch. Shadow-Weaver begriff sofort und schwebte ihrem Herrn hinterher. Die beiden Bösewichte gingen eine Treppe hinunter, die in einen der zahlreichen Kellergewölbe Brightmoons führte. Dann stieß Hordak eine der schweren Türen auf – und betrat mit Shadow-Weaver den Raum.

Hier wurde Angella gefangen gehalten! Mitten im Raum stand eine große, metallene runde Platte. Rechts an dieser dicken Metallplatte war ein Hebel angebracht. Auf der Platte lag Angella – sie war schon völlig kraftlos, lag einfach so dar! Sie wurde von einer Energie-Kuppel umgeben, die ihr ihre Kräfte aussaugten. Mit dem Hebel konnte man das Kraftfeld ausschalten – doch das wollte Hordak gar nicht!

Mit der rechten Hand berührte er das grün-leuchtende Kraftfeld, das Angella umgab. Grüne Blitze strömten daraufhin von dem Energiefeld auf Hordak über – Angellas Energie wurden dadurch auf Hordak übertragen!

„Hahahaaa! Bald ist ihre gesamte Energie in mir! Dann kann sie nichts mehr gegen uns ausrichten!“ lachte Hordak.

Angella hatte die Augen geschlossen. Sie bekam das alles noch mit – war aber einfach schon zu schwach, um etwas zu unternehmen.

„Wo sollen wir sie jetzt hinbringen, Hordak?“ fragte Shadow-Weaver. „In die Fright-Zone? Nach Beast Island?“

Hordak sah sie an: „Nein, nichts von alledem! Wir werden Angella in der Maschine lassen! Diese Kraftfeldmaschine werden wir – in die Luft bringen!“

„Was? In die Luft? Aber... ich versteh nicht ganz!“ Shadow-Weaver war verwirrt. Wie meinte Hordak das? In die Luft?

Hordak legte seinen linken Arm um seine düstere Beraterin. Dann erklärte er ihr sein raffiniertes Vorhaben: „Pass auf, Weaver! Du weißt doch, dass wir letzte Woche unsere Air-Station zu Ende gebaut haben! Diese große Plattform, die mit Hilfe von Motoren hoch über den Wolken schwebt! Sie wird uns in Zukunft als ausgefeilte Verteidigungsanlage nützen – heute aber wird sie erst einmal als Versteck für Angella dienen!“

Shadow-Weaver verstand allmählich: „Aha, du willst sie auf die Air-Station bringen, wo sie garantiert niemand findet?“

„Richtig, Weaver! Die Rebellen wissen nicht, dass wir nun auch eine fliegende Station in den Wolken besitzen! Sie werden Angella niemals finden!“ Hordak fand seinen Plan einfach genial. Und auch Shadow-Weaver stimmte diesem Vorhaben zu.

Kurzerhand wurde die komplette Maschine, in dessen Kraftfeld Angella gefangen war, in ein Horde-Flieger geladen, Hordak und Shadow-Weaver nahmen im Cockpit Platz. Dann startete der Flieger, düste mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung Wolkendecke...

 

She-Ra war immer noch nicht weiter gekommen! Immer noch saß sie im Gras, dachte angestrengt nach. Aber ihr wollte einfach nichts einfallen! In Gedanken ging sie den ganzen Wald durch, überlegte, wo man sich am effektivsten verstecken könnte – aber auf den Tempel kam sie nicht.

„Hmmm... Allmählich müsste mir doch auch mal was einfallen! Stundenlanges Nachdenken muß doch irgendwann auch mal belohnt werden!“ murmelte sie vor sich hin.

Schließlich nahm die Prinzessin der Macht ihr magisches Schwert hervor. Durch den glänzenden Edelstein, der in das Schwert integriert war, konnte sie normalerweise immer Kontakt zur Zauberin von Grayskull aufnehmen.

„Zauberin! Bitte, melde dich! Ich brauche deine Hilfe! Kannst du mir sagen, wo ich meine Freunde finde? Weißt du es vielleicht mittlerweile?“ She-Ra sah gespannt in den Diamanten.

Doch diesmal erschien nichts das Gesicht der Sorceress im Stein – sondern nur ein kleiner, schwarzer Rauchwirbel! Enttäuscht steckte She-Ra ihr Schwert zurück: „Mist! Hordaks blöder Kreisel blockiert den Kontakt! Ich kann nur hoffen, dass die Zauberin die Magie des Kreisels bald bricht!“

Nachdenken wollte sie jetzt nicht mehr. She-Ra entschied sich, einfach durch den Wald in Richtung Brightmoon zu gehen. Vielleicht würde sie unterwegs ja einen ihrer Freunde treffen! Und wenn nicht, dann würde sie sich erst einmal die Besetzung Brightmoons durch die Wilde Horde etwas genauer ansehen! Sie wusste ja nicht, dass das Schloß mittlerweile leer stand...

 

Hoch oben, über den Wolken, schwebte die brandneue Air-Station der Wilden Horde. Monatelang hatten sie daran gearbeitet – jetzt war sie endlich fertig, einsatzbereit! Konstruiert hatte diese Station der geniale, aber tollpatschige Wissenschaftler Modulok. Das Monster mit den Glupschaugen und den vier Beinen hatte zwei Jahre gebraucht, bis er die Baupläne für die dämonische Air-Station fertig hatte. Die Station bestand eigentlich nur aus einer riesigen Plattform. An den Seiten der Plattform waren mehrere Türme aufgebaut. Wenn man oben auf den Türmen stand, konnte man von dort aus mit Hilfe von modernsten High-Tech-Fernrohren alles beobachten, was sich unten auf Etheria abspielte! Auch waren hier oben Laserstrahler angebracht. Die Fernrohre waren allerdings noch außer Betrieb, da sie noch nicht an den benötigten Energiereaktor angeschlossen waren – sonst hätten Hordaks Männer das Versteck der Rebellen ja auch einfach durch eins der neuen Fernrohre ausmachen können.

Hordak und Shadow-Weaver waren gerade auf der Station gelandet. Als sie ausstiegen, wurde Angella in ihrem Gefängnis automatisch ausgeladen. Die beiden Bösewichte brachten sie anschließend in einen kleinen, abgesichert Raum, der durch ein elektrisch aufgeladenes Gitter verriegelt wurde.

„Hahahaaa... Ex-Königin Angella! Hier wird dich niemand finden! Und in ein paar Stunden hat dieses raffinierte Kraftfeld sowieso deine komplette Energie aufgesaugt!“ lachte Hordak höhnisch.

Dann drehte er sich zu Sahdow-Weaver um: „Komm, gehen wir! Jetzt werden auch wir uns auf die Suche nach den Rebellen und She-Ra machen... und ich schwöre dir: Wir werden sie finden!“

Daraufhin nahmen die beiden wieder in ihrem Horde-Flieger Platz und düsten zurück...

 

Währenddessen schliefen die Rebellen. Das wärmespendende Lagerfeuer flackerte immer noch vor sich hin. Nur Bow, Flutterina, Glimmer und Kowl waren noch wach: Sie mussten Nachtwache halten, damit die Horde sie nicht beim Schlafen überraschen konnte.

„Unsere drei Gefangenen sind auch schon eingenickt!“ stellte Glimmer fest.

Bow sah kurz zu ihnen rüber: „Ja... komisch: Ich hab noch nie einen von der Wilden Horde beim Schlafen zugesehen!“ Er lächelte.

„Ich hoffe, She-Ra kommt bald! Ich weiß einfach nicht weiter!“ Glimmer griff sich an die Stirn. Liebevoll beruhigend legte Bow seinen Arm um die Schulter der Freundin.

„Vielleicht ist She-Ra ja schon hier – kann uns aber nur nicht finden!“ bemerkte Flutterina nebenbei.

„Das könnte gut möglich sein, Flutterina! Aber wir können trotzdem nur auf sie warten! Wir dürfen den sicheren Tempel nicht verlassen! Hier sind wir geschützt – jedenfalls im Moment noch...“

 

Stunden waren vergangen, She-Ra hatte sich ohne Pause durch die Wälder gekämpft – war beinahe einer Gruppe Horde Trooper in die Arme gelaufen! Aber sie konnte der Gefahr dann doch noch rechtzeitig aus dem Weg gehen! Sie dachte sich, dass es klüger wäre, wenn Hordak momentan noch nichts von ihrer Rückkehr mitbekam – sie konnte ja nicht wissen, dass er sie schon suchen ließ!

Jetzt kam She-Ra gerade an die große Lichtung: Hier stand das prachtvolle Schloß Brightmoon! Aber es sah nicht so schön aus wie sonst: Der harte, lange Kampf, der hier getobt haben musste, war nicht spurlos am Castle vorübergegangen.

She-Ra kniete sich in einem der letzten Büsche nieder – so verharrte sie etwa eine Viertelstunde, beobachtete das Shloß.

„Was ist los? Da regt sich nichts! Gar nichts! Keine Wachen gehen umher, kein Hordak, der Befehle vom Fenster aus erteilt... Was läuft hier eigentlich gerade ab?“ wunderte sich die Prinzessin der Macht allmählich.

Dann hatte sie genug! Es sah nicht so aus, als wäre hier noch irgendwer – also stand sie langsam aus, verließ ihr Versteck und ging entschlossen auf das Eingangstor des Schlosses zu.

„Komisch: Das Tor ist offen! Sieht aus, als hätten Hordak und Co. Das Schloß Hals über Kopf verlassen... Entweder ist das hier eine Falle – oder hier ist wirklich keiner!“ Vorsichtig, und mit gezücktem Schwert, betrat She-Ra das Schloß. Drinnen war es dunkel, Lichter waren nicht eingeschaltet. Und kein einziges Geräusch war zu hören! Es war direkt unheimlich, fand sie.

Schließlich rief sie laut: „Hallo? Hallo! Ist hier noch jemand?“

Keine Antwort.

„Tja, niemand mehr da... komisch!“ Sie dachte angestrengt nach: „Wahrscheinlich sucht Hordak das Versteck von Glimmer und den anderen – genau wie ich! Naja, hier kann ich nicht länger bleiben, er könnte jeden Moment zurückkommen! Ich gehe zurück in den Wald, diesmal in die andere Richtung – vielleicht sind sie ja im alten Tempel...“

Sie ahnte ja nicht, wie Recht sie hatte...

 

Zur selben Zeit in Castle Grayskull:

Die Zauberin sprach gerade mit He-Man. Den Kreisel hatte sie noch nicht durchbrechen können – denn es gab ein kleines Problem...

„He-Man, der Kreisel besteht noch! Ich habe ihn noch nicht aufheben können!“ sprach sie ruhig.

He-Man war entsetzt: „Aber warum nicht? Die Zeit drängt, Zauberin! Wo liegt das Problem?“

Sie legte ihre rechte Hand auf seine linke Schulter: „Alleine ist es für mich momentan unmöglich, die Magie des Kreisels zu durchbrechen! Ich brauche die Hilfe von Orko und die deine!“

„Was?“ He-Man stutzte.

Die Sorceress versuchte, ihm die komplizierte Situation zu erklären: „Pass auf: Der Kreisel kann nur zerstört werden, wenn er von drei Personen gleichzeitig angegriffen wird! Meine Kraft würde zwar ausreichen, um ihn aufzuheben – aber ich bin ja nur eine einzige Person! Deshalb musst du Orko hierher bringen! Dann werden wir alle drei zusammen unsere Kräfte gleichzeitig einsetzen...“

„Und dann zerbricht die Macht des Kreisels?“ He-Man war nervös: Seine Schwester war irgendwo auf Etheria in Gefahr, und er musste hier auf Eternia warten!

„Ich denke, dass es dann klappen müsste!“ entgegnete ihm die Sorceress.

He-Man rannte sofort los, Richtung Eternis! Im Laufen rief er der Zauberin noch zu: „Ich beeile mich! Ich werde Orko so schnell es geht herbringen! Bis gleich!“

Draußen, vor der Burg, sprang He-Man gekonnt auf den Vordersitz des geparkten Wind Raiders, ließ den Motor an und düste mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung Eternis.

Auf dem Flug-Landeplatz des Königspalstes landete er die Maschine, sprang heraus und rannte durch die Gänge des Palastes. Schließlich stieß er energisch die große, schwere Tür zum Speisesaal auf – und platzte mitten ins Abendessen der königlichen Familie!

„Oh, He-Man! Wie schön, dich zu sehen! Möchtest du dich zu uns setzen?“ sagte die Königin entzückt.

Ihr Ehemann knurrte: „Weißt du zufällig, wo mein Sohn Adam ist? Er ist nicht zum Essen erschienen!“

„Wahrscheinlich hat er sich in irgendein Blumenbeet verkrochen und schreibt wieder Gedichte!“ flüsterte Teela Man-at-Arms zu, der ebenfalls mit am Esstisch saß. Man-at-Arms lächelte.

He-Man setzte sich nicht zu ihnen an den Tisch. Nervös fragte er in die Runde: „Weiß einer, wo Orko ist?“

Tella sah ihn verwundert an: „Ja – Orko ist auf Trollan, um seine Zauberkräfte aufzufrischen! Wieso fragst du?“

„Und wieso bist du so nervös?“ schaltete sich Man-at-Arms nun ein.

„Ist etwas passiert?“ fragte Queen Marlena ängstlich.

He-Man antwortete ernst: „Ja, ist es! Teela, Man-at-Arms! Kommt schnell, Orko wird in Grayskull gebraucht! Trommelt bitte sofort all unsere Leute zusammen – wir werden auf Etheria gebraucht... Hordak hat die Macht an sich gerissen! Alles weitere erzähle ich euch unterwegs!“

„Bist du sicher, dass du was gehört hast, Bow?“ flüsterte Flutterina ängstlich.

Ohne sich zu ihr umzudrehen antwortete er leise: „Ja! Da hinten, im Gebüsch, da hat was geraschelt!“

„Das kann doch auch ein Reh gewesen sein!“ erwiderte Kowl zitternd. Bow schüttelte den Kopf: „Nein – ich habe auch noch Stimmen gehört! Seit wann können Rehe sprechen?“

Glimmer löschte rasch das Lagerfeuer. Dann weckte sie lautlos all ihre Freunde. Alle hielten den Atem an, als Bow vorsichtig den Tempel verließ um Nachzusehen.

„Hoffentlich ist es keiner von Hordaks Leuten! Bitte, bitte, bitte!“ Glimmer schloß verängstigt die Augen. Dann öffnete sie sie wieder – und flüsterte entschlossen: „Ich gehe ihm hinterher! Gebt mir Rückendeckung!“

Die anderen wollte sie noch davon abhalten – aber da hatte Glimmer sich schon nach draußen geschlichen! Auf allen Vieren krabbelte sie durch das kniehohe Gras, hielt den Atem an, gab keinen Mucks von sich.

Plötzlich hörte sie es wieder rascheln – dann war es wieder ganz still. Glimmer versuchte, etwas zu erkennen – aber es war stockdunkle Nacht, dazu kam noch der Nebel! Man konnte die Hand vor Augen nicht mehr erkennen!

Da hörte sie Bow plötzlich flüstern: „Glimmer? Bist du das?“

„Ja!“ flüsterte sie zurück. Sie konnte leider nicht sehen, wo er gerade war.

Schließlich richtete sich Glimmer ganz langsam auf. Sie zückte ihren Laserstrahler und stapfte langsam, und so leise wie es nur irgendwie ging, durch das wildgewachsene Gras.

Mit einem grässlichen Gebrüll stürzte sich plötzlich ein unglaublich schweres Etwas von der Seite auf Glimmer und riss sie zu Boden – Leech! Das gefährliche Saugmonster der Wilden Horde! Mit Händen und Füßen versuchte Glimmer sich das Monster vom Leib zu halten – vergebens!

„Ich hab sie!“ rief Leech auf. Von allen Seiten strömten Kämpfer der Horde herbei – zwei der Trooper hielten Bow fest! Ihn hatten sie auch erwischt!

„Ihr seid umzingelt, Rebellen! Gebt auf, kommt heraus!“ hörte man Hordak siegessicher brüllen.

„Wir sind entdeckt! Hört Ihr das? Das ist Hordak!“ zeterte Kowl.

„Oh nein! Ach, herrje – und jetzt?“ fragte Madame Razz geknickt und schaute in die Runde.

„Wir kommen nicht heraus! Wir dürfen uns nicht freiwillig ergeben – wir kämpfen!“ entschied Flutterina rasch.

Doch schon hallte Hordaks Stimme von draussen: „Falls Ihr euch entscheidet zu kämpfen – lasst es lieber! Denn dann könnte Euren beiden Freunden hier etwas zustoßen!“

Frosta erschrak: „Sie haben Bow und Glimmer!“

„Ganz recht! Also, ich mache euch ein Angebot: Wenn ihr euch alle ergebt, wird niemandem etwas passieren! Ihr werdet zwar allesamt in Kerker gesperrt, aber sonst passiert euch nichts! Wenn Ihr dieses Geschäft allerdings nicht annehmt... dann könnte das problematisch für euch werden! Denn wir sind in der Überzahl!“ hallte Hordaks Stimme von draussen. Er lachte.

„Wir müssen uns ergeben! Wir dürfen nichts aufs Spiel setzen, Leute!“ sagte Madame Razz.

„Okay – aber einer von uns bleibt hier in der Höhle! Einer mehr oder weniger – Hordak wird es nicht sofort bemerken!“ sagte Flutterina.

Frosta sagte: „Okay, dann bleibe ich hier! Sobald Hordaks Truppen abgezogen sind, mache ich mich auf die Suche nach She-Ra! Wir holen euch da wieder raus, keine Sorge!“

„Hoffentlich ist She-Ra schon hier!“ entgegnete ihr Kowl.

„Da bin ich mir ganz sicher, Kowl!“ schaltete sich Madame Razz ein.

Die Sache war abgemacht: Frosta verkroch sich in eine kleine Felsspalte im Tempel, während die anderen Rebellen mit gesenkten Köpfen den alten Tempel langsam verließen. Sofort wurden sie von Hordaks Leuten festgenommen und abgeführt.

„Wunderbar! Die Rebellen sind mein – jetzt fehlt nur noch She-Ra!“ lachte Hordak...

 

She-Ra hatte Castle Brightmoon verlassen. Sie wanderte nun wieder alleine durch die finsteren Wälder. Nachts konnte man hier wirklich Angst kriegen: Glühende Eulenaugen glupschten einen an, ab und zu raschelte etwas an den Füßen vorbei – und dieser unheimliche Nebel... Aber She-Ra fürchtete sich überhaupt nicht! Sie lebte hier und kannte den Wald.

„Mist... ich müsste den Tempel allmählich erreicht haben! Hoffentlich hab ich mich jetzt nicht irgendwie verlaufen!“ murmelte die Prinzessin der Macht.

Es verging noch eine weitere Stunde – dann endlich hatte She-Ra den alten Tempel erreicht! Erschöpft lehnte sie sich gegen seine Mauern und holte erst einmal tief Luft. So einen langen Fußmarsch machte sie nicht jeden Tag!

„Puuuh... oh mann! Anstrengender als ich gedacht hätte...“ keuchte sie. „Mal schauen, vielleicht haben sie sich ja hier drin versteckt...“

Vorsichtig betrat She-Ra den Tempel. Ganz langsam ging sie vorwärts, horchte. Sehen konnte sie nichts, denn Fackeln gab es hier keine mehr.

Plötzlich hielt sie inne. Da war ein Geräusch gewesen! Hörte sich an, als ob noch jemand hier drinnen war – ein Horde Trooper? Hordak persönlich? Bloß das nicht!

Sie nahm all ihren Mut zusammen und rief laut: „Wer ist da? Sollte es jemand von der Wilden Horde sein, dann kann er sich auf eine gewaltige Tracht Prügel gefasst machen!“

„Nur keine Panik...“ hörte She-Ra eine Stimme rufen – eine Frauenstimme! Und She-Ra erkannte sie: „Frosta? Bist du das?“

„Ja! Ich bin’s, She-Ra! Oh, bin ich froh, dass du endlich da bist!“ Frosta sprang ihr in die Arme...

Ein paar Minuten später hatten She-Ra und Frosta ein neues, kleines Lagefeuer entfacht. Sie setzten sich nun nebeneinander und begannen, über das Geschehene zu reden.

„Ein Glück, dass du endlich hier bist!“ sagte Frosta, sichtlich erleichtert.

Ja, tut mir leid, dass ich euch so lange allein gelassen habe!“ She-Ra hatte ein schlechtes Gewissen.

Doch Frosta beruhigte sie sofort: „Nein, das muß dir nicht leid tun, She-Ra! Jeder hat mal Ferien verdient – auch du!“

Erst jetzt fiel She-Ra die Frage ein: „Sag mal – wo sind die anderen eigentlich, Frosta?“

Die Freundin senkte den Kopf zur Seite: „Wir hatten uns alle hier versteckt! Das ging eine Zeit lang auch gut – aber vorhin hat Hordak uns entdeckt! Er hat sie alle gefangengenommen! Nur mich nicht...“

„Was? Sie sind alle Hordaks Gefangene?“ She-Ra schluckte.

Frosta nickte.

„Wohin wird er sie gebracht haben?“ fragte She-Ra weiter.

Frosta dachte kurz nach: „Tja, ich schätze nach Brightmoon! In die Fright Zone würde er nicht zurückkehren! Er ist ja jetzt König von Etheria – und das wird er dadurch demonstrieren, indem er sich in Brightmoon weiter breit macht! Aber einige Wachen hat er sicherlich noch in der Fright Zone stationiert... Wir wussten auch nicht genau, wo er Königin Angella festhielt!“

„Wahrscheinlich auch in Castle Brightmoon...“ kombinierte She-Ra voreilig.

„She-Ra! Wir müssen aufbrechen! Wir dürfen keine Zeit verlieren! Ich weiß zwar nicht wie, aber irgendwie müssen wir die anderen befreien!“ sagte Frosta verzweifelt.

Aber She-Ra winkte sofort ab: „Nein, jetzt noch nicht! Das Risiko ist zu groß, dass Hordak uns beide auch noch einfängt! Und dann hätten wir absolut keine Chance mehr! Nein, wir müssen warten! Bald wird mein Bruder mit seinen Leuten hier eintreffen – und dann kann Hordak was erleben!“

 

Mittlerweile hatte He-Man alle übrigen Masters of the Universe über die Lage informiert – und nun warteten alle auf Orko! Denn ohne den kleinen, trollanischen Zauberer konnte der magische Kreisel nicht geöffnet werden! Orko war noch immer nicht von seinem Heimatplaneten Trollan zurückgekehrt...

„Wo bleibt der nur?“ sagte Teela nervös. „Kann denn niemand etwas tun?“

„Nein, Teela, leider nicht! Wir sind nicht in der Lage uns nach Trollan zu beamen!“ antwortete ihr Man-at-Arms.

Energisch meinte Teela: „Aber die Zeit läuft uns davon!“

Daraufhin schaltete sich auch He-Man ein: „Ganz Recht, Teela! Während wir hier auf Orko warten, könnte Hordak bereits She-Ra und die Rebellen in seinem Kerker eingelocht haben... aber wir können nichts tun!“

Sie warteten weiter – wohl oder übel mussten sie das!

Eine weitere Stunde verstrich – und noch eine. Langsam tauchte die Sonne wieder auf, ein neuer Tag brach an – und Orko war noch immer nicht zurück auf Eternia!

„Ich halt das nicht mehr aus! Man muß diesen verdammten Kreisel doch auch noch anders aufbrechen können!“ rief Teela.

„Nein, Teela! Die Zauberin von Grayskull sagte, dass es nur diese eine Möglichkeit gibt!“ erwiderte He-Man. Er wusste zwar, dass er warten musste – aber auch er hielt es nicht mehr aus! Er wusste nicht, wie es gerade um seine Schwester stand! Er konnte nur hoffen, dass sie noch frei war...

Plötzlich zuckten kleine gelbe Blitze durch die Luft, Sternchen funkelten und rasten umher, eine kleine rosa Rauchwolke erschien – und Orko war zurück!

Alle Masters stürzten sich sofort auf ihn und überschwemmten ihn mit derselben Frage: „Wo warst du solange, Orko?“

Verdutzt antwortete Orko: „H-huch... w-w-was ist... ich war auf Trollan! Das wusstet ihr doch!“

He-Man kam nun auf den kleinen Trollaner zu. Mit ruhiger Stimme fragte er den Freund: „Ja, das wussten wir! Aber du warst diesmal sehr lange dort! Was war los?“

Orko antwortete leicht verlegen: „Oh... was los war? Ähm... na ja – ich hatte ein Rendevouz, mit einer wunderschönen Trollanerin! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wir glücklich...“

„Jajaja, Orko, erzähl uns das bitte später! Wir müssen sofort nach Grayskull!“ unterbrach ihn Teela rasch.

Es herrschte sofort allgemeine Aufbruchstimmung! Alle Masters setzten sich in verschiedenste Fahrzeuge und machten sich auf den Weg zur Burg.

Teela, Man-at-Arms, He-Man und Orko nahmen einen Wind Raider.

„Hee, was läuft hier denn plötzlich ab? Hab ich was verpasst?“ fragte Orko verdattert.

„Allerdings!“ antwortete Teela nervös.

Während des raschen Fluges erzählte He-Man Orko die ganze Geschichte – jetzt verstand auch Orko...

 

Einerseits hatten She-Ra und Frosta Recht: Nein, Hordak war natürlich nicht in die Fright Zone zurückgekehrt!

Andererseits hatten die zwei übriggebliebenen Power-Girls aber auch wieder Unrecht: Denn Hordak hatte seine Gefangenen nicht nach Brightmoon verschleppt! Er ließ das Schloß links liegen – und war mittlerweile mit all seinen Truppen und Gefangenen auf der Air-Station der Wilden Horde angekommen!

Hier, wo schon Angella versteckt war, wollte er auch all die anderen Rebellen unterbringen. Und dann wollte Hordak hier oben auf die unvermeintliche Ankunft der Masters of the Universe warten. Mantenna war gerade dabei, die Mega-Fernrohre an einen neuen Energie-Generator anzuschließen, damit Hordak und seine Leute das Land gut im Auge behalten könnten – und die Ankunft He-Mans sofort mitbekämen...

„Mantenna! Bist du endlich fertig?“ fragte Hordak, nachdem die Rebellen in die Gefängnisräumen der Station eingeschlossen waren.

„Nein, Hordak, noch nicht! Ich muß noch ein ganzes Bündel Kabel einstöpseln!“ antwortete Mantenna beschäftigt.

Hordak wurde langsam ungeduldig: „Dann beeil dich! He-Man und die anderen könnten jeden Moment hier auftauchen – und darauf will ich vorbereitet sein!“

 

Derweil in Castle Grayskull:

„Endlich sind wir alle drei versammelt!“ sprach die Zauberin. Sie hatte nur He-Man und Orko zu sich in den Thronsaal geholt, die restlichen Masters warteten ungeduldig draußen vor der Burg.

„Dann kann’s ja losgehen!“ sagte He-Man, erleichtert endlich nach Etheria kommen zu können.

Die Sorceress wurde ernst: „Ja – sammelt bitte all Eure Kräfte... Konzentriert euch, das wird sehr hart werden! Wir müssen unsere gesamte Energie aufbringen, alle gleichzeitig! Ich werde bis drei zählen – dann entladen wir unsere Kraft gemeinsam! 1...“

He-Man, Orko und die Zauberin von Grayskull schlossen die Augen.

„2...“

Jeder der drei konzentrierte sich voll auf seine Kräfte – sie wussten alle, wie wichtig es war, dass es beim ersten Versuch klappte! Denn einen zweiten Versuch könnten sie erst wieder Tage später tätigen, da sich ihre Energie erst einmal wieder voll aufladen müsste.

„3!“

He-Man glühte auf, grelle weiße Strahlen umkreisten ihn!

Orko fing an zu glitzern, zu schimmern, bunte kleine Kreise hüllten ihn ein!

Und die Sorceress versprühte plötzlich wahnsinnig helle Blitze, die sich mit den anderen Strahlen, von He-Man und Orko, vermischten! Daraus entstand eine immer größer werdende, weiß-glühende Kugel!

„Es klappt! Es klappt, He-Man, Orko – seht!“ rief die Zauberin erleichtert.

He-Man und Orko öffneten die Augen – und staunten nicht schlecht!

Plötzlich explodierte die Kugel – mit einem ohrenbetäubenden Lärm! Es krachte und schepperte, und der gesamte Planet bebte für ein paar Sekunden! Es wurde erst unglaublich hell – dann stockfinster! Und dann, als der dunkle Nebel sich verzog, war alles ganz normal.

„Was ist los, Zauberin? Warum passiert nichts mehr? Kein Dimensionstor?“ Orko erschrak. Hatte es doch nicht geklappt?

Doch die Zauberin beruhigte den kleinen Trollaner sofort: „Keine Panik, Orko! Das Tor ist da – vor der Burg! Hordaks magischer Kreisel ist endlich gebrochen! Beeilt Euch jetzt, Etheria braucht Euch – aber passt auf!“

„Aber sicher – tun wir doch immer!“ rief He-Man lachend, während er den langen Gang entlang lief, und dann die Burg verließ. Orko schwebte ihm hinterher.

Tatsächlich! Draußen, direkt vor der magischen Burg, hatte sich ein leuchtendes Dimensionstor aufgetan!

Die Freunde begrüßten Orko und He-Man.

„He-Man! Orko! Das Tor ist offen! Kommt!“ rief Man-at-Arms sofort.

„Es gab ein Erdbeben!“ meinte Teela, noch ganz erschrocken.

Orko kicherte los: „Hihihihiii! Aber nein, Teela! Das waren wir! Die große leuchtende Kugel hat den Kreisel Hordaks zerstört – deswegen hat’s so schlimm gebebt!“

„Ach so, jaa... hab ich mir gedacht!“ gab Teela etwas verlegen zurück.

„Los, los! Beeilung! Wir müssen los, den Rebellen helfen!“ rief He-Man hektisch.

Und so gingen alle Masters of the Universe in das glühende, Funken sprühende Dimensionstor...

 

Durch die Mithilfe der Sorceress öffnete sich das magische Tor genau über She-Ra und Frosta. Erschrocken über das plötzlich erschienene, grelle Leuchten sah She-Ra nach oben – und rief sofort: „Sie sind da! Frosta, sieh her! Mein Bruder kommt!“

Nun setzte bei den zwei Freundinnen das große Freudengelächter an!

Nacheinander sprangen die Masters of the Universe aus dem Dimensionstor. Als alle da waren, verschwand das glitzernde Tor mit einem leisen Zischen.

She-Ra sprang ihrem Bruder voller Glück in die Arme: „Endlich! Endlich seid Ihr hier! Wir haben so lange gewartet...“

„Keine Sorge – jetzt biegen wir das wieder gerade!“ lachte He-Man.

Dann begrüßten She-Ra und Frosta die anderen. Alle waren da: Teela, Man-at-Arms, Orko, Fisto, Mossman, Battle-Cat, Stonedar, Snout Spout, Extendar und wie sie alle hießen.

Die Wiedersehensfreude war groß – bis Man-at-Arms irritiert fragte: „Sag mal, She-Ra... warum sind Frosta und du allein? Wo sind all die anderen Rebellen?“

She-Ra wurde wieder etwas ernster.

Frosta antwortete: „Am besten setzt Ihr euch, das ist ’ne längere Geschichte...“

 

Die Hyper-Fernrohre auf der Air-Station der Horde waren noch immer nicht an den Energiegenerator angeschlossen – so hatte Hordak auch noch nicht mitbekommen, dass He-Man und seine Mitstreiter auf Etheria angekommen waren.

„Was ist denn, Mantenna? Es kann doch nicht so lange dauern, verdammt!“ Hordak wurde böse.

Mantenna versuchte, sich zu rechtfertigen: „Das ist doch komplizierter als ich dachte! Also – laß mich bitte in Ruhe arbeiten!“

Grummelnd wandte sich Hordak von Mantenna ab.

Gerade kam ihm eine ziemlich aufgeregte Shadow-Weaver entgegengeschwebt. Sie fuchtelte wild mit den Händen...

„Was ist denn mit dir los, Weaver?“ fragte Hordak verdutzt.

Shadow-Weaver schnappte nach Luft: „Er ist zerstört!“

„Wer?“ fragte Hordak unwissend.

„Der Kreisel! Er ist gerade eben durchbrochen worden!“ antwortete Shadow-Weaver verzweifelt.

Hordak brauste auf: „Neiiin! Das bedeutet, dass He-Man wahrscheinlich schon längst hier ist – und wir haben es nicht gemerkt!“

Shadow-Weaver nickte.

Doch dann hatte Hordak sich auch schon wieder gefasst. Er ballte die Faust – und sein bösestes Grinsen setzte ein: „Aber sie werden uns niemals finden! Niemals! Hier oben sind wir sicher! Und sobald die elektrischen Fernrohre funktionieren, werden wir unsere Gegner von hier oben ausfindig machen – und dann haben sie keine Chance mehr... Mantenna! Beeilung!“...

 

Mittlerweilse waren die Masters voll im Bilde. Nun kannten sie die ganze Geschichte. Und ihnen war klar, dass sie schnellstens etwas unternehmen mussten.

„Okay, wir greifen an! Hordak hat keine Chance! Er hat vielleicht mehr Leute, wegen den ettlichen Troopern – aber dafür sind wir cleverer!“ sagte He-Man mutig.

„Wir können also nur gewinnen!“ jubelte Orko übermütig.

Doch She-Ra dämpfte ihren Übermut: „Meint ihr wirklich, dass es eine gute Idee ist, einfach bei Hordak reinzuplatzen? Er könnte uns überrumpeln!“

Man-at-Arms nickte: „Sie hat recht, He-Man! Am besten, wir schleichen uns alle vorsichtig an, checken die Lage – und greifen dann plötzlich an!“

Damit waren die anderen auch einverstanden.

„Aber... sag mal, wo ist Hordak jetzt? Weiß das jemand?“ fragte Battle-Cat ratlos.

„Na, wo wohl! Wahrscheinlich in Castle Brightmoon! Er will doch wahrscheinlich seine neue Macht demonstrieren... hach, er ist genauso, wie Skeletor!“ Teela schüttelte sich wütend.

She-Ra wandte sich wieder ihrem Bruder zu: „Das denke ich auch! Er wird in Brightmoon sitzen!“

„Okay, so ist der Plan: Wir werden uns alle ganz vorsichtig an das Schloß anschleichen! Dann werden wir nachsehen, wo überall Wachen stehen! Und dann stürmen wir direkt in den Thronsaal!“ schlug He-Man vor.

„Und wenn die Horde uns nun wirklich doch noch überlegen ist? Es kann nicht jeder von uns gleichzeitig gegen zehn Leute kämpfen!“ wandte Teela ein.

„Das ist wohl wahr!“ stimmte ihr He-Man nachdenklich zu und rieb sich am Kinn.

Orko dachte darüber nach. Er grübelte kurz – und meinte dann: „Wie wär’s, wenn wir, nachdem wir in den Thronsaal gestürmt sind, sofort Hordak gefangen nehmen? Dann müssen seine Kämpfer uns in Ruhe lassen!“

„Keine schlechte Idee, Orko! Ziemlich gerissen!“ lachte Teela.

Man-at-Arms richtete sich auf: „Okay, so wird’s gemacht! Los, gehen wir! Wir dürfen keine Zeit verlieren!“ Und so setzten sich He-Man, She-Ra, Teela, Man-at-Arms, Orko, Frosta, Battle-Cat und die anderen Masters of the Universe in Bewegung – Richtung Brightmoon. Sie ahnten ja nicht, dass alles ganz anders kommen sollte...

 

Der Marsch durch die Wälder hatte ziemlich lange gedauert. Aber jetzt hatten sie alle die große Lichtung erreicht, auf der das prachtvolle Schloß stand. Nun legten sie sich alle auf den Boden und versteckten sich hinter den Büschen. Still beobachteten sie das Schloß.

„Da ist ja keine einzige Wache postiert!“ flüsterte Teela Man-at-Arms ins Ohr. Dieser nickte. Und auch die anderen hatten es gemerkt. Eine Falle?

Nach zehn weiteren Minuten stand He-Man auf – die anderen folgten ihm mutig.

„Als ich hier war, war auch niemand da!“ bemerkte She-Ra kurz.

Als sie das Schloß betraten, staunten sie nicht schlecht: Niemand war da! Niemand!

She-Ra packte sich an die Stirn: „Genau wie vorhin!“

„Aber, wenn Hordak nicht hier ist – wohin hat er sich dann zurückgezogen?“ Frosta verstand die Welt nicht mehr.

He-Man zuckte enttäuscht mit den Schultern: „Keine Ahnung, Frosta!“

„Es bleibt doch nur noch die Fright Zone übrig, oder?“ gab Teela ein. She-Ra und Frosta nickten.

„Okay, dann werden wir halt die Fright Zone überfallen! Das könnte allerdings etwas schwieriger werden, weil Hordak da voll und ganz in seinem Element ist! Aber, was soll’s...“ seufzte He-Man.

Also drehten die Masters wieder um, kehrten dem Schloß den Rücken zu, und machten sich auf den noch längeren Weg zur Fright Zone...

 

Sie waren schon etwa eine Stunde gelaufen. Der Weg war anstrengend, da sie sich mühsam durch wildwucherndes Gestrüpp kämpfen mussten.

„Wenn das hier vorbei ist, dann brauch ich schon wieder Urlaub!“ schnaufte She-Ra grinsend.

„Ich glaube, dann könnten wir alle einen Urlaub vertragen!“ gab Frosta zurück.

Sie kamen nun alle an einen großen, steilen, steinigen Berg, der Ihnen den Weg versperrte.

„Super! Da können wir ja gleich hier unser Lager aufschlagen!“ frotzelte Teela.

He-Man lächelte sie an: „Aber Teela! Was ist mit dir los? Ein Berg konnte uns noch nie aufhalten!“

Teela kam, erschöpft vom langen Marsch, zu ihm: „Der Berg ist zu steil, um auf ihn zu klettern! Und wenn wir aussen herum laufen, dann sind wir ja Tage unterwegs! Und ich darf daran erinnern, dass wir es eilig haben!“

He-Man drehte sich wieder zum Berg. Dann sah er seine Schwester an: „Kein Problem, Teela! Dann gehen wir durch den Berg! Wie hört sich das denn für dich an?“

„Wahnsinnig!“ gab Teela sofort zurück.

She-Ra legte ihren Arm um He-Mans Schulter: „Hey, kein Problem! Ich hab schon Felsbrocken gestemmt – da ist so’n Berglein absolut kein Problem!“ Sie grinste ihren Bruder an. Er lächelte zurück – und zwinkerte Teela zu. Die verstand noch nicht so recht, was denn nun los war.

„Na, dann wollen wir mal, Schwesterlein!“ sagte He-Man und schloß seine Hände zu festen Fäusten zusammen.

She-Ra holte ihr Zauberschwert hervor und hielt es fest in den Händen. „Auf drei?“ fragte sie He-Man. Dieser nickte konzentriert.

She-Ra zählte: „Okay... eins... zwei...“

Gespannt schauten Teela, Orko, Man-at-Arms, Frosta und die anderen den beiden zu.

„... drei!“ rief She-Ra – und sofort ging es los: He-Man schlug seine Fäuste abwechselnd in den steinigen Felsberg. She-Ra schlug immer wieder mit voller Wucht ihr massives Schwert in den Fels. Steine splitterten, die beiden Power-Zwillinge schlugen einen Tunnel in den Berg – immer weiter wurde das Loch!

Doch auch die stärksten Menschen des Universums verlassen irgendwann einmal die Kräfte! Sie hatten schon etwa drei Viertel des Weges geschafft – doch nun ging es nicht mehr!

„Ich kann nicht mehr... brauch... ’ne Pause!“ schnaufte He-Man. Auch She-Ra hörte auf, ließ vor Erschöpfung ihr Schwert zu Boden klirren. Die zwei wischten sich den Schweiß von der Stirn.

„Aber es fehlt nur noch ein kleines Stück, dann haben wir den Berg durchquert!“ sagte Teela. Wie ging’s nun weiter?

„Ich kann wirklich nicht mehr... tut mir leid!“ keuchte He-Man.

Man-at-Arms setzte sich zwischen die zwei Helden und legte seine Arme um die zwei: „Alles okay! Ihr wart großartig, ihr zwei! Dann machen wir halt jetzt weiter... kann aber etwas dauern...“

„Ich kann doch helfen!“ schaltete sich Orko ein. „Ich werde den Tunnel mit einem Zauber beenden!“

„Nein, Orko! Nein! Lieber nicht!“ rief Teela dazwischen.

Verdutzt drehte Orko sich zu ihr um: „Aber warum denn nicht, Teela? Es würde doch viel schneller gehen!“

Teela kam zu ihm: „Wenn es klappen würde... aber du weißt, dass deine Zaubereien oft schief gehen! Und womöglich lässt du noch aus Versehen den gesamten Berg über uns einstürzen – und das wollen wir doch nicht, oder?“ Sie sah ihn prüfend an.

Orko war empört: „Schief gehen? Meine Tricks? Nie! Naja – fast nie... aber ich beweise es Euch, euch allen! Aufgepasst...“

„Nein, Orko! Lass das lieber!“ rief He-Man – doch es war zu spät!

Orko begann schon seinen Zauberspruch: „Oh Orko aus dem Zauberland, reiche mir deine helfende Hand! Die Magie des Universums, ja sie ist mein! Drum soll dieser Tunnel jetzt endlich fertig sein!“

Glitzernde Funken sprangen aus Orkos Fingerspitzen, bunt-leuchtende Kreise flogen plötzlich umher!

Und plötzlich wackelte der Boden! Es krachte und knarrte, Steine flogen umher!

„Da hast du’s Orko! Der Berg stürzt ein!“ schrie Teela, und hielt schützend den Unterarm übers Gesicht.

„D-d-das wollte ich nicht!“ flüsterte Orko – niemand konnte ihn hören! Staub wirbelte auf, Gesteinsbrocken krachten von der Decke!

 

Die Masters rannten den Tunnel zurück – doch es schien hoffnungslos!

Mit ihren letzten Kräften versuchten He-Man und She-Ra, die Tunneldecke abzustützen – doch es funktionierte nicht! Es schien, als würde der gesamte Berg jede Sekunde in sich zusammenfallen.

Doch plötzlich...

„Halt! Wartet, Freunde! Bleibt stehen!“ rief He-Man plötzlich aus.

Noch im Lauf brüllte Teela zurück: „Warten? Bist du verrückt? Hier stürzt gleich alles ein! Lauf lieber!“

Doch He-Man ließ nicht locker: „Nein! Merkt ihr es denn nicht? Das Beben hat fast ausgehört!“

Erst jetzt wurden sie alle langsamer, blieben schließlich stehen und sahen sich im Tunnel um.

„Tatsächlich! Nichts stürzt mehr ein – es hat aufgehört!“ stieß Frosta aus.

Und dann hörte man She-Ra von weiter hinten rufen: „Und der Tunnel ist fertig! Seht doch, wir können ganz durchgehen!“

Orko klatschte begeistert in die Hände: „Mein Zauber hat also doch geklappt!“

„...bis auf den kleinen Nebeneffekt, dass der ganze Berg fast eingestürzt wäre!“ sagte Teela lächelnd zu Orko.

Erleichtert durchquerten sie nun alle den Berg. Nach etwa einer Viertelstunde waren sie wieder am Tageslicht angelangt. Jetzt war es gar nicht mehr so weit: Sie mussten nun nur noch den zweiten Teil des großen Waldes durchqueren, danach noch die Sümpfe, und dann würden sie die Fright Zone auch schon sehen müssen.

 

Die Rebellen saßen in einer der Gefängniszellen auf der Air Station.

„Ich hoffe, dass She-Ra mittlerweile hier auf Etheria angekommen ist!“ seufzte Glimmer.

Bow nickte: „Da bin ich mir ziemlich sicher, Glimmer! She-Ra wird längst die Lage mitbekommen haben!“

Glimmer sah ihn hoffnungsvoll an. Dann wandte sie sich an Madame Razz: „Madame – konntest du schon telepathischen Kontakt zu She-Ra oder meiner Mutter aufnehmen?“

Madame Razz schüttelte den Kopf: „Nein, Kindchen, leider noch nicht! Diese seltsame, neue Station der Wilden Horde ist scheinbar von einer Art Energiefeld umgeben, das einen telepathischen Kontakt unmöglich macht!“

„Warum haben wir nie etwas von dem Bau dieser Station mitbekommen?“ ärgerte sich Flutterina.

„Wir haben halt nie damit gerechnet – und deshalb auch nicht aufgepasst!“ gab Glimmer zurück.

„Ich hoffe nur, dass sie Frosta mittlerweile nicht doch noch gefunden haben!“ sorgte sich Madame Razz.

 

Die Masters of the Universe waren mittlerweile schon in den Sümpfen angelangt. Hier stank es fürchterlich, der Boden war fast überall matschig und schlammig, man musste höllisch aufpassen, dass man nicht einsackte. Überall ragten uralte, kaputte Bäume aus der sumpfigen Brühe, die kein einziges Blatt mehr trugen, und schon völlig morsch waren. Es war hier schon ziemlich gespenstisch! Vor allem auch, weil dieser Ort Etherias immer dunkel bewölkt war. Hier hatte sich noch nie ein Sonnenstrahl hin verirrt. Kein Wunder, war dies doch der letzte Vorort vor der Fright Zone.

Ganz weit hinten konnte man, trotz des dichten Nebels, schon die Festung der Wilden Horde erkennen.

„Wir sind fast da! Haltet euch bereit – hier könnten überall Troopers auftauchen!“ sagte She-Ra vorsichtig.

„Iiih, ist das ekelig hier! Ungemütlich!“ stieß Orko aus.

„Hordak gefällt es!“ gab She-Ra lachend zurück.

 

Was die Masters nicht wussten: Mantenna hatte die neuen Superfernrohre mittlerweile an den Stromgenerator angeschlossen. Das die Fernrohre unbedingt Strom brauchten, lag unter anderem auch daran, dass sie gleichzeitig auch als Laserkanonen dienen konnten – eine teuflische Erfindung!

„Sehr gut! Jetzt werden wir diese She-Ra und ihren Bruder mühelos finden...“ grinste Hordak. Dann stellte er sich an eines der Rohre und sah hindurch. Er zoomte immer stärker ran, bis er sogar einen Käfer im Wald haarscharf erkennen konnte.

„Ein Probeschuss!“ murmelte er, zielte auf einen der dicken Bäume, drückte den Auslöserknopf – und ein harter, roter Laserstrahl zerstörte den Baum in wenigen Sekunden.

„Wunderbar!“ stieß Hordak aus. „Sie haben gar keine Chance! Null Chancen haben sie jetzt noch! Hahahahaaaa!“

Wieder schaute Hordak durch das Fernrohr. Nun suchte er präzise das ganze Land ab: „Hmm... in den Wäldern sind sie jedenfalls nicht – wäre ja auch dumm von ihnen! Und in Brightmoon... da ist auch keiner!“

Hordak suchte angestrengt weiter. Plötzlich rief er auf: „Da! Da sind sie! In den Sümpfen! Alle sind da: He-Man, Orko, Teela, der Waffenmeister, Ram-Man, Mossman, Stratos... oh, ihr habt ja noch gar keine Ahnung, was euch gleich blüht!“

„Aber was suchen sie in den Sümpfen?“ bemerkte Catra, die neben ihrem Meister stand.

Hordak grinste: „Wahrscheinlich denken, sie, dass wir uns in unserer Fright Zone verschanzt haben, höhöhöö! Die werden sich noch wunder... Leute, macht euch bereit zum Angriff! Alle an die Laserwaffen!“ ...

 

„Und was machen wir, wenn wir die Fright Zone gleich erreicht haben? Hat jemand einen Plan?“ fragte Frosta in die Runde.

„Nein! Wir werden einfach reinstürmen, die anderen befreien und dann: Zurück nach Brightmoon!“ gab He-Man lächelnd zurück.

„Also so wie immer!“ lachte She-Ra.

Teela sah sich um. Diesen Ort hatte sie noch nie betreten, und er war ihr absolut nicht geheuer: „Ich weiß nicht, aber irgendwie... irgendwie ist mir hier unheimlich!“

Den anderen ging es nicht anders.

Und Orko klammerte sich ängstlich an Battle-Cats Sattelknauf: „Ich b-bin froh, w-wenn wir hier wi-wi-wieder weg sind!“

He-Man und She-Ra sahen sich an.

„Das könnte gefährlich werden!“ warnte She-Ra ernst.

„Ich weiß! Gefährlich – aber nicht unmöglich!“ Er zwinkerte seiner Schwester zuversichtlich zu.

Sie gingen weiter.

Plötzlich schnellte ein roter Strahl zu Boden – und schlug gleich neben Frosta in den schlammigen Boden!

„Aaaah! Was war das?“ schrie die Königin des Eislandes auf und sah nervös um sich.

Der zweite Strahl sauste nur knapp an Man-at-Arms vorbei!

Dieser hatte die Lage sofort erkannt und rief: „Wir werden angegriffen – das sind Laserstrahlen!“

„Aber wo kommen die her? Ich sehe niemanden!“ schrie Teela zurück.

Nervös schauten die Masters sich um, konnten aber keine Angreifer entdecken. Um sich gegenseitig zu schützen, rückten sie nun alle schnell zusammen.

Und wieder rasten drei rote Laserstrahlen zu Boden!

„Das begreife ich nicht!“ rief Teela angespannt. „Wo kommen die Laser her?“

Plötzlich rief She-Ra: „Von oben! Über uns!“

Sofort starrten alle nach oben in den dunklen Himmel.

„Was redest du da? Da sind doch nur Wolken?“ entgegnete ihr Frosta verständnislos.

„Achtet drauf, wo die Strahlen herkommen!“ She-Ra gab nicht auf, ihre Leute zu überzeugen.

Da! Der nächste Laser zischte ihnen entgegen!

„Tatsächlich! Ich hab’s genau gesehen! Er kam von oben, dort aus den Wolken!“ rief Teela.

She-Ra erkannte den Ernst der Lage – und sie hatte auch schon eine Ahnung. Sie wandte sich nervös an Orko: „Orko! Glaubst du, du kannst die Wolken da oben verschwinden lassen? Ohne Nebenwirkungen?“

Orko antwortete selbstsicher: „Aber sicher, She-Ra! Ich kann alles! Ich bin der größte Zauberer im ganzen Univer...“

Fast hätte den kleinen Trollaner ein Laserstrahl getroffen!

„Schnell, Orko! Beeilung! Es wird immer brenzliger!“ rief She-Ra, und wehrte gerade einen Laserstrahl mit ihrem Zauberschwert ab.

Orko nickte, hob die Hände in die Luft: „Oh Orko aus dem Zauberland, reiche mir deine helfende Hand! Am Himmel ist die Wolkenschicht, doch wir brauchen jetzt eine klare Sicht!“

Wieder blitzten Orkos Hände auf, leuchtende, goldgelbe Sterne und kleine Kreise schossen aus seinen Fingern, die schwarzen Wolken am Himmel leuchteten kurz auf – dann lösten sie sich in Luft auf! Orkos Zauber hatte geklappt – allerdings nicht ganz ohne Nebenwirkungen: Denn nun fing es an, in Strömen zu regnen – obwohl keine Wolke mehr am Himmel zu sehen war!

„Das ist wahre Magie!“ stieß Orko fröhlich aus.

„Was ist das denn...?“ erschrak Teela, als sie gen Himmel schaute.

Über ihnen schwebte die riesige Air Station der Wilden Horde!

„Das ist Hordak! Hordak und seine Horde!“ stieß She-Ra fassungslos aus. Mit allem hatte sie gerechnet, sie wusste, dass Hordak ideenreich war – aber mit einer komplett neuen Station, mit der er aus der Luft angriff, damit hatte She-Ra absolut nicht gerechnet!

Jetzt konnten sie auch Hordak erkennen, der sich an der Seite der schwebenden Plattform über das Geländer beugte und sie angrinste: „Ahhh, ihr könnt uns sehen, habt uns enttarnt! Aber das nützt euch nichts, denn hier kommt ihr nicht herauf! Ihr seid erledigt, habt keine Chance mehr!“ Er lachte höhnisch.

„Du lieber Himmel, er hat recht! Wir können wirklich nichts ausrichten! Wie sollen wir ihm entkommen, wenn er dort oben sitzt und auf uns schießen kann?“ Teela war am Verzweifeln.

She-Ra und He-Man versuchten krampfhaft, ruhig zu bleiben. Angestrengt überlegten sie, ohne den Blick von Hordak abzuwenden.

„Was nun?“ flüsterte She-Ra ihrem Bruder zu.

He-Man schüttelte leicht den Kopf: „Keine Ahnung! Ich überleg ja schon...“

Hordak meldete sich wieder: „Ihr habt ja scheinbar begriffen, wie aussichtslos eure Lage ist! Deshalb mache ich euch ein Angebot: Wenn ihr euch jetzt alle ergebt, dann verschone ich euch! Ihr werdet alle meine Gefangenen, oder meine Diener! Na, wie siehts aus?“

„Niemals! Vergiss es, Hordak!“ schrie She-Ra verärgert hinauf.

Hordak grinste noch gemeiner: „Ach, hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich hier oben Besuch habe...?“

„Glimmer! Bow! Madame Razz! Sie sind alle da oben mit drauf!” kombinierte Frosta blitzschnell.

„Genau so ist es! Also: Gebt ihr jetzt auf? Denn auch eure Ex-Königin Angella ist hier bei mir – ich sauge ihr nämlich gerade all ihr Kraft aus, müsst ihr wissen!“ Hordak setzte sein höllischstes Grinsen auf. Noch nie war er so dermaßen siegessicher gewesen, wie jetzt.

She-Ra sah He-Man entsetzt an: „Angella!“

„Da ist sie also!“ bemerkte Frosta verzweifelt.

He-Man rieb sich das Kinn, drehte sich dann zu den anderen um: „Hat einer eine Idee?“

Sie sahen sich gegenseitig an und schüttelten dann betroffen die Köpfe.

Nur Man-at-Arms trat vor, grübelte angestrengt.

„Man-at-Arms, hast du vielleicht eine Idee parat?“ fragte He-Man hoffnungsvoll. Er sah dem Waffenmeister Eternias voller Hoffnung in die Augen.

Man-at-Arms entgegnete schließlich: „Vielleicht ja! Ich weiß aber nicht, ob das gut geht!“

„Sag es schon!“ drängte ihn Teela.

„Hey! Was redet ihr da unten?“ brüllte Hordak von oben herab. Er beobachtete seine Feinde, jede Bewegung sah er.

 

„Also: Was hast du dir überlegt, Waffenmeister?“ fragte He-Man erneut.

Man-at-Arms antwortete: „Hordak hat recht, wir kommen nicht dort hoch, auf seine neue Station, wir haben unsere Geräte nicht dabei. Stratos könnte herauf fliegen, aber das würde Hordak ja sofort bemerke. Er würde sofort einen Laser auf Stratos abfeuern, eher dieser die Plattform erreicht hat! Orko aber würde mühelos dort oben auftauchen können – er kann ja beamen!“

„Aber Orko kann nicht die gesamte Wilde Horde besiegen!“ wandte Teela sofort ein.

„Kann ich wohl!“ sagte Orko empört.

„Hmpf – wir wollen doch ernst bleiben!“ gab Teela Orko grinsend zurück. Orko verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust.

Man-at-Arms führte seinen Plan fort: „Nein, natürlich nicht! Aber Orko kann ja ein paar von uns mit hochbeamen – oder, Orko?“ Der Waffenmeister sah den kleinen Trollaner hoffnungsvoll an.

Orko schwebte zu ihnen: „Ja, natürlich geht das! Ich beame euch mit hoch – Hordak ist darauf nicht gefasst, und dann besiegen wir sie! Jau, so geht’s!“

„Nicht so übermütig, Kleiner! Wie viele von uns kannst du mit beamen?“ stoppte He-Man den Übermut des kleinen Freundes.

Orko überlegte kurz. Dann sah er enttäuscht auf: „Naja – meine Kräfte sind momentan nicht ganz so stark! Es war heute alles so anstrengend... also, zwei oder drei!“

„Das ist nicht viel!“ seufzte Man-at-Arms.

„Aber es ist unsere einzige Chance! She-Ra und ich werden mit Orko gehen!“ entschied He-Man rasch.

Hordak wurde schon ungeduldig: „Falls ihr da unten versucht, einen Plan zu schmieden – vergesst es! Eure Lage ist aussichtslos, wir sind hier oben auf alles gefasst!“

„Auf das hier garantiert nicht...“ flüsterte Orko, nahm He-Man und She-Ra bei der Hand und schloss die Augen. Kurz glühten die drei in einem goldenen Licht auf – dann waren sie verschwunden!

„Hoffentlich geht das gut!“ bemerkte Man-at-Arms leise.

„Hey! Hey! Wo sind die hin? Ich warne euch: Keine dummen Tricks!“ grölte Hordak erschrocken von seiner Air Station hinunter.

 

Auf der Air Station erschienen plötzlich He-Man, She-Ra und Orko!

„Hordak!“ schrie Catra erschrocken auf.

Hordak drehte sich daraufhin ruckartig um – und stieß einen kurzen Schrei aus: „Waah! Was... was soll das? Das war nicht – geplant!“

„Tja, Hordak! Man kann nicht alles planen!“ gab He-Man zurück.

Doch Hordak hatte sich auch schon wieder gefasst: „Auf sie, Männer! Schnappt sie euch – wir sind in der Überzahl!“

Sofort stürzten sich etliche Kämpfer der Wilden Horde auf die drei Verteidiger des Guten.

Mit ihren Zauberschwertern konnten He-Man und She-Ra geschickt die Laserstrahlen abwehren, die auf sie gefeuert wurden.

„Ergebt euch! Ihr habt noch immer keine Chance!“ hörten sie Hordak brüllen.

„ Es wird irgendwie... brenzlig!“ bemerkte She-Ra, während sie gerade Leech über ihre Schulter schleuderte.

He-Man griff nach Grizzlors Arm, wirbelte ihn im Kreis, ließ irgendwann los – und mit voller Wucht krachte Grizzlor gegen Skorpia, Mantenna und Modulok.

„Vier auf einen Streich!“ keuchte He-Man.

„Ich wette, das ist bei dir keine Seltenheit!“ lachte She-Ra, und stieß energisch einen Trooper zur Seite. Die Situation war allerdings gar nicht zum Lachen: Zwar konnten She-Ra und He-Man den Angriffen der Horde-Kämpfer tapfer entgegenhalten – nur: Wie lange noch?

„Jetzt geht’s euch an den Kragen!“ schrie Catra grinsend. Dann schob sie ihre Katzenmaske ins Gesicht: Giftgrüne Blitze zuckten um sie herum auf, Catra fiel plötzlich auf die Knie, ein gleißendes, gelbes Licht umgab sie – und sie verwandelte sich in einen bösartig-aussehenden Panther! Fauchend stürzte sie sich auf He-Man!

Doch mit einem energischen Faustschlag konnte er den bissigen Panther abwehren! Jaulend landete Catra in einer Ecke.

Plötzlich hörten sie Orko rufen: „He-Man! She-Ra! Kommt, hier rein! Ich glaube, hier sind die anderen irgendwo gefangen!“ He-Man blickte sich um: Orko winkte aus einer Tür, die zu den Gefängniszellen führte.

Er winkte seine Schwester herbei, die gerade mit einem gekonnten Fußkick einen Trooper außer Gefecht setzen konnte.

Gemeinsam liefen She-Ra und He-Man zu Orko in den Raum. Sie verschlossen noch schnell die Tür hinter sich.

„Das wird zwar nicht lange halten – aber egal! Los! Suchen wir die anderen!“ sagte He-Man erschöpft.

 

Die Tür hielt wirklich nicht lange: Mir ein paar Laserstrahlen konnte Hordak sie ein paar Minuten später öffnen!

„Looos! Packt sie! Sie dürfen die Gefangenen nicht befreien – besonders nicht Angella!“ befahl Hordak nervös-brüllend.

 

„Hier, hier ist eine stark abgesicherte Tür!“ entdeckte Orko bald.

„Sieht aus, als soll da niemand eindringen! Tja – wie auch immer...“ Mit ein paar Faustschlägen zerstörte He-Man die schwere Eisentür. Sofort ging die Alarmsirene los – ein ohrenbetäubendes Geräusch! Doch: Was soll’s? Hordak wusste ja sowieso, dass He-Man und She-Ra da waren!

Die drei Helden stürmten in den geöffneten, düsteren Raum: Sie entdeckten die glühende Plattform, auf der Angella lag. He-Man wollte sie befreien – doch das Kraftfeld, das um diese Plattform gelegt war, versetzte ihm sogleich einen elektronischen Schlag!

„Ein Kraftfeld!“ stieß He-Man aus und rieb sich die Hand. Da hörten sie auch schon das Gegröle von Hordaks Kämpfern!

„Sie kommen!“ rief Orko zitternd.

„Okay, dann lasst uns uns mal beeilen!“ sagte She-Ra, hob ihr Schwert und rief: „Bei der Ehre von Grayskull!“ Das Zauberschwert, mit dem kostbaren, eingebauten Edelstein, fing an zu glühen! Blau leuchtende Ringe schlängelten sich um das Schwert, Blitze zuckten um She-Ra herum auf! Dann richtete sie ihr Schwert auf das Kraftfeld, das Angella umgab. Ein unglaublich starker Energiestrahl schoss vom Zauberschwert auf das Kraftfeld! Dieser ungeheuren Energie konnte das Kraftfeld nicht lange standhalten – es leuchtete auf und brach auseinander!

He-Man stürzte sofort zur Königin Angella, legte seinen Arm auf ihre Schulter und fragte besorgt: „Eure Hoheit? Wie geht es ihnen?“

Sie antwortete nicht.

„Sie hat keine Kraft mehr! Wir müssen sie schleunigst nach Brightmoon bringen!“ rief She-Ra entsetzt.

„Ihr bringt niemanden nach Brightmoon!“ Hordak stand in der Tür! Mit all seinen Kämpfern!

„Das werden wir ja sehen...“ entgegnete ihm He-Man auffordern. Ohne weitere Worte schlug der mächtigste Mann des Universums seine Fäuste in eine der Wände! Er hoffte, dass die restlichen Rebellen gleich nebenan in der Zelle saßen! Und tatsächlich: Dieser eine, mächtige Schlag hatte gereicht, die Wand stürzte in sich zusammen!

„Na, Hordak, da habt ihr ja scheinbar am falschen Ende gespart!“ lachte He-Man – und bevor Hordak überhaupt begriff, was los war, verschwanden She-Ra, Orko und He-Man durch das Loch in die angrenzende Zelle.

She-Ra trug Angella mit sich.

„Ist sie nicht zu schwer für dich, Schwesterchen?“ fragte He-Man in Eile.

She-Ra sah ihn verdutzt an: „Wer einen Tunnel in einen Berg schlagen kann, für den sollte es kein Problem sein, eine ausgewachsene Frau zu tragen!“ Sie grinste.

Tatsächlich führte sie das Loch zu den anderen Rebellen in die Zelle! Die Wiedersehensfreude war riesig!

„She-Ra! He-Man! Und Orko! Endlich!” rief Glimmer erfreut.

„Keine Zeit für ’ne Wiedersehensparty, Leute! Hordak kommt!“ entgegnete ihr She-Ra und übergab Angella in Bows Arme.

Da war Hordak auch schon!

„Ihr denkt wohl, ihr seid sehr, sehr schlau, nicht wahr?“ er sah sie an. „Aber das seid ihr nicht! Ihr sitzt fest! Ihr seid umzingelt, denn draussen, vor der Zelle, warten auch schon meine Männer auf euch! Ihr braucht also gar nicht versuchen, noch mehr Wände rauszureißen!“ Er grinste wieder höhnisch.

Die Rebellen sahen sich an. Und nun?

„Ihr habt es zwar bis hierher geschafft – aber es geht nun nicht mehr weiter! Nun ist Schluss mit lustig, hahahahaaa!“ fügte Hordak noch hinzu.

Da trat She-Ra hervor: „Du hast unserer Königin fast all ihre Kräfte entzogen, Hordak! Plagt dich kein schlechtes Gewissen?“

Hordak schüttelte lachend den Kopf.

„Das sollte es aber!“ gab She-Ra noch hinzu. Sie war verärgert, verärgert über soviel Bosheit.

Hordak sah sie siegessicher an: „Dieses Mal habe ich gewonnen, She-Ra! Wir haben schon so oft gekämpft – zu oft! Ich hatte viele Niederlagen... aber ich habe aus meinen Fehlern gelernt! Und jetzt ist meine Zeit angebrochen – unaufhaltsam!“

She-Ra schüttelte den Kopf: „Deine Zeit wird niemals anbrechen, Hordak!“

Mit diesen Worten stürmte She-Ra an Hordak vorbei, durch die Reihen seiner Monsterkämpfer!

„Waaaaaas? Haltet sie fest! Haltet sie doch fest!“ zeterte Hordak – doch She-Ra war schon wieder auf dem Deck der Air Station.

„Naja, aber euch hab ich ja noch!“ Hordak sah die Rebellen und He-Man an. „Ich rate euch: Keine weiteren Tricks!“

Einige von Hordaks Kämpfern stürmten nun aufs Deck, um She-Ra zurückzuholen. Doch sie war nicht mehr da! Wo war die Prinzessin der Macht abgeblieben? Im Motorraum der Air Station! Denn sie hatte sich blitzschnell einen gewagten Plan ausgedacht.

„Wenn ich den Motor zerstöre, dann stürzt dieses Ding hinunter! Mit einer solchen Situation wird Hordak nicht rechnen... wir müssen dann alle nur rechtzeitig hier runter!“ überlegte She-Ra kurz. Es war gefährlich – aber die einzige Möglichkeit!

„Okay...“ She-Ra hob erneut ihr Schwert. Mit enormer Kraft schlug sie es auf den großen Motor! Das tat sie mehrmals, dann sprühten die ersten Funken aus der Maschine! She-Ra konnte sehen, dass der Motor sofort stehen blieb – daraufhin fing die gesamte Air-Station an zu wackeln!

„Nichts wie weg hier!“ murmelte She-Ra. Sie rannte aus dem Motorraum, zurück zur Zelle, wo Hordak ihre Freunde in Schacht hielt.

 

Von unten beobachteten die restlichen Mastersof the Universe die Plattform, die hoch über ihnen schwebte.

„Was ist das?“ schrie Teela plötzlich erschrocken auf.

„Die Station wackelt – und dort, an der einen Seite, da brennt sie!“ gab Battle Cat dazu.

Man-at-Arms sah hoch: „Jemand muß den Motor beschädigt haben! Achtung, das Ding wird jeden Moment herunterstürzen!“

 

„Achtung! Das Ding hier wird jeden Moment runterstürzen!“ schrie auch She-Ra, zur selben Zeit, in die Zelle hinein.

Alle, Rebellen und Horde-Kämpfer, sahen sie verdutzt an.

„Aber natürlich! So ein billiger Trick...“ entgegnete ihr Hordak – da schwankte die gesamte Air Station plötzlich zur Seite, alle fielen hin, rutschten an eine Wand!

„Kommt!“ forderte She-Ra ihre Freunde auf.

Die Rebellen begriffen sofort, standen auf, und liefen zur Tür hinaus!

„Nein! Nein! Ihr bleibt... los, Leech, Mantenna, Modulok, Catra! Haltet sie auf, verdammt!“ zeterte Hordak.

Seine Kämpfer rappelten sich mühevoll auf und stürmten den Rebellen hinterher!

Wieder wackelte die komplette Station.

Oben auf dem Deck waren alle Rebellen angekommen.

„Wir verlieren an Höhe, das geht nicht gut!“ schrie Glimmer auf.

„Kommt schon, wir haben’s immer geschafft!“ versuchte She-Ra, ihren Leuten Mut zu machen.

„She-Ra! Da hinten brennt die Station schon! Und da kommen Hordak und seine Leute auch schon!“ rief He-Man.

„Wie kommen wir hier runter? Schnell, lasst euch was einfallen!“ brüllte Bow, der noch immer die rechtmäßige Königin Etherias in den Armen hielt. Angella war immer noch im Koma.

He-Man hatte eine Idee: „Okay, es gibt nur einen Weg! Wir müssen springen!“

„Spinnst du? Wir werden uns alle Knochen brechen!“ entgegnete ihm Perfuma entsetzt.

„Aber er hat recht! Es geht nicht anders – ausserdem verlieren wir bereits an Höhe! Wir müssen springen!“ rief She-Ra.

„Das Ding explodiert gleich!“ schrie Flutterina.

„Ihr entkommt mir nicht, Rebellen! Ich bin der neue König von Etheria! Ich! Ich! Ich!“ grölte Hordak und rannte ihnen entgegen!

„Los jetzt!“ rief He-Man nach einem kurzen Blick auf Hordak.

Zögernd stellten sich alle Rebellen an den Rand der Air-Station. Mittlerweile hatte die Station die Hälfte ihrer Höhe verloren, dank des Ersatzmotors hielt sie sich noch etwas in der Luft. Doch She-Ra hatte bei ihrer Aktion vorhin auch den Ersatzmotor etwas beschädigt, so dass dieser jede Sekunde ausfallen könnte! Und dann würde die gesamte Air Station unaufhaltsam zu Boden stürzen!

„Hordak! Hier fliegt gleich alles in die Luft!“ rief Shadow-Weaver ihrem Herrn zu!

Doch Hordak hörte nicht auf sie – er raste auf die Rebellen zu! Er wollte sie gefangen nehmen! Er wollte unbedingt Herrscher von Etheria werden – um jeden Preis! Blind vor Wut raste er weiter und schrie dabei:

„Ich kriege euch! Ich kriege euch! Ich kriege e...“

Mit einem ohrenbetäubenden Lärm explodierte die komplette Air Station in der Luft! Nun fielen dicke, verkohlte Metallteile vom Himmel, die Masters gingen in Deckung!

„Oh nein! Wo sind He-Man und die anderen?“ Teela war entsetzt, als sie gen Himmel starrte und die Feuerwolken sah, die durch die Explosion entstanden.

Man-at-Arms sah auch hinauf: „Hordak hat doch noch verloren...“

Teela sah ihn verzweifelt an: „Aber... wo ist He-Man? Und She-Ra? Und die Rebellen…?”

Entgeistert starrten alle Masters of the Universe zum Himmel. Immer noch stürzten verbrannte Teile zu Boden – die letzten Überreste der Air Station...

 

Die Masters waren fassungslos. Was war geschehen?

„Hey – was starrt ihr alle so in die Luft? Gibt’s was besonderes?“ hörten sie plötzlich eine Stimme.

Teela drehte sich als erstes um: „He-Man! He-Man!“ Sie lief ihm sofort in die Arme – überglücklich, ihn wiederzusehen!

Und auch all die anderen waren da: She-Ra, Bow, Flutterina, Perfuma, Glimmer...

Sie waren zwar alle von oben bis unten mit schwarzem Ruß bedeckt – aber sie hatten es geschafft!

„She-Ra! Was ist da oben passiert?“ fragte Frosta, während sie ihre Freundin glücklich in die Arme schloß.

„Oho, das ist ’ne ziemlich lange Geschichte!“ lachte She-Ra erschöpft.

Man-at-Arms stützte sie: „Erzähl sie uns nachher! Ihr seid ja völlig erschöpft! Komm wir gehen nach Brightmoon...“

 

Einige Stunden später, in Castle Brightmoon:

„Danke, meine Freunde! Durch euren Mut und eure Kraft bin habe ich meine Kraft wieder!“ bedankte sich Angella bei allen, als sie alle in Brightmoon an einem großen Tisch ein Festmahl zu sich nahmen.

Nachdem sie Castle Brightmoon erreicht hatten, gab das magische Schloß Angella wieder Kraft! Hier konnte sich die Königin Etherias selber mit neuer Energie aufladen, das Schloß gab ihr Kraft dazu! Nun war sie wieder die mächtige Königin des Landes, die es mit jedem aufnehmen konnte!

Angella lächelte warm. Sie hatte immer gewusst, dass She-Ra und He-Man sie retten würden...

„Aber jetzt erzählt mal, wie ihr von der Air Station runter gekommen seid!“ forderte Teela He-Man neugierig auf.

He-Man nickte und begann, zu erzählen: „Also gut, das war so: Wir hatten uns alle am Rande der Station aufgestellt, wir wollten springen. Das wäre die einzige Möglichkeit gewesen! Gefährlich – aber unsere letzte Chance!“

„Das ist doch Wahnsinn! Ihr hättet euch alle Knochen brechen können!“ erschrak Frosta.

She-Ra setzte die Erzählung fort: „Aber es war wirklich unsere allerletzte Chance! Und dann sind wir auch wirklich gesprungen! Alle gleichzeitig – und danach explodierte die Station auch schon! Es war in allerletzter Sekunde!“

Man-at-Arms zögerte: „Aber... wenn ihr wirklich gesprungen seid – wieso habt ihr den Aufprall auf dem Erdboden dann so gut überstanden?“

Glimmer antwortete: „Nun, wir sind gefallen und gefallen – und kurz bevor wir den Boden erreichten, hat uns plötzlich irgendetwas abgebremst! Wirklich! Es klingt unglaublich, aber es war so: Kurz vorm Aufprall wurden wir alle abgebremst, so dass wir die letzten Meter ganz leicht hinunterschwebten! Und dann wurden wir ganz seicht auf dem Erdboden abgesetzt!“

Die anderen starrten sie ungläubig an.

„Das war wirklich so!“ bestätigte Glimmer ihre Aussage.

„Die Zauberin von Grayskull hat uns geholfen!“ gab He-Man dazu.

Nun schauten sie alle ihn an.

„Du meinst, es war die Zauberin, die euren Sturz abgefangen hat, He-Man?“ fragte Man-at-Arms verdutzt.

He-Man nickte: „Sie hat uns nicht im Stich gelassen!“

 

An diesem Abend gab es eine große Feier im Schloß Brightmoon. Alle waren froh, das Abenteuer so gut überstanden zu haben. Die Königin hatte ihre ganze Kraft zurück, die Rebellen waren befreit und die Air Station der Wilden Horde war zerstört.

Aber Hordak? Was war mit ihm und seinen Leuten geschehen?

Nun, auch sie konnten sich noch rechtzeitig von der Air Station retten – allerdings unbemerkt. Shadow-Weaver war es gewesen, die den Ernst der Lage erkannt hatte: Sie hatte die Explosion vorausgesehen. Mit einem magischen, allerdings sehr kräfteaufwendigen, Zauber konnte sie sich und die anderen Horde-Mitglieder in letzter Sekunde in die Fright Zone teleportieren. Dort mussten sie sich erst mal von der erneuten Niederlage erholen...

 

Während Hordak die ganze Nacht lang fluchend über seine Niederlage nachdachte, war das rauschende Fest in Castle Brightmoon voll im Gange! Die Masters feierten mit den Rebellen den freudigen Ausgang des Abenteuers.

He-Man und She-Ra saßen nebeneinander auf einem mit rotem Samt bezogenen Sofa. She-Ra hatte erschöpft den Kopf an die Schulter ihres Bruders gelehnt.

„Das war knapp heute...“ sagte sie.

He-Man nickte – und als er auf seine Schwester blickte, musste er lächeln: „Ich hab immer gewusst, dass wir es schaffen! Wir schaffen doch alles zusammen!“

„Wir sind halt ein eingespieltes Team!“ antwortete She-Ra erleichtert. „Ich glaub, ich schlaf gleich ein...“

„Das ist verständlich, war ein langer Tag! So viel Aufregung...“ entgegnete ihr He-Man daraufhin.

Da kam Orko zu ihnen geschwebt: „Hallo, ihr Helden!“ Er kicherte – weil er einfach glücklich war.

„Hey Orko! Na? Gefällt dir die Party?” fragte He-Man lächelnd.

„Und wie! Ich hab schon vier Zaubertricks vorgeführt – und alle haben reibungslos funktioniert! Und alle haben geklatscht! Hach, ich glaube, ich bin wirklich der größte Zauberer im ganzen Universum!“ stieß Orko zufrieden aus. „Soll ich euch auch was zaubern – zur Feier des Tages? Vielleicht ein Kissen für She-Ra, hihihihiii!“

She-Ra hob den Kopf und lächelte Orko freundlich an: „Ja... warum eigentlich nicht?!“

Orko hob die Hände in die Luft und ließ die Finger kreisen: „Kein Problem! Oh Orko aus dem Zauberland, reiche mir deine helfende Hand! Ich möchte jetzt gern wissen: Bekomm ich auch ein weiches Kissen?“ Kleine, leuchtende Sterne erschienen und kreisten um Orkos wedelnde Hände herum. Dann zuckten kleine, weiße grelle Blitze auf – und zwischen He-Man und She-Ra erschien... ein Felsbrocken!

She-Ra musste laut loslachen: „Oh, Orko! Das wird bequem...!“

Und auch He-Man hielt sich den Bauch vor Lachen!

„Och mensch, ihr lacht mich ja aus...“ schmollte Orko beleidigt.

Doch He-Man legte seinen Arm um den kleinen Freund: „Aber nein, Kleiner! Du hast heute schon so großartiges gezaubert, denk nur an den Tunnel! Ohne dich hätten wir noch ewig weitergraben müssen!“

She-Ra schaltete sich auch ein: „Genau! Du allein hast den Rest des Tunnels gezaubert – und da macht es absolut gar nichts, dass ich heute auf einem Stein schlafen muss!“

Und jetzt musste auch Orko von ganzem Herzen loslachen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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