Geschichte des "CanadianRugbyGirl"
R�ckblick
Also, ich muss erstmal ein bisschen ausholen um wirklich erkl�ren zu k�nnen, wie meine Freunde-Situation jetzt ist (und da es sich ja wirklich nur um meine pers�nlichen Erfahrungen handelt, will ich nicht behaupten dass es allen anderen ATS auch so gegangen ist / ergehen wird).
Ich bin seit der 5. Klasse auf dem gleichen Gymnasium in der gleichen Kleinstadt, und habe auch seitdem die gleichen Freundinnen. Eine typische M�delsgruppe: F., K., S., V. und ich.
In der 10. Klasse waren's zwar eigentlich nur noch F, K, S und ich, aber daf�r eine handvoll Jungs, und wir hatten wirklich eine super Zeit zusammen. Ich hab mehrfach w�hrend der 10 gedacht "besser geht's nicht, ich will das alles f�r den Rest meines Lebens so bleibt, wie es gerade ist" - ich war gl�cklich.
Zu dem Zeitpunkt lief aber gleichzeitig schon die Vorbereitung f�r mein ATJ in Kanada, also waren solche Gedanken nicht als Zweifel daran, ob ich wirklich weggehen wollte, gedacht.
W�hrend meines ATJ hab ich Kontakt zu meinen drei besten Freundinnen gehalten, K war in Deutschland geblieben, S und F waren beide ATS in den USA. Wir haben ein bisschen geemailt, ab und zu telefoniert - wirklich nichts aussergew�hnliches, nur genug um uns das Gef�hl zu geben dass wir nicht ganz alleine waren
Mit den Jungs hingegen, mit denen wir so viel zu tun hatten in der 10, war kaum noch irgendwas los; man h�rte �ber vier Ecken dass es ihnen gut ging, das war's auch so ziemlich. Da ich aber ziemlich mit dem aktiv-�berleben in Kanada besch�ftigt war, hat mich das nicht weiter gest�rt; ausserdem hab ich dran geglaubt dass es nichts gibt, dass nicht wieder repariert werden k�nnte, sobald ich wieder zu Hause sein w�rde.
Als ich denn wiederkam... nun ja, F und S, die beiden anderen ATS, waren eigentlich vom ersten Tag zu Hause an wieder so meine besten Freundinnen, wie die 6 Jahr vor meinem Jahr im Ausland. Es sind andere Freundschaften geworden; mehr erwachsen, auf eine ganz andere Art fest als in der Mittelstufe. Mit den Beiden hab ich den �bergang geschafft, sie haben sich darauf eingelassen dass ich mich ver�ndert hatte und wir haben uns einfach nochmal "neu kennengelernt"
Mit K... dadurch dass sie in Deutschland zur�ckgeblieben war, als einzige, hatte sie sich w�hrend des Jahres einen v�llig neuen Freundeskreis aufgebaut, und als wir dann wieder nach Hause kamen, gab es einen ziemlich unangenehmen Zusammenstoss zwischen uns, den "alten Freundinnen", und den anderen, den "neuen Freundinnen".
Leider muss ich sagen, dass wir es trotz vieler Bem�hungen und vieler, vieler langer Gespr�che nicht geschafft haben, unsere Freundschaft zu K wiederzubeleben. Obwohl ich mit ihr noch zwei Wochen vor meinem R�ckflug telefoniert hab und alles "so wie fr�her" schien, hat es von der ersten Sekunde an, als ich wieder zu Hause war, nicht funktioniert. Ich sch�tze, wir haben einfach beide zu hohe Erwartungen an die andere, schliesslich war sie meine *aller*beste Freundin in der 10 und wir waren uns wirklich sehr nah. Sie hat sich sehr ver�ndert w�hrend des Jahres, und leider in eine v�llig andere Richtung als ich. Ich denke, als Person mag ich sie immer noch sehr gerne, und wir reden auch ab und zu in der Schule, aber unsere Art von... nun ja, 'Freizeitgestaltung' usw ist so unterschiedlich, dass wir es in den letzten 9 Monaten nur zwei Mal geschafft haben, uns ausserhalb der Schule zu treffen.
Sie ist mein wunder Punkt, was das ATJ angeht. Sie ist der wichtigste Mensch den ich verloren hab, und es ist immer noch nicht sehr einfach dass einfach zu verkraften - jeden Tag sitzen wir in der gleichen Klasse, teilweise auch nebeneinandern, und haben eine absolut oberfl�chliche Beziehung.
Aber ich denke dass diese Situation wirklich durch K's und meine dickk�pfige, sehr eigene Art hervorgerufen wurde - es ist nicht als ob alle von euch automatisch ihre beste Freundin verlieren w�rden, bloss weil die nicht auf einem Austausch war
Mit den Jungs ist es �hnlich: Wir verstehen uns noch, auch wenn wir nicht mehr viel miteinander zu tun haben. Das ist schade, aber einer der Verluste die ich besser verkrafte - ich kann immer noch mit ihnen weggehen und Spass haben, mehr hatten wir sowieso haupts�chlich nicht.
Das positive ist, dass ich mich jetzt mit sehr vielen anderen Leuten aus meiner Stufe besser verstehe. Leute, die ich vorher nichtmal beachtet habe (hab ich erw�hnt dass ich glaube dass ich fr�her sehr arrogant war??) sind jetzt sehr wichtige Menschen in meinem Leben geworden, wof�r ich dankbar bin. Neue Leute, die in der 11 in meine Stufe gekommen sind, haben sich zu wirklich grossartigen Freunden entwickelt
Usw usw usw... ihr seht, ich kann euch nicht wirklich viel erz�hlen ausser vielleicht "Fallbeispiele"... es gibt halt keine allgemein g�ltige Antwort auf die Frage, was aus Freunden wird, die man ein Jahr lang nicht sieht.
Ich denke, folgendes ist wichtig:
- Bloss weil ihr Leute das ganze Jahr laang �berhaupt nicht sprecht, heisst dass nicht, dass ihr nicht mehr befreundet seid, wenn ihr wieder kommt
- Bloss weil ihr viel Kontakt zu Leuten �ber das ganze Jahr lang habt, heisst es nicht, dass ihr euch noch mit ihnen versteht, wenn ihr wieder kommt
- Wenn ihr es geschafft habt, euch in eiinem v�llig fremden Land an einer neuen Schule einzuleben und Freunde zu machen, wird euch das gleiche zu Hause an eurer alten Schule ziemlich leicht fallen
- Konflikte mit ein paar Leuten wird es auf jeden Fall geben; es wird immer jemanden geben, der entt�uscht ist, weil ihr so seid wie ihr seid / nicht mehr so seid wie ihr mal wart / nicht so seid wie er dachte dass ihr seien solltet / nicht so sein wollt wie er will dass ihr seid / ..... Das ist praktisch vorprogrammiert, aber das muss man halt in Kauf nehmen wenn man weggeht, und ihr werdet auch sehr viel �ber eure Freundschaften und euch selbst daraus lernen.
Es ist auf jeden Fall nicht eine der besten Erfahrungen des ATJ, aber eine der wichtigsten, glaube ich.
Es kostet Mut und Kraft - aber hey, davon haben wir ATS ja unbegrenzte Mengen, oder? Yeah right... )
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