Das Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus) ist eine S�ugetierart aus der Familie der Meerschweinchen (Caviidae). Es ist die Haustierform des Tschudi-Meerschweinchen (Cavia tschudii).
In Europa und Amerika werden Hausmeerschweinchen sehr gerne als Haustiere gehalten, da sie einfach in der Haltung sind. Sie gelten zudem als ideale Streicheltiere f�r Kinder, was sie allerdings nicht sind.
Geschichte
Hausmeerschweinchen sind die Haustierform des Tschudi-Meerschweinchens (Cavia tschudii).
Wann genau Meerschweinchen domestiziert wurden, ist nicht bekannt. Je nach Autor wird der Domestikationszeitpunkt zwischen 5000 v. Chr und 2000 v. Chr. vermutet. Ein arch�ologischer Nachweis ist aufgrund der kleinen Knochen recht schwierig, eine Festlegung des Domestikationszeitpunktes nach molekulargenetischen Untersuchungen noch nicht m�glich, da die Mutationsgeschwindigkeit in Frage kommender Gensequenzen noch nicht bekannt sind. Einig ist man sich nur, dass Meerschweinchen zuerst in der Altiplano-Region gehalten wurden. In dieser Gegend findet man auch heute noch Tschudi-Meerschweinchen.
Die �ltesten Funde, die eindeutig dem Hausmeerschweinchen zugeordnet werden k�nnen, sind Funde aus dem n�rdlichen Zentralhochland Perus. Sie werden um 900 v. Chr. datiert. Weitere Funde stammen aus der K�stenebene Ecuadors, datiert um 500 v. Chr und dem Moche Valley, datiert um 200 v. Chr. Zu dieser Zeit waren die Hausmeerschweinchen schon voll domestiziert und hatten alle Merkmale heutiger Hausmeerschweinchen.
Im 16. Jhr. wurden Hausmeerschweinchen nach Europa und Nordamerika exportiert, von denen alle dortigen Meerschweinchen abstammen. Jedoch existieren weiterhin unabh�ngige, �ltere Linien in S�damerika, die dort von den Einheimischen gehalten werden. Sie sind im Durchschnitt kleiner und scheuer als die in Europa und Nordamerika bekannten Meerschweinchen und werden zu Speisezwecken und rituellen Zwecken gehalten.
In neuerer Zeit wurden in S�damerika aus besonders gro�en Meerschweinchen die in Europa als Cuys bekannten Riesenmeerschweinchen gez�chtet, die dort in Intensivmast zur Fleischproduktion gehalten werden. Diese Meerschweinchen erreichen Gewichte zwischen zwei bis vier Kilogramm. Die Fleischprodukte werden inzwischen auch nach Nordamerika verkauft, aber es soll auch in Europa als Liebhabertier bekannt und eingef�hrt werden. Cuy ist f�r diese Meerschweinchen ein sehr ungl�cklich gew�hlter Begriff, da er in S�damerika die Bezeichnung f�r Meerschweinchen generell ist. Das hat in der Vergangenheit immer wieder zur Verwirrung gef�hrt.
Domestikationsbedingte Ver�nderungen im K�rperbau
Kopf
Der Kopf l�uft nicht so spitz zur Schnauze zu wie beim Tschudi-Meerschweinchen. Das Hirngewicht ist im Verh�ltnis zum K�rpergewicht kleiner als bei der Wildform. Der Ohrenansatz ist bei den meisten Hausmeerschweinchen tiefer. Die Ohrmuscheln sind gr��er. H�ngeohren kommen h�ufig vor. Die Augenfarbe kann abh�ngig von der Haarfarbe dunkel wie bei der Wildform sein, aber kann auch rotbraune, r�tliche oder blaue Farbt�ne aufweisen.
K�rperbau
Der K�rperbau ist gedrungener und rundlicher und nicht so schmal wie beim Tschudi.
Beine
Die Hinterbeine sind k�rzer als bei der Wildform. Polydaktylie tritt bei s�damerikanischen Linien oft auf, da Meerschweinchen mit zuviel Zehen als besonders zart und schmackhaft gelten. Insbesondere bei den Mastmeerschweinchen k�nnen an den Vorderpfoten bis zu acht Krallen statt vier gez�hlt werden, bei den Hinterpfoten kommen ab und an bis zu sechs Krallen vor. In Europa und Nordamerika wird darauf geachtet, nur mit normalzehigen Meerschweinchen zu z�chten. Polydaktylie gilt als Erbfehler. Nur bei den Cuys treten auch in Europa und Nordamerika immer noch relativ h�ufig mehrzehige Meerschweinchen auf, da diese erst vor wenigen Jahrzehnten aus S�damerika importiert wurden und noch nicht lange gez�chtet werden.
Behaarung m�nnliches Rosetten-Meerschweinchen
Im Laufe der Domestikation haben sich bei den Meerschweinchen eine Vielzahl von Farben und Fellvariet�ten gebildet. In S�damerika werden helle Fellfarben mit wei�er Haut bevorzugt, damit der Schlachtk�rper appetitlicher aussieht. Dunkle, insbesondere schwarze Tiere werden zu vielen rituellen Zwecken gebraucht.
In Europa und Nordamerika wird in der Rassezucht versucht, unterschiedliche Farben rein zu ziehen und m�glichst intensiv zu z�chten. Bedingung zur Aufnahme einer Farbe in die unterschiedlichen Rassebeschreibungen ist die gute Unterscheidbarkeit zu anderen, schon anerkannten Farben.
An Fellvariet�ten sind bisher kurzhaarige, langhaarige und Tiere mit gekr�useltem Haar aufgetreten. Zus�tzlich existieren noch Tiere mit Wirbeln am K�rper oder einem speziellen Kopfwirbel.
Das harsche und halblange Haar der Tschudi-Meerschweinchen ist nur noch bei wenigen Hausmeerschweinchen zu finden, haupts�chlich in s�damerikanischen alten Linien.
Das Tschudi-Meerschweinchen kann bei Gefahr ein Teil seiner R�ckenhaare abwerfen, diese F�higkeit ist im Laufe der Domestikation fast vollst�ndig verloren gegangen.
Organe
Aufgrund der energiereicheren und saftigeren Ern�hrung der Hausmeerschweinchen hat sich auch der Verdauungstrakt mit der Zeit angepasst. Der Magen ist gr��er, so dass Hausmeerschweinchen auch mit gr��eren Mahlzeiten auf einmal klar kommen. Der D�nndarm ist l�nger, um eine l�ngere Strecke zum Entw�ssern des Nahrungsbreies zu haben. Auch Blind- und Dickdarm sind gr��er, wahrscheinlich eine Folge der zum Teil erheblich von der Grasnahrung des Tschudi abweichenden Futters, mit welchem die Tiere seit Jahrtausenden klarkommen m�ssen.
Gr��e
Viele s�damerikanische alte Linien, die dort seit Generationen innerhalb der Familien zur Eigenversorgung gez�chtet werden, haben noch die urspr�ngliche Gr��e von 500g - 600g und etwa gleiche Geburtsgewichte des Tschudi-Meerschweinchens. Die europ�ischen und nordamerikanischen Linien dagegen sind mit 700g - 1500g deutlich gr��er, da sie von gr��eren Mastmeerschweinchen abstammen. Die gr��ten Tiere sind die zu Intensivmast gez�chteten Tiere, von denen die nordamerikanischen und europ�ischen Cuys abstammen. Sie k�nnen im Extremfall ein Gewicht bis 4kg erreichen.
Verhalten
m�nnliches Glatthaar-Meerschweinchen s�ugendes Meerschweinchen
Meerschweinchen sind als Beutetiere immer fluchtbereit. Daher erschrecken sie leicht bei lauten Ger�uschen (besonders pl�tzlichen Ger�usche wie T�renknallen usw.) und Bewegungen in ihrer N�he. Besonders Ann�hrungen von oben f�hren zu einer sofortigen Flucht, in Anlehnung an die von oben drohende Gefahr durch Raubv�gel. Werden sie z. B. beim Herausheben von oben gegriffen, verfallen sie oft in eine Schreckensstarre, die vom Besitzer irrt�mlich als: „Es mag mich doch, es verh�lt sich ganz lieb und still, wenn ich es herausnehme.“ gedeutet wird. Diese vom Meerschweinchen ungewollten, vom Besitzer gut gemeinten Zuwendungen bedeuten f�r das Tierchen oft eine extreme Stresssituation. Meerschweinchen sind daher f�r Kinder eher ungeeignet.
Wenn sie sich wohlf�hlen, liegen die Tiere lang ausgestreckt herum, den Kopf auf dem Boden und d�sen vor sich hin. Luftspr�nge von 10 cm und mehr mit allen Vieren gleichzeitig, das sogenannte „Popcornen“, zeigen �bermut und dr�cken Freude aus. Bei �lteren Tieren werden diese (wohl auch durch das Gewicht) weniger. Trotzdem wird es in einer zufriedenen Gruppe �fters relativ laut und munter hergehen. Entgegen ihres eher plumpen Aussehens im Ruhezustand sind Meerschweinchen alles andere als tr�ge.
Meerschweinchen unterscheiden sich untereinander teilweise sehr. Sowohl beim Fressen, als auch beim Verhalten variiert das Spektrum von scheuer Zur�ckhaltung bis frechem Anknabbern (nicht Bei�en) der Finger ihres Betreuers. Gesunde Tiere haben eine gewisse Neugier ihrer Umgebung gegen�ber, wobei insbesondere Ver�nderungen, die sich nicht bewegen, ausgiebig, wenn auch vorsichtig, begutachtet werden.
Ein gro�er Unterschied zu Kaninchen und Hamstern ist, dass Meerschweinchen mit Lauten kommunizieren. Sie haben ein weites Spektrum von Laut�u�erungen, die sie auch oft und gerne einsetzen. Neben dem ruhigen „Muigen“ oder „Gurren“, gibt es ein unwilliges „Knattern“ z. B. bei ungewohnten Ger�uschen, das „Brommseln“ der B�cke beim Balzen bzw. beim Zeigen von Dominanz, das laute Quieken nach Futter, das nur dem Menschen gegen�ber gezeigt wird und das geheimnisvolle „Cirpen“, das wie Vogelgezwitscher klingt, oft nur nachts auftritt und als Stressignal gedeutet wird. Zudem klappern die Tiere mit den Z�hnen, um ihre Rangordnung gegen�ber Artgenossen zu unterstreichen.
Entgegen weit verbreiteten Meinungen ist das Meerschweinchen denkbar ungeeignet als Kuschel- und Schmusetier f�r Kinder. Vor allem kleinere Kinder k�nnen dem filigranen Knochenbau des Tieres ernsten Schaden zuf�gen. Besser ist es die putzigen, lebenslustigen Tiere in einem, wie unten beschriebenen, abwechslungsreich gestalteten Lebensraum zu beobachten.
Nutzung Gebratenes Meerschweinchen mit Beilagen
Bis heute werden in Peru und den Nachbarl�ndern Meerschweinchen als Fleischlieferanten gehalten. Allein in Peru sollen pro Jahr rund 65 Millionen der Tiere verspeist werden. In den letzten Jahren wurden gezielt gr��ere und fettere Rassen gez�chtet und in Intensivmast gehalten. Die sogenannten Cuys k�nnen bis zu 4 kg wiegen, sind aber scheuer und schreckhafter als die in Europa und USA gehaltenen Hausmeerschweinchen. Meerschweinchenfleisch geh�rt zum traditionellen peruanischen Hochzeitsmahl und hat seine Bedeutung in den �berlieferten Heilungsritualen.
Haltung
M�nnchen und Weibchen
Zwischen der Haltung von M�nnchen, auch B�cke genannt, oder Weibchen gibt es keine gro�en Unterschiede. Weder werden die einen zahmer, noch riechen sie strenger. Alle Meerschweinchen haben eine Duftdr�se, genannt Kaudaldr�se oberhalb der Afterregion. Au�er der Kaudaldr�se weist das Meerschweinchen beidseitig angelegte Perianaldr�sen auf. Beide Dr�sen sollten von Zeit zu Zeit auf Verschmutzungen kontrolliert und gegebenenfalls gereinigt werden, jedoch nur vorsichtig und nicht all zu oft.
Einzelhaltung
weibliches Glatthaar-Meerschweinchen bei der Fellpflege
Die dauerhafte Einzelhaltung ist nicht verhaltensgerecht im Sinne des Tierschutzgesetzes. Hausmeerschweinchen sind Rudeltiere und brauchen mind. einen artgleichen Partner. Alleine gehalten entwickeln sie Verhaltensst�rungen. Menschen k�nnen keinen artgleichen Partner ersetzen, genausowenig wie Kaninchen. Die von vielen Zoofachgesch�ften empfohlene Haltung von einem Kaninchen und einem Meerschweinchen verst��t gegen das Tierschutzgesetz.
Gruppenhaltung
Meerschweinchen k�nnen in Gruppen ab zwei Tieren gehalten werden. M�glich sind gleichgeschlechtliche Gruppen sowie auch Gruppen mit einem kastrierten B�ckchen und einem oder mehreren Weibchen. Bei der Haltung reiner B�ckchengruppen sollte auf eine gerade Anzahl der B�ckchen geachtet werden, da ungerade Anzahlen oft zu wilden Bei�ereien f�hren. Jedoch ist dann auch bei gerader Anzahl nicht garantiert, dass es keine Bei�ereien zwischen den B�ckchen gibt. Auch reine Weibchengruppen sind oft harmonischer, wenn sie eine gerade Anzahl aufweisen. Wenn B�ckchen einmal Kontakt mit Weibchen hatten oder den Duft von weiblichen Meerschweinchen riechen, lassen sie sich meist nicht mehr mit B�cken vergesellschaften und f�gen sich dann gegenseitig zum Teil sehr starke Verletzungen zu.
Werden B�cke ab 250g Gewicht und vor der Ausbildung der vollen Geschlechtsreife kastriert, werden sie von Altb�cken nicht als Rivalen erkannt und k�nnen nun in Gruppen mit Weibchen und einem Bock oder mit einem Zuchtbock vergesellschaftet werden.
Haltung von Zuchtb�cken
Aufgrund der Unvertr�glichkeit der Zuchtb�cke gegen�ber Geschlechtsgenossen wirft die Haltung von einem oder mehreren Zuchtb�cken ganz eigene Probleme auf. Z�chter haben unterschiedliche Systeme entwickelt, um ihren Zuchtb�cken trotzdem ein Leben mit Artgenossen zu erm�glichen. Es k�nnen hier nur wenige Beispiele gegeben werden:
Vergesellschaftung mit anderen Tierarten
Die Vergesellschaftung mit Kaninchen ist m�glich, wenn die Kaninchen mind. zu zweit sind, die Meerschweinchen mind. zu zweit sind und gen�gend Auslauf geboten werden kann. Es m�ssen R�ckzugsgebiete f�r Meerschweinchen und f�r Kaninchen vorhanden sein.
Unterkunft
Die in Zoofachhandeln �blichen, k�uflichen Standard-K�fige sind leider oft zu klein, um 2 oder mehrere Meerschweinchen darin zu halten. Liebhaber empfehlen im Allgemeinen pro Meerschweinchen eine Grundfl�che von 0,50 m� pro Tier, was durchaus ausreicht, wenn die Tiere viel Auslauf bekommen. Sollten die Tiere nur im Gehege wohnen, oder bekommen sie nur selten Auslauf, ist eine Gehegegr��e von 1 m � pro Tier wohl angemessen. Besser geeignet sind jedoch ger�umige Eigenbauten, die eine gr��ere Fl�che und zum Beispiel durch etwa 30cm hohe Plexiglasscheiben einen besseren Ein- und Ausblick sowie einen n�heren Kontakt zu den Tieren erm�glichen. F�r zwei Tiere sollte der K�fig mindestens eine L�nge von 120 cm haben, f�r drei sind 140 cm empfehlenswert. Generell gilt nat�rlich: je gr��er, desto besser.Allerdings sollte der K�fig nie auf dem Boden stehen, da sich Meerschweinchen oft durch das Getrappel der F��e gest�rt f�hlen und dann Angst bekommen. Am Besten stellt man den K�fig etwas erh�ht auf Kommoden, kleine Schr�nke etc..
Der Boden des K�figs sollte mit einer nicht staubenden Streu bedeckt sein, zum Beispiel Holzstreu, Holz- beziehungsweise Strohpellets oder Hanfstreu. Darauf kann eine Schicht Stroh oder Heu gegeben werden, die die Tiere gern zum Verstecken und Spielen nutzen. Ebenfalls kann man �ber das normale Streu auch noch sog. �berstreu geben, das dann z.B.Waldboden oder Heidelandschaften imitiert.
Zur weiteren Einrichtung des K�figs geh�ren Futtern�pfe, ein H�uschen mit zwei Ausg�ngen (Fluchtwege), m�glichst ohne Fenster (Gefahr des Steckenbleibens), eine Heuraufe und eine Trinkflasche oder eine Wassersch�ssel (Wasser muss immer zur Verf�gung stehen). Der Vorteil der Wassersch�ssel ist die nat�rlichere Trinkhaltung der Tiere und die bessere Wasserqualit�t (in der Trinkflasche - besonders im nicht einsehbaren Trinkrohr - k�nnen sich Algen oder Bakterien ausbilden). Der Nachteil ist das m�gliche Umkippen der Sch�ssel (die Sch�ssel sollte auf das m�gliche Aufst�tzen eines Meerschweinchens ohne zu kippen ausgelegt sein - wie auch der Futternapf). Alternativ kann man auch einfach ein (unbehandeltes!) Holzbrett durch die Gitterst�be der schmalen K�figseite stecken. Dadurch erh�lt man auch gleich noch eine erh�hte Aussichtsplattform, auf der sich zu�tzlich Futter gut anbieten l�sst, welches dort auch nicht so schnell verschmutzt werden kann.
Weitere m�gliche Einrichtungsgegenst�nde sind der Foodball (ein Gitterball zum Aufh�ngen, kann mit Heu oder Gem�se bef�llt werden), Steine, Korkr�hren, Stofftunnel, Kuschelrollen, Schlafs�cke, Iglus und H�ngematten. Diese k�nnen ganz einfach aus einem kleinen, mit W�scheklammern oder H�kchen am K�fig befestigten G�stehandtuch selbst gemacht werden.
Auslauf
Meerschweinchen d�rfen nie nur im K�fig gehalten werden, sondern brauchen t�glich mindestens ein bis zwei Stunden Auslauf. Dabei sollten Kabel, Chemikalien und Giftpflanzen sicher abgegrenzt werden, um ein Anknabbern zu vermeiden. Nur selten werden die Tiere stubenrein. Man kann versuchen, ihnen einen �berdachten Platz (z. B. Pappkarton), der mit einem Handtuch ausgelegt wird, als „Toilette“ anzubieten. Auch Wachstischdecken sowie billige Webteppiche eignen sich als Unterlage f�r einen Zimmerauslauf. Als Material f�r die Z�une k�nnen beispielsweise Holzpalisaden oder Komponenten von Magic cubes (Gitterschr�nke) benutzt werden.
Au�enhaltung Meerschweinchenbock im Schnee vergr��ern Meerschweinchenbock im Schnee
Ist ein wetter- und Raubtier-sicherer, fester Unterschlupf vorhanden, k�nnen Meerschweinchen auch ganzj�hrig drau�en gehalten werden. Eine gut isolierte, zugfreie und trockene R�ckzugsm�glichkeit sollte st�ndig zur Verf�gung stehen. Diese Unterkunft muss den Mindestma�en f�r K�fige entsprechen, da sie an kalten und regnerischen Tagen als st�ndige Behausung dienen muss. Die Tiere m�ssen bereits im Sommer an die Freihaltung gew�hnt werden, ein Wechsel vom kalten Au�enstall in die warme Wohnung und andersherum ist unbedingt zu vermeiden. Vorsicht ist geboten, wenn Hunde und Katzen in der N�he sind – wenn die Meerschweinchen Auslauf haben, ohne durch Gitter gesch�tzt zu werden, k�nnen sie leicht von diesen „geraubt“ werden. Im Winter ist die Schutzecke au�erdem gut mit Stroh und Heu auszustatten. Dort k�nnen sich die Meerschweinchen wie unter einen warmen Decke verkriechen.
Kastration
In den meisten F�llen ist es so, dass nur m�nnliche Tiere kastriert werden. Zum einen ist bei Weibchen dieser Eingriff sehr riskant und auch teuer, da er viel gr��er ist als bei B�cken. Zum anderen ist es auch sinnvoller den Bock zu kastrieren, da man in den meisten F�llen mehrere Weibchen mit einem Bock zusammen h�lt und nicht umgekehrt.
B�cke kann man schon jung kastrieren, aber auch bei �lteren Tieren, bis etwa vier Jahre, ist das noch m�glich. Es h�ngt jedoch vom Gewicht und Gesundheitszustand des Bocks ab und sollte mit dem Tierarzt besprochen werden.
Unter Fr�hkastration versteht man, dass schon kleine B�ckchen, die noch nicht geschlechtsreif sind, kastriert werden. Der Vorteil davon ist, dass sie meist (aber nicht immer) weniger dominant werden. Ab welchem Alter der Eingriff vorgenommen wird, ist von einem Tierarzt zum anderen verschieden. Die einen kastrieren B�cke schon mit etwa 4–5 Wochen und einem Gewicht ab 300 Gramm, meist wird jedoch etwa bis zur 5. Woche gewartet, denn dann kommen die Hoden herunter und der Eingriff ist weniger riskant.
Ern�hrung Meerschweinchengruppe beim Fressen vergr��ern Meerschweinchengruppe beim Fressen
Meerschweinchen sind Pflanzenfresser, die kein tierisches Eiwei� ben�tigen. Frisches sauberes, staubfreies Heu ist die Basis ihrer Ern�hrung. Zus�tzlich brauchen sie t�glich ca. 100 g Frischfutter.
Futterpflanzen des Meerschweinchens sind:
Kein geeignetes Futter f�r Meerschweinchen ist:
Erkrankungen
Meerschweinchen sind Fluchttiere und f�r sie w�rde jede Erkrankung in der Natur den Tod bedeuten. Daher zeigen sie oft lange nicht, dass sie krank sind, wohl auch, weil sie dann einen Ausschluss aus der Gruppe zu bef�rchten h�tten. Wenn ein Meerschwein seine Erkrankung zeigt, kann man davon ausgehen, dass es sehr ernst ist. Hat es zum Beispiel einmal aufgeh�rt zu fressen, ist es schwierig und m�hsam es wieder aufzup�ppeln. Auch sind die Symptome anders aufzufassen und eine f�r Menschen harmlos wirkende Erk�ltung kann bei Meerschweinchen innerhalb k�rzester Zeit zu einer t�dlichen Lungenentz�ndung f�hren. Daher ist im Zweifelsfall immer ein Tierarztbesuch angesagt.
Fortpflanzung
Da sich Meerschweinchen sehr schnell vermehren, sollte man, wenn man keine Junge haben will, M�nnchen und Weibchen getrennt halten oder sterilisieren/kastrieren.
Die Geschlechtsreife bei Meerschweinchen unterliegt gro�en Schwankungen. Bei Weibchen gibt es die so genannte Fr�hreife schon ab 3 bis 4 Wochen. Um gesundheitliche St�rungen auszuschlie�en, sollte ein Weibchen keinesfalls vor Erreichen des 4. Lebensmonats und einem Gewicht von 700 g gedeckt werden. Bei B�cken liegt die Geschlechtsreife bei etwa 4-6 Wochen nach der Geburt bzw. ca. 300 g Gewicht. Es gibt allerdings auch Fr�hentwickler, die schon mit 2 Wochen, bzw. 250 g decken konnten.
Das Weibchen darf bei der ersten Deckung nicht �lter als 9 bis 10 Monate sein, da sich ab diesem Alter die Beckenknochen verh�rten und es zu Geburtskomplikationen kommen kann. Es sollte mindestens 700 g, aber nicht mehr als 1100 g wiegen und muss gesund sein. Das B�ckchen muss mindestens 6 Monate alt und nat�rlich ebenfalls gesund sein.
Das Weibchen ist alle 14-18 Tage 24 Stunden lang br�nstig. Wenn der Deckakt mit dem M�nnchen erfolgreich war, putzen sich beide Tiere ausgiebig. Nachdem die Jungen sich in durchschnittlich 68 Tagen vollentwickelt haben (Tragdauer kann zwischen 68 und 72 Tage schwanken), bringt sie das Muttertier innerhalb einer viertel bis halben Stunde zur Welt. Die Jungen sind Nestfl�chter, wiegen zwischen 60-120 g, haben bereits ein Fell (bei langhaarigen Rassen ist es noch k�rzer), offene Augen, k�nnen laufen und knabbern bereits wenige Stunden nach der Geburt am Heu, an Obst und Gem�se. Stirbt die Mutter bei der Geburt, brauchen die Kleinen dennoch Milch zum �berleben. Man kann sie einer anderen Mutter geben - manchmal s�ugt sie die fremden Jungen mit. Sonst muss man die Jungen alle 2 Stunden (auch nachts!) mit Katzenaufzuchtmilch und einer Spritze (ohne Nadel) f�ttern.
Direkt nach der Geburt der Jungen ist die Meerschweinchendame wieder empfangsbereit, weshalb unkastrierte M�nnchen dann nicht im K�fig sein sollten, um ein sofortiges Nachdecken zu vermeiden. Ein Weibchen kann 1 bis sieben Junge werfen, wobei es in der Regel zwischen 2 und 4 Junge sind. Der erste Wurf ist nicht unbedingt kleiner als die nachfolgenden. Die Jungen werden dann 3 Wochen von der Mutter ges�ugt, bis sie mit 4-5 Wochen (und einem Mindestgewicht von 250 g) abgegeben werden k�nnen. Allerdings sollte man auch beachten, dass die Jungtiere nicht mehr bei der Mutter saugen, um sp�teren Verhaltensst�rungen entgegenzuwirken.
Zucht
Von der einfachen Vermehrung von Meerschweinchen zur Zucht ist es ein grosser Schritt. Vermehrung bedeutet einfach zwei Tiere zusammen zu setzen, ohne genau zu wissen was raus kommt. Ein seri�ser Z�chter weiss zuvor schon genau, was bei einer Verpaarung heraus kommt und kennt meistens mehrere Generationen der Vorfahren seiner Tiere. Wenn er diese nicht kennt, nimmt er Testverpaarungen vor, um Aufschluss �ber die genetischen Eigenschaften des Tieres zu erhalten. Ein Z�chter steckt sich ein genau definiertes Zuchtziel. Er verpaart gezielt nur Tiere mit einer speziellen Haarstruktur und eines Farbtypus. Falls von einer Verd�nnungsfarbe zuwenige Tiere vorhanden sind, greift er auf Vollfarbentiere zur�ck und erh�lt erst in der �bern�chsten Generation wieder die gew�nschte Farbe. Daher und zur Vermeidung von zu starker Inzucht muss ein Z�chter zwangsl�ufig mehrere dutzend Tiere artgerecht unterbringen k�nnen und so eine Linie aufbauen.
Linienzucht ist ein weiteres Gebiet mit dem sich ein Z�chter zwangsl�ufig besch�ftigen muss. Um eine Farbe oder ein Merkmal zu verst�rken oder aber einen Gendefekt in der Linie aufzudecken, muss man oft auf Tiere der Linie, also der Verwandtschaft, zur�ckgreifen k�nnen. Allerdings muss eine solche R�ckverpaarung gut geplant werden und man sollte darauf achten, dass man ab und zu wieder frisches Blut in die Linie bringt, um den Genpool zu erweiten, denn ansonsten kann das Immunsystem zu einseitig und die Tiere krankheitsanf�llig werden.
Wer z�chten m�chte, sollte sich vorher ein paar grundlegende Kenntnisse zur Genetik, den Rassen und der Linienzucht zulegen. Au�erdem sollte man sich vorher �berlegen, wie das B�ckchen in den Zuchtpausen der Weibchen untergebracht sein soll und wohin die Jungtiere gehen sollen. Am besten sucht man sich einen erfahrenen Z�chter, der einen ber�t. Zucht bedeutet einen sehr grossen Aufwand, sowohl zeitlich als auch finanziell. Daher w�re es eine Illusion zu glauben mit einer Zucht einfach Geld verdienen zu k�nnen.
Rassen
Das Hausmeerschweinchen ist im Gegensatz zu den grau- bis rotbraunen eher kurzhaarigen Wildrassen in den verschiedensten Farben, Felll�ngen und -strukturen zu finden. Generell gibt es nahezu beliebige Kombinationen aus Farben, Felll�nge und Wirbeln. Dazu kommt noch eine unterschiedliche Haarstruktur (drahtig bis samtweich, sowie lockig).
In den vergangenen Jahren sind durch gezielte Zucht viele Rassen entstanden, die noch in vielen Farben auftreten.
Kurzhaarrassen:
(Der US-Teddy, der Ch-Teddy und der Rex sind genetisch nicht miteinander verwandt. Verpaart man sie untereinander, w�rde man Glatthaarmeerschweinchen erhalten.)
Langhaarrassen:
Farben
Schon die Inkas kannten verschiedene Farbvarianten bei den Meerschweinchen. Mit der gezielten Herauszucht von Farben wurde jedoch erst im 20. Jahrhundert begonnen:
Vollfarben:
Zu den Vollfarben gibt es viele Aufhellungst�ne die bis zu wei� variieren k�nnen.
Alle Farbvarianten k�nnen in Aufhellungsfarben und in Kombination mit weissen Feldern auftreten.
Literatur
Weblinks
Commons: Cavia porcellus – Bilder, Videos und/oder
Audiodateien
Geschichte/Abstammung