Deutschpop-Festival in Ungarn? Eine Superidee! Besonders jetzt, wo die deutsche Musikindustrie ihren Boom erlebt und deutsche Texte endlich angesagt sind. Ich meine, am Festival sollten junge Bands und Einzelinterpreten teilnehmen, die bei uns noch nicht oder weniger bekannt sind. Sie können ganz gewiss die Aufmerksamkeit der ungarischen Plattenmanager erregen und nicht zuletzt machen sie Reklame für die deutsche Sprache. Nach langer Überlegung – wer die Wahl hat, hat die Qual – habe ich meine Entscheidung getroffen. Meine Favoriten sind The Skatoons und MIA.
Die Hamburger Band The Skatoons wurde 1999 gegründet. Schnell folgten viele Konzerte: Hamburg, Rostock, Wernigerode, Berlin, Lübeck ……………. die Liste ist unendlich laaaaaang. Und was steckt hinter dem Erfolg? Ska! Mit deutschem Gesang (eine Seltenheit im Ska), schnell, tanzbar und rockbar. Die 9-köpfige Band zeigt wie man eine Party so richtig zum Laufen bringen kann und schafft es immer, jedes Tanzbein in Bewegung zu bringen. So haben die Skatoons auch auf dem Wutzrockfestival 2005 den Fans den Ska ins Blut geheizt und haben das riesige Publikum, 15000 Menschen bezaubert. Das dreitägige Festival bietet seit mehr als 25 Jahren jungen Musikern eine Plattform. Wutzrock ist ein Festival der Gegensätze: bunt, laut, leise, jung, alt, nicht parteipolitisch, professionell und trotzdem unkommerziell.
Die Texte der Band sind auch Klasse, „einfachfrechaufrichtig“ mit einem Wort. Man muss über den Inhalt nachdenken und dann stellt man oft die Frage: „Trifft das auch auf mich zu?“
Und jetzt bitte hören Sie zu, wie das Lied „Egoisten“ klingt.

MIA. habe ich wegen ihrer ehrlichen Musik und des sozialen Engagements gewählt.
Die 1997 als Schülerband gegründete Elektro-Punk-Band setzt mit ihrer Musik und Texten ein wohltuendes Gegengewicht zu Casting- und Retorten-Formationen. Open-Air-Festivals wie Rock am Ring, die Loveparade 2003, die Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest überzeugen u.a. von der erfolgreichen Karriere der Berliner Quintett. Nicht zu vergessen, dass anlässlich des Kulturfrühlings des Goethe- Instituts in Russland begaben sich MIA. auf eine außergewöhnliche Konzertreise durch Sibirien. Ihre Reise führte von Berlin über Moskau – Tomsk – Nowosibirsk – Jekaterinburg – Moskau nach Frankfurt am Main.
Inhaltlich haben MIA.s Texte politische Ansätze, was in Titeln, wie Ökostrom, Alles neu oder Machtspiele zum Ausdruck kommt. Die Band setzt sich für Umweltschutz, sozialen Umbruch oder Frieden ein. Aber auch Gefühle wie Liebe und Beziehung werden thematisiert.
Für die Texte ist Mieze, die Sängerin der Gruppe verantwortlich. Sie dichtet originell, nicht wahr?
Alles neuAchtung ehrlich!
Wenn du morgens auf die Straße rennst
Eigentlich noch
total verpennt
Auf dem Weg kuckst du dir Leute an
Doch die schaun weg –
das kotzt dich richtig an
Zwischen dir und mir geht’s hin und her
Dich zu
hassen fällt mir gar nicht schwer
Du sagst du kommst
Doch du sagst nicht
wann
Wer hat gesagt dass ich auch warten kann
Keine Zeit zu verlieren
Du weißt es wird passieren
Die Bombe explodiert
Vielleicht wirst du
kapieren
Alles wird wie neu sein
Du weißt es wird passieren
Die Bombe
explodiert
Und alles wird neu sein
Achtung ehrlich!
Im Klub Berlin außer Rand und Band
Wollt ihr uns sehen wir spielen euch an
die Wand
Ideal ist wenn ich ungeniert
Mach was ich will und euch das
schockiert
Ich bin drauf und dran am Mikrophon
Du wirst nicht
kommen
Denn du kennst das schon
Du sagst du liebst mich
Doch ich frag
mich wann
Wer hat gesagt dass ich drauf warten kann
Keine Zeit zu
verlieren
Ich werd nicht länger warten
Keine Zeit zu verlieren
Du weißt es wird passieren
Die Bombe explodiert
Vielleicht wirst du
kapieren
Alles wird neu sein
Du weißt es wird passieren
Die Bombe
explodiert
Und alles wird neu sein
Zwischen dir und mir geht’s hin und
her