Willkommen auf der Karibik-Seite

Die Reise begann auf St. Martin im Januar 2001. Sie führte über zahlreiche Inseln der kleinen Antillen bis nach Venezuela.Die folgenden Reiseberichte stehen zur Auswahl:
Antigua 2001
Dominica 2001
Dominica 2 2001
Saint Vincent & the Grenadines 2001
Trinidad & Tobago 2001
Venezuela 2001



Willkommen in Antigua & Barbuda
Hallo Ihr Daheimfrierenden!
Meine erste Woche in der Karibik ist nun zu Ende und abgesehen
davon, dass es mir langsam tierisch auf den Keks geht, dass
der Euro so schwach oder der Dollar so stark ist, und ich dadurch
ein bisschen rechnen muss, kann ich Euch diesen Teil der
Erde nur empfehlen. Die Touris sieht man eigentlich nur am
Flughafen. Danach ziehen diese in ihre Ressorts und versauern bis
zum Abflug dort auf Nimmerwiedersehen. Angekommen bin ich in
St. Martin, das grob oestlich von Puerto Rico liegt. Die Insel ist
nur etwa so gross wie das Stadtgebiet von Mainz, dafuer
beanspruchen es aber 2 Laender: Niederlande und Frankreich.
Dadurch
gibt es dort 3 Waehrungen: Antillen Gulden, US Dollar und Franz.
Francs! Die Insel ist zum Erholen von schlimmen
Sylvesterparties ausgezeichnet geeignet. Doch schon am
naechsten Tag musste ich fuer Herrmann natuerlich den hoechsten
Berg des Koenigreiches der Nierderlande auf Saba 60 km westlich
von St. Martin besteigen. Nach 1 Stunde Aufstieg war ich auf
dem Gipfel des Mt. Scenery in 887m Hoehe angekommen.
Auf der ganzen Insel scheint es eigentlich keine Touris zu geben. Die
Menschen kennen sich alle und Fremden gegenueber sind sie
wirklich sehr freundlich. Die Doerfer sehen eher aus als ob sie in
den Alpen stehen wuerden als in der Karibik. Allerdings erinnert
einen der Djungel im Hintergrund wieder an die Karibik. Die
andere Insel, die ich von St. Martin besuchte heisst Anguilla und
gehoert noch zu Grossbritanien. Da es dort keine oeffentlichen
Verkehrsmittel gibt, nahm ich meinen Scooter mit rueber und
erregte natuerlich ueberall das Interesse mit so 'nem komischen
Ding ueber das Land zu rollern. Doch hier traute sich noch keiner
damit zu fahren. Die Ueberfahrt nach Anguilla war eigentlich
mehr ein Raftingtrip als eine Bootsfahrt, denn das Boot flog mehr
von Welle zu Welle als dass es schwamm. Die Insel selbst ist
nur wegen ihrer paradiesischen Straende erwaehnenswert. Diese
sind allerdings wirklich so wie auf den Seyschellen: weiss,
kaum jemand da und tuerkisblaues Wasser, kuehles CARIB Bier.
Das Bier machte natuerlich das Scooterfahren noch etwas
lustiger, aber ich bin ja wieder heil angekommen. Von St. Martin
bin ich dann nach St. Kitts and Nevis geflogen, das manchem
von Euch vielleicht unbekannt ist. Die beiden Inseln sind fast
jeweils selbststaendig, so dass jede ihre eigenen Briefmarken etc.
hat. St. Kitts hat noch alte Festungen aus dem 17.Jhdt die als das
Gibraltar der Karibik bezeichnet werden. Die Festungen hatten
so viel gruene Flaechen, so dass sie sich optimal fuer das Open
Ohr eigenen wuerden. Ausserdem ist dort eh keine Sau, so
dass es mit den Anwohnern kein Problem geben wuerde. Von St.
Kitts bin ich dann mit dem Schiff nach Nevis und dort durch den
Djungel um die Insel herum zu wandern. Dort sah man viele Affen,
viele versch. Schmetterlinge und kolibriartige Voegel. Von St.
Kitts ging es dann wieder per Propellerkiste nach Anitigua von wo
ich euch heute maile. Ich hoffe ich kann mich naechste Woche
wieder bei Euch melden und ueber weitere Laender kurz
berichten...














Willkommen auf Dominica!
Hallo liebe SchneemaenerInnen!
Mittlerweile bin ich in Dominica angekommen. NEIN - nicht in der
Dominikanischen Republik. Die liegt zum Glueck 1000km
weiter nordwestlich und der All-Inclusive-Club-Laerm dringt hier
noch nicht rueber. Das letzte Mal meldete ich mich aus Antigua
und Barbuda, das wirklich 365 Traumstraende nebeneinander
herumliegen hat. Die Insel Antigua ist naemlich total zerfransst
und bildet somit wirklich hunderte von kleinen Buchten mit
weissem Sandstrand und tuerkisblauem Wasser. Ausserdem gibt
es
hier noch zahlreiche Gebauede aus der engl. Kolonialzeit zu
bewundern. Leider haben die Englaender den gesamten trop.
Regenwald abgeholzt um Zuckerrohr anzupflanzen. Deshalb stehen
hier auch noch 200 Jahre alte Windmuehlen herum, mit denen
das Zuckerrohr zerquetscht wurde. Was daraus gemacht wurde
oder wird ist ja "klar". Der gute karibische Rum. Dieser ist
uebrigens in der 1l Flasche so teuer oder billig, wie man's sieht,
wie 1l Bier. Von Antigua bin ich mit dem Boot dann vom Paradies
nach "Hot hot hot"gefahren. Diese Bezeichnung steht fuer
Montserrat, die Insel, auf der 1995 nach 400 Jahren Schlaf der
Vulkan
Souffriere wieder ausgebrochen ist, und die gesamte Insel evakuiert
werden musste. Noch heute sind zwei Dritter der Insel
gesperrt, da der Vulkan staendig neu ausbricht. Schon von Antigua
(40km entfernt) kann man die Rauchwolke ueber dem
Souffriere aus sehen. Wenn man dann von dem Vulkan nur noch
4km entfernt ist, kommt einem das schon unheimlich vor.
Staendig sind aus dem Krater Felsbrocken herausgeschleudert
worden, die dann eine riesen Staubwolke beim Hinabrollen ins
Tal aufwirbelten. Der ehemalige Flughafen ist wie viele andere
Doerfer dem Erdboden gleich gemacht worden. Die Lavafluten
haben ueberall verbrannte Erde zurueckgelassen. Und trotzdem
sind die Menschen, die auf Montserrat geblieben sind, die
nettesten die ich bisher getroffen habe. Und sie laden Euch alle
ein, diese Insel zu besuchen, da in den Medien immerwieder
berichtet wird, man koenne die Insel nicht besuchen, oder es sei
zu gefaehrlich. Durch die wenigen Touristen (wir waren 6
Stueck) bekommt die Insel wenigstens ein bisschen Kohle zum
Ueberleben. Ansonsten sind die Bewohner auf die Hilfe des
Mutterlandes Grossbritanien angewiesen. Also wenn ihr mal kurz
Zeit habt, die Mensche werden Euch herzlich empfangen!!!
Von Montserrat bin ich dann wieder nach Antigua zurueck. Am
naechsten Tag ging es mit einem 19 Sitzplaetze zaehlenden
Propellerflugzeug (Dornier 228) nach Guadeloupe. Hier ist Fliegen
noch ein bisschen anders. Anfangs wussten wir (7
Passagiere) nicht welches das richtige Flugzeug war. Also fragten
wir einfach immer beim Piloten der im Cockpit sass, und
seine eigene Tuer hatte, wohin er fliegt. Gesucht gefunden. Und
schon ging's los. Die beiden Piloten sassen wie im Auto einfach
vorne, und jeder konnte ihre Taetigkeiten im Cockpit beobachten.
Eine Stewardess war (leider) nicht an Bord. In Guadeloupe
fuehlt man sich gleich wieder wie in Frankreich, da natuerlich alles
(fast)so ist wie im Mutterland 7000km entfernt. Guadeloupe gehoert sogar
zur EU und alle fahren mit ihren EU Nummernschildern durch die Gegend und
derEuro ist hier das Zahlungsmittel. Das beste ist natuerlich die Tatsache
nach all den englischsprachigen Laendern und der nicht so tollen
englischen Kueche mal wieder Croissants zu futtern und guten Rotwein zu
trinken. Abends wurde es dann ganz heimisch, denn hier findet die
Fastnacht gleich nach Neujahr sonntags bis Aschermittwoch statt. Das war
das 1. Mal, dass ich bei einem Fastnachtsumzug nicht frieren musste, und
in Shorts und T-Shirt das Ganze bestaunen konnte. Bei diesem Umzug waren
nur Musikgruppen aehnlich der Guggemussik unterwegs und die Leute tanzten
ganz ungezwungen auf der Strasse ohne dass ich auch nur einen Polizisten
gesehen habe. Dabei gab's hier auch an allen Ecken und Enden guten Alk zu
kaufen und superleckeres Essen von fahrbaren Essensstaenden. Das es hier
weder Absperrungen fuer die Leute noch fuer die Autos gab ist ja hier
selbstverstaendlich. Natuerlich endete alles in einem grossen bunten
Chaos...aber so macht Fastnacht ja erst richtig Spass. Heute bin ich dann
mit dem Schiff in Dominica angekommen. Die Insel beschrieb Kolumbus
treffend mit einem zusammengeknuellten Stueck Papier. Die Insel besteht
nur aus Regenwald und Bergen. Jetzt mach ich mal Schluss und gehe naemlich
genau dorthin: In den Regenwald und die Berge zum Wandern!!! Danach so
hoffe ich kann ich dann wieder Neues berichten. Friert nicht zu stark und
viel Spass beim Arbeiten, Fassnachtvorbereiten, Biertrinken oder
Rumsurfen!














Hallo aus Dominica!

Liebe FrostbeulenbesitzerInnen!
Zuallererst moechte ich mich mal bei Euch fuer die vielen netten
Mails bedanken. Tja es wird doch nicht immer alles schlechter,
sondern dank der neuen Medien auch vieles viel lustiger und
angenehmer!
Ich sitze immernoch auf Dominica und bin noch nicht vom
japanischen Europain3tagenvirus befallen wie einige von Euch
meinten... :-)
Dominica heisst uebrigens so, weil einer meiner Vorbilder C.K. der
1. also Christoph Kolumbus diese Insel an einem Sonntag
(ital. Domenica) entdeckt hat. Der Name wird hier Do-mi-niiiiiie-ca
ausgesprochen und unterscheidet sich damit noch ein
bisschen mehr von DomRep!!! Diese Insel hat es mir wirklich
angetan. Hoerte ich bisher fast den ganzen Tag ueber Reggae, d.h.
auf der Strasse, im Minibus, im Flughafen (!), im Restaurant, im
Hotelzimmer und irgendwo in der Pampa, so hoert man hier
eigentlich nur das Rauschen der vielen Baeche und Fluesse und
den Wind der durch die Baumwipfel pfeift und natuerlich das
Zwitschern der Voegel die ueberall herumfliegen. Ich war jetzt 4
Tage lang praktisch immer im Regenwald und habe diese
einzigartige Schoenheit und das Bizarre dieser Insel genossen. Da
Dominika wie fast aller Inseln der kleinen Antillen
vulkanischen Ursprung ist, gibt es hier zahlreiche vulkanische
Kuriositaeten. Zum Beispiel bin ich zum Boiling Lake gewandert.
Der See sieht aus wie ein riesiger Topf voll mit Spaghettiwasser.
Ueberall kocht und sprudelt es. Natuerlich ist man gleich von
einer riesigen Dampfwolke umgeben und man sieht nix mehr
(vorallem als Brillentraeger!). Der Weg dorthin fuehrte erst durch
trop. Regenwald mit total kunterbunten Blumen, die ich noch nie
gesehen habe. Danach ging es ins Valley of Desolation. Dieses
Tal ist vor hundert Jahren nach einem Vulkanausbruch praktisch zu
einer Wueste im Regenwald verwandelt worden. Ueberall
stinkt es dank der Schwefelsaeure wie im Zeltlager auf dem
Donnerbalken. Die Erde ist kunterbunt gefaerbt von schwarz ueber
rostbraun und gelb bis weiss aufgrund der Mineralien. Aus allen
Loechern blubberte der kochende Schlamm durch die Gegend
und der kleine Bach bestand auch nur aus kochendem Wasser.
Hier koennte man ne coole Party ohne extra Nebelmaschine
ausrichten, denn oft sah man gar nix mehr vor sich. Da diese Tour
fast einen Tagesmarsch entspricht, kommen hier nur sehr
wenige Touris her und man kann diese Einoede so richtig
geniessen. Ich war mit einem eiheimischen Guide da, und so lernte
ich noch ein bisschen was ueber das Leben in Dominica. Am
naechten Tag krabbelte ich durch den Regenwald auf der Suche
nach Papageien, die es hier noch in freier Wildbahn gibt. Nach 4
Stunden rumsuchen und rumlaufen, fand ich dann 5 Meter vor
mir in einem Baum das Wappentier Dominicas, den Imperial
Parrot. Gluecklicherweisse fuehlte er sich nicht durch mich bedroht
und schaute mich nur schraeg an, und dachte sich was fuer ein
Spak, der mich da wohl anglozt. Diese Papageien werden bis zu
50cm gross und sind fast ueberall gruen ausser einer lila Brust.
Spaeter bin ich dann in den Mangroven mit einem
Einheimischen im Ruderboot durch das Land des Indian River
gefahren. Der Name kommt von den Indianern, die es hier in
Dominca noch wirklich gibt. Diese Indianer sind Nachfahren der
Carib Indianer. Diese gaben der ganzen Region Karibik ihren
Namen (und einem guten Bier). Leider sieht man kaum noch die
Indianer, denn sie leben in ihrem eigenem Territorium und ich
wollte nicht wie Theotouri diese Leute wie im Zoo bestaunen.
Trotzdem sah ich in Roseau der Hauptstadt (die uebrigens kleiner
ist als der Lerchenberg) einige Caribs. Heute war dann
Wasserfallbestauntag angesagt. Wieder ging es auf ziemlich
grassen
Pfaden durch den Regenwald zu mehreren Wasserfaellen, die bis
zu 100m hoch waren. Stundenlang sah ich keine
Menschenseele, aber der Weg war sogar wie in Europa z. T.
markiert, so dass ich mich nicht verlaufen konnte. An einer
Wegkreuzung sollte laut Touri-Info eine Boa Constrictor leben.
Diese hatte aber heute anscheinend ihren freien Tag, so dass ich
mit einigen gereizten Krabben die mich staendig angriffen,
zufrieden sein musste. Aber einige andere (auch ungiftige)
Schlangen
lagen schon mal auf dem Weg. Tja nicht nur die Leute sind hier
ziemlich relaxed, auch die Tiere. Die Schlangen hatten naemlich
ueberhaupt keinen Bock mir mal Platz zu machen... Dadurch dass
ich mich nun nicht in Domrep befinde, sind die Abende eher
als ruhig zu bezeichen, wenn nicht gerade wieder jemand mit
seiner Prolschuessel durch die Strasse rauscht und die Baesse
die Klapperschuessel fast zerlegen. Die Mucke ist hier schon viel
mehr Calypsoartig als Reggae, was sich aber aehnlich (die
Experten werden es mir verzeihen)anhoert. Noch komm ich mit der
Musik klar...sie haengt mir noch nicht zum Hals raus. Trotz
fehlender Party kann man aber den Einheimischen Suff geniessen:
Ich gehe jetzt z.B. gleich wieder Erdnuss-Puch trinken. Oder
den Bush-Rum. Das ist Rum mit irgendwelchen Kraeutern drinnen.
Schmeckt echt strange aber gut, und kostet nur halbsoviel
wie das Kubuli-Bier!!! Also cheers, friert nicht zu doll und nochmals
DANKE fuer Eure Mails!!!














Willkommen in St. Vincent & the Grenadines!

Hallo liebe aufgetauten Vegetarier!
Ich denke nach dem nun auch noch die Schweine bei Euch nicht
mehr geniessbar sind werdet Ihr sicherlich nun endgueltig zu
Vegetariern mutieren. Obwohl hier anscheinend die Viecher noch
nicht total behaemmert sind (ausser dass es hier Kuehe im
trop. Regenwald gibt)ist Fleisch dank des schwachen Euros total
unbezahlbar. Aber das kulinarische Vergnuegen kommt hier
trotzdem nicht zu kurz. Zum Fruehstueck gibt es Bananenbrot und
Kokosnussbroetchen die meistens dermassen satt machen,
dass mittags nur Papaya, Banaenchen usw. angesagt ist. Das
beste Naturprodukt, das sowohl satt macht als auch den Durst
loescht sind allerdings die Kokosnuesse. Diese sind her nicht vom
Typ, harte Schale und dann nix drinn wie sooft in
Deutschland. Die Kokosnuesse in der Karibik sind groesse
unfoermige gruenlich bis gelbe Klumpen. Der Verkaeufer hat dann
solange mit der Machete die Schale ab, bis ein Loch
herausgehauen ist und man dann die Fluessigkeit trinken kann.
Dies ist
meist mehr als ein halber Liter und schmeckt nur leicht nach
Kokosnuss. Ist die Nuss dann leer, haut der Verkauefer sie in 2
Haelften und macht noch eine Kerbe hinein. Die Kerbe reisst man
dann heraus und loeffelt danach das Kobra aus der Nuss
heraus. Die ganze Prozedur dauert natuerlich seine Zeit, aber die
hat man hier ja zur Genuege. Abends gibt's dann wenn schon
Fleisch, dann Chicken mit Chips (Brotfruchtchips oder French
Fries)oder fritierte Kochbananen, die uebrigens aussen rot sind.
Soweit zu den kulinarischen Genuessen.

Von Dominica bin ich mit dem Boot nach Fort de France, der
Hauptstadt von Martinique getuckert. Damit war ich wieder in der
EU,
da Martinique ein Ueberseedepartement von Frankreich ist. Den
kurzen Aufenthalt von 2 Tagen habe ich auch kulinarisch
genossen. Da die noerdlicheren Inseln die oben erwaehnten
Genuesse nicht boten, befand ich mich auf Martinique natuerlich im
Paradies, da hier die franz. Kueche mit den Annehmlichkeiten
eines europ. Supermarktes (Kaese, Suedmilch Joghurt)kombiniert
wurde. Auf Martinique besuchte ich das Pompeij der Karibik die
alte Hauptstadt St. Pierre, die 1902 durch den Vulkan Mt. Pelee
verschuettet wurde. Es war schon ein komisches Gefuehl in den
Haeuserruinen herumzulaufen und im Hintergrund den
immernoch aktiven Vulkan lauern zu sehen. Allerdings wurde hier,
nicht wie auf Montserrat die Zone um den Vulkan gesperrt.
Vielmehr fing hier 1904 schon wieder die Besiedelung an. Dadurch
stehen die Ruinen nun mitten in der neuen Stadt, die einem
Mittelmeerstaedtchen aehnelt. Dieses Bild war wirklich sehr bizarr.
Von Martinique ging es nun weiter nach St. Lucia. Dort
versucht man ein bisschen Dominica mit dem Ecotourismus
nachzuahmen. Allerdings ist es hier ein bisschen
ueberbuerokratisch durchgefuehrt worden. Man legte im Gebirge
Hiking Trails an, auf die auch ueberall aufmerksam gemacht
wird. Nun kommt der teutonische Touri Christoph K. dummerweise
sonntags morgens auf die Idee dort wandern zu gehen.
Aber der Wanderweg war abgeschlossen, da er ja 10US$ kosten
soll.Am Anfang des Weges baute man einfach ein Tor, das
man freitags nach 4pm einfach abschliesst, egal ob da noch
jemand drinn ist oder nicht. Tja ich dachte mir, die kommen erst
morgen wieder und kletterte um das Tor herum auf den Trail.
Danach genoss ich in aller Ruhe die Aussicht, denn der Weg
fuehrte auf einem Krat entlang des Gebirgszuges. Auf dem
Rueckweg kurz vor Beginn des Weges hoerte ich dann Stimmen
und
erinnerte mich daran, dass es ein "Verbrechen" war unerlaubt hier
einzutreten. Also fluechtete,wie Indianer Jones einen 10m
Hang hinunter durch Lianen auf die Strasse. Unten angekommen
schauten mich die Einheimischen etwas verduzt an, denn ich
sah aus, als ob ich mich im Schlamm gesuhlt haette. St. Lucia hat
dank des Ecotrips seiner Regierung wirklich schoene Trails zu
bieten, die auch z. T. nicht abgeschlossen sind. Doch das
Positivste an St. Lucia sind seine Menschen. Die Leute gehen
schon
untereinander sehr nett miteinander um. Im Strassenverkehr lassen
die Autofahrer andere an sich vorbei oder gewaehren
unerwartet Vorfahrt. Auf Strassen auf denen kaum Busse fuhren
wurde ich immer gefragt: Do you want to have a ride? Dieser
Ride war dann immer kostenlos. Die Menschen und ihre
Lebensweise erinnern mich sehr stark an Afrika und die Menschen
sind
hier stolz auf ihre Herkunft. Ueberall sind die Farben des
schwarzen Kontinents gruen, gelb und rot zu sehen, und die
Umrisse
des Kontinents sind ueberall als Aufkleber auf den Autos zu sehen.
Die oeffentlichen Verkehrsmittel werden , je suedlicher ich
komme auch umso afrkanischer. Vorallem die Auslastung. Gingen
in St. Kitts in den Bus 12 Passagiere, gehen nun in St. Vincent
bis zu 20 in den gleichen Bus. Ausserdem nimmt die Lautstaerke
der uebeall zu hoerenden Musik deutlich zu. Mittlerweile sollte
man hier in St. Vincent Ohropax dabeihaben erstens wegen der
Lautstaerke und zweitens wegen Brittney Spears und den
Backstreet Boys die hier den Reggae eindeutig auf Platz 3 noch
hinter Gangstarap verweisen. Gestern nun bin ich nun in St.
Vincent und den Grenandinen angekommen. Da es keinen
Nonstophuepfflug fuer die rund 30 Meilen gibt, musste ich einen
Umweg von 250 Meilen via Barbados fliegen. Diese Insel hat was
ich sah, las und gehoert hat ausser Fish, Chips, Rum und
limin' nix zu bieten. Deshalb gings sofort weiter nach St. Vincent,
wo ich heute den Hoehepunkt der Tour erlebte: Den Cross
Island Track mit Besteigung des aktiven Vulkans La Souffriere. Da
ich nicht wusste, ob es ueberhaupt einen vernuenftigen Weg
gab, war diese Aktion etwas abenteurmaessig. Am Anfang bekam
ich mal wieder einen Ride auf der Ladeflaeche eines Pickups.
Die Leute waren Arbeiter auf den vielen kleinen Bananplantagen,
die es auf den Inseln ueberall gibt. Dass die EU in der
Agrarpolitik nicht nur Mist baut, sondern auch mal sinnvolles macht
zeigt sich hier: Sie kauft in erster Linie Bananen aus den
CARICOM Staaten und den DOM von Frankreich. Dadurch erhalten
die Plantagenbesitzer auf den Inseln eine garantierte
Abnahme zu garantierten Preisen. Und die Plantagenbesitzer sind
hier wirklich noch die kleinen Bauern, und nicht wie in
Mittelamerika amerikanische Grosskonzerne wie United Fruit oder
Chiquita. Genug antiamerikanistische Polemik. Der Weg
hinauf zum Vulkan fuehrte anfangs durch trop. Regenwald, der aber
relativ schnell verschwand. Oberhalb des Waldes war nur
noch krautartiger Bewuchs zu sehen. Diese Region wurde vom
letzten Ausbruch des Vulkans 1979 mit Lava zugedeckt; daher
dieser Bewuchs. Mit zunehmender Hoehe wurde es fuer hiesige
Verhaeltnisse sehr kalt, d. h. bestimmt waren es nur noch 14
Grad, der Wind wehte um die Ohren, und ploetzlich war ich mitten
in den Wolken. Hier sah es dann aus wie im schottischen
Hochland. Ich kletterte weiter und weiter und auf einmal befand ich
mich anscheinend vor einem riesigen Taleinschnitt. Wie sich
spaeter herausstellte war dies der Kraterrand. Die
gegenueberliegende "Talseite" war der Lavarest der im Krater
verblieben war
(c. a. 150 m hoch). Nachdem es an dem Grad bergab statt bergauf
ging raffte ich langsam, dass ich den Krater erreicht hatte.
Und wenig spaeter riss dann die Wolkendecke auf, und ich
erkannte die riesigen Ausmasse des Kraters. Er hat etwa einen
Durchmesser von 1km und ist etwa 200 bis 300m tief. In der Mitte
befindet sich der riesige Lavahaufen der natuerlich mittlerweile
erkaltet ist. Dieses Panaroma mit der Karibik im Hintergrund werde
ich sicher nicht vergessen. Leider musste ich schon bald
wieder Abschied nehmen von diesem wunderschoenen Platz, denn
ich wollte ja die Insel durchqueren und auf einem anderen
Weg hinabgehen in Richtung Karibik. (Ich startete an der
Atlantikkueste). Der Weg hinab fuehrte mich wieder an trop.
Regenwaldkuehen, bunten Blumen mit Blueten von 50cm
Durchmesser, irgendwelchen Voegeln die ich noch nie sah und
einem
einzigen Einheimischen, der sich auch freute mal wieder nen
Mensch zu sehen. Unten an der Karibik angekommen, lag vor mir
ein 2 km langer Strand, der menschenleer war. Wegen des vulk.
Ursprungs der Insel war der Sand grau bis schwarz, also nicht
ganz so wie man sich die Karibik vorstellt. War aber trotzdem
paradiesisch. Um wieder in die Zivilisation zurueckzukehren musste
noch ein Fluss von 20m Breite ueberquert werden. Das Wasser
ging nur bis zu den Knien aber es war gar nicht so einfach da
hindurch zu latschen, als es vorher den Anschein hatte. Am
anderen Ufer angekommen, empfingen mich schon Einheimische,
die mir sofort einen Ride zum naechsten Dorf mit Busstation (5km)
anboten. So landete ich auf der Ladeflaeche eines LKW's der
voll mit Sand beladen war. Aber ich war nicht lange alleine auf der
Ladeflaeche. Am Ende waren es ein Dutzend "Passagiere" die
die Fahrt in 3m Hoehe genossen. Das einzige worauf man
aufpassen musste, waren die Telefondraehte, die knapp ueber
unseren Koepfen hingen, und man sich leicht verfangen haette
koennen.
Ich hoffe, ihr habt bis zum Ende durchgehalten. Sobald es wieder
was zu berichten gibt melde ich mich wieder.














Willkommen auf Trinidad & Tobago!
Liebe SonnenanbeterInnen!
Anscheinend laesst sich ja neuerdings auch mal wieder die liebe
Sonne bei Euch blicken. Das goenne ich Euch wirklich von
Herzen, da ich gerne alles teile :-) So wuerde ich auch gerne
meinen Sonnenbrand aus dem Ueberfluss an Sonnenstrahlen mit
Euch teilen. Wie Ihr seht, seid Ihr in gar keiner so misslichen Lage: Ihr
bekommt bestimmt keinen Sonnenbrand zur Zeit in Deutschland. Die
permanente Sonneneinstrahlung ist auf den haeufigen Gebrauch von Booten
als Transportmittel zurueckzufuehren. Von St. Vincent bin ich mit einem
Post-Fracht- Passagier-Boot durch die Grenadinen von Inselchen zu
Inselchen getuckert. Manche Inselchen hatten keine Strassen geschweige
denn einen Hafen. Da musste die Fracht dann auf kleinere Boote umgeladen
werden und an Land transportiert werden. Das gestoerte an den Grenadinen
ist, dass auf der einen Insel ueberhaupt keine Infrastruktur vorzufinden
ist, die naechste aber eine Privatinsel von Mick Jagger und Co. mit
wahrscheinlich allem erdenklichen Luxus darstellt. Diese Insel wurde aber
natuerlich von dem Boot nicht angefahren, da Mr. Jagger dort mit dem
Privatjet landen kann! Irgendwie sind diese Rockstars echt total
abgehoben, im wortwoertlichen Sinn! Naja ich hatte bei der Ankunft auf der
suedlichsten Insel der Grenadinen andere Probleme. Ich wusste dank meines
besch... Reisefuehrers nicht, wie ich von dort wieder wegkomme, da die in
dem Buch angegebenen Fluege gar nicht existierten. Es gab zwar 2 mal die
Woche ein kleines Boot das nach Carriacou uebersetzte, aber dummerweise
ist es gerade am selben Morgen, an dem ich ankam, weggefahren. Also musste
ich mal wieder Riesenglueck haben, indem die "No Problem" - Einheimischen
mir aus der Patsche halfen. Irgendjemand wusste, dass freitags irgendeine
andere Person meistens nach Carriacou mit dem Boot faehrt, um Gasflaschen
aufzufuellen. Tja und da koennte ich doch sicher mitfahren. Schnell wurde
jemand losgeschickt, um den Kapitaen ausfindig zu machen, und nach noch
nicht mal 10 Minuten kam die Person zurueck und meinte ich sollte morgen
bei Sonnenaufgang im Nachbardorf am "Hafen" sein, und ich wuerde schon
mitkommen. Gesagt getan... das fruehe Aufstehen war ich hier mittlerweile
gewohnt, da die Menschen hier mit der Sonne so gegen 5h30 oder 6h00
aufstehen, und nach Sonnenuntergang nicht mehr sehr viel geht. Bei
Sonnenaufgang war ich dann an der Mole, wo zwei kleine hoelzerne
Segelboote etwa so lang wie ein VW-Bus ankerten. Und tatsaechlich kam auf
einmal ein alter Rastafarian mit grauen Rastahaaren und machte das
Segelboot klar Schiff. Zusammen luden wir Colakaesten und Gasflaschen ein
und nachdem er mit dem 2. Matrosen noch schnell "was" geraucht hatte,
wurde noch der Kapitaen zwischendurch aufgegabelt und so reiste ich in
Richtung Grenada! Auf Union Island sah es uebrigens so aus wie frueher in
Deutschland: Ueberall GI's von unseren "Beschuetzern" aus dem Land der
unbegrenzten Moeglichkeiten. Ihre Aufgabe ist es den Drogenschmuggel von
Suedamerika zu unterbinden. Dass sie damit nur maessig Erfolg haben
zeigten ja die beiden Matrosen meines Segelbootes! Die Ueberfahrt auf dem
Segelboot verlief unspektakulaer, nur die reichen Yachtbesitzer die durch
die Karibik segelten staunten ein bisschen, dass da ein Weisser auf dem
Holzschiffchen durch die Gegend segelt. In Carriacou angekommen, machte
ich dann das was hier die meisten Leute in der Karibik machen, und auch
von einigen von Euch mir empfohlen wurde: Limin' d. h. nix tun, den
weissen Strand, den Schatten unter den Palmen, das tuerkisblaue Wasser und
den blauen Himmel mit der laechelnden Sonne geniessen. Leider musste ich
schon am naechsten Tag Carriacou in Richtung Grenadas Hauptinsel mit dem
selben Namen verlassen, da ich ja irgendwanneinmal nach Caracas kommen
muss, um irgendwanneinmal wieder die Kohle zu verdienen, die mir hier wie
Eiswuerfel wegschmilzt. Grenada ist noch very british. Die Menschen sind
hier noch hoeflicher als auf anderen Inslen, man trinkt Tea und isst Pie.
Hier konnte ich nun das letzte Mal noch mal ne Tour durch den Urwald in
den Bergen machen, da es hier tatsaechlich Wanderwege mit Markierungen und
Schildern gibt, die noch dazu nicht abgeschlossen sind! Ein anderes Wort
fuer Urwald lautet REGENwald. Dies spuerte ich auf diesem Hike besonders.
Schon nach wenigen Schritten befand ich mich in nicht mehr auf einem Weg
sondern ich kam mir vor als ob ich auf einem Acker in Deutschland nach 3
Wochen Regen herumspaziere. Die Taktik nicht in die Schlammloecher zu
treten hatten die Wanderer vor mir schon versucht und sind damit den
Spuren nach zu urteilen klaeglich gescheitert, da alle Spuren ins die
Loecher fuehrten und ich mir vorstellen konnte wie diese nun aussehen. Da
es nun noch anfing zu regnen, kam ich mir vor wie in der Waschanlage, als
bei meinem 1. Auto der elektr. Fensterheber nicht mehr funktionierte und
ich eine unfreiwillige Innenreinigung des Auto gratis dazubekam. Bald
darauf sah ich aus als ob ich einen Kampf im Schlammcatchen verloren
hatte. Trotzdem war die Tour lustig, da in diesen Breiten bei Regen nicht
gleich auch die Temperatur faellt, und ich somit nur eine kostenlose
Schlammpackung erhielt und keine Erkaeltung. Dieses Wetter verstaerkte
meinen Eindruck, das Grenada very british ist. Die Menschen hier sind was
Weisse anbetrifft anscheinend gespalten. Viele waren auch zu mir wieder
sehr nett, aber manche schimpften auch grundlos auf mich ein. (White
M.F.!) Dies liegt sicherlich noch an der Besetzung Grenadas 1983 durch die
USA, die hier z. B. wiedereinmal statt des Mititaerforts ein Hospital
damals bombardierten, desen Reste man heute noch "besichtigen" kann. Zum
Glueck dauerte die Besatzungszeit nur ein paar Wochen und seit dem ist
hier wieder (fast) alles friedlich. Gestern bin ich nun nach Trinidad und
Tobago (TT) geflogen. Da ich z. Zt. noch nicht weiss, wie meine Tour nun
weitergeht, da mein Boot nach Venezuela kaputt ist, habe ich gerade Zeit
in der Hauptstadt Port of Spain (POS) Euch meine Geschichten zu erzaehlen.
In Trinidad gibt es praktisch gar keine Touristen, da dies eher ein
industrialisiertes Schwellenland ist, mit reichen Oelvorkommen etc. Seit
mehr als 3 Wochen sehe ich das erste Mal Haeuser, die hoeher sind als
Palmen, rieche Smog und sehe hektisch argierende Menschen. Trotzdem ist
die Stadt eine Reise wert, da hier ausserhalb von Rio (und Mainz) der wohl
am haeftigsten gefeierte Karneval (Fastnacht) gefeiert wird. Ueberall
proben die Steelbands in den Strassen ihren Auftritt Ende Februar. Die
Steelbands sind Gruppen mit riesiegen umgedehten Oelfaessern, die einen
superrhythmischen Sound produzieren, so dass man einfach abtanzen muss.
POS ist die 1. Stadt meiner Tour, wo man von Nightlife sprechen kann. Auf
den anderen Inseln war nach einem (oder mehren Drinks) an der Beachbar
gegen 20h00 Endegelaendeausdiemaus! Hier fing alles erst nach 21h00 an.
Trinidad hat neben Fastnacht aber auch an Artenreichtum an Fauna und
Flora, das die anderen Inseln nicht bieten konnten. Trinidad liegt nur
11km von Suedamerika entfernt (und es gibt keine Moeglichkeit per Schiff
dorthinzugelangen!). Deshalb diese Vielfalt. Gestern Abend besuchte ich
die Mangrovensuempfe suedlich von POS. Mit einem Boot tuckerten wir die
Kanaele entlang und genossen die Ruhe abseits des Chaos in POS. Die Baeume
ueber uns schlossen sich zu einem Geaest zusammen, so dass man wie durch
einen Tunnel fuhr. Und ueber uns sassen nicht nur Voegel, wie wir
ploetzlich sahen. Sondern Wesen, die richtig Hunger auf diese Voegel
hatten: Mehrere Mangroven-Boas sassen zusammengeringelt auf den Baeumen
und warteten ab, bis es Abend ist, um auf Nahrungssuche zu gehen. Deshalb
suchen auch die Voegel moeglichst Inselchen auf, wo sie vor den Boas
sicher sind. Allerdings droht auch von unten Gefahr, als ich die
Aligatoren im Gebuesch sah! Ein wunderschoenes Schauspiel kann man an
einer bestimmten Insel dort beobachten. Kurz vor Sonnenuntergang kommen
hunderte von roten Ibisen auf eine Insel um Schlafen zu gehen. Dabei wird
die vorher gruene Insel mehr und mehr rotgefaerbt. Es war beeindruckend zu
sehen, wie diese Massenveranstaltung ohne jegliche Geraeusche vor sich
ging. Den einzigen Krach machten die brabbelnden Einheimischen bei mir im
Boot. Der rote Ibis bekommt seine typische Faerbung erst nach 3 Jahren, da
er durch seinen Speiseplan (Krebse und Shrimps) so viel Karotin bekommt,
dass er sich rot faerbt. Die jungen Voegel sind noch grauweiss. Auf der
Insel konnte man nun beobachten das in den Wipfeln alles grauweiss war,
unten alles rot. D. h. die Jungen wurden in die geschuetzten Flaechen
gesetzt, die Alten drumherum. Ein tolles Sozialverhalten wie ich finde. So
jetzt muss ich mal meine Weiterfahrt organisieren. Euch wuensche ich viel
Spass beim Biertrinken, Partymachen und ach ja es soll ja auch Leute geben
die Arbeiten. Also viel Spass dabei...














Willkommen in Venezuela!
Hallo meine lieben frozen Friends!
Wie ich hoere war das mit der Sonne und den Plustemperaturen
nur ein kurzes Intermezzo! Aber freut Euch nur, leider heisst es
nun fuer mich auch Abschied nehmen von Sonne, Strand und
Abenteuern! Bevor ich Euch die letzten kleinen Geschichten noch
schnell erzaehle, moechte ich mich bei Euch allen fuer Eure vielen
Mails (besonders am 31.01. und kurz danach) bedanken.
Uebrigens hatte ich am 31. keine Gelegenheit ins Internet zu
gehen, so dass ich es nicht gemerkt haette, ob jemand
"geschlafen"
hat ;-)
Leider muss ich nun auch Abschied nehmen von den Trinis und
den anderen Menschen auf den Inseln, die den Aufenthalt dort
so angenehm gemacht haben. Da ich ja nicht wusste, wie ich nun
von TT weiterkomme, sprangen wieder die "No Problem"
people ein und fanden doch tatsaechlich ein Boot, das
ausgerechnet an meinem Geburtstag nach Venezuela fahren sollte.
Dadurch hatte ich nun noch 3 Tage Zeit TT zu erleben. Wie gesagt,
der Karneval in Trinidad wird ziemlich heftig gefeiert. Zur Zeit
ueben in sogenannten "Mas Camps" (von Masquerade) die
Menschen fuer ihren Auftritt mit den Steel Pan (den umgedrehten
Oelfaessern) und naehen Kostueme. Aber sie trainieren auch in
den Parks von Port of Spain. Ueberall sieht man die Menschen
joggen oder walken. Ob jung, ob alt alles ist auf den Beinen um die
5. Jahreszeit durchzuhalten, die dort am
Rosenmontagmorgen so richtig beginnt, und ihren Hoehepunkt am
Dienstag findet, ehe auch dort am Aschermittwoch alles
vorbei ist. Allerdings sagen mir die Leute laeuft das mit dem
Fasten hier anders ab. Carnival bedeutet hier, dass die Leute bis
Fastnachtdienstag kein Fleisch essen, und danach wieder Fleisch
essen duerfen. Diese Fastenzeit dauert hier 30 Tage bis zum
Aschermittwoch. Ob diese Storry wahr ist, bleibt fuer immer
ungewiss, da der Trini, der mir das erzaehlt hat, schon einige
Caribs
intus hatte, bevor er mir seine Carnival Storry erzaehlte. Bildet
Euch Eure eigene Meinung dazu. Uebrigens hat Trinidad etwas auf
das wir tagtaeglich abfahren und das wahrscheinlich sogar aus
Trinidad kommt. Und diese Sache stimmt nun wirklich. Trinidad
besitzt den einzigen Teer-See der Welt. Und dieser Teer wird
kommerziel genutzt und Deutschland ist der Hauptimporteur des
Teers, der hier abgebaut wird. Ausgerechnet kurz vor dem Teersee
ist die Strasse in so schlechtem Zustand und der Belag
vollkommen verschwunden. Tja statt die eigenen Strassen
auszubessern wird halt alles exportiert. Den See kann man
uebrigens
betreten und der Grossteil sieht aus wie Elefantenhaut. Krazt man
die Oberflaeche allerdings ab, so hat man darunter fluessigen
Teer, und es riecht wie im Sommer auf einem Parkplatz wenn der
Teer fluessig wird. Ueberall blubbert es wieder herum, was auf
die Gasbildung zurueckzufuehren ist. Dabei gibt es auf dem See
Glescherspaltenmaessige Verwerfungen in den sich Wasser
befidet und auch sehr viel Schwefel. In dieser Bruehe gibt es
Fische, die in normalen Wasser gar nicht leben koennten. Dieser
See ist echt der Hit. Als Andenken bekam ich sogar ein Stueck
des Sees als Souvenir! Leider hiess es dann am naechsten Tag
Abschied nehmen von der Karibik und ihren wundervollen
Menschen, die wirklich wissen, wie man das Leben in einem
angenehmen Rhythmus verbringt. Nun ging mein Traum in
Erfuellung und ich erreichte meinen letzten bewohneten Kontinent,
den ich noch nicht betreten hatte, nicht mit dem Flugzeug sondern
mit dem Schiff. Das Schiff war eigentlich mehr eine Open Air
Disco als ein Schiff. Das Deck war vollgestellt mit riesigen Boxen
und es gab Cola so viel man wollte. Die Musik von Brittney
Spears, den Backstreet Boys, Christina Aguilera und anderen
"hochwertigen" Kuenstlern wusste ich wie gewohnt nicht zu
schaetzen aber nachdem ich in Grenada die Calypsoversion von
Celine Dion schon ausgehalten hatte, bin ich nun ziemlich
abgehaertet. Dies muss man allerdings auch sein, moechte man
nicht den totalen Koller in Venezuela bekommen. Dort werden
die kleinen Busse bis in die letzte Ecke mit Bassroehren,
Endstufen, Equalizern und Lichterketten vollgestopft, so dass das
Gepaeck keine Platz mehr finden kann!Und dann kommt
irgendeine Corazon (Herzschmerzmusik) in der Lautstaerke eines
startenenden Jumbos, so dass ich es schon manchmal bereut
habe, meine Gehoerschuetzer nicht mitgenommen zu haben.
Nach 4 Stunden Ueberfahrt hiess es dann Bienvienudos
Venezuela! Mit dem Bus ging es dann langsam aber sicher meinem
Ziel der Reise Caracas der Hauptstadt von Venezuela entgegen.
Brauchte ich bisher als Klamotten ein T Shirt und Shorts, so
braucht man fuer Venezuela mindestens 5 Daunenjacken und
Thermohosen. Ich hatte den Eindruck die lieben Venezolaner
wollten mich schon auf die Temperaturen in der Heimat
einstimmen. Denn wenn etwas hier wirklich immer funktioniert dann
die
Klimaanlager der Firma "Thermo King" in den Ueberlandbussen.
Schockgefrostet kam ich dann irgendwann in dieser
Chaotenstadt namens Caracas an. In Venezuela wuerde man
wahrscheinlich den Smart fuer ein neues Scootermodel halten.
Die Autos hier sind irgendwelche amerikanischen "Schiffe" hinter
deren Windschutzscheibe man meist kaum mehr den kleinen
Kapitaen der Strasse erkennen kann. Aber bei Spritpreisen von 20
Pfennig pro Liter hat hier jeder so ein Schiff, so dass der Verkehr
natuerlich zum erliegen kommt. Daher mache ich jetzt Schluss
und versuche nun zum Aeropuerto zu kommen. Schluss Ende Aus!



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