Willkommen  auf der Faröer-Insel-Seite:

Diese Reise führte im August 2001 durch die meisten der bewohnten Inseln dieser Inselgruppe im Nordatlantik. Folgende Berichte stehen zur Auswahl:


Faröer 1 2001
Faröer 2 2001


Hallo Ihr lieben sonnenverwoehnten Mitteleuropaeer!!!
Ich gruesse Euch heute von den Faroeer-Inseln!!! Tja jetzt werden Eure
geographischen Kenntnisse mal wieder auf die Probe gestellt? Aber die
Fussballfans unter Euch kennen zumindest schon mal den Namen der
Inselgruppe im Nordatlantik zwischen Schottland und Island: Denn diese
heldenhaften Fussballer von den Faroeer haben schliesslich unsere lieben
oesterreichischen Freunde mit 1:0 in einer WM Qualifikation geschlagen.
Dabei gibt's hier nur 44000 Einwohner auf 18 Inseln verteilt. Deswegen
begegne ich eigentlich auch kaum einer Menschenseele, stattdessen aber
staendig einem der 88000 Schafe.
 
Diese Inseln hier haben es mir echt angetan. Denn hier regt sich keiner
auf wenn 3,5 Millionen Lebewesen Krach machen und in die Natur kacken.
Es gibt keine Buergerinitiative zur Rettung irgendeiner Tiergartens oder
einer Insel. Hier ist dies einfach normal, denn hier gibt es halt 3,5
Millionen Voegel und diese muessen leider staendig "auf's Klo". Der
Krach den diese veranstalten ist zwar nicht ganz so heftig wie in
Berlin, aber dafuer sind die hohen Frequenzen in denen gezwitschert wird
auf die Dauer auch eine Belastung, so dass in Deutschland sicher gleich
wieder eine Buergerinitiative gegen solchen "Fluglaerm" gegruendet
werden muesste. Leider ist dies nicht das einzige mal wo der Spruch
"Shit happens" Realitaet wurde, (indem dieser Shit mir auf den Kopf
plummste): Beim Klettern durch die Berge greift man auch mal in den Shit
eines der Resultate die die 88000 Wollproduzenten hinterlassen!!!  So
genug Sch...geschichten. Denn die Faroeer sind echt nicht (vollkommen)
beschissen!!! Die vielen Voegel z. B. auf den Felsen sind echt ein
wunderschoener Anblick. Vor allem die Papageientaucher haben es mir
angetan. Diese fliegen etwas unbeholfen durch die Gegend und bevor sie
landen bremsen sie sich ab, wie Figuren im Comic indem sie fuer ein paar
Zehntel Sekunden praktisch senkrecht in der Luft stehenbleiben, ehe sie
dann auf den Boden plumsen. Da die Faroer-Inseln nicht gerade aus
grossen Staedten bestehen laeuft hier der Alltag etwas anders ab als bei
uns in Mitteleuropa! Oder kann man bei uns volle Bierkaesten per Post
bestellen. Die funktioniert hier echt prima. Bevor die Faehre zu einer
abgelegenen Insel abfuhr kam der Brieftraeger mit einem Kasten Bier (und
Briefen) an. Der Kasten war mit einem Pappdeckel versehen, auf dem die
Adresse stand und viele bunte Briefmarken klebten. Da wegen der rauhen
See und den oft fehlenden Haefen die kleinen Faehren tagelang nicht
fahren koennen, hat jedes Dorf seinen eigenen Hubschrauberlandeplatz. Es
sieht schon komisch aus, wenn zwischen all den alten Haeusern, die hier
uebrigens mit Gras bzw. Torf statt mit Ziegeln bedeckt sind, ein
Hubschrauber zur Landung ansetzt. Ausserdem gibt es hier noch einige
komische Dinge zu essen. Walfleisch (von der internat. Walfangkommision
uebrigens genehmigt) und Papageientaucher sind sicher nicht unbedingt
auf unseren Speisekarten zu finden. Aber keine Sorge: Die etwas
megaheftigen Preise alleine haben mir schon jeglichen Appetit genommen
und ich ass nur triviales Futter!!! Auf den Strassen zu den
entlegendsten Doerfen gibt es ein prima Busnetz mit funktionierendem
Hub-System (Sternverkehr), der ja im "supertollen" Mainz leider nicht so
funktioniert. In den Bussen faehrt natuerlich nicht nur der Mensch mit,
sonder auch Brot und sonstiges Futter fuer die Laeden ausserhalb der
Zivilisation. Fuer mich als Gast sind die Inseln von ihrer Topographie
wunderschoen: Riesige langgestreckte Felsmassive ragen senkrecht aus dem
Meer bis zu fast 800m Hoehe empor. So verwundert es nicht, dass hier
angeblich die hoechste Klippe Europas zu finden ist. Den Ausblick von
oben kann ich leider nicht in Worte fassen!!! Saemtliche Inseln sind
baumlos, aber dafuer saftiggruen, da fast ueberall entweder Heidegraeser
oder Hochmoore die Landschaft bestimmen. Das Gruen der Landschaft in
Kombination mit dem Blau des Meeres und den tiefhaengenden Wolken ergibt
ein herrliches Bild. Diese Bilderbuchlandschaft ist fuer die
Einheimischen natuerlich nicht immer so romantisch. Vor 30 Jahren gab es
noch kaum Strassen, da diese einfach nicht an den Haengen zu
konstruieren waren. Dann kam der Tunnelbau auf und nun sind die fast
alle Doerfer mit einer Strasse bzw. durch einen Tunner mit der
Aussenwelt verbunden. Eine Insel traegt seither den Spitznamen "Floete",
da sie auf einer Laenge von etwa 10 km durch insgesamt 4 Tunnel mit etwa
6 km Laenge durchloechert wurde. Und es gibt hier sogar eine Kreuzung im
Tunnel (mit Recht vor Links Verkehr). Und unsere tollen Politiker
koennten sogar von diesen pupsigen Inseln in Bezug auf das Dosenpfand
lernen. Auf den Faroeer gibt es einfach keine Getraenkedosen und
schwupps die wupps ist das Problem erledigt. Denn hier wird der Muell
einfach vermieden, da es ein Problem darstellt diesen vor allem auf den
kleineren Inseln zu entsorgen. Deswegen fungieren die anfangs genannten
Faehren auch als Muellabfuhr. Mit einem Kran werden die Muelltonnen an
Bord gehoben. Dies ist echt ein anstrengederes "Game" als das meiner
Nachbarsleute die gebannt vor den Computerspielen im Internetcafe
hocken. Denn die meisten Inselchen haben keinen Hafen, und dadurch
schwnakt das Boot beim Be-und Entladen staendig hin und her. Ich hatte
Glueck und die See war ruhig, so dass das Boot nur um c.a. 1,50m hoch
und runter schwankte. Aber bei Sturm, wird das Muelltonnenzielen echt
zur Millimeterarbeit!


Liebe durchnaessten Freunde des supertollen Sommers in Deutschland!

Leider habe ich erfahren, dass der liebe Sommer schon Abschied von Euch
genommen hat. Kopf hoch leider muss ich auch bald wieder mit diesem
ekelhaften Regenwetter auskommen. Richtig eingestimmt wurde ich heute,
da ich mir wie ein wandelnder Schwamm vorkam, der quer durch die
Wolkenlandschaft von Føroyar (Faroeer) wandelt. Gluecklicherweise
erlebte ich aber sonst eigentlich immer 3-4 Jahreszeiten innerhalb eines
Tages: Novembernebel, Aprilregenschauer und Maisonne und Temperaturen
zwischen 5 und 25 Grad wechseln sich hier staendig ab. Hier kann man
sich neben Erfrierungen (kein Witz) durch den eiskalten Wind aber auch
einen Sonnenbrand einfangen, da die Sonne eigentlich von 4h bis 23h30
(theoretisch)scheint! Ich hoffe mittlerweile habt Ihr diese Inseln im
Atlas oder auf dem Globus gefunden. Sie sind uebrigens unabhaengig von
Daenemark, gerhoeren aber zu dessen Koenigreich. Mit der Waehrung wird
es hier nicht ganz so ernst genommen. Geldscheine lauten auf Føroyar
Krona aber fuer die Muenzen machte man sich weniger Arbeit: Diese sind
einfach die daenischen Muenzen, die auch Zahlungsmittel in Groenland
sind. Die Einwohner sprechen uebrigens Faroeerisch das aehnlich dem
Islaendischen ist.
 
Leider kann ich Euch aus finanziellen Gruenden nur Emails schreiben, und
keine Postkarten, da das Porto von etwa 1 Euro mein Eigenkapital total
"aufzehren" wuerde. Das Porto ist sicher schon deshalb so teuer, da der
Brieftraeger hier immernoch 3 mal die Woche in die abgelegenen Doerfer
ueber Paesse laufen muss, um die Post (und die Bierkaesten)
auszulierfern bzw. abzuholen. Die anderen Preise sind fuer
skandinavische Verhaeltnisse aeusserst moderat. Nur mit dem lieben
Alkohol haben sie hier immernoch ein Problem. Aber bis 1991 gab es hier
sogar mehr oder weniger noch die Prohibition: Wenn man ein Bier trinken
wollte, musste man sich in eine Liste eintragen und etwa eine Woche
spaeter konnte man dann sein Bierchen erstehen. Jetzt ist alles "viel
einfacher". In den 10 Tagen, die ich mittlerweile hier ausharre, sah ich
keinen einzigen Laden, in dem es normales Bier zu kaufen gab. Das
Hoechste der Gefuehle sind manche Laeden, die Lætøl verkaufen:
Leichtbier mit sagenhaften 2,8%!!! Aber besser als garnix kann ich da
nur sagen. Jetzt verstehe ich auch warum jeder im Flieger soviel Tuborg
wie moeglich in sich reinknallte. Und heute im (lizensierten) Restaurant
das einzige Bier der Tour: 0,33l fuer "nur" 4 Euro!!!

Aber schliesslich bin ich ja nicht aus Deutschland geflohen, um Bier zu
trinken, sondern um die faszinierende Natur zu entdecken, und die faellt
unter keine Prohibition und ist kostenlos zu geniessen. Allerdings ist
Wandern in Føroyar etwas krasser als in den Alpen oder in sonstigen
touristisch erschlossenenen Wandergebieten. Meistens sucht man sich hier
einen Berg aus und versucht ihn irgendwie hochzuklettern, denn in den 10
Tagen hatte ich nur einen einzigen Pfad gefunden, der wohl von
Menschhand geschaffen wurde. (Das war der Weg des Brieftraegers ins
naechste Dorf). Aber man kommt ganz gut voran, wenn man die Trampelpfade
der Schafe nutzt. Aber leider rennen Schafe meist nicht auf irgendeinen
Gipfel, so dass man dann doch oft einfach querfeldein die steilen
Wiesenwaende hochkraxelt. Abgesehen dass dies etwa so anstrengend war,
wie am Kilimanjaro von der Kibo Hut zum Gilman's Point querfeldein das
Geroell ohne Weg hochzulatschen, ist dies natuerlich wesentlich
interessanter als irgendeinem Pfad blind zu folgen. Allerdings macht
dies natuerlich nur solange Spass, wie die liebe Sonne scheint. Diese
hat wohl noch viele andere Gegenden zu bescheinen und deshalb schaut sie
zwar immer mal wieder vorbei, bleibt aber oft nicht laenger, als es
dauert ein gutes Pils zu zapfen! Dann werden einfach wieder
Tieffliegerwolken vorbeigeschickt und man sieht nur noch 10m weit. Wenn
man dann querfeldein irgendwo in der Pampa unterwegs ist, muessen die
alten Pfadikenntnisse rausgekramt werden und es bleibt nur zu hoffen
dass die Karte stimmt und man das Kompasslesen nicht verlernt hat. Es
gibt aber gluecklicherweise manche Routen, die vor dem Tunnelbau, von
den Einheimischen genutzt wurden. Diese sind mit Steinmaennchen
bestueckt, die man im dicksten Nebel noch finden kann.
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