Es war der Krieger von Ulster, der arrogante Cu Chulainn, der den groessten Zorn der maechtigen Morrigan erweckte.
Manche sagen, dass Deine Fehde mit ihm an dem Tag begann, an dem Du ihn beim Baden in einem Fluss beobachtetest.
Als du seinen nackten Koerper sahest, wuenschtest Du dir, dass er an Deiner Seite liegen wuerdet.
Du naehertest Dich ihm in Deinen feinsten Kleidern, bestickt in allen Farben des Regenbogens.
Alle Krieger konnten kaum zu Dir aufsehen, so erfuellt waren sie mit Ehrfurcht und Bewunderung.
Aber Cu schlug Dein Angebot sich zu Dir zu legen ab, behauptend, dass er zu erschoepft von den Kaempfen des Tages waere.
Aber es war noch nicht diese Absage, die Dich aergerte.
Du zeigtest viel Geduld und Interesse fuer den Mann, den Du dir wuenschtest, so schlugst Du ihm vor, dass Du ihm im Kampf helfen wuerdest, und mit der Energie, die er durch Deine Eroberungen im Kampf sparen wuerde, wuerde er Dein Angebot zusammen ins Bett zu gehen akzeptieren koennen.
Aber er antwortete auf dieses zweite Angebot mit grosser Verachtung:
„Um Himmels Willen, eine Frau soll im Krieg helfen?",
und es war diese Antwort, die Deinen Zorn erregte auf diese Weise machte Cu sich den Feind der maechtigen Tochter der Ewigkeit.
So kam es, dass am Morgen, als Cu noch schlief, er von Laerm so laut und erschreckend
geweckt wurde, dass er aus seinem Bett auf den Boden fiel und dann, noch halb
schlafend, ohne Kleidung hinausrannte.
Als
er in seinen Schlachtwagen sprang, nackt und unbewaffnet, begann der Nebel des
Schlafes sich zu klaeren und bald bemerkte er, dass obwohl es seine Absicht
war, in den Kampf zu reiten, er keine Ahnung hatte, in welche Richtung er musste.
Alleine, nackt und raetselnd sah er einen anderen Wagen naeherkommen, der von einem einzigen grossen roten Pferd gezogen wurde, dass auf nur 3 Beinen lief.
Neben dem Pferd lief ein Fussmann, eine Mistgabel in seiner Hand.
Und auf dem hohen Sitz des Wagens sass eine Frau, deren Haar und Gesichtsausdruck die Farbe und den Glanz von Flammen hatten, Dein langer Umhang in der Farbe des Blutes umwehte Dich als wenn Du auf einem Thron sitzen wuerdest.
Immer verwirrter und bestuerzter, fragte Cu nach Deinem Namen und Deiner Absicht.
Aber er merkte, dass die Raetsel, die er als Antworten bekam, sich seiner Kenntnis entzogen.
Als er die Fragen zu seinen Fragen addierte, wuchsen die Raetsel in Sarkasmus, so dass aus seiner Verwirrung bald Frustration wurde.
Als er bemerkte, was fuer ein Idiot er sein musste, nackt und unbewaffnet auf seinem Wagen sitzend, ueber Worte in seiner eigenen Sprache raetselnd, die Zuegel haltend aber den beabsichtigten Bestimmungsort ignorierend verschwand alles, ausgenommen der Frau, die sich ploetzlich in einen grossen Raben verwandelte, in Gelaechter ausbrach ueber seine Notlage, und Deine Fluegel glitten hoch in die Morgenluft.
Aber Du warst nicht damit zufrieden, aus dem Mann einen Idioten gemacht zu haben.
Nein! Als die Krieger das Naechste mal auf dem Schlachtfeld kaempften, sammeltest Du fuenfzig weisse Ziegen und verbandest sie mit einer perfekten silbernen Kette.
Du verwandeltest dich in eine Ziege ohne Hoerner und fuehrtest die Herde ueber die Felder und Gewaesser bis die Verwirrung, die sie zwischen den Truppen angerichtet hatten, Cu’s Feind den Vorteil gab.
Dann verwandeltest Du dich in einen langen schwarzen Aal und wandest dich um Cu’s Arme und Beine, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Gerade als er es trotzdem schaffte, den Aal abzuschuetteln, wurdest du ein scharfzaehniger Wolf, der tiefe und schmerzhafte Wunden in seine Arme biss.
Auf diese Weise kaempftet ihr, bis die Dunkelheit des Abends alles zu verdecken anfing.
Dann liessest Du ihn auf dem Kampffeld wissend, dass er sich auf den Weg nach Hause machen wuerde, um seinen verwundeten kaputten Koerper zu heilen.
Du warst auch schlimm verletzt, besonders im Gesicht und an den Augen. Realisierend, dass du am besten von dem geheilt werden konntest, der die Wunden auch verursacht hatte wenn du dreimal seinen Segen gewinnen koenntest, dachtest Du dir bald einen Plan aus.
Es war der naechste Tag als Du dich in eine alte Frau mit einem Melknapf verwandeltest, die mit ihrer Kuh an der Strassenseite sass, dem Weg, den er auf seiner Reise nach Hause nehmen wuerde.
Als er auf der Strasse daherkam, so dreckig und muede wie Du es Dir gedacht hattest, ihm Milch anbietend, vorschlagend, dass es angenehm sein muesste, die Feuchtigkeit in der Kehle zu spueren.
Nicht wissend, wer Du warst, kam er dankbar an Deine Seite und trank die cremige Fluessigkeit aus der Tasse, segnete er dich fuer Deine Freundlichkeit als er die leere Tasse von seinem Mund hob.
Als du ein zweites mal einschenktest, trank er wieder und segnete dich und ein drittes Mal tat er das Selbe, bis Du dreimal gesegnet geheilt warst.
Cu Chulainn war erschrocken, als Du dann deine Rabenfluegel spreiztest, und noch mehr, als Du verschwandest und ein grosser Rabe nun seinerseits Deinen Platz nahe bei einem Brombeerstrauch einnahm.
Es war dieser Moment, als er die schrill ausgerufenen Prophezeiungen von der Zukunft, grimmig und kurz, hoerte, und zusah, wie die weiten schwarzen Fluegel der Morrigan in der Weite verschwanden als er dort aengstlich und erschrocken ueber Deinen Zorn und Deine magischen Kraefte stand.
Morrigan & Cu Chulainn