Es interessiert mich nicht ...

Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.

Ich moechte wissen, wonach du innerlich schreist und ob du es wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.

Ich moechte wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen fuer die Liebe, fuer deine Traeume, fuer das Abenteuer des Lebendigseins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.

Ich moechte wissen, ob du das Zentrum deines eigenen Leides beruehrt hast, ob du geoeffnet worden bist durch des Lebens Verrat, oder ob du zusammengezogen und verschlossen wurdest durch Furcht vor weiterem Schmerz.

Ich moechte wissen, ob du mit dem Schmerz – meinem oder deinem – dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.

Ich moechte wissen, ob du mit Freude – meiner oder deiner eigenen – da sein kannst: ob du mit Wildheit tanzen und dich von Ekstase erfuellen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, vernuenftig zu sein oder an die Grenzen des Menschseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzaehlst wahr ist.

Ich moechte wissen, ob du jemanden enttaeuschen kannst, um dir selber treu zu sein, ob du den Vorwurf des Verrates ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verraetst.

Ich moechte wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und daher vertrauenswuerdig.

Ich moechte wissen, ob du Schoenheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag huebsch ist und ob du dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.

Ich moechte wissen, ob du mit Scheitern – deinem oder meinem – leben kannst und trotz allem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Mondes rufst: "JA".

Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo du lebst und wieviel Geld du hast.

Ich moechte wissen, ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung, erschoepft und bis auf die Knochen zerschlagen und tust, was fuer die Kinder getan werden muss.

Es interessiert mich nicht, wer du bist und wie du hergekommen bist.

Ich moechte wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurueckschreckst.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du gelernt hast.

Ich moechte wissen, was dich von innen haelt, wenn alles andere wegfaellt.

Ich moechte wissen, ob du alleine mit dir sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist.

Ich moechte wissen, ob du dennoch dein inneres Lachen spueren kannst – denn dann bist du ganz nah dem Leben, der Liebe, dem All–Eins–Sein – verschmolzen mit der Quelle der Schoepfung.

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