Notizen
zur
Kreuzigung
Hintergruende
1) Eine Kreuzigung war nichts ungewoehnliches. Sie wurde seit fast
tausend Jahren angewendet, zuerst bei den Phoeniziern, dann bei den Roemern. Sie
wurde von Kaiser Konstantin verboten, dem ersten "christlichen" Kaiser Roms (es
darf gelacht werden!), im Jahre 337 n. Chr.
2) Die Roemer waren richtige Experten fuer Kreuzigungen. Sie
verbesserten die Methode, bis sie ein Maximum an Schmerzen verursachen konnten,
und sie konnten die Zeit regulieren, die das Opfer brauchte, um zu sterben –
mal kuerzer, mal laenger.
3) Nach dem Sieg ueber die Spartakus–Aufstaendischen im Jahre 71 v.
Chr. saeumten sechseinhalbtausend Kreuze die Via Appia von Cappadocia nach Rom.
An jedem Kreuz hing ein Aufstaendischer.
4) Wer ein Kreuz an einer Kette um den Hals traegt, um zu zeigen, dass er
ein Christ ist, oder wer ein Kreuz als Schmuckstueck traegt, koennte genauso gut
einen Galgen oder eine Guillotine, einen elektrischen Stuhl tragen oder, was
heute noch zutreffender waere, eine Fixernadel. In jedem Fall ist es ein Instrument
der Folter und des Todes.
Wie wurde es gemacht?
5) Das Kreuz Christi hatte die Form eines T (genannt crux
commissa), sah also ganz anders aus, als gewoehnlich in Kirchen und auf Bildern
dargestellt.
6) Nach dem Verhoer trug er nicht das ganze Kreuz zum Schaedelberg
von Golgotha, sondern nur das Kreuz–Stueck (pattibulum). Es war aus
Zypressenholz hergestellt und wog zwischen 35 und 56 kg. Dieses Gewicht
ungefaehr 750m weit vom Praetorium des Pontius Pilatus, wo er verurteilt worden
war, bis hin zum Exekutionsplatz auf dem Golgotha durch enge, von Menschen
ueberfuellte Straßen zu tragen, war eine Folter. Dabei wurde gegeißelt, um ihm
das Leben noch mehr zu versueßen.
7) Die Naegel, mit denen er ans Kreuz geschlagen wurde, wurden
nicht durch die Haende getrieben, sondern durch seine Handgelenke. Die Haende
haetten das Gewicht seines Koerpers nicht ausgehalten. Die Naegel haetten die Haende
bis zu den Fingern entzweigerissen. 20cm lange Naegel mit abgestumpften Spitzen
wurden in den Spalt zwischen den Gelenkknochen und anschließend ganz durch
seine Handgelenke geschlagen. Das war extrem schmerzhaft. Dabei durchbohrten
die Naegel den in der Mitte liegenden Nerv, wodurch sich der Daumen so heftig
zur Handflaeche bog und in sie hineingrub, dass er tiefe Schnitte ins Fleisch
und damit weitere Schmerzen verursachte.
8) Das Kreuzstueck, an das die Haende des Opfers genagelt worden
waren, wurde hochgehievt und am Kreuzstamm (stipes) befestigt, den man bereits
im Boden verankert hatte.
9) Die Knie des Opfers wurden anschließend nach oben gebogen. Die
Sohle des einen Fußes wurde fest gegen den Kreuzstamm gepresst. Dann wurde ein
20cm langer Nagel durch den Fuß gehaemmert, zwischen dem zweiten und dritten
Mittelfußknochen. Hatte der Nagel den Fuß durchbohrt, wurde das andere Bein hochgebogen,
bis der Nagel auch durch den zweiten Fuß und dann ins Holz getrieben werden
konnte.
10) Das Opfer blieb schließlich an drei Naegeln haengen. Der Blutverlust war sehr gering, aber die
Schmerzen waren unertraeglich.
11) Zur Verlaengerung des Todeskampfes konnten die Henker:
a) Die Arme mit Stricken festbinden, um so das an den
Handgelenken haengende Gewicht und damit die Schmerzen zu verringern;
b) Einen "Sattel" oder Sitz am Kreuzstamm befestigen, auf dem das
Opfer ruhen konnte, wodurch die Belastung der Fueße verringert wurde. Der Todeskampf
konnte dann bis zu drei Tagen dauern.
12) Wollten sie den
Todeskampf verkuerzen, brachen sie die Beine des Opfers, so dass es ihm nicht
mehr moeglich war, sein Gewicht stärker auf die Fueße zu verlagern und dadurch
die Belastung seiner Handgelenke und Arme zu verringern.
13) Das an Armen,
Schultern und Brust hängende Gewicht behinderte das Atmen. Das Opfer litt an
Atemnot, und die Muskeln verkrampften sich schmerzhaft augrund des
Sauerstoffmangels. Wurde keine Erleichterung gewaehrt, erstickte das Opfer in weniger
als einer Stunde.
14) Aber mit angewinkelten
Beinen und angenagelten Fueßen konnte sich das Opfer hochschieben und die
Schmerzen in seiner Brust etwas lindern. Eine Zeitlang fiel dann das Atmen
leichter. Aber das volle Koerpergewicht auf den Naegeln in seinen Fueßen wirkte so
schmerzhaft, dass das Opfer bald wieder zusammensackte.
15) Die Koerpertemperatur
des Opfers stieg aufgrund der Schmerzen und Erschoepfung stark an. Schweiß
stroemte aus seinem Koerper. Dies verursachte quaelenden Durst.
16) Das Opfer hing abwechselnd
an seinen Handgelenken und schob sich auf seinen Fueßen hoch, bis es nicht mehr
konnte, aufgab und starb. Im Falle Christi dauerte dies ca. sechs Stunden.
17) Die Kreuzigung wird
für die grausamste Form der Folter und Tötung gehalten, die die Menschheit
kennt.