|
|
|
|
Bier
Herstellung von BierBier
ist das älteste alkoholische Getränk der Menschheit. Die Herstellung von
Gerstenbier läßt sich bis ins vierte Jahrtausend vor Christi Geburt zurückverfolgen.
In Deutschland beispielsweise gibt es knapp 1.300 Braustätten, in denen
rund 6.000 Biermarken gebraut werden. Gemäß
dem Deutschen
Reinheitsgebot, das Herzog Wilhelm IV. von Bayern 1516
erlassen hat, wird Bier nur aus den drei Naturprodukten Wasser, Gerste und
Hopfen gebraut. Heute verwendet man noch Hefe, deren Wirkung damals unbekannt
war. Aus Gerste wird Malz gewonnen. Die Deutschen trinken jährlich im
Durchschnitt etwa 138 Liter Bier pro Kopf und damit weltweit das meiste Bier. Wasser Gutes
mineralstoffhaltiges Wasser ist eine der Grundvoraussetzungen für gutes Bier. Für
die Qualität des Brauwassers und den Brauprozess ist der Härtegrad-Kalk- von
großer Bedeutung. Deshalb stellen Brauer an Brauwasser höhere Ansprüche als
an Trinkwasser. Wasser
wird zum Brauen und Reinigen verwendet. Um 1hl Bier herzustellen, braucht man
4-5 hl Wasser. Gerste
/ Malz Der
wichtigste Rohstoff für Bier ist Gerste. Die Inhaltsstoffe Kohlenhydrate,
Proteine und Vitamine müssen für den Brauprozess aufbereitet werden. Nach der
Reinigung wird die Gerste vermälzt; d.h. sie wird mit Wasser eingeweicht, um zu
keimen. Dies wird deshalb gemacht, da das rohe Gerstenkorn nicht zum Brauen
geeignet ist. Beim Mälzen sind keimungsfördernde, chemische Zusätze verboten.
Anschließend wird sie getrocknet und gemahlen. Beim Keimen werden im
Korninneren Enzyme gebildet oder aktiviert. Durch diese Enzyme wird im Korn
Stärke zu einfacheren Zuckern und Eiweiß zu Aminosäuren abgebaut; weiters
entstehen organische Phosphate. Für
untergärige Biere darf nur Gerstenmalz, also gekeimte Gerste, verwendet werden,
bei obergärigen Bieren wie z. B. Alt, Kölsch und Weizenbier ist auch die
Verwendung von anderem Malz zulässig. Die meisten Braugerstensorten weisen
niedrigere Erträge als Futtergerstensorten auf. In
der Weiche nehmen die Gerstenkörner Wasser auf, was bei geeigneten Temperaturen
und reichlich Sauerstoff zur Keimung führt. Anschließend
wird die Gerste fünf Tage in Keimkästen ausgebreitet, wo sie unter ausreichend
Luftzufuhr zu Grünmalz wird. Um
die Keimung zu stoppen, wird das fertige Grünmalz unter Steigerung der
Lufttemperatur getrocknet. Feuchtigkeit, Temperatur und die Länge der Trocknung
sind entscheidend, ob helles oder dunkles Malz entsteht; was später als
Rohstoff für helles oder dunkles Bier verwendet wird. Das
fertige Braumalz Das
nun fertige Braumalz enthält nur noch drei bis vier Prozent Feuchtigkeit und
ist lagerfest. In der Malzputzerei wird es von Malzkeimen befreit, entstaubt und
poliert. Anschließend wird es in Silos gelagert, die gut belüftet und vor
Staubentwicklung geschützt werden müssen. Hefe
zur Vergärung Um
Zucker in Alkohol und Kohlensäure zu verwandeln, bedarf es der Hefe - ein
Sporenpilz, der überall in der Luft vorkommt. Zum Brauen werden spezielle
Heferassen verwendet, die in Reinzucht aus jeweils einer Ursprungszelle gezüchtet
werden. Im gärenden Bier sind bis zu sechzig Millionen Hefezellen enthalten. Man
unterscheidet in obergärige und untergärige Hefen. Zunächst gab es nur Biere
mit obergärigen Hefen. Diese wurden vom Ursprung her Bierhefe, nämlich ,,Sacchromyces
cerevisiae", genannt. Sie vergärt den Malzzucker der Bierwürze bei
Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Die Hefe sammelt sich an der
Oberfläche an und wird dort abgehoben. Die untergärige Hefe heißt ,,Saccharomyces
carlsbergensis". Sie vergärt bei Temperaturen zwischen vier und neun Grad
Celsius. Die Hauptgärung dauert etwa sieben Tage. Nach den ersten 24 Stunden
bildet sich eine dicke Schaumschicht, die Kräusen. Am Ende der Gärzeit setzt
sich die Hefe auf dem Boden ab. Hopfen
bringt die Würze Der
Hopfen gehört zu den Nesselarten. Zum Bierbrauen verwendet man ausschließlich
die Dolden, also die unbefruchteten Blüten der weiblichen Pflanze; sie
enthalten die Bitter- und Aromastoffe. Diese wirken eiweißfällend, tragen so
zur Haltbarkeit des Bieres bei und beeinflussen die Schaumstabilität positiv.
Es werden aroma- und bitterstoffreiche Sorten gezüchtet, die weitgehend schädlings-
und krankhheitsresistent sind. Hierdurch wird der Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln so weit reduziert, daß schadstoffreier Hopfen entsteht. In
Deutschland werden jährlich zwischen 600.000 und 800.000 Zentner Hopfen
geerntet, von denen 60 bis 70% exportiert werden. Das
Brauen kann beginnen In
den charakteristischen Kupferpfannen und -bottichen wird aus Wasser, Malzschrot
und Hopfen die Bierwürze gewonnen. Dazu wird im Maischbottisch zunächst das
Malzschrot mit Wasser vermischt. Anschließend wird die so gewonnene Maische auf
verschiedene Temperaturstufen erhitzt. Hierbei verflüssigen sich die sonst
schwer löslichen Bestandteile des Malzschrots. Durch Mälzen und Maischen wird
die unlösliche Stärke des Gerstenkorns freigelegt und durch malzeigene Enzyme
in vergärbaren Malzzucker umgewandelt. Im
Läuterbottisch setzen sich der Treber (unlösliche Bestandteile) auf dem Boden
ab und bilden einen Filter, durch den die Würze durchläuft. Der Treber ist
danach als nährstoffreiches Viehfutter in der Landwirtschaft begehrt. Hopfen
und Malz vereinen sich zur Bierwürze Die
Bierwürze läuft dann in die Sudpfanne und wird dort unter Beigabe von Hopfen
gekocht. Sie enthält durch die Wasserverdampfung die gewünschte Konzentration,
den Stammwürzegehalt. Das ist der Prozentanteil von gelösten und vergärbaren
Stoffen. Vor der Gärung muss die Würze jedoch noch geklärt und gekühlt
werden. Im
Whirlpool werden die beim Kochen ausgefällten Eiweißteilchen und Hopfenrückstände
ausgeschieden. Die heiß geläuterte Würze wird nun in Wärmetauschern gekühlt. Hefe
läßt die Bierwürze gären Die
gekühlte Würze fließt nun in die Gärgefäße aus Edelstahl. Dort wird
Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Durch die Umwandlung in
Alkohol wird der Extraktgehalt - er liegt anfänglich um ein drei- bis
vierfaches höher als der resultierende Alkoholgehalt - langsam abgebaut. Jungbier
muss in Ruhe reifen Das
Jungbier muss erst noch mehrere Wochen nachgären und reifen, bevor es genießbar
ist. Das geschieht in Lagertanks. Dort reichert sich das Jungbier auf natürliche
Weise mit Kohlensäure an und reift bis zur geschmacklichen Vollendung aus.
Damit die Kohlensäure auch im Bier bleibt, erfolgt die Nachgärung unter Druck.
Der Bierfilter Nach
Abschluß der Lagerzeit durchläuft das Bier eine Filteranlage, die dazu dient,
das Bier haltbar zu machen und zu klären. Das Filtersystem, das zumeist aus
einem Vor- und einem Feinstfilter besteht, hält auch die kleinsten Partikelchen
(Hefe-, Eiweiß- und Hopfenrückstände), die noch im Bier vorhanden sind, zurück.
Erst jetzt wird das Bier in Fässer, Flaschen und Dosen gefüllt. Abfüllen 26%
des Bieres werden in der Bundesrepublik in Metallfässer und Kegs (engl.:
zylindrische Metallbehälter) gefüllt. Der Unterschied zwischen den beiden ist,
daß beim Keg das Rohr, durch das das Bier fließt, eingebaut ist. Daneben verfügt
es über ein besseres Anschlußsystem, es muß also nicht angestochen werden
(Kneipen, Feste). Damit
das Bier beim Abfüllen nicht schäumt und die Kohlensäure nicht verloren geht,
wird zunächst in den Fässern ein Gegendruck erzeugt, so daß das Bier
schaumfrei einfließen kann. 74%
des Bieres werden in Flaschen und Dosen gefüllt. Auch das Flaschenbier wird
unter Gegendruck abgefüllt, um Schäumen und Kohlensäureverlust zu vermeiden.
Anschließend werden die Flaschen verschlossen und etikettiert. Der Anteil des
Dosenbiers beträgt etwa 2%. Um eine bessere Haltbarkeit zu erzielen, wird
Dosenbier stabilisiert und/oder pasteurisiert.
Biersorten
Alkoholfreies Bier Biere
mit weniger als 0,5% Alkohol dürfen als alkoholfrei bezeichnet werden. Der
Alkohol wird nach dem Brauen auf unterschiedliche Arten künstlich entzogen. Altbier ist ein dunkles Bier, das nach ,,alter", d.h. obergäriger Art gebraut wird. Die dunkle Farbe entsteht durch Verwendung von dunklem, karamelisiertem Malz, welcher auch den eigentümlichen Geschmack ergibt. Bockbier
ist ein untergäriges Bier mit mindestens 16% Stammwürze. Es gibt helle und
dunkle Bockbiere. Der Name geht auf die Stadt Einbeck in Deutschland zurück, in
der zuerst dieses Starkbier gebraut wurde. Export
ist ein helles, untergäriges Vollbier, mit einem Stammwürzegehalt von
mindestens 12%. Da der Hopfenanteil im Vergleich zum Pils geringer ist, ist es
auch weniger herb. Kölsch
ist ein helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes und obergäriges Bier
mit einem Stammwürzegehalt von knapp über 11%. Kölsch darf nur in Köln und
Umgebung gebraut werden. Pilsener
Bier
ist nicht nur eine Biersorte, sondern vielmehr eine Brauart, die erstmals im
Jahre 1842 im böhmischen Pilsen unter Verwendung von hellem Malz, weichem
Wasser, untergäriger Hefe und sehr aromatischem Hopfen gebraut wurde.. Heute
ist das Pils das meistgetrunkene Bier. Dieses Vollbier mit kräftigem
Hopfengeschmack hat einen Stammwürzegehalt von 12%. Weizen,
Quellen: |