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Grundlagen der Energiebereitstellung Muskelarbeit
entsteht aus der Umwandlung chemischer in mechanische Energie. Dem Muskel stehen
drei verschiedene Formen der Energiebereitstellung zur Verfügung, die
allerdings nur schematisch voneinander getrennt werden, in Wirklichkeit greifen
sie wie Zahnräder ineinander. Die
wichtigste Form der Energiebereitstellung, die die meiste Energie liefert und
auch die beiden anderen Energieformen nach Benutzung wieder nachspeist, ist die
Verbrennung, die aerobe Energiefreisetzung. Verbrannt werden Kohlenhydrate und
Fette, wobei die wichtigste Energiequelle die Kohlenhydrate, hier ganz besonders
der Traubenzucker (Glukose – C6H12O6),
darstellen. Unter
energetisch ungünstigen Bedingungen, wenn der Muskel nicht verbrennen kann,
kann er auch ohne Sauerstoff Energie aus Glukose freisetzen, und zwar durch
Aufspaltung eines Glukosemoleküls in zwei Milchsäuremoleküle (Laktat). Diese
Form wird anaerobe laktazide Energiefreisetzung bezeichnet. Die Milchsäurebildung
wird so lange nicht in Anspruch genommen, wie genügend aerobe Energie
bereitgestellt wird. Dem
Muskel steht auch ohne Milchsäurebildung und Verbrennung ein gewisses Maß an
Energie in Form von in ihm gespeicherten energiereichen Substanzen zur Verfügung
(anaerobe alaktizide Energiefreisetzung). Dabei
handelt es sich um die
„energiereichen Phosphate“ Adenosintriphosphat (ATP) und Kreatinphosphat. Die
Schlüsselsubstanz in der Energiefreisetzung ist das ATP, bestehend aus Adenosin,
an das drei Phosphatgruppen angehängt sind. Eine Muskelkontraktion kann nur mit
der Energie durchgeführt werden, die bei der Abspaltung eines dieser Phosphate
frei wird. Es bleibt dann ein Adenosin mit zwei Phosphatresten (Adenosindiphosphat,
ADP) übrig. Von dieser energiereichen Verbindung verfügt die Muskelzelle über
eine sehr geringe Reserve, die nur für wenige Muskelkontraktionen ausreicht. Bei
längerer Arbeit steht dem Muskel noch Kreatinphosphat zur Verfügung. Wird
dieses aufgespalten, kann mit Hilfe der freiwerdenden Energie wieder ADP und
Phosphat zu ATP umgewandelt werden, der Muskel kann sich weiter kontrahieren,
(Reserve für 5-8 Sekunden). Soll
der Organismus über längere Zeit belastet werden, so muß dieser
Energiespeicher wieder aufgefüllt werden. Am effektivsten geschieht dies durch
Verbrennung von Glukose. Die Verbrennung beruht darauf, daß sich Glukose mit
Sauerstoff (O2) verbindet. C6H12O6 + 6O2
<===> 6CO2 + 6H2O + Energie Diese
Reaktion findet in Wirklichkeit über zahlreiche Einzelschritte statt. Als
weitere Brennstoffquelle stehen die Fette zur Verfügung. Ein Gramm Fett liefert
mehr als doppelt soviel Energie (9.3 kcal.) wie ein Gramm Kohlenhydrate (4,1
kcal.). Die Fette verbrennen im Feuer der Kohlenhydrate.
Quellen: Sport
und Bewegungstherapie; Deutsche Ärzte Forever
Young; Ulrich Strunz |