Clara Huber und Claudia Singer
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Nikotin - Leidenschaft, die Leiden schafft

 

Wussten Sie,.....

dass ein durchschnittlicher Raucher ca. 70.000mal im Jahr an seiner Zigarette zieht?

dass Sultan Murat IV 1620 die Todesstrafe auf Tabakkonsum verhängte?

dass die Tabakpflanze ein Nachtschattengewächs ist?

 dass 35% der Raucher durchschnittlich 5mal pro Jahr versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören?

dass man 2-3mal früher in die Wechseljahre kommt?

dass Nikotin nach dem französischen Gesandten Jean Nicot benannt wurde?

 dass eine Zigarette einen Raucher beglückt ähnlich wie ein Kuss oder ein gutes Essen?

dass der Tabakkonsument tagsüber bevorzugt Kaffee oder Cola trinkt?

Nein? Dann könnte es nicht schaden, den Text einfach weiterzulesen.....

Nikotin wird aus getrockneten Blättern der Tabakpflanze hergestellt und ist eines der wirksamsten Pflanzengifte. Tabak wird auf der nördlichen Halbkugel bis zum 60. auf der südlichen Halbkugel bis zum 45. Breitengrad angebaut, wobei die Pflanze am besten zwischen 21 und 27 Grad Celsius gedeiht.

Zigarettenrauch enthält  über 4000 Substanzen. Davon sind mindestens 43 krebsauslösend. Das sind Substanzen wie Nitrosamine, Formaldehyd, Benzol, Acrolein, Arsen, Teer, Nickel, Cadmium und andere...

Wo Tabak eingesetzt wird, ist auch Nikotin zu finden: Zigaretten, Zigarren, Zigarillos, diverse Arten von Tabak.

Produkte, wie das Nikotinpflaster, die einem das Rauchen abgewöhnen wollen, werden synthetisch hergestellt.

Geschichte...

Seit Jahrhunderten existiert die Faszination des Rauchens... deshalb laden wir Sie zu einer kleinen (gedanklichen) Zeitreise ein.....

Wir schreiben das Jahr 1492 - Christoph Columbus landet auf der Insel Kuba und dieses denkwürdige Datum gilt nicht nur als die Entdeckung Amerikas sondern auch als die Entdeckung von Tabak  für die Europäer. Schon erste Reisende, egal ob Engländer oder Portugiesen waren fasziniert von dieser ungewöhnlichen Pflanze mit der wunderlichen Wirkung. Diesen ersten Reisenden haben wir auch die Verbreitung von Tabak in Europa zu verdanken. Doch obwohl viele Leute damals schon rauchten, verbat vor allem die Kirche aber auch der Staat  Ende des 17. Jahrhunderts  den Konsum, bis man das finanzielle Potenzial erkannte und für die Tabakeinfuhr Geld verlangte. Von da an wurde für die Erlaubnis Tabak einzuführen Geld verlangt.....

 

Von diesem kleinen Ausflug in die Vergangenheit wollen wir nun unser Augenmerk auf unseren Körper richten.

Denn außer der finanziellen Rentabilität, hat der Nikotin noch andere Eigenschaften.

Z.B.  wirkt Nikotin bei Stress beruhigend und angstlösend, bei Müdigkeit jedoch anregend und belebend, was das Suchtverhalten des Konsumenten fördert.

Aber um uns noch mehr in die Welt der Medizin einzulassen:

Dass Nikotin in Form von Zigaretten/Zigarren zu erhalten ist führt dazu, dass innerhalb von 8 Sekunden der Nikotin über die Blutbahn zum Gehirn gelangt - nach 15 - 20 Sekunden hat er sich schließlich den Weg bis zur großen Zehe gebahnt, dies ist schneller, als eine intravenöse Verabreichung!

Nikotin ist ein Gift, eines der stärksten Pflanzengifte und deshalb kommt man auch nicht um zahlreiche (negative) Nebenwirkungen herum:

Der Puls wird beschleunigt, die Frequenz des Herzschlages nimmt um bis zu 20 Schläge pro Minute zu.

Nikotin beeinflusst allerdings auch den Verdauungstrakt- es regt den Stuhlgang an und vermindert den Appetit (daher: “Rauchen macht schlank“).

Am häufigsten kommt es zu Durchblutungsstörungen. Das führt meistens zu Atemnot oder Schwächegefühlen, kann in extremen Fällen aber auch Auslöser für Herzinfarkte oder Schlaganfälle sein. Alle diese Erscheinungen kann man auf die Kreislaufanregenden, aber auch auf die gefäßverengenden Eigenschaften des Nikotin zurückführen.

Nikotin wirkt aber auch direkt auf die Zellen, welche zu Mutationen angeregt werden und dadurch die Ausbildung von Krebs bewirken. Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs (90% aller Lungenkrebstoten waren Raucher) oder Magen-Darmkrebs können Folgen der Sucht sein.

Abgesehen von den extremen Auswirkungen  ist jeder Raucher anfällig für Krankheiten, da das Immunsystem geschwächt ist und leidet an Vitaminmangel (deshalb gibt es in Drogerien Rauchervitamine zu kaufen).

Menschen, die nicht regelmäßig rauchen oder überhaupt nicht an Nikotin gewöhnt sind kann es passieren, dass sie mit Übelkeit, Durchfall, Herzrasen oder einem kurzzeitigen Rausch zu kämpfen haben.

Leider wird man von Nikotin ziemlich schnell abhängig. Starke Raucher werden schneller aggressiv und unruhig, wenn sie nicht sofort ihre geliebte Zigarette bekommen. Laut einem Focusartikel „gibt es in Zigaretten über 4000 verschiedene Substanzen. Ammonium wirkt beispielsweise wie ein Beschleuniger für das Nikotin und katapultiert den Glücklichmacher noch schneller in den Körper. So wie Glutamat in der Suppe geschmacksverstärkend wirkt, verstärkt Nikotin positive Gefühle im Belohnungszentrum....“

Zahlen...

Mehr als 24 Mio. Deutsche rauchen täglich. 46,7 % der Männer und 39,6 % der Frauen. In Österreich rauchen 2 Mio. Leute im Jahr ca.2 Mrd. Zigaretten. Es sterben ungefähr 10 000 an den Folgen von Nikotin.

Wenn man während der Schwangerschaft raucht, erhöhen sich Blutdruck und Puls des Embryos. Das aufgenommene Kohlenmonoxid beeinträchtigt den Sauerstofftransport und vermindert so die Sauerstoffaufnahme durch den Embryo.

Babys von rauchenden Müttern sind kleiner und wiegen bei der Geburt weniger. Das Risiko für Missbildungen oder das Eintreten des plötzlichen Kindstodes sind höher.

Beim Rauchen gibt es den Hauptstromrauch, dass ist der Rauch, den der Raucher selbst inhaliert. Dreiviertel des Rauchs wird aber als Nebenstromrauch in die Raumluft abgegeben. Die Konzentration an krebserregenden Stoffen sind hier hundertmal so hoch wie im Hauptstrom. Davon sind die sogenannten Passivraucher betroffen.

Light-Zigaretten sind genauso schädlich wie „Normale“. Der einzige Unterschied liegt nur bei dem Nikotinanteil. Meistens wird der Rauch aber dafür stärker inhaliert.

Laut dem „großen Kräuterbuch“ kann man Tabak unter ärztlicher Aufsicht aber auch als Heilmittel anwenden. Zum Beispiel bei Verstopfung, Epilepsie, Asthma, Nervenkrankheiten....

Außerdem wird Tabak bei der Bekämpfung von Schädlingen (z.B. Blattläusen) eingesetzt.

 

Tipps  zum Aufhören:

ein festes Datum setzen (oder einfach spontan aufhören)

sich von nahen Angehörigen (Familie, Freunde) unterstützen lassen

Umgebungen meiden, wo viel geraucht wird

Ausprobieren von alternativen Methoden wie Akupunktur, Hypnose, Nikotinkaugummis....

 

   

Quellen:

 “Rauchen“ von David Krogh

http://www.pseudonym.org/harko/niko/nikotin.htm

http://www.checkyourdrugs.at

http://www.stadtapotheke.at/jugend.htm

www.focus.de

sowie unsere Psychohomepage: http://members.teleweb.at/thomas.knob/PSYSTOFF4.htm

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