8 Magnetkartencodierer



Magnetkartencodierer sind meist mechanisch sehr aufwendige und im allgemeinen motorbetnebene Geräte, da beim Schreiben von Magnetkarten engere Toleranzen als beim Lesen eingehalten werden müssen. Es werden aber, jedoch seltener, auch manuelle Durchzugcodierer angeboten. Ein solches Gerät wird im nächsten Abschnitt behandelt. Wesentlich häufiger werden motorbetnebene Geräte, nicht zuletzt wegen ihrer Zuverlässigkeit, eingesetzt. Diese Magnetkartencodierer haben sich seit längerer Zeit zu Multifunktions-Geräten entwickelt. Neben dem Lesen und Schreiben der drei ISO-Spuren einer Magnetkarte, sind sie auch in der Lage Chipkarten zu kontaktieren. Der Einführung von EC- und Kreditkarten mit einem Kryptologischen-Prozes sor zur Leistung einer elektronischen Unterschnft steht zumindest technisch nichts mehr im Wege.



Ein typischer manueller Durchzugcodierer ist das Modell UM-150 der Firma Mag-Tek. Dieses Gerät ist in der Lage Spur 2 und 3 zu lesen, und Spur 3 zu schreiben. Das Blockdiagramm (siehe Abbildung 8-1) ähnelt dem der manuellen Durchzugleser. Obwohl bei diesem Gerät die Magnetköpfe, der Leseverstärker und die Impulsformer zweifach ausgelegt sind, kann es nicht Spur 2 und 3 gleichzeitig lesen, da der F2F-Demodulator und die Ausgangstreiber, die im übrigen TTL-kompatibel sind, nur einfach ausgelegt sind. Vor dem Lesevorgang kann über eine Spurauswahlelektronik mit dem Eingangssignal TS (Track Select) die zu lesende Spur ausgewählt werden. Die Spurauswahlelektronik aktiviert dann den entsprechenden Verstärker der Spur. Eine Lichtschranke signalisiert, wann die Magnetkarte sich am Lesekopf befindet. Zusätzlich wird vom F2F-Demodulator das CLS-Signal genenert. Beim Schreibvorgang signalisiert eine weitere Lichtschranke mit dem STW (Start Wnte)-Signal, wann sich die Magnetkarte an der Position des Schreibkopfes befindet, an der das erste Bit geschneben werden darf.

Abb.8-1

Abb. 8-1:Blockdiagramm des manuellen Durchzucodierers UM-150 von Mag-Tek


Ein Drehimpulsgeber erzeugt die Taktsignale WCP, auf die man die zu schreibenden Daten synchronisieren muß (vgl. Kapitel 5). Dabei wird der Drehimpulsgeber durch die Magnetkarte angetrieben, die durch das Gerät gezogen wird. Das Schreiben der Daten erfolgt über die beiden Eingänge W1 und W2. Diese Eingänge müssen immer unterschiedliche Pegel haben. Wechseln die Pegel von W1 und W2 innerhalb von zwei Taktperioden, wird eine logische ,,1" geschrieben. Findet kein Wechsel statt, wird eine logische ,,0" geschneben. Die zeitlichen Signalverläufe für das Schreiben sind in Abbildung 8-2 zu sehen.
Die Verläufe für das Lesen unterscheiden sich nicht von denen manueller Durchzugleser.

Abb.8-2

Abb. 8-2:Signaldiagramm des manuellen Durchzugcodierers UM-150



Die aufwendigsten Geräte in der Magnetkartentechnik sind die Magnetkartencodierer. In diesem Abschnitt wird ein Multifunktions-Gerät der Serie MKW beschrieben, welches in der Lage ist, neben den drei ISO-Spuren des Magnetstreifens, auch Chipkarten zu kontaktieren. Die vollständige Beschreibung aller Funktionsmerkmale und zeitlicher Signalverläufe würde den Rahmen dieses Dokumentes übersteigen. Deshalb werden hier nur die Signalverläufe beschrieben, die wichtig für das Schreiben sind. Das Lesen geschieht analog, wie bereits mehrfach erläutert (vgl. z.B. Kapitel 7).

Das zugehörige Blockdiagramm entnimmt man der Abbildung 8-4. Sowohl der Lese- als auch der Schreibkopf sind für alle drei ISO-Spuren ausgelegt. Ein gleichzeitiges Lesen oder Schreiben der Spuren ist möglich, da auch die gesamte Lese- und Schreibelektronik dreifach ausgelegt ist. Im Unterschied zu den bereits betrachteten Geräten, erzeugen die F2F-Demodulatoren des MKW keine CLS-Signale, die eine am Lesekopf vorbei laufende magnetisierte Karte anzeigen. Zur Detektion der Magnetkartenposition innerhalb des Gerätes dienen vier Lichtschranken mit den Signalen S1 bis S4. Die Motorbewegung wird durch die beiden Eingänge MFW (Motor Fonvard) und MRV (Motor Reverse) gesteuert. Durch die Kombination dieser Signale kann der Motor in Vorwärtsrichtung (Karte einziehen), in Rückwärtsrichtung (Karte auswerfen) oder zum Stoppen gebracht werden. Die möglichen Kombinationen von MFW und MRV und deren Funktionen sind in der Tabelle 8-1 zusammengefaßt. Die Geschwindigkeit des Motors wird über einen Tachogenerator gemessen und mit einer Geschwindigkeitsregelung auf 200 mm/s konstant gehalten.

Abb.8-4

Abb. 8-4:Blockdiagramm des Magnetkartencodiers der Serie MKW


Motorbewegung     MFW       MRV
Stop              0         0       
vorwärts          0         1          
rückwärts         1         0           
Stop              1         1      
Aus der Drehzahl des Antnebsmotors werden die Taktsignale genenert, auf die die zuschreibenden Daten synchronisiert werden müssen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist die Verbindung zwischen dem Oszillator für den Takt WCP und der Motorregelung nicht eingezeichnet. Dieser Ozillator erzeugt die Taktsignale für die Bit-Dichten von 75 bpi und 210 bpi.
Das Schreiben von Daten auf eine Magnetkarte ist mit diesem Gerät sehr einfach. Die groben Schritte sind: Antriebsmotor in Vorwärtsnchtung schalten, den CNT-Eingang der entsprechenden Spur auf low legen, warten bis die Karte die STW (Start Write)-Position erreicht hat (bei diesem Gerät ist das die Position der Lichtschranke S2) und anschließend auf der abfallenden Flanke der Taktsignale WCP die Daten schreiben. Die zeitlichen Signalverläufe dieses Schreibvorganges zeigt die Abbildung 8-5.

Abb.8-5

Abb. 8-5:Signaldiagramm beim Schreibvorgang des Magnetkartencodierers der Serie MKW


Die in Abbildung 8-5 eingezeichnete Periodendauer T beträgt bei einer Schreibdichte von 75 bpi typisch 1694 Cls und die Verzögerungszeit Tv maximal 381 ys. Bei einer Schreibdichte von 210 bpi verkürzt sich die Penodendauer auf 605 Cls und die Verzögerungszeit auf 136 Cls.



Neben den Magnetkartencodierern für die ISO-Spuren sind auch Geräte für andere Spuren erhältlich. So benötigt man für Parkscheine einen Magnetkartencodierer, der in der Lage ist, den Magnetstreifen, der sich in der Mitte des Scheines befindet, zu lesen und zu schreiben. Solche Geräte nennen sich Mittelstreifencodierer.
Für Anwendungen, bei denen Abbuchungskarten (Prepaid-Karten) benutzt werden, ist es sinnvoll, dem Kunden die Möglichkeit zu geben, den Restbuchungswert anhand äußerlicher Merkmale der Magnetkarte zu erkennen. Dies kann dadurch geschehen, daß Löscher in einen bestimmen Bereich der Magnetkarte eingestanzt werden. Zusätzlicher Vorteil dieser Methode ist, daß ein ,,Auffüllen" der Karte durch Manipulation der Daten auf dem Magnetstreifen nicht möglich ist.
Von der Industrie werden unterschiedliche Geräte für den Einsatz von Abbuchungskarten angeboten. Eines davon ist der Magnetkartencodierer der Serie MPW.