3 Übersicht der bestehenden nationalen und internationalen Normen
In den frühen Anfängen der Kreditkarten regelte die ISO 2894 aus dem Jahr 1974 die
Prägung der Zeichen auf der Identifikationskarte aus Kunststoff. Zusammen mit der
ISO 3554, die die Informationsaufieichnung auf dem Magnetstreifen regelt, war ein internationaler
Standard für maschinenlesbare Kreditkarten geschaffen worden. In
Deutschland hingegen gab man sich mit den ISO-Vorschnften nicht zufrieden, und so
entstanden die DIN 9781 Teil 1 (Anforderungen an die Identifikationskarte) und Teil 2
(Darstellung der Daten auf der Identifikationskarte) sowie die DIN 9785 Teil 1 (Mechanische
und elektromagnetische Eigenschaften des Magnetstreifens auf der
Identifikationskarte) und Teil 2 (Lage und Aufieichnung des Magnetstreifens auf der
Identifikationskarte). Die Deutschen Nonnen gaben zwar den gleichen sachlichen Inhalt wie die
ISO 2894 und ISO 3554 wieder, waren aber keine wörtliche Übersetzungen.
Im Jahr 1985 wurden die ISO 2894 und 3554 durch die ISO 7810 (Physical Charactenstica),
ISO 7811-1 (Embossing), ISO 7811-2 (Magnetic Stripe), ISO 7811-3 (Location
of Embossed characters), ISO 7811-4 (Location of Read Only Magnetic Track
1+2), ISO 7811-5 (Location of Read-Write Magnetic Track 3) und ISO 7813 (Financial
Transaction Cards) abgelöst. Diese ISO-Vorschnften wurden 1988 im Rahmen der
europäischen Harmonisierung ohne eine Änderung als Europäische Norm (EN) übernommen.
Da für Deutschland innerhalb der Europäischen Union eine Verpnichtung besteht,
Europäische Normen zu übernehmen, sind die entsprechenden EN-Vorschriften nach
einer wörtlichen Übersetzung, in Deutschland als DIN-EN eingeführt worden. Die dadurch
überflüssig gewordenen DIN 9781 und 9785 sowie deren Teile 1 und 2 wurden
ersatzlos gestnchen. Zu erwähnen bleibt noch, daß man bei der Suche nach der entsprechenden
DIN-EN einer ISO eine "2" vor die Nummer setzen muß. So findet man z.B.
die ISO 7811-4 als DIN-EN 27 811 Teil 4 wieder.
Bei allen Bank- und Kreditkarten muß sichergestellt sein, daß die Daten auf dem
Magnetstreifen im internationalen Zahlungsverkehr von den unterschiedlichen Geldinstituten
gelesen und richtig interpretiert werden können. Die ISO 7812 (Numbering
System and Registration Procedure for Issuer Identifiers) regelt die Vergabe von
Kartenausstellgrcodes und die Berechnung einer Priifiiffer für die Kontonummer. In Kapitel 6
ist dieser Sachverhalt näher erläutert. Dort findet man auch den genauen Aufbau der
Daten in den einzelnen Spuren der Bank- und Kieditkarten, der in der ISO 4909 (Bank
Cards; Magnetic Stripe Data Content for Track 3) und in der ISO 7813 genau spezifiziert
ist. Die ISO 4909 gibt es auch in der Deutschen Übersetzung, die dann DIN-ISO 4909
(Bankkarten; Magnetstreifen, AuPoau und Inhalt der Spur 3) heißt. Eine weitere
für Bankkarten wichtige Vorschrift ist die ISO 3166 (Codes for the Representation of
Names of Countnes), die die verwendeten Ländercodes zum Inhalt hat. Diese ISO gibt
es auch als Deutsche Norm DIN 3166 (Codes für Ländernamen) mit dem gleichen Inhalt.
Die Codes für die jeweilige Landeswährung, in der mit der EC-Karte abgerechnet
werden soll, finden sich in der ISO 4217 (Codes for the Representation of Currencies
and Funds).
Diese Zusammenstellung der Deutschen Nonnen (DIN), der Europäischen Normen
(EN) und der internationalen Vorschnften (ISO) soll dem Leser einen Überblick über
die Anzahl der vorhandenen Normen geben, so daß er die wichtigsten Normen für die
Magnetkartentechnik leichter finden kann. Auf eine ausführliche Erläuterung der einzelnen
Normen wird an dieser Stelle jedoch verzichtet, da in den weiteren Kapiteln, wenn
nötig, die aus den aus dem Zusammenhang heraus notwendigen Normen zitiert werden.