1 Einleitung
In den siebziger Jahren begann der Einzug der Magnetkarten im Kreditgewerbe. Seitdem
sind u.a. in den USA Kreditkarten mit Magnetstreifen bekannt. Diese Karten dienten
zur Identifikation einer Person beim Einkaufen. Der Kunde erteilte dem Geschäft durch
den mechanischen Abdruck seiner Karte und seiner Unterschnft die Genehmigung zur
Rechnungstellung. Erst im Zuge der Automatisation und mit Einführung der Geldausgabeautomaten
bekam der Magnetstreifen eine immer gröaere Bedeutung. Mit der Bereitstellung
von Magnetkartenlesern in den Geschäften war damit das maschinelle Lesen der
Kartendaten vom Magnetstreifen möglich. Ferner bestand die Möglichkeit über eine
Standleitung zu Rechnern des Kreditgewerbes eine online Autorisierung der Kreditkarte
zu erhalten. Friiher mußte man dazu den Kartenherausgeber anrufen und die Kartennummer
durchgeben. Da mag mancher Kunde verstimmt das Verkaufspersonal angeschaut haben, das an seiner Kreditwürdigkeit zweifelte. Mit der elektronischen Übermittlung
der Daten ist dieser Vorgang zur Routine und vorallem anonymer geworden.
Die in Europa eingeführte EC-Karte diente anfangs als Legitimation für die Benutzung
der Euro-Schecks. Füllte ein Kunde einen Euro-Scheck aus, mußte er auf diesem
neben seiner Unterschrift auch die EC-Kartennummer vermerken. Seitdem hat sich die
Einsatzmöglichkeit der EC-Karte um ein Vielfaches enveitert. Man kann heute mit ihr
nicht nur Geld am Geldausgabeautomaten abheben, sondern auch in vielen Geschäften
bargeldlos einkaufen, d.h. ohne Euro-Schecks auszustellen. Das Verkaufspersonal weist
Kunden, die Euro-Schecks ausfüllen wollen, hönich aber bestimmt darauf hin, daß ein
Scheck Dank ihres Kassensystems nicht mehr nötig ist. Ein Grund mag sein, daß der
Verwaltungsaufwand bei einem herkömmlichen Scheck höher ist als beim bargeldlosen
Zahlungsverkehr. Über die Risiken, die ein Kunde beim Bezahlen mit der EC-Karte
eingeht, wird er vom Verkaufspersonal, leider nicht hingewiesen.
Eine Aufklärung durch seine Bank oder Sparkasse erhält der Inhaber einer EC-Karte
ebenfalls nicht. Die Griinde hierfür liegen vielleicht darin begriindet, daß die Geldinstitute
ihre Kunden nicht verunsichern möchten; was sich möglicherweise negativ auf den
Umsatz auswirken würde. Da aber bei Kartenverlust oder -mißbrauch der entstandene
Verlust immer von den Geldinstituten auf ihre Kunden umgelegt wird, sollten diese sich
Iln eigenen Interesse über alle möglichen Risiken beim Umgang mit der EC-Karte informieren
lassen, und sich nicht mit den üblichen Ausreden zufrieden geben, daß es Dritten
unmöglich sei, die Geheimnummer der Karte herauszubekommen.
Eine weitere Verbreiterung finden Magnetkarten durch die Verwendung als Parkscheine. Es werden sehr preiswerte Pappkarten mit Magnetstreifen eingesetzt, die nach
Gebrauch ökologisch entsorgt werden können. In jüngster Zeit werden neue Parkhäuser
mit Chipkarten-Terminals ausgestattet. Als Informationsträger auf der Kunststoffkarte
dient dabei ein Chip. Diese Karten müssen jedoch nach einer Betriebsdauer von ca.
10000 bis 50000 Zyklen aufwendig entsorgt werden.
Firmen, die auf die Chipkarte setzen, sagen die Magnetkarte sei tot. Das ist nach
Meinung der Autoren nicht so. Die Magnetkarte kann durch spezielle Echtheitsmerkmale,
wie bei der EC-Karte, gegen Datenmanipulation geschützt werden. Auch die Verwendung
von Datenverschlüsselungsalgonthmen trägt zur weiteren Sicherheit der Magnetkarte bei.
Sicherlich sind Kryptologische Prozessoren in der Lage zur Datensicherheit beizutragen.
Nur darf bei den Betrachtungen nicht außer acht gelassen werden, daß die Magnetkarte
ein sehr preiswertes Medium ist. Die Kosten machen die Magnetkartencodierer aus,
die vom Betreiber eines Kartensystems getragen werden. Bei Chipkarten ist der
Anwender gezwungen, die höheren Kosten für die Karte zu bezahlen.
In den vorliegenden HTML-Files wird auf die Grundlagen der Magnetkarte eingegangen.
Dabei beginnen die Betrachtungen bei der Herstellung. Es wird gezeigt, wie Informationen
auf dem Magnetstreifen codiert sind, und welche Normen bei nationaler und internationaler
Anwendung zu beachten sind. Es schließt sich eine Beschreibung der zum
Lesen und Schreiben auf dem Markt befindlichen Geräte an. Einen breiten Raum nimmt
dabei die Beschreibung der Funktionsweise und Programmierung eines Kontrollers für
die Ansteuerung eines Magnetkartencodierers in Anspruch.
Im Kapitel 9 wird gezeigt, wie zwei einfache Schaltungen, ein Interfache zwischen
Magnetkartenleser und seneller Schnittstelle sowie eine Zutrittskontrolle, realisiert werden
können.