6 LIZ' GEDANKEN 6

1.2 DER SCHLUESSEL
Bei der Sache mit den Tschechoslowaken muss man nur irgendwie den Umstand ber�cksichtigen, dass sie so unglaublich gef�hlvolle Augen haben.
1.3 Jedem sein Monster
W�hrend ich der Topolsky zuh�rte, wurde mir schlagartig klar, dass ich mir keineswegs um meine Zukunft Sorgen machte. Meine Zukunft war sehr vielversprechend, wenn ich es nur schaffen w�rde, die Gegenwart zu �berstehen.
Die Zukunft lag immer so klar vor mir. Ein gerader Weg zu meinem Ziel. Ich hatte nur nie damit gerechnet, dass es auf diesem Weg Kreuzungen gibt. Ich glaube das ist es, was das Leben interessant macht. Wenn man offen bleibt und sich auf neue Menschen einl�sst. Wenn man seine Ansichten �ndert und keine Angst vor dem Unerwarteten hat.
1.4 Der ganz normale Wahnsinn
Ein Teil von mir wollte Sicherheit, wollte, dass alles wieder so war wie fr�her. Ein vorhersagbares Leben, bei dem ich wusste, was die Zukunft bringen w�rde. Und den anderen Teil von mir zog es woanders hin.....ins Unbekannte.
Die Leute vergessen immer zu erw�hnen, was so schwer daran ist, seinem Herzen zu folgen. Das es einem manchmal an Orte f�hrt, wo man nicht sein sollte. Orte, die ebenso furchterregend, wie aufregend sind. Und ebenso gef�hrlich, wie anziehend. Und manchmal f�hrt einem das Herz auch an Orte, die niemals zu einem Happy End f�hren k�nnen. Aber das ist noch nicht einmal das schwerste. Das schwerste ist, wenn man seinem Herzen folgt, verl�sst man die Normalit�t und begibt sich ins Unbekannte. Und wenn man das erst einmal getan hat, gibt es kein zur�ck mehr.
1.5 Das Tagebuch
Manchmal ist es schon komisch, wie sich die Welt ver�ndert. Wie die Strassen, die man sein ganzes Leben gegangen ist, pl�tzlich d�sterer zu sein scheinen, k�lter. Wie die Stille nicht mehr so still ist. Wie Augen, die einem fr�her kaum aufgefallen sind, pl�tzlich nur einem selbst anzustarren scheinen. Wie der abendliche Heimweg keine Routine mehr ist, sondern ein Sieg. Und dann beginnt man sich zu fragen, ob es vielleicht gar nicht die Welt ist, die sich ver�ndert hat, sondern vielleicht nur man selbst. Und dann tauchen pl�tzlich ganz neue Fragen auf.
1.6 Marathon, Texas
W�hrend ich Mr. Sommers zuh�rte, wurde mir klar, wie merkw�rdig es f�r Max, Isabel und Michael sein muss, die Geschichte ihrer Herkunft nicht zu kennen. Und wie be�ngstigend es sein muss, dass jemand sie vor ihnen entdecken k�nnte.
1.8 Blutsbruder
Wenn man diesen Augenblick erlebt, in dem man mit dem einzigen Menschen zusammen ist, mit dem man zusammen sein m�chte und der Wind streicht einem durch's Haar, und ihm Radio spielt ein Song, der die eigene Gef�hlslage genaustens beschreibt und dann mag dieser Mensch, mit dem man zusammen sein wollte, genau diesen Song auch. Und dann wird einem pl�tzlich klar, da� man diesen Song gerade zusammen h�rt... Dann ist es v�llig egal, wie verr�ckt das eigene Leben auch geworden sein mag... Da ist dieser Augenblick, dieser perfekte Augenblick. Dann sagt man sich, egal was jetzt passiert, nichts kann mir diesen Augenblick wieder nehmen. ...Und dann passiert es doch.
Augenblicke! ... Es ist erstaunlich, wie ein einziger davon, alles so radikal ver�ndern kann. So wie ein Wildpferd, das zum falschen Zeitpunkt �ber die Stra�e l�uft und daf�r sorgt, dass Max entdeckt wird. Und ich brauche jetzt noch einen Augenblick, noch eine Chance, um alles zu �ndern. Damit aus etwas schlechtem nicht noch etwas viel schlimmeres wird.
1.9 Dezemberhitze
Hitze dehnt aus, l�sst Dinge schmelzen, bringt sie zum Kochen oder setzt sie in Flammen...Und zu beobachten, wie die Hitze alles um mich herum beeinflusst, f�hrt mir auf eklatante Art und Weise vor, dass mein Leben sich nicht ausdehnt, dass ich festsitze.
1.10 Nasedo
Es gibt Tage, an denen nichts zu stimmen scheint, an denen einen kleine Dinge ohne jeden Grund nerven...Und es gibt Tage wie heute, an denen einem die ganze Welt etwas vorzusingen scheint, von dem Moment an, in dem man morgens die Augen aufschl�gt, bis zu dem, an dem man sie nachts wieder zumacht. Tage an denen es sogar Spass macht, die Milchshake-Maschine sauberzumachen.
1.12 Das Zeltlager
Ich hasse es, wenn sich bei mir eine Erk�ltung ank�ndigt. Dieses kitzeln in der Nase ist ein sicheres Zeichen daf�r, dass etwas passiert, dass man nicht mehr verhindern kann. Etwas, das glimpflich abgeht, wenn man das richtige tut oder das einen umhaut, wenn man nicht aufpasst.
Ich denke, jeder hat seine Gr�nde, andere Menschen nicht an sich heran zu lassen. Eine instinktive Furcht, verletzt zu werden. Es ist Teil der menschlichen Natur. Ich w�nschte mir nur, Max w�rde das verstehen. Dann w�rde er merken, dass er sich von uns gar nicht so sehr unterscheidet. Vielleicht h�tten wir dann eine Chance.