| Grimma Seit letztem Sommer zieht sich eine Linie durch diese wunderschöne Stadt im Muldental in der Nähe von Leipzig. Sie ist immer und überall gegenwärtig. In der Altstadt sieht man sie in mehr als drei Metern Höhe an jedem Haus. Diese Linie ist eine der vielen schrecklichen, traurigen, und für viele Menschen hoffnungsraubenden Hinterlassenschaften des Jahrhunderthochwassers, das im August letzten Jahres über die gesamte Region hereinbrach. Das Wasser kam schnell. Viel zu schnell für die Menschen. Innerhalb von nur sechs Stunden überfluteten die Wassermassen, die die Mulde hinabschossen die gesamte Altstadt mit ihren Geschäften, dem Marktplatz und dem Rathaus. Bis zu dem Moment, in dem ich nun vor einigen Wochen zum ersten Mal selbst die Stadt Grimma besuchte, und somit die noch deutlichen Ausmaße der Katastrophe mit eigenen Augen sah, war mir nicht bewusst, welche Zerstörungskraft wirklich vom Wasser ausgegangen war. Sicher- jeder hat die Bilder im Fernsehen verfolgt, von schwimmenden und einstürzenden Häusern, von Menschen, die auf Mauern und Dächern auf Hilfe warteten, aber das beklemmende Gefühl, dass ich bei meinem Spaziergang durch die Stadt verspürte, hatten mir die Fernsehbilder nicht vermittelt. Die Stadt Grimma liegt direkt am Ufer der Mulde, einem Seitenarm der Elbe. Betrachtet man die historischen Bauwerke der Altstadt und die großbürgerlich wirkenden Villen, so fällt es nicht schwer zu sagen, dass Grimma durchaus mit Stolz auf seine Vergangenheit zurückblicken kann. Der wahrscheinlich, und das auch zu Recht, größte Stolz der Stadt ist Sankt Augustin, die ehemalige Fürstenschule. Heute beherbergt das wunderschöne Gebäude, mit den Torbögen und den großen Gemälden an Wänden und Decken ein Gymnasium. Jeder Schüler des Gymnasium Buckhorn würde sich ein solches Schulgebäude wünschen. Es hat nur einen einzigen, jedoch verhängnisvollen Nachteil: Es wurde direkt am Ufer der Mulde erbaut. Aus den Fenstern des Schulgebäudes, am Ufer der Mulde, erahnt man eine große alte Steinbrücke, die aber nicht mehr passierbar ist, da sie bis auf die mächtigen Brückenpfeiler von den Wassermassen mitgerissen wurde. Von Einwohnern des Muldentals wird uns berichtet, die Mulde sei der am schnellsten fließende Fluss Deutschlands, aber das wisse man auch erst seit letztem Sommer. Diese Aussage spiegelt den Mut und den unermüdlichen Willen der Menschen in Grimma und Umgebung, ihre Stadt so schnell wie möglich wieder aufzubauen. Sie behandeln ihre Situation mit vorsichtigem Humor, und schöpfen daraus Hoffnung. Überall in der Stadt sieht man Menschen und Handwerker, die mit unglaublicher Tatkraft aus der anfangs so hoffnungslosen Situation das Leben der Stadt wieder entfachen. Alles was sich diese Menschen in den letzten Jahren hart erarbeitet haben, wurde innerhalb weniger Stunden zu Nichte gemacht. Doch wo andere längst aufgegeben hätten, stehen sie wieder auf. Nach meinem Besuch in Grimma sehe die Bemühungen unserer Schule und auch die aller anderen Helfer vollkommen bestätigt. Es macht Freude zu sehen, was man bewegen kann. Alle guten Wünsche nach Grimma!!! Saskia, 10b |
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