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Letzte Aktualisierung 28.08.2006

 

Geht’s noch billiger?   - Niedriglohn, lange Arbeitszeiten – der SSpacepark

Nein, damit sind nicht die Eintrittspreise für den eventuellen künftigen Besuch im Bremer Spacepark gemeint. Wenn im November die Pforten für zahlende Besucher öffnen, dann werden an den Drehkreuzen, den Einlasspunkten und unter den bunten Kostümen sowie in den Toilettenanlagen Kolleginnen und Kollegen arbeiten, die nicht mehr als 7.34 Euro brutto pro Stunde verdienen.

Auf einer gemeinsamen Informationsveranstaltung des Arbeitsamtes und der „bremer arbeit gmbH (bag)“ zum „Jobcasting“ für den Spacepark , für die in den öffentlichen Betrieben breit geworben wurde, bekamen die Beschäftigten in ABM und BSHG-Stellen und Erwerbslose die neuesten Offenbarungen der „sozialen Marktwirtschaft“ vorgesetzt. Gesucht würden Beschäftigte „für einfache Tätigkeiten“, wie z.B. „Kloputzen, die Drehkreuze am Eingang bedienen, in den Restaurants anrichten und für Sicherheitsaufgaben“.  Katja Barloschky, Geschäftsführerin der bag, erklärte auch warum gerade die KollegInnen aus den Massnahmen zu dieser Veranstaltung eingeladen wurden. Schliesslich seien sie „minderbemittelt“ und „aus sozial schwachen Schichten“. Sie sollten aber auch eine „Chance auf dem Arbeitsmarkt“ erhalten. Danke, Frau Barloschky. Da freuen wir „minderbemittelten“ uns aber ganz doll.  Und klatschen in die Hände ...

Vor allem aber muss sich Paramount Pictures über das Arbeitsamt und die bag freuen, denn Paramount  betreibt den Grossteil des Space Park. Mit den beiden Einrichtungen hat der US-Konzern nun wichtige Unterstützung für Niedriglohn, „Flexibilisierung“  und Entrechtung bei Lohnarbeitsverhältnissen gewonnen.

So erklärten sie das Überstunden nicht bezahlt werden, Feiertage reguläre Arbeitstage sind an denen für den normalen Stundenlohn gebuckelt wird und an denen es keine Feiertagszuschläge gebe. Nur der 1. Weihnachtsfeiertag sei frei. Denn schließlich sei der Betreiber ein us-amerikanischer Konzern der die Arbeitsgepflogenheiten aus den USA gewohnt ist.

Was sie damit Unterstützen ist der weitere Abbau von erkämpften ArbeiterInnenrechten , die Aushöhlung und Flexibilisierung von Arbeitszeiten und die Senkung der Löhne. Also ein Angriff auf die Existenz der ArbeiterInnen und ihrer Familien. Alles andere, als das, was Dr. Wolfgang Wilke, Sprecher des Space Park fordert:“ Die Gäste sollen bei uns Spass haben. Das können sie aber nur, wenn auch die Arbeit unserem Personal auch sichtlich Spass macht.“

Paramount nutzt die prekäre Arbeitsplatz-Situation in Bremen  voll aus, um maximalen Profit aus geringstem Aufwand an Lohnkosten herauszuholen.

Dort, wo einst die AG Weser Stand, wo die klassenbewussten Werftarbeiter arbeiteten und kämpften, dort soll am 19. Dezember der Space Park seine Pforten durch entrechtete KollegInnen öffnen lassen.

Wir sagen: Syndikalistisch-gewerkschaftlicher Widerstand und Organisierung im SpacePark sind notwendig. Wir müssen für unsere Interessen eintreten, gemeinsam und solidarisch. In einem kapitalistischen Grossprojekt wie dem Spacepark, bezuschusst mit Millionen Euro Steuergeldern, gibt es viele Möglichkeiten öffentlichkeitswirksamer Aktionen

 

aus: Bremer Aktion Nr.11 - September 2003 -

 

 

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