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Letzte Aktualisierung 28.08.2006

 

1 Jahr FAU- Bremen

Kurzübersicht über unsere bisherigen Aktivitäten

Gastschülerinnen am Institut für Erwachsenenbildung (ife)

Am ife gibt es reguläre SchülerInnen, die Elternunabhängiges BaföG beziehen und sich nach drei Jahren zur Abiturprüfung anmelden können (Zugangsvoraussetzungen hierfür sind allerdings: 3 Jahre berufliche Tätigkeit oder abgeschlossene Berufsausbildung). Da einige Frauen diese Voraussetzungen nicht erfüllten, beriefen sie sich auf den GastschülerInnenstatus, der besagt, daß sich auf die Abiturprüfung durch Teilnahme am Unterricht vorbereitet werden kann, ohne BaföG zu beziehen. Eine Woche vor Schulbeginn jedoch schaffte die Bildungsbehörde diesen Status ab, was das aus für die Bildungspläne der Frauen bedeutete. Sie gaben nicht auf, sondern organisierten mit Hilfe vieler solidarischer MitschülerInnen Protestaktionen (Besuche bei der Bildungsbehörde, Flugblätter/Plakate, Klassenbegehungen...) und gut besuchte Vollversammlungen. Dadurch wurde Druck auf die Bildungsbehörde erzeugt, die Schülerinnen nahmen bereits am Unterricht teil und schon wenige Wochen später wurden sie offiziell aufgenommen. Ein Jahr später bekamen sie nach Einschaltung eines Anwaltes, dann sogar eine satte BaföG-Rückzahlung.

Der 1. Mai

Zum 1. Mai gab es mehrere Vorbereitungstreffen für einen „revolutionären Block“ auf der DGB-Demo. Daran beteiligte sich auch die FAU.

Am Treffpunkt fanden sich dann aber nur etwa 80 Leute ein. Es gab einen Lautsprecherwagen und Flugis wurden verteilt. Wir hatten noch Schwarz-rote Fahnen und ein Transparent („Klassenkampf statt Sozialpartnerschaft“) dabei und hielten noch einen Redebeitrag, der in der Menschenmenge (wie der gesamte revolutionäre Block“) jedoch vollständig „unterging“.

NPD/JN - Aufmärsche in Langwedel und Verden verhinndert

Für den 8. Mai plante die NPD/JN einen Aufmarsch mit anschließender Kranzniederlegung auf einem Soldatenfriedhof in Langwedel bei Verden. Die Kirchengemeinde verbot ihnen jedoch das Betreten des Friedhofs, so daß die Neonazis eine erneuerte Anmeldung für einen Aufmarsch dem Ordnungsamt hätte vorlegen müssen. Damit es dazu nicht kommen konnte, meldeten FAU-Aktive ihrerseits eine Demonstration gegen Neofaschismus in Langwedel an. Die etwa 120 Teilnehmenden machten den Neonazis dann eindrucksvoll klar, das der Ort kein Experimentierfeld für sie darstellt. Die Flugblätter, sowie der Redebeitrag berichteten ausführlich über die Entwicklung der Neonaziszene in Langwedel und Umzu und transportierten darüber hinaus anarchosyndikalistische Inhalte einer breiten Öffentlichkeit. Mit dazu beigetragen haben die lokalen Zeitungen mit lesenswerten Beiträgen, sowie die Fernsehsendung „Hallo Niedersachsen“ auf N 3.

Dummheit schützt vor Strafe nicht... Abermals versuchten die Neonazis in der heißen Wahlkampfphase einen Aufmarsch, diesmal in Verden auf dem Rathausplatz. Ein in kürzester Zeit 48 Std. reagierendes Bündnis aus antifaschistischen Gruppen und der FAU behinderten die Neonazis derart massiv, das ihr Aufmarsch/Kundgebung als gescheitert betrachtet werden kann. Den 13 NPD-Aktiven standen etwa 60 AntifaschistInnen gegenüber, sodaß der Aufmarsch weder räumlich, noch verbal zu Geltung kam. Sie gaben schließlich auf. Ihr prominentester Redner Achim Ezer (Ordnerdienstleiter in NRW) bekam anschließend Prügel und mehrere Autos der Faschisten wurden beschädigt. Die Geschehnisse und andere rechtsradikale Aktionen wurden anschließend nahezu lückenlos Aufgearbeitet (siehe: Dokumentation „Rechtsradikale Aktivitäten in Verden und Umzu 1997/ 98“) und bundesweit gestreut.

FAU - Gewerkschaftslokal in Bremen/Eröffnungsfeest

Im Sommer wurde die Notwendigkeit eigener Räumlichkeiten immer dringender. Gerade für eine eigene Postadresse, Treffraum, Lagerraum und Veranstaltungsort. Im November bezogen wir schließlich ein Ladenlokal „Am Schwarzen Meer“ in Hastedt. Und seit Januar 1999 haben wir eröffnet (Mo. - Fr. 15.00 - 19.00 Uhr). Zur Bekanntmachung veranstalteten wir ein Eröffnungsfest mit Tagesprogramm, das auch gut besucht wurde und uns weiter bekannt machte.

Strukturveränderung der FAU-Bremen: Bildungssyndikat

Um stärker als Gewerkschaft in Erscheinung zu treten und weil viele FAU-Mitgliedern im Bildungsbereich tätig sind, gründete sich auch in Bremen ein Bildungssyndikat, welches Bestandteil der bundesweiten Struktur ist. Aktionsfelder werden zwei Schulen, sowie die Uni sein. Zunächst fanden intensive inhaltliche Diskussionen statt. Zum Thema Bildung sind Veranstaltungen im FAU-Lokal vorgesehen. Weitere Sektionen gibt es in Berlin, Münster, München, Düsseldorf, ... . Das Bildungssyndikat trifft sich alle 2 Wochen im FAU-Lokal.

Solikonzert für die FAU

Um die anstehenden Kosten für das Ladenlokal zu bewältigen, veranstalteten wir unter großer Mithilfe der dortigen Konzertgruppe (nochmals vielen Dank!!) ein Solikonzert mit drei Punkbands (u.a. PCP aus den Niederlanden). Dies war gut besucht. Die Stimmung war super und die Eintrittsgelder brachten uns auch einen satten Betrag an Einnahmen. Außerdem machten wir einen kleinen Büchertisch.

Weitere Aktivitäten

Büchertisch und Flugblatt zur „Karawane“ gegen Rassismus in Bremen, Teilnahme an Studi- und Erwerbslosendemos, Spendensammlungen für Michal Patera aus der Tschechei, dem das Töten eines Neonazis zur Last gelegt wird und einen befreundeten Konzerteveranstalter, der bei einem Festival stark in die Miesen geriet, weitere Beobachtung der Neonaziszene in Verden und Umzu, Vorbereitung auf den geplanten Neonaziaufmarsch am 1. Mai in Bremen, Planungen für eine Ausstellung zur Geschichte der FAU (D) in Bremen, Aufbau einer Biblithek mit Schwerpunkt Anarchismus/Anarchosyndikalismus im FAU-Lokal, bundesweite und regionale Vernetzung mittels internen Rundbriefes und Regionaltreffen, Verkaufsorganisation und Werbung für die DA, Tätigkeiten des Internationalen Sekretariats in Bremen für die deutsche Sektion (FAU) der Internationalen ArbeiterInnen Assoziation (IAA), Aufbau und Betreuung des FAU-Archives mit bundesweiter Ausrichtung in Bremen, die Herausgabe der Broschüren: „Rechtsradikale Aktivitäten in Verden und Umzu 1997/98“, „Kurze Einführung in die Geschichte des Anarcho-Syndikalismus“, „Index der Rubrik Antifa der Direkten Aktion (DA)“, „Bremer Anarcho-SyndikalistInnen gegen Ende der Weimarer Republik“, „Kronstadt, die Pariser Kommune Rußlands“ und weiteres zu den Themen Anarcho-Syndikalismus/Gewerkschaften und Neofaschismus, die regelmäßige Herausgabe der „Bremer Aktion (BA)“, Beteiligung am Bündnis gegen eine Veranstaltung der „Republikaner“ in Fallingbostel, woraufhin diese ihr geplantes Treffen absagten, Beteiligung an den ife - Aktionstagen im Juli: zwei Veranstaltungen (Bildungssyndikat, Situation der sozialen Kämpfe in Frankreich) und ständigen Büchertisch, Interview im Offenen Kanal 8 Bremen/Umland), Teilnahme an einer Veranstaltung zum Thema „Neue Arbeit“ (mit viel Kritik daran).

Veröffentlicht in Bremer Aktion Nr. 1 - März 1999

 

 

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