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Bremer Aktion Zeitung der FAU-IAA Lokalföderation Bremen - www.bremer-aktion.de.vu |
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Letzte Aktualisierung am 18.01.2004
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Geht’s
noch billiger? Nein,
damit sind nicht die Eintrittspreise für den eventuellen künftigen Besuch im
Bremer Spacepark gemeint. Wenn im November die Pforten für zahlende Besucher öffnen,
dann werden an den Drehkreuzen, den Einlasspunkten und unter den bunten Kostümen
sowie in den Toilettenanlagen Kolleginnen und Kollegen arbeiten, die nicht mehr
als 7.34 Euro brutto pro Stunde verdienen. Auf
einer gemeinsamen Informationsveranstaltung des Arbeitsamtes und der „bremer
arbeit gmbH (bag)“ zum „Jobcasting“ für den Spacepark , für die in den
öffentlichen Betrieben breit geworben wurde, bekamen die Beschäftigten in ABM
und BSHG-Stellen und Erwerbslose die neuesten Offenbarungen der „sozialen
Marktwirtschaft“ vorgesetzt. Gesucht würden Beschäftigte „für einfache Tätigkeiten“,
wie z.B. „Kloputzen, die Drehkreuze am Eingang bedienen, in den Restaurants
anrichten und für Sicherheitsaufgaben“.
Katja Barloschky, Geschäftsführerin der bag, erklärte auch warum
gerade die KollegInnen aus den Massnahmen zu dieser Veranstaltung eingeladen
wurden. Schliesslich seien sie „minderbemittelt“ und „aus sozial schwachen
Schichten“. Sie sollten aber auch eine „Chance auf dem Arbeitsmarkt“
erhalten. Danke, Frau Barloschky. Da freuen wir „minderbemittelten“ uns aber
ganz doll. Und klatschen in die Hände
... Vor
allem aber muss sich Paramount Pictures über das Arbeitsamt und die bag freuen,
denn Paramount betreibt den
Grossteil des Space Park. Mit den beiden Einrichtungen hat der US-Konzern nun
wichtige Unterstützung für Niedriglohn, „Flexibilisierung“
und Entrechtung bei Lohnarbeitsverhältnissen gewonnen. So
erklärten sie das Überstunden nicht bezahlt werden, Feiertage reguläre
Arbeitstage sind an denen für den normalen Stundenlohn gebuckelt wird und an
denen es keine Feiertagszuschläge gebe. Nur der 1. Weihnachtsfeiertag sei frei.
Denn schließlich sei der Betreiber ein us-amerikanischer Konzern der die
Arbeitsgepflogenheiten aus den USA gewohnt ist. Was
sie damit Unterstützen ist der weitere Abbau von erkämpften
ArbeiterInnenrechten , die Aushöhlung und Flexibilisierung von Arbeitszeiten
und die Senkung der Löhne. Also ein Angriff auf die Existenz der ArbeiterInnen
und ihrer Familien. Alles andere, als das, was Dr. Wolfgang Wilke, Sprecher des
Space Park fordert:“ Die Gäste sollen bei uns Spass haben. Das können sie
aber nur, wenn auch die Arbeit unserem Personal auch sichtlich Spass macht.“ Paramount
nutzt die prekäre Arbeitsplatz-Situation in Bremen
voll aus, um maximalen Profit aus geringstem Aufwand an Lohnkosten
herauszuholen. Dort,
wo einst die AG Weser Stand, wo die klassenbewussten Werftarbeiter arbeiteten
und kämpften, dort soll am 19. Dezember der Space Park seine Pforten durch
entrechtete KollegInnen öffnen lassen. Wir sagen: Syndikalistisch-gewerkschaftlicher Widerstand und Organisierung im SpacePark sind notwendig. Wir müssen für unsere Interessen eintreten, gemeinsam und solidarisch. In einem kapitalistischen Grossprojekt wie dem Spacepark, bezuschusst mit Millionen Euro Steuergeldern, gibt es viele Möglichkeiten öffentlichkeitswirksamer Aktionen
aus:
Bremer Aktion Nr.11 - September 2003 - |
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