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Letzte Aktualisierung am 18.01.2004

 

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Gedenkveranstaltung für die Kämpferinnen und Kämpfer der Bremer Räterepublik

Am 1.Februar gedachten Mitglieder und SymphatisantInnen der FAU den Kämpferinnen und Kämpfern der Bremer Räterepublik und ihrer Niederschlagung durch SPD und Freikorps vor dem Rätedenkmal auf dem Waller Friedhof.

In zwei Redebeiträgen wurde über die Ursachen des Scheiterns der Bremer Revolution sowie über die Entwicklung und Aktivitäten der Bremer AnarchosyndikalistInnen bis in die 1950er Jahre hinein informiert. Die FAU führte die Gedenkveranstaltung unabhängig von einem aus kommunistischen Gruppen und der SPD bestehenden Bündnis durch, da eine gemeinsame Veranstaltung unter Einschluss der SPD eine Erniedrigung und einen weiteren Verrat am Kampf der ArbeiterInnen für eine sozialistische Räterepublik darstellt.

Die Bremer Räterepublik wurde am 4. Februar 1919, also vor 84 Jahren blutig niedergeschlagen. Die gewaltsame Niederschlagung der Revolution in Bremen war eigentlich nur ein symbolischer Akt, mit dem der bürgerliche Staat auf grausame Weise seine Macht unter Beweis stellen konnte. Denn als sich im Januar 1919 in Verden sozialdemokratische Politiker mit der Führung des Freikorps Caspari trafen, um den Angriff auf Bremen zu planen, war das Schicksal der Räterepublik längst besiegelt. Denn durch Unentschlossenheit und fehlenden Mut zur Verwirklichung der revolutionären Ziele wurde die Republik schon im Januar in eine schwere wirtschaftliche Krise gestürzt, die faktisch das Ende der bremischen Revolution besiegelte. Und es waren die gleichen Fehler, die auch 1 Jahr später von den aufständischen ArbeiterInnen des Ruhrgebiets zum zweiten male begangen wurden: Ja, man wollte die Revolution, aber andererseits traute man sich nicht die bestehenden Verhältnisse anzutasten und hatte kein Vertrauen in die eigene Kraft, das Leben selbst in die Hände zu nehmen. So blieb die bürgerliche Verwaltung bestehen, die alten Eigentumsverhältnisse blieben unangetastet und so war man letztendlich vom guten Willen der alten Herrscherklasse abhängig die man stürzen wollte. Zu guter letzt ließ sich die Räteregierung sogar die Ausrichtung von Parlamentswahlen von den Banken diktieren, auf deren Kredite sie angewiesen war.

aus: Bremer Aktion Nr.9 - März 2003

 

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