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Letzte Aktualisierung am 18.01.2004

 

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Der Frontalangriff - ein Kommentar

Im Wahlkampf 1998 hatte die SPD mit grossflächigen Plakaten Versprechungen zur umfassenden Gesundheitsversorgung für alle abgegeben. Damals waren Kinder mit Zahnlücken auf diesen Plakaten zu sehen, umrahmt vom Spruch: — Soll man ihre Herkunft schon an den Zähnen erkennen?is Und Gerhard Schröder himself wurde nicht Müde zu betonen das unter seiner Regierung eine umfassenden Gesundheitsversorgung für alle gewährleistet würde.

Doch ihre Versprechungen werden Lügen gestraft. Denn sie betreiben eine gigantische Beschneidung der Gesundheitsversorgung. Gesundheit soll Ware werden, die sich nur noch der Leisten kann, der über genug Geld verfügt. Das Konzept dazu hat im Auftrag der rot-grünen Bundesregierung der Sozialdemokrat Bernt Rürup verfasst. Es ist ein reiner Horrorkatalog. Zuzahlungen für alle Medikamente, Volle Kostenübernahme der PatientInnen bei Zahnbehandlungen, Eintrittsgeld für Arzt-Praxen, Reduzierung der Leistungen der Krankenversicherung. Und das alles bei den seit Jahren ständig gestiegenen Beitragssätzen der Kassen und steigender Preise für Lebensmittel und Wohnen.

Mit dem VW-Manager Hartz an der Spitze, hat die Bundesregierung eine Kommission zum Abbau sozialer Rechte der ArbeiterInnen und Erwerbslosen eingesetzt, an der auch Spitzenfunktionäre des DGB mitgewirkt haben. Über ihre Auswirkungen wurde in der BA bereits ausführlich informiert. Sie wollen Leiharbeit, Niedriglohn, die Benachteiligung von Frauen, die Reduzierung von finanziellen Unterstützungen für Erwerbslose und Alleinerziehende durchsetzen. Alles das trägt den schönen Namen Agenda2010.

Und die Wirtschaftsbosse a la Hundt und Schuhmacher sehen ihre grosse Stunde gekommen. Dreist fordern sie ganz selbstverständlich längere Arbeitszeiten, weniger Rente, höheres Renteneintrittsalter, mehr Überstunden, Flexibilität der ArbeiterInnen Arbeitsplätze auch hunderte Kilometer entfernt von Wohnort und Familie anzunehmen, sie wollen die 7-Tage Arbeitswoche. Jüngste Forderung ist die nach einem gesetzlichen Verbot von Warnstreiks. Sie machen noch nicht einmal halt vor alten Menschen, deren Renten schon jetzt zu niedrig sind um anständig zu leben. Sie sind einfach abgrundtief böse und menschenverachtend..

Argumentiert wird bei diesem Frontalangriff mit einem angeblichen Sparzwang der der Regierung nur diese Möglichkeiten offen lassen würde. Die bürgerlichen Medien und auch der DGB stellen diesen Sparzwang nicht in Frage. Doch ihre Statistiken werden sie sich schon so zurecht basteln wie sie sie brauchen. Denn Geld ist genug vorhanden. Es ist nur in den falschen Händen eines falschen Systems.

Soll die Welt sich nur noch nach den Wünschen der Kapitalisten und ihrer Regierung richten ? Es muss Schluss gemacht werden mit den Angriffen auf unsere Existenz, auf unser Leben ! Es muss Schluss sein mit der Haltung eine Kröte nach der anderen zu schlucken. Kolleginnen und Kollegen: Wollt ihr die permanenten Angriffe von Staat und Wirtschaft weiterhin passiv über euch ergehen lassen ? Wollt ihr in Armut und Depressionen versinken, weil ihr nicht mehr wisst, was ihr noch alles machen könnt um eure Kinder und euch über die Runden zu bringen? Es ist höchste Zeit sich zu wehren, höchste Zeit für Widerstand!

Streik gegen die Agenda 2010 !

Reiche enteignen -  Politiker abschaffen - Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums.

Max Hilse

Aus: Bremer Aktion Nr.11 - September 2003

 

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