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Letzte Aktualisierung am 18.01.2004

 

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Korruption in der Bürgerschaft - Bauvergabe auf bremisch

Als im März diesen Jahres die Bremer Grünen in der Bürgerschaft die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses forderten, um die Immobiliengeschäfte der Stadt zu durchleuchten, zeigte sich mal wieder das beste Beispiel der Bremer Zwangsjackenpolitik .Den Kopf in den Sand stecken und abwarten bis das Gewitter vorüber ist - oder noch besser –einfach ignorieren. Die Einrichtung des Ausschusses, der Verstöße gegen die Korruptionsrichtlinien aufklären soll, ließe sich in der Bürgerschaft nur mit Hilfe der Koalition bewerkstelligen. Diese machte auch dabei keinen Hehl daraus, das ihr das ganze als ziemlich überflüssig vorkommt. Obwohl die Fakten für sich sprechen und es die Spatzen schon seit Jahren von den Dächern pfeifen, hatten CDU und SPD die Sache lieber in einer kleinen Fragestunde erkommen lassen. Der Verdacht der Grundstücksschieberrein bei einigen Gebäuden der Stadt hat sich schon so tief begründet, das sogar schon die Staatsanwaltschaft gegen die Bauwirtschaft ermittelt.

Weserstadion

Das es sich dabei nicht mehr um Kavaliersdelikte handelt, sondern um pure Abzockerei auf Kosten der Bevölkerung lässt sich immer wieder feststellen. So wurde zum Beispiel beim Ostkurvenbau im Weserstadion vom Abteilungsleiter des Bauressorts, Prof.Gottfried Zanke sein private Renovierung zu 1/3 gleich mitabgerechnet. In Zahlen ausgedrückt sind das mal eben 350 000 Mark oder 179 488 Euro. Da die Staatsanwaltschaft noch wegen Vorteilsnahme ermittelt (nach §331 Strafgesetzbuch, Für die Dienstausübung einen Vorteil für sich oder einen Dritten fordern ,sich versprechen lassen oder annehmen )kann man schon im voraus erahnen das es sich dabei nur um die Spitze des Eisberges handelt. Auf jeden Fall hat die Kripo bei den Beteiligten eine Hausdurchsuchung durchgeführt was eventuell endlich Licht in das Ganze bringt.

Alte Polizeihause

Des weiteren gab es bei dem Verkauf des alten Polizeihauses Am Wall Ungereimtheiten, die sich nur durch interne Absprachen erklären lassen. Oder wie lässt sich sonst erklären, das nicht der meistbietende den Zuschlag für das Gebäude bekommen hat, sondern die Firma Zech-Bau, die 1 Million •weniger geboten hatte .Aber diese Bremer Firma wird fast immer da erwähnt, wo es zu Ungereimtheiten kommt. So ist der Vertrag dann mit der Begründung zustande gekommen, dass die Firma Zech-Bau ein besseres Konzept zur Belebung der Innenstadt vorgelegt hätte. Was auch kein Problem ist, wenn anscheinend von den angebotseingebenden Firmen nur die Firma Zech-Bau wusste, dass die Stadtbibliothek in das Gebäude als Mieter einziehen will.

Bahnhofsvorplatz

Um so Fragwürdiger ist, nach dem diese Fälle schon der Öffentlichkeit bekannt waren, das trotzdem der Bahnhofvorplatz an die Bietergemeinschaft Justus Grosse /BREBAU /Zechbau verkauft wurde. Und das weit unter dem vom Finanzressort angestrebten Preis. So sprach man am Anfang der Planung noch von ca.12 Millionen Euro. Nachdem der Zuschlag erfolgte, waren es nur noch 7 Millionen Euro die als Kaufpreis für die Bietergemeinschaft angesetzt wurden. Die von der Stadt zur Ausschreibung beauftragte Firma BIG (Bremer Investitionen-Gesellschaft ) war genauso schon in den Korruptionsverdacht um das Weserstadion verwickelt, sodass es auch hier zur Hausdurchsuchung seitens der Kripo kam.

Fazit

Insgesamt wurde bei 19 Objekten in Bremen die Staatsanwaltschaft aktiv und so kann es sich hier nicht mehr um Einzelfälle handeln. Das Bremer Unding, das Ausschreibungen von Gebäuden entweder beschränkt (das heißt nur einem Kreis von ausgewählten Leuten) oder gar nicht öffentlich ausgeschrieben (Freihändige Vergabe) werden, sondern einfach vergeben werden, führt dazu, das sich in Bremen ein Nährboden der Korruption breit gemacht hat . Der Untersuchungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft will im April seine Arbeit unter dem Vorsitz von Hermann Kleen (SPD) aufnehmen. Erwartungen in die parlamentarischen Untersuchungskommissionen, die nicht mal zum Papiertiger taugen, setzen wir nicht. Mal sehen wie die Krähen versuchen werden, sich aus der Affäre zu ziehen, und bei wem das fehlende Geld wieder mal eingespart und hereingeholt werden soll.

aus: Bremer Aktion Nr.4 - Mai 2002 -

 

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