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Letzte Aktualisierung am 18.01.2004

 

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Betriebsversammlung bei den Arbeit- und Jugendwerkstätten Bremen

Am 1. November 2002 fand die letzte Betriebsversammlung der Arbeit- und Jugendwerkstätten im Bürgerzentrum in der Vahr statt. An die 250 KollegInnen waren gekommen und auch die FAU war präsent und verteilte ein mehrsprachiges (deutsch, russisch und englisch) Flugblatt in dem die Praxis der Zwangsarbeit durch die BSHG 19 – Stellen thematisiert und zur gewerkschaftlichen Organisation in der FAU aufgerufen wurde. Der Grossteil der Beschäftigten bei den AJW wird über die bremer arbeit GmbH in BSHG 19 Stellen und über die Ar-beitsämter in ABM vermittelt. Schwerpunkt der grossen Reden von Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Betriebsrat war die mögliche Auflösung oder Aufteilung der AJW in verschiedene Trägergesellschaften und damit verbundene Entlassungen. Besonders der Betriebsratsvorsitzende Büchler (VerDi) gab sich zu Beginn seiner Rede betont kämpferisch und gegen Entlassungen, relativierte dies aber am Ende seiner Rede wieder mit den Worten das es „zu Ausscheidungen kommen könne“. Darüber hinaus verteidigte er die Zwangsarbeit durch die BSHG 19 Stellen. Der Vertreter des Senators für Arbeit, Hertel, schlug die Werbetrommel für die Ausgliederung der einzelnen Bereiche der AJW, wie den Holz- und Metallwerkstätten, den Recyclinghöfen und der Näherei und forderte die KollegInnen auf, „keine Angst vor der Arbeitslosigkeit“ zu haben. Bei einer offiziellen Erwerbslosenzahl von 34 000 Menschen in Bremen bei 5000 freien Stellen (die meisten davon im Niedriglohnbereich) und der gängigen Praxis der Reduzierung von Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, der zum 1.1.03 kommenden neuen gesetzlichen Bestimmungen der Hartz-Kommission ein schlechter Witz, wie er nur von einem Sozialdemokraten kommen kann.

Aufteilung der AJW

Wie aus einer Mitteilung der Geschäftsleitung vom 22.11.02 zu erfahren ist sollten die AJW bis zum 1.1.03 in drei Teilbereiche aufgeteilt werden. Die AJW-Holz- und Metallwerkstätten und die Näherei sollten an eine „Mitarbeiterinitiative“ am Rosenberg gehen, die Recycling-Höfe und der Quartierservice zu Ökonet und die Bauabteilung zum Förderwerk e.V. Nach Beschluss des Aufsichtsrats sollte dabei die „Mitarbeiterinitiative“ unter dem Firmen“mantel“ der BIR, einem der größten Bremer Recycling Betriebe, öffentlich auftreten. Doch die Aufteilung wird noch auf sich warten lassen, da es wegen den AJW in der grossen Koalition kracht.

Die CDU legte Veto gegen die beschlossene Aufteilung ein, da die AJW nicht öffentlich zum Kauf ausgeschrieben wurden, obwohl die CDU selber an allen Beratungen der Senats-kommission teilnahm, die sich mit den AJW befassen. So werden aller Voraussicht nach erst im Mai 2003, nach den Bürgerschaftswahlen die Beschäftigungsträger wechseln. Viele KollegInnen wissen das von Senat und Geschäftsführung nur Taten im Interesse der Wirtschaft zu erwarten sind und der Betriebsrat viel heisse Luft produziert. Wir werden die Entwicklungen bei den AJW weiterhin im Auge behalten.

Gegen Zwangsarbeit – für freie Arbeitsplatzwahl

Schluss mit den Niedriglöhnen – für kräftige Lohnerhöhungen !

 

aus: Bremer Aktion Nr.8 - Dezember 2002

 

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