Aus dem "Berliner Kirchenreport", 16.3.78


Ein "Christliches Zentrum" für Berlin?

Das "Jesus-Center" am Nollendorfplatz ist längst zu klein geworden

EVANGELISCHER PRESSEDIENST BERLIN (16.3.): 1964 übernahm er die damals überalterte Gemeinde der "Christlichen Missionsgemeinschaft" mit 80 Gottesdienstbesuchern. Heute denkt Pastor Volkhard Spitzer über den "Plan 2000" nach; denn der modernisierte Saal des einstigen kaiserlichen Privattheaters im "Metropol"-Gebäude platzt bei etwa 1.000 Besuchern pro Woche und bis zu 600, die zu den Sonntagsgottesdiensten kommen, aus allen Nähten. Seit Spitzer vor acht Jahren mit der spektakulären Haveltaufe ehemals Drogenabhängiger die Bewegung der "Jesus people" in Deutschland initiierte, verzeichnet das "Jesus-Center" am Schöneberger Nollendorfplatz eine ständig wachsende Anzahl derer, die sich für den "einen Weg" zu Jesus entscheiden.

Nach dem "Plan 2.000" soll auf dem Eckgrundstück Bismarck-/Krumme Straße gegenüber der Deutschen Oper ein "Christliches Zentrum Berlin" entstehen. Der Komplex ist als überkonfessionselle Begegnungsstätte gedacht und wird u.a. eine komplette Fernsehanlage, ein christliches Bücher- und Schallplattengeschäft sowie ein Auditorium für etwa 1.500 Personen enthalten. Das Projekt, dessen Kosten auf sieben Millionen DM geschätzt werden, will man gemeinsam mit der "Christlichen Gemeinde Charlottenburg" realisieren. Finanziert werden soll es, so Pastor Spitzer, nicht mit öffentlichen Zuschüssen, sondern allein aus Spendenmitteln. Tatsächlich sei das Ziel der vergangenen zwei Jahre, die erste Million zusammenzubekommen, erreicht worden.

Spitzer und seine Mitarbeiter orientieren sich bei ihrer Perspektive an weit größeren Modellen wie zum Beispiel dem "Melodyland" von R. Wilkerson in der Nähe von Las Vegas (USA) oder der "größten Kirche der Welt" in Seoul (Korea), die 50.000 Mitglieder und sonntags ca. 10.000 Gottesdienstbesucher zählen soll. Nach Auffassung Spitzers ist eine weltweite christliche Erweckungsbewegung im Gange, deren Ausmaß sich noch gar nicht absehen läßt.

Während das Engagement der "Jesus Leute" zu Beginn der siebziger Jahre in erster Linie den Drogenabhängigen und "Ausgeflippten" galt, erstreckt sich das Aufgabenfeld der Gemeinde heute zunehmend auf konkrete Bibelarbeit mit allen Altersgruppen. So finden im "One Way"-Haus in Lichterfelde regelmäßige Seminare statt, treffen sich schwache und gefährdete Menschen in 33 "Hauskreisen", gibt es Gebetsversammlungen von Koreanern, Amerikanern, Arabern und demnächst auch Franzosen. Die "One Way"-Jugendzeitung erscheint monatlich mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren. In zwei Jahren wurden mehr als 20.000 Predigtkassetten über das hauseigene Studio versandt. Schon längst müssen Räume außerhalb des "Jesus Center" in Anspruch genommen werden, um die wachsenden Aufgaben zu bewältigen. Dies wird demnächst auch wieder anläßlich der "Großen Berliner Glaubenskonferenz" der Fall sein. Neben einem Seminar über "Dynamisches Gemeindewachstum" im "Jesus-Center", an dem Dr. Cho Yonggi, Seoul/Korea, und Dr. G. L. Johnson, Fresno/Kalifornien, teilnehmen, sind in der Zeit von 21. Bis 28. Mai allabendliche evangelistische Veranstaltungen in der "Urania" vorgesehen.


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