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MÖNCHEVAHLBERG Die Mönche des Benediktinerklosters St. Aegidien zu Braunschweig besaßen einst in Mönchevahlberg einen Ackerhof. Wahrscheinlich verdankt Mönchevahlberg diesem Hof seinen Namen. Er wurde nach der Reformation der Bewirtschaftung der Universität in Helmstedt verliehen und als Meierhof an die Fricken gegeben. Die Erträge dieses Klosterhofes gingen seit 1576 zum großen Teil für Studentenfreitische an die Universität. Noch heute steht auf dem ehemaligen Meierhof (jetzt der Hedecke Hof) eine Befestigungsanlage, der alte dreistöckige Bergfried mit seinen hohen Giebeln. Er weist die Spuren eines unterirdischen Ganges auf, der bis in die Asse geführt haben soll; hier haben Gerüchte über “Spöken” und “graue Mönnekens” ihre Wurzel, die in Mönchevahlberg seit Ewigkeiten kursieren. Als 1910 der Pferdestall zur Linken gebaut wurde, stieß man beim Abriss des alten Gebäudes auf eine Grube voller menschlicher Gebeine: Männer Frauen und Kinder, die fast alle enthauptet waren. Sicherheitshalber verschloss man den Fluchttunnel zur Asse, da ihm giftige Gase zu entweichen schienen (eine Erklärung für die Sagen und Todesfälle an diesem Ort?). Schließlich befindet sich hier noch ein Gebäude mit Inschriften von 1463 und 1760. Eine weitere Kostbarkeit des Hofes ist die Barockeinfahrt. Sie stammt als einer der wenigen Reste aus der Schlossanlage Salzdahlum. Die ersten Siedler von Mönchevahlberg waren Jäger und Bauern, die sich hier im sumpfigen Gebiet versteckten. Darauf weisen die Flurbezeichnungen Specken/-specke hin. Ein „Specken“ war ein Damm aus Buschwerk und Erde, der einen trockenen Zugang zu den Behausungen gewährte. Im Jahre 1134 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt: Valeberge. 1528 schrieb man Moneke Vahlberge, also mit dem Zusatz Mönche. Im Gegensatz zu OsterenValenberge (Klein Vahlberg) wurde Mönchevahlberg zunächst WesternValeberge genannt. Das Kirchdorf Mönchevahlberg war Tochter von Dettum und besaß um 1800 neben der Kirche eine Schule, die das Konsistorium besetzte. Die Kirche ist recht alt. Das Schiff ist mittelalterlich mit Dreiachtelabschluss. Der Turm stammt aus dem Jahre 1740. Über dem Eingang steht die Jahreszahl „Anno 1755". Im Inneren der Kirche finden wir ein gotisches Sakramentshäuschen. Um 1905 wurde der Bau erweitert. SALZDAHLUM lud zu allen Zeiten die Menschen zum Bleiben ein, die Gegend bot fruchtbare Böden und genügend leicht erreichbares Wasser. Der Hauptanziehungspunkt war zweifellos seine Salzquelle. Südlich der Straße von Salzdahlum nach Sickte liegt an der Wabe eine kleine Anhöhe, an der noch heute Salzwasser zutage tritt und die Vegetation bestimmt. Ursprünglich existierten Ober- und Niederdahlum, zwei nebeneinanderliegende Dörfer am Hain- und Wohlbleeke. Sie führten später, obgleich noch getrennt, den gemeinschaftlichen Namen Salzdahlum. Zu Oberdahlum gehörte im 18. Jh. ein Schriftsassenhof, zu Niederdahlum das fürstliche Schloss, dessen Garten und das Amtshaus. Die Kirche stand in der Mitte beider Dörfer. Herzog Anton Ulrichs hatte den Traum von einem Schloß, das Versailles den Rang ablaufen sollte. 1672 erwarb er zunächst die Domäne Salzdahlum, die dazu dienen sollte, das spätere Schloss zu bewirtschaften (das Gebäude wurde 1801 abgetragen und bis 1850 wiedererrichtet). 1677 wurde das Projekt Salzdahlum südwestlich des Dorfes, wo sich heute der Gutsgarten, Wiesen und Felder erstrecken, angegangen. Erst elf Jahre später kommt es zu den ersten Bauarbeiten einer aufwendigen Drainageanlage im feuchten Boden. Schon bald zeichnet sich ab, dass allein die Materialkosten von 100000 Talern das Vermögen des Herzogs und seiner Gemahlin bei weitem übersteigen. So kommen Anton Ulrich und sein Landbaumeister Lauterbach schließlich zu der Überlegung, den Palast ganz aus Holz zu bauen. Säulen, Treppen, Fassaden und Fundamente aus Holz - in Salzdahlum entsteht die größte „Holzungeheuerlichkeit" der Welt.Wo heute die Felder und Erdbeenbeete der Domäne liegen, erhob sich ein prächtiges Barockschloß mit mehreren Innenhöfen, einer Bildergalerie und Orangerie, eingebettet in weitangelegte Gärten mit Springbrunnen, Pagoden, einem Mausoleum für den herzoglichen Hund und Irrgarten. 1713 besuchte Zar Peter der Große den Wolfenbüttler Herzogshof und damit Salzdahlum. Friedrich der Große heiratete 1733 hier Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern - eine Verbindung im Interesse der Kontakte zwischen Preußen und Österreich, die nicht von Dauer war. Leider war auch die leichte Bauweise des Schlosses nicht von langer Dauer: der feuchte Unteregrund ließ die Gebäude verfallen. Schon 1791 wurde das nahegelegene Kloster „Zur Ehre Gottes" nach Wolfenbüttel verlegt. Am 24.11.1810 wurden die letzten Kunstschätze des Schlosses versteigert. 1811 schenkte König Jerome von Westfalen der Stadt Braunschweig Schloss Salzdahlum, und erwartete dafür die repräsentative Herrichtung des Residenzschlosses. 1813 wurde es abgerissen. Heute ist von der Anlage nichts mehr vorhanden als die einstige Reitbahn. Zum Glück konnten die unter Denkmalschutz stehenden letzten baulichen Überreste, die Alte Wache, einst Torhaus zum Schloss, und die zum Lagerschuppen heruntergekommene Reitbahn vor einigen Jahren von Peter Schlagner-Hein erworben werden. Der Ingenieur hat das Torhaus in vorbildlich restauriert, wobei sogar die vorhandenen Lehmwände recycelt wurden. In der Reitbahn bestehen noch herrliche Gewölbe und einzelne Räume mit 6,50 Länge und 8,40 Breite. Hier wurden bereits 1988 die originalen Strukturen der Schlossbauweise rekonstruiert und es wurden gut erhaltene Stuckgewölbe freigelegt. Unzählige Reste des Schlosses ( Kapitelle, Säulen, Möbel Bilder, Skulpturen) finden sich noch in Parks, Höfen, Wohnungen und Museen. Eine barockene Toreinfahrt befindet sich am Klosterhof in Mönchevahlberg, das “Kavalierhaus” wurde auf dem Gutshof derer v. Münchhausen in Groß Vahlberg wieder aufgebaut. SAMBLEBEN Im Jahr 1201 wird erstmals das adlige Geschlecht von Sampleben erwähnt: Bodo de Campenleue. In den Urkunden 1219 bis 1225 findet man die Schreibweise Tscampenlowe und Zcampenleve, 1224 Scampeleve, 1280 Zampeleve.. Die mundartliche Form bezieht sich noch heute auf die alten Schreibweisen: Tsamlewwe. Die Endung -leben bezeichnet die Hinterlassenschaft, das Erbe an Grund und Boden. Für das Alter solcher Ortsnamen spricht, dass sie, Gebirge und Sümpfe meidend, an den für Ackerbau am besten gelegenen Stellen gegründet sind. Nach dem Aussterben des Adelsgeschlechtes fielen seine umfangeichen herzoglichen Lehen heim, und die halberstädtischen wurden an das herzogliche Haus vergeben. Daraufhin konnte Herzog Heinrich Julius 1593 „Haus und Amt Sambleben" seiner Gemahlin verschreiben, die es bis 1626 besaß. 1627 belehnte Herzog Friedrich Ulrich mit dem Schloss, vier Höfen und sechs Hufen als Lehen des Vizedominats Halberstadt Franz Jakob von Cramm und übertrug ihm auch das herzogliche und das bischöfliche Lehen. Sehenswert sind das Barockschloss, das Hermann Korb geschaffen hat. Das Schloss wurde an der Stelle eines alten, 1587 erbauten Wasserschlosses errichtet. Der Bauherr war Thedel (Theodul) von Gramm. Eine barock eingefasste Kartusche zeigt die lateinische Inschrift, die in der Übersetzung lautet: „Für sich und seineNachkommen hat diesen von seinem Großvater mit barem Gelde 1627 erworbenen Adelssitz, dessen Gebäude von Alter zerfallen waren und deshalb zum Grunde niedergelegt wurden, mit großen Kosten ganz neu im Jahre 1701 aufgebaut. Theodul von Cramm." Nur der Vorderflügel ist im Innern ausgebaut. Der Gartenflügel, der wahrscheinlich eine Haupttreppe und einen Festsaal aufweisen sollte, ist nicht vollendet. Die Rokokokirche von Sambleben ist ein Saalbau mit Apsis, das Südportal weist die Jahreszahl 1770 mit den Wappen der von Cramms auf. Drei gratige Kreuzgewölbe ruhen auf Rundsäulen bzw. toskanischen Wandpfeilern (Meier und Dehio). Die gesamte Innenkirche ist rokokoartig gehalten. Typisch die wie Muscheln gerieften und gefransten Formen, die an kurvige Kanten angesetzt warden. Auf den Emporen beider Seiten die Herrschaftslogen. Der Turm der Kirche stammt aus romanischer Zeit (romanische Doppel-schallöcher), stand also schon vor der Kirche von 1666, an ihn wurde nun der neue Bau angelehnt. Um die Jahrhundertwende befand sich in ihm noch ein Grabgewölbe. Die heutige Orgel der Kirche ist ein Kleinod, dessen Urfassung im Hauptbuch der Krichengemeinde 1776 beschrieben wird. Gefertigt von Johann Daniel Boden, besteht sie aus vier Orgeltürmen und blieb bvis nach dem zweiten Weltkrieg unverändert, wurde aber vor 30 Jahren “ihrer Windversorgung, Mechanik und ihres Pedalwerks beraubt”; die Windanlage wurde inzwischen weitgehend original wiederr hergestellt. Dieses ist das einzige Instrument der Braunschweigidschen Landeskirche, das in der Substanz der Manualwerke fast vollständig erhalten blieb. Im Hauptbuch der Kirchengemeinde finden sich folgende Eintragungen: „Die alte Kirche zu Sambleben ist von denen Herrn v. Gramm, als Herrn Hans Philipp v. Cramm, Fürstlich-Braunschweigisch-Lüneburger Ober- und Geheim, Kammerrath.. und Thedel v. Cramm Anno 1666 Gott zu Ehren..von Grund aus neu erbaut... und der Grund zu dem Bau der jetzigen neuen Kirche von dem Herrn Franz Jacob v. Cramm... Anno 1770 geleget." Der Bau wurde von seinem Nachfolger vollendet und am 2. Oktober 1774 eingeweiht. „Wie er denn von denen Herrn v. Cramm als Erb- und Gerichts-herrn zu Sambleben und Kneitlingen auf eigene Kosten in Bau und Besserung erhalten wird." Über den Vorläufer der jetzigen Kirche (Bau von 1666) erfahren wir sonst nichts. Eine an der Südseite der heutigen Kirche sich befindende Sonnenuhr aus dem Jahre 1700, die der Neujustierung bedarf, könnte ein Hinweis auf die alte Kirche sein. Eine große Restauration wurde in den Jahren 1960-1965 durchgeführt. Die baugeschichtliche Nähe vom Gut und der Rokokokirche ist nicht zufällig. So wird gelegentlich auf die Ähnlichkeit von Schloss- und Kirchenportal hingewiesen. Allerdings besteht ein großer zeitlicher Abstand. Ersteres ist ein Barockbau von 1701, die Kirche entstand etwa 70 Jahre später. Eine stilistische Nähe zu Hermann Korb scheint unverkennbar. Die Architektur des Schiffes ist mit der von Schöppenstedt verwandt, jedoch kann der eigentliche Baumeister nicht ausgemacht werden. SCHLIESTEDT Das Dorf Schliestedt wird 996 urkundlich als Silstide genannt, die späteren Urkunden gelten heute als Fälschungen. Um 1150 schrieb man Sclistede, um 1300 Slizstede (mundartlich: Slistidde). In der Stiftungsurkunde des hildesheimischen Michaelisklosters vom Jahre 1022 ist ein Ort Comitatu Luidolfi im Darlingau Selzstide, benannt. Ohne Zweifel ist damit die Burg Schliestedt gemeint, welche auf einem Felsen oberhalb des jetzigen Dorfes und neugebaueten Rittergutes über dem Burgthale im Osten der Stadt Scheppenstedt liegt. Sie war noch 1402 vorhanden. Wanmehr die v. Dahlen aus dem Besitze von der Sclistedeburg gekommen sind, ist mir nicht bekannt geworden. Sie kam an die v. Wulfen. Unter welchem Titel, ist nicht zu erforschen geweesen; auch nicht, wie sie ihnen verloren ging. Der Herzog Heinrich der Jüngere gab sie seinem vielvermögenden Canzler, Dr. König, ob als Lehn oder Erbe, ist nicht angegeben. Ob die v. Schliestedt ihre Stammburg von dem Landesherren als Lehn empfingen, oder nicht, liegt im Dunkeln. Nach den älteren Lehnregistern war Jordan von Schliestedt von dem Herzoge Heinrich dem Aelteren nur mit einem wüsten Hofe in Ingelen belehnt. Dessen Sohn verpfändete 1562 das Dorf Schliestedt dem Statthalter Anton v. d. Streithorst und empfing es darauf als Lehn. Seine Nachkommen gerieten in Schulden. Von dem ausgestorbenen Geschlechte der v. Schliestedt, kommen einige als Schenkgeber und Zeugen aus dem 13ten Jahrh. vor. Ein Heinrich v. S. wohnte 1427 noch in Schöningen. Nach: “Geschichten der Städte Seesen und Scheppenstedt” - Beitrag zu der Geschichte der Ausbildung Städtischer Verfassungen im Herzugthum Braunschweig; Karl Berge, Herzogl. Braunschweig. Lüneburg. pens. Kreisrichter. Wolfenbüttel 1846, Verlag der Hole´schen Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung Reste der alten Burgmauer entdeckt? Auf der Flur im Schliestedter Lah hat vor Zeiten eine Burg gestanden. Als ersten Besitzer der alten Burg Slistedeburg chliestedt weist die Chronik für das Jahr 1147 Ludoif von Sliztide aus. 1654 schrieb Merian ”...es ist ein ziemlich altes Haus, im Quadrat gebaut und mit einem Wassergraben umgeben”. Noch 1754 wird ein Wohngebäude “der Burg Frieden” beschrieben. Reste wurden bei Grabungen 1902 und 1930 freigelegt. Im Jahre 1999 wurde bei Bauarbeitenauf dem Kreisaltenheim-Gelände in Schliestedt, links der Brücke zum Portal, ein Mauerrest aus behauenem Naturstein freigelegt, der von der alten Burgmauer stammen könnte. Diese These wird durch zwei weitere Entdeckungen gestützt, die bereits während der Sanierungsarbeiten des Schlosses gemacht wurden: Zum einen wurde vor vier Jahren beim Umbau des Langhauses ein Tunnel gefunden, der im Zusammenhang mit der alten Burganlage stehen könnte, zum anderen stieß man beim Verlegen der Versorgungsleitungen vor dem Schloß auf massive Abdichtungen nach unten, wie sie typisch für Burggräben sind. Damit könnte der jetzt entdeckte Mauerrest aus dem 12. Jahrhundert stammen.1760 entstand auf der Stelle der alten Burg ein Rokokoschloss, vermutlich ein Werk von Martin Peltiers (1744-1769). Heinrich Bernhard Schrader von Schliesedt hat sich hier einen Landsitz geschaffen. Wanderwege rund um Schliestedt SCHÖNINGEN (http://www.schoenigen.de) Für die Stadt Schöningen, die wegen ihrer Salzvorkommen besondere Bedeutung erlangte, ist eine durchgehende Besiedlung etwa seit Christi Geburt nachweisbar. Sie war in karolingischer Zeit Königshof, wird 748 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit der älteste Ort im Lande Braunschweig. Sowohl Pippin der Kurze als auch Karl der Große haben Schöningen auf ihren Kriegszügen berührt und in den Jahren 994 und 995 hat auch Kaiser Otto III, dessen Kanzler Erzbischof Willigis von Mainz in Schöningen geboren sein soll, mehrmals dort Hollager gehalten. Stolze Adelsgeschlechter hatten am Elmrand ihren Sitz und im 13. Jahrh. wurde dem Deutsch-Ritter-Orden die Elmsburg übertragen. Die vornehmsten von ihnen, die Edelherren von War-berg, waren reichsunmittelbar und nur dem König Untertan. Als das Geschlecht in Fehden verarmte, trug es seine Besitztümer den Weifen zu Lehen auf, die bereits nach 1347 in Schöningen eine gewaltige Befestigung zum Schutz ihrer östlichen Landesgrenze angelegt hatten. Die Welfenherzöge kamen oft von ihrer Residenz in Wolfenbüttel zur Jagd nach Schöningen. Einmal, so ist überliefert, zogen sie mit 3000 Treiben in den Elm. Nach Umbauten diente sie von 1568 bis 1659 drei Braunschweiger Herzoginnen als Witwensitz und gehörte zu den prunkvollsten Schlössern, die einst den Elm umgaben. Nach umfassender Restaurierung steht das Schloß nun für zahlreiche Veranstaltungenzur Verfügung Sehenswürdigkeiten Klosteranlagen St. Lorenz. Schon von weither grüßen die Türme von St. Lorenz. Sie liegen ungewohnterweise im Osten der Kirche. Begründer des Klosters war der Bischof Reinhard von Halberstadt. 1120 erhielt Thietmar den Auftrag, das seit 983 in Schöningen (Ostendorf) bestehende Benediktiner - Nonnenkloster in ein Augustiner - Mannskloster umzuwandeln. Die Räumlichkeiten des alten Nonnenklosters waren für die Mönche nicht ausreichend und auch ungeeignet. So wurde der Auftrag erteilt, im oberen Teil Schöningens ein geeignetes neues Kloster zu errichten, das dem Heiligen Lorenz geweiht war. Der als flachgedeckte begonnene Bau wurde schon Ende des 12. Jahrhunderts im Chor mit einem Kreuzgewölbe versehen, wobei sich das große Vorbild der kaiserlichen Stiftskirche in Königslutter bemerkbar machte. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Hauptbau völlig zerstört, in der zweiten des 15. Jahrhunderts entstand als bescheidene Notlösung eine behelfsmäßige Ergänzung im gotischen Stil. Zu dieser Zeit haben die beiden romanischen Osttürme ihre gotischen Spitzen erhalten, wobei jedoch der südliche - der „Lange" genannt - wesentlich höher war, wie es der Merianstich bestätigt. Hier schlug 1690 ein kalter Blitz ein und spaltete den Turm bis auf l3m. Über ein Menschenalter verging, bis der Schaden behoben wurde. Von dem auf der Nordseite gelegenen Kreuzgang ist nur ein bescheidener Rest erhalten geblieben. In einem an das nördliche Querschiff anschließenden Gang sieht man noch rot-schwarz gemalte Ranken, einen romanischen Bogen, der auf die westlich anschließende Fortsetzung hinweist, und zwei gotische Portale, die in das Östliche Wirtschaftsgebäude führen Die soziale Not im Mittelalter führten zu großen Verlusten, sodass weder die notwendigen Mittel zur Instandsetzung und Erhaltung der Kirche und des Klosters, noch genügend Geistliche vorhanden waren. Als am 16. Oktober 1542 Braunschweigs großer Reformator Bugenhagen in Schöningen weilte, um das Kloster in die Verwaltung der neuen Lehre zu übernehmen, waren außer dem Propst nur noch ein Mönch und einige Laienbrüder zugegen; alle übrigen waren nach Hamersleben geflüchtet. Der alte Propst lieferte Briefe und Siegel aus, während das Kloster mit seinen Gütern in staatliche Verwaltung kam. Die offizielle Säkularisation erfolgte 1648 unter Aufsicht der Klosterstube. Seit vielen Jahren sind auf dem Areal Mitarbeiter vom Institut für Denkmalpflege in Hannover mit Kratzer und Pinsel auf Spurensuche. Die Archäologen wollen den historischen Grund erforschen und vor allem die Reste des Nord- und Westkreuzganges aufspüren. Wenige Spatenstiche reichten aus, um die Fachwelt aufhorchen zu lassen: Eine 2,4 Meter breite Kaiksteinmauer zieht sich an dem heutigen Langschiff der Kirche entlang. Diese Mauer stammt eindeutig aus vorromanischer Zeit. Für ein Bauwerk dieser Dimension kommt eigentlich nur ein Wehrturm als Vorgänger der romanischen Kirche in Frage. Und somit weckt die Mauer in Deutschland bauhistorisches Interesse, Seit Jahrzehnten wird in Schöningen die karolingische Pfalz vermutet, der Vorposten gegen die Slawen im Osten im 8. Jahrhundert. Der Mauerfund von St.Lorenz gab den Spekulationen neue Nahrung, dass die sogenannte „curia" jetzt gefunden sei. Erkenntnisse erhoffen sich vor allem die .Einwohner Schöningens über eine andere Theorie. Die St. Lorenz-Kirche ist von der Apsis bis zur Vierung im romanischen Stil erhalten. Daran schließt sich ein einschiffiges Langhaus als Ersatzbau in spätgotischer Form an. Theorie bleibt, ob das einstige Hauptschiff einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallen ist oder ob statische Probleme durch sackenden Boden das Hauptschiff zum Einsturz brachte.
Was ist los in Schöningen? Das städtische Heimatmuseum Schöningen, Markt 33, das im Herbst 1981 wiedereröffnet wurde, gibt Ihnen einen guten Überblick über die Entwicklung dieses Raumes seit der Vorgeschichte. Öffnungszeiten: Mittwoch von 15-17 Uhr und Sonntag von 10-12 Uhr. Das großzügige Badezentrum Negenborn mit einem 50 m Wellkampfbecken, 115 m Riesenrutsche, Whirlpool, Sauna und Liegewiese im Sommer ist Anziehungspunkt für viele Besucher der Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel sowie aus Sachsen-Anhalt. 20 Autominuten von Schöppenstedt! Uehrde Gross Vahlberg Klein Vahlberg VELTHEIM In Deutschland gibt es drei Dörfer mit Namen Veltheim - ”Heim auf dem Felde”. Möglicherweise gehen diese “-heim”-Siedlungen bis um die Zeit um 300 vor Christus oder noch weiter zurück, es gibt aber auch typische Hinweise darauf, dass das Wolfenbütteler Veltheim aus der fränkischen Zeit zwischen 500 und 900 nach Christus stammt, als die Franken bei der Christianisierung an strategisch günstigen Punkten Kirchdörfer anlegten. Dagegen werden die Besitzer des Gutes, die Familie von Veltheim, schon 1196 urkundlich erwähnt. Um 1494 wurde die zerstörte Burg an die Familie von Honrodt verkauft, doch 1832 erwarb die Veltheim-Familie, unterdessen in Bartensleben bei Helmstedt zu Hause, ihr Stammgut zurück. Bis heute genießt die Familie eine besondere Hochachtung der Einwohner, zumal sich die Burgherren stets sehr volksnah zeigten. So verfügt die Gutsherrschaft schon seit mehr als 400 Jahren über das Kirch-Patronat, überdies ist heute der 40-jährige Landwirt Alexander von Veltheim als Bürgermeister in Amt und Würden. Auf dem Weg zur Burg, dem Cuntercamp, wandelt der Besucher auf historischem Boden. Dort sollen sich die beiden Junker Hans und Christoph von Honrodt um dasselbe Bauemmädchen gestritten haben, bis beide “in ihrem Blute liegen blieben", heißt es in der Überlieferung. Noch heute erinnert eine Grabplatte in der Kirche an den Tod der beiden „anno 1531 am Tage der Himmelfahrt". Innerhalb der wuchtigen Mauern der Veltheimer Wasserburg soll der böse Geist hausen. Zwar ist schon seit ein paar Jahrhunderten Ruhe, nachdem eine fromme Jungfer das Gespenst mit den Worten “Alle guten Geister loben Gott, den Herrn!" vertrieben hatte, aber man weiß ja nie. Die heutigen Bewohner der schmucken Wasserburg, in dem mehrere Wohnungen eingerichtet sind, hegen keine Furcht vor Kettengerassel, gleichwohl erhält der Wohnwert in dem herrschaftlichen Gemäuer durch die vielen sagenhaften Erzählungen eine besondere Würze. Eine weitere Besonderheit Veltheims sind die beiden Erdfälle mitten in der Feldmark, zwei riesige Quellteiche, von denen sich der jüngere am 7. September 1949 aufgetan hat. Abseits vom Wege und mittlerweile umgeben von hohen Bäumen wird der Wanderer diese Quellkrater aber ebenso wenig finden wie den kleinen, im Wald versteckten Veronikasee. Aber vielleicht findet der Spaziergänger etwas anderes: Irgendwo an der einst ältesten Straße zwischen Braunschweig und Magdeburg oder am Verlauf des Ohebaches soll Napoleon einen Goldschatz versteckt haben... Führungen: Ortsheimatpfleger Franz Leiste. T 053 05/38 35. Gesund-Bier aus Veitheim: Aus der Geschichte: Schornstein erinnert an einst florierendes Brauereiwesen VELTHEIM (lei) Erinnerungen an ein Brauhaus, In dem einst ein besonderes Bier gebraut wurde - das „Vetheimer Gesundheitsbier": Es war von Ärzten „empfohlen" und wurde gern getrunken. Es sei, so die „ Braunschweigischen Anzeigen" im Jahr 1821, vor allem „nach Braunschwelg verfahren worden" und habe dort „stets Beifall gehabt" Nun sei „durch neue Einrichtungen dieses der Gesundheit so zuträgliche Bier noch vervollkommnet worden". Bestellungen nähme „schriftlich die Frau Köhlert auf der Schöppenstedter Straße an". Jedem Kunden werde„das verlangte Bier frei Haus geliefert". Man bezahle „weder Fuhr-, Bier- oder Spuntgeld, sondern bei Annahme des Gefäßes dem Überbringer den Preis des Bierinhaltes". Das überlieferte Gefäß werde „bei Überlieferung eines gefüllten wieder zurückgegeben". Zum Verkauf kamen „halbe Fässer, Tonnen, Achtel und halbe Achtel". Über die Behandlung des Bieres hieß es: „Wenn es abgeliefert ist, wird es baldigst, ohne dass es vorher noch aufstößt, umgeschüttelt, auf Kruken gefüllt und fest zugekorkt. Nach Verlauf von vier bis fünf Tagen ist es trinkbar". Das Veltheimer Gesundheitsbier erfreute sich steigender Beliebtheit. Der Kundenkreis wuchs. Es gab viel zu tun für die Pferdefuhrwerke, die zumeist über beschwerliche Wege die Bierfracht zu den Käufern bringen mussten. Das Geschäft florierte. Plötzlich aber - im April 1852 -brach ein Unglück herein: Das Brauhaus fiel einem Brand zum Opfer. Einen Wiederaufbau gab es nicht. Also war es mit dem Veltheimer Gesundheitsbier vorbei. Was geblieben ist, ist ein Relikt, ein Schornstein-Torso. Die Veltheimer, das sei unterstellt, würden eine neue Brauerei sicherlich begrüßen - könnte doch ein alter Brauch wieder aufleben: Der Pfarrer müsste alljährlich am Michaelistag (29. September) seiner Gemeinde ein „halbes Pass" Bier spendieren. Früher war das so. Wolfenbüttler Zeitung, 22.09.2001 WARBERG Der Ursprung des mächtigen Geschlechts derer von Warberg ist nicht sicher nachweisbar, doch vermutet man, dass es mit dem der Edlen von Hagen, deren Stammburg im Brunnental bei Helmstedt lag, zusammenhing. Die Edlen von Warberg waren als reichsunmittelbares Geschlecht nur dem Kaiser untertan und wurden dem hohen Adel, dem späteren Fürstenadel, fast gleich geachtet. Ihre Herrschaft galt als ein sogenanntes ”Sonnenlehn”. Der Name Warberg (im Mittelalter stets Wereberg, Werberch etc.) weist auf einen befestigten Berg - die alte Burg im Elm - hin. über das Aussehen der mittelalterlichen Wasserburg, die nach 1200 im Tal errichtet wurde, ist nichts bekannt. Nur eine Sage erzählt von ihr: „Im Warberger Schlosse ist ein Turm gewesen, der hat unten ein schauriges Gefängnis enthalten. Wen die Schlossherrn als Feind abfassten, der wurde verurteilt, die Jungfer zu küssen. Das soll ein Bild aus Holz oder Stein gewesen sein. Wenn nun der arme Gefangene arglos herantrat, geriet er alsbald auf eine Falltür. Diese senkte sich, und der Verurteilte stürzte in einen finsteren Raum hinab. Unten aber starrten scharfe Messer und spitze Eisen in die Höhe, in welche der Gefangene hineinfiel und so einen schrecklichen Tod fand". Der Entstehung dieser grausigen Geschichte kam man bereits im 18. Jahrhundert auf die Spur. Im Göttingschen Magazin wird 1781 berichtet, es habe früher im Bergfried des Schlosses ein Schacht bestanden, der bis auf die Sohle des Burghügels hinabgereicht, später aber zugeschüttet worden sei. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um eine Treppe, die zu einer geheimen Wasserstelle geführt und deren Steigstufen die Sage zu scharfen Messern umgedeutet hat. Seit der Reformation, die die Edlen zu Warberg eifrig unterstützt hatten, war ein stetiger Niedergang zu verzeichnen. 1626 zogen Tilly und Wallenstein inWarberg ein. 1641 konnten die von Warberg auf ihr Stammschloss zurückkehren, mussten es aber 1650 wegen der zu hohen Schulden an die Braunschweigischen Herzöge abtreten. Diese ließen es zunächst von Schöningen aus durch die Herzoginwitwe Anna Sophie verwalten. Nach deren Tode im Jahre 1659 übernahmen es fürstliche Amtmänner. Der letzte aus dem Geschlecht der Edlen von Warberg, Heinrich Julius, zog nach seiner Abdankung zunächst auf einen Halbspännerhof nach Räbke, später nach Halberstadt, wo er 1654 in ärmlichen Verhältnissen starb. Erst 18 Jahre nach seinem Tode fand er in Warberg seine letzte Ruhestätte. Beim Neubau der Warberger Kirche im Jahre 1782 entdeckte man seine Leiche unter dem Turm der alten Kirche noch unverwest “in völliger Gestalt zusammengetrocknet”. Auch der Körper seiner Gemahlin, die ein weißes seidenes Kleid mit schwarzen Schleifen, grüne seidene Strümpfe und lederne Handschuhe trug, war noch “fest und braun”. Worauf der erstaunliche Erhaltungszustand zurückzufühgren ist, der in ähnlicher Form nur noch bei den Mumien im Bremer Bleikeller beobachtet wurde, konnte noch nicht geklärt werden. Warberg vermittelt auch heute noch mit der starken, von Strebepfeilern gestützten Burgmauer, dem Burggraben, der steinernen Brücke und dem mächtigen Bergfried (Höhe 19, Grundfläche 8x8 m) einen guten Eindruck von einer mittelalterlichen Wasserburg. Deutlich erkennbar ist die Gliederung in eine Unter und Oberburg, die durch eine hohe Mauer voneinander getrennt sind. Von dem prächtigen Herrenhaus der Renaissancezeit ist leider nur noch das untere Stockwerk mit dem Kellergewölbe erhalten. Reizvoll ist das Renaissanceportal, eine Rundbogentür mit Nischenpfosten und Sitzen darin. An der großen Treppe, die zur oberen Burg hinaufführt, sind eine gotische Tür und Fachwerk mit Kniekonsolen, Treppenfries, dem Warberger Wappen und der Jahreszahl 1462 erhalten. Die Gebäude sind größtenteils stark verändert, ruhen zum Teil aber noch auf mittelalterlichen Grundmauern. Bis 1807 war das Schloß Sitz des Amtmanns von Warberg, zu dessen Amtsbereich außer Warberg die Dörfer Frellstedt, Räbke und Wolstorf gehörten. Seit 1937 ist das Schloss - mit Unterbrechungen - Lehranstalt für den deutschen Landhandel, deren Aufgabe es ist, Nachwuchskräfte auszubilden und Studienwochen bzw. agrarpolitische Tagungen, die manchen hohen Gast nach Warberg geführt haben, zu veranstalten. WARLE Warum viele Worte machen: Warle hart eine fantastische Homepage unter http://www.warle.de Watzum WEFERLINGEN wird als Weiverlingi 965 erstmals urkundlich erwähnt. Über die Deutung des Namens gibt es nur Vermutungen. Man sagt, es sei ein Platz, auf dem sich die Weber trafen. Aber auch ein Gelände mit schwankendem, sich hin- und herbewegendem Boden wurde so benannt. Alle Orte mit der Endung -ingen gehören frühestensdem 8. Jahrhundert an. Die Kirchengemeinde Weferlingen gehörte zur Pfarre von Eilum. Der romanische Kirchenbau wurde am 14. Januar 1944 durch Bomben zerstört, der Neubau stammt aus dem Jahre 1959. Auch heute weist ein Straßenschild auf eine Burg hin, die vor Zeiten der Weferlingschen Familie, wohl der Gründerfamilie gehört haben muss. Auf dem Barnstorfschen Hofe kann man hinter den Hofgebäuden noch einen hohen Doppelwall mit Graben der ehemaligen Burg anlage erkennen. Direkt an dem Flüßchen Altenau, beim Übergang der Straße nach Groß Vahlberg, stand früher ein Gasthaus, die Zingel. Es handelte sich hier wohl um eine Wehranlage zur Sicherung des Flußüberganges, des sog. "Kreuzungspunktes" . In diesem Gebiet hat auch das Dorf Klein Weferlingen gestanden, das vermutlich nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgegeben wurde. Winnigstedt WITTMAR Schon der Name der 757 Jahre alten Gemeinde Wittmar ist einzigartig in Deutschland. Er setzt sich zusammen aus dem niederdeutschen Wort witt, gleich weiß, und dem althochdeutschen mär, gleich sumpfige Gegend. Aber auch sonst hat die kleine Gemeinde am Rande der Asse im Landkreis Wolfenbüttel einige Besonderheiten zu bieten.Einen Spaziergang durch Wittmar beginnt der Besucher am besten in der Asse an der Bismarcksäule, die sich beim Befahren der Bundesstraße 79 Richtung Halberstadt plötzlich aus dem Assewald erhebt.. Von der Aussichtsplattform der Säule hat man nicht nur einen hervorragenden Blick ins Harzvoriand, sondern einen einzigartigen Blick auf Wittmar. Ehe man sich in den AsseOrt begibt, sollte man noch einen Abstecher zu den gerade einmal 200 Meter von der Bismarcksäule entfernten Überresten der von Gunzelin von Wolfenbüttel erbauten Asseburg machen. Die Burg wurde 1218 fertig gestellt und 1492 zerstört. Über die HainbuchenLiebesallee gelangt der WittmarBesucher dann an den Asserand, wo seit mehr als 150 Jahren die „Waldwirtschaft zur Asse" auf dem Grund des alten, 1834 abgerissenen alten Försterhauses steht. Am zweiten Pfingststag wurde hier bis in die 60erJahre unseres Jahrhunderts hinein regelmäßig ein Heiratsmarkt veranstaltet. Ebenfalls am Rande des Assewaldes, etwas näher am Dorfe, wurde 1810 ein neues Forsthaus errichtet. Neben der Wohnung für den Förster und seine Familie wurde ein Zimmer für den Landesherren vorgesehen. Es heißt, dass dieses kleine Fürstenschloss, das von dem bekannten Braunschweiger Architekten Carl Ottmer erbaut wurde, einst auch als Liebesnest des Herzogs diente. Dieses von Herzog Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg geplante Haus ist noch heute Sitz der Revierförsterei Asse. Begibt sich der Wittmar-Besucher dann in das eigentliche Dorf hinunter, so wird er kein typisches Bauerndorf vorfinden. Wittmars Dorfbild und Entwicklung ist nämlich von seiner Geschichte als Bergbauort geprägt. Diese Geschichte begann am 25. März 1899 mit dem ersten Spatenstich zum Kalibergbau in der Nähe der heutigen Assewirtschaft. Damals hatte Wittmar 180 Einwohner, sechs Jahre nach dem Spatenstich waren es bereits 850 (heute 1290). Der Bergwerksdirektor residierte damals in einer Villa direkt neben der Schachtanlage an der heutigen Kastanienallee. Direkt neben dem Direktorenhaus steht auch heute noch eine Doppel-Villa, die vom Betriebsleiter und dem leitenden Ingenieur und deren Familien bewohnt wurde. Am Asseweg und an der Bismarckstraße hatten die Angestellten ihre großen Wohnungen, schon damals mit Innentoilette. Die einfachen Arbeiter lebten in den kleinen Wohnungen an der Bahnhofstraße, mit Außentoilette und kleinem Stall. Neben diesen Häusern erinnern nur noch ein Förderwagen im Dorf und der Bergwerksverein an die Zeit des Bergbaus in Wittmar. Von den Bergleuten wurde 1939 auch in 10665 freiwilligen Arbeitsstunden ein Waldschwimmbad gebaut, das jedoch nur einen Sommer lang betrieben wurde, da ständig das Wasser aus dem undichten Becken auslief. Mit der Schließung des Bergwerks 1964 endete die beachtliche Geschichte des Bergbaus in Wittmar. Aber noch heute leben einige Bergwerksmitarbeiter aus dem benachbarten AsseSchacht II in Remlingen, dem ersten deutschen Atommüll-Endlager, das noch bis zum Jahre 2010 mit Steinsalz verfüllt wird, in Wittmar. Heutzutage besteht Wittmars Wirtschaft hauptsächlich nur noch aus dem Abfüllbetrieb eines Wolfenbütteler Spirituosenherstellers. Den Spaziergang durch den Ort sollte man nicht abschließen, ohne die Kirche (seit 1850 nach einem Blitzeinschlag ohne Kirchturm) besichtigt zu haben. Und auch eines der ältesten bewohnten Häuser in der Region Braunschweig das Bergfried genannte mehr als 500 Jahre alte Haus, früher auch Wegegeld-Einnahmestation lohnt im alten Dorf einen Besuch. |