schwules Aachen
Es gab einmal eine Broschüre über schwules Aachen.
Meiner Meinung nach gibt es es gar nicht. Oder
bin ich weltfremd bis zum geht nicht mehr.
Ich weiss selber nicht, ob ich etwas bi bin oder nicht.
Viele Männer, die mich nicht kennen, halten mich für schwul.
Deshalb fühle ich mich auch abends sehr unsicher in dunkeln,
wenn ich alleine durch die Stadt gehen muß (Dies mache ich
eigentlich nicht mehr in der Männerstadt Aachen ).
Männern gehe ich doch aus dem Weg. Manchmal sage ich mir
bist du eigentlich verrückt und dann gehe ich trotzdem
geradeaus weiter (was sollst). Dann wechselt der andere Mann
die Straße. Daher scheinen auch andere Männer Probleme zu haben.
Ein Mann hat das Mal gemerkt, das ich im Dunkeln unsicher bin,
und empfahl mir Kampfsport und das Buch von Samy Molcho über
Körpersprache. Aber das nutzt auch nichts. Wenn ich mich
unsicher fühle, brauche ich mch doch nicht zu verstellen.
Ein nettes Lächeln kann lügen, Augen nicht ist meine Erkenntnis
aus dem Buch. Ich halte wohl den rechten Arm im dunkeln
bzw. wenn ich mich unsicher fühle etwas schief. So denken
einige ich hätte eine Behinderung am Arm. Bekannte
kennen dieses Phänomem nicht (bzw. sind zu lieb mich das zu
fragen).
Die Angst ist aber doch vollkommen unbegründet. Denn es ist
nichts passiert außer das ich mal in der Disco von Männern
vorsichtig angefaßt wurde. Zu erst war ich ja froh, daß sich überhaupt
jemand mit mir unterhält (ich habe ja noch nie eine Freundin
gehabt und werde wohl nie eine haben, und in Krefeld kam ich nie
in eine Disco rein ("Das Gesicht gefällt mir nicht"). Warum muß derjenige mich anfassen?
Ich bin dann auch zu lieb zu sagen, daß mir das unangenehm ist, ich
möchte den Mann nicht blamieren. Frauen wird es beigebracht, wie
sie sich verhält, wenn ein Mann sie anfasst. Im Schwimmbad hat
sich ein Mann direkt neben mich gelegt, obwohl genug Platz war.
Abends ist mir ein junger Mann mal auf eine ganz unangenehme Art
hinterhergegangen ( Friedr.-Wilh.-Pl, information , Oder ist dies
dort ein allgemeiner Schwulentreff ? Dort ist ja abends oft Polizei.
Im Dunkeln gehe ich danach immer auf die anderen Straßenseite).
Ich zog es vor abzuhauen (bei der nächsten Straßenecke, so daß
es niemand merkt). Ich hätte mich umdrehen sollen und fragen sollen,
was der Mann möchte, denn von der Statur war er doch schmächtiger als
ich. Aber ich hatte irgendwie Angst. Wenig später fragten mich
2 Schüler in meinem Heimatdorf, ob ich schwul bin! Ich hatte sie
vorher gar nicht gesehen. Da war ich doch geschockt, und habe
nichts gesagt (normalerweise kann ich über Kinder doch eher
schmunzeln, wenn sie jemanden was sagen, weil sie ehrlich sind).
Das war ein Wendepunkt. Danach habe ich mir gesagt, der
nächste der sowas andeutet wird ausgefragt, warum er mich
für schwul hält. Danach ist es nicht mehr vorgekommen
(vielleicht hatte ich vorher innerlich mal überlegt, ob ich
doch auch mit Männern was anfangen kann, wenn ich bei Frauen
keine Chance habe). Wenn ich niemanden kannte, habe ich mich
halt in der Nähe der Frauen gestellt.
Dann bin ich teilweise auch von Frauen
angeschaut wurden. Und dann haben Männer immer gedroht (Das ist
meine Freundin, Was willst Du ?) oder einem "gute Ratschläge"
gegeben, wenn eine Frau mich anschaute (Du hast jetzt gewonnen).
Dabei habe ich doch gar nichts gemacht, denn ich habe die
Frauen weder angefaßt (Dies traue ich mich nicht, weil ich
denke daß es Ihnen unangenehm ist) noch angequatscht oder Runden
geschmissen (Ich mag keine betrunkenen aggressiven Männer).
Ich traue sie anzuschauen, solange ich nüchtern oder nur ein
Alibibier getrunken habe.
Viele sagen, daß Alkohol die Hemmungen abbaut. Sie sagen,
daß sie betrunken waren, wenn sie sich einer Frau nähern.
("Das war alles nicht so gemeint, ich war ja betrunken").
Aber ich habe nicht die Fähigkeit jemanden schön zu trinken.
(Ich habe mich im angetrunkenen Zustand noch nie verliebt).
Wenn ich zu viel getrunken habe, bin ich noch schüchterner.
Dann traue ich mich nicht mal Frauen anzuschauen (wie auf
Mallorca beim Urlaub).
Und was ist dann passiert. Männer haben mich wieder für schwul
gehalten! Mir gefiel eine Frau besonders gut, die ich mich nicht
traute anzusprechen. Da habe ich mich zur Männerrunde
dazugestellt (zur Frauenrunde traute ich mich nicht) und habe
unäuffällig beobachtet. Da meinte einer ich wäre schwul.
Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, denn ich habe die
goldene Devise mich nie zu Männern hinzustellen, die ich
nicht kenne, nicht beachtet. Ich dachte es wäre vorbei, daß
Männer mich für schwul halten. Dann habe ich ihn wohl
etwas lauter gefragt, warum er mich für schwul hält
(Jetzt sage es mir ins Gesicht, du feige Ratte warum Du
mich für schwul hälst (so sinngemäß) ). Da hatte er nichts
zu gesagt, die Bewegungen von Ihm deuteten aber an, daß er
mich für schwul hält. Die Gruppe hat sich irgendwie totgelacht
über mich. Ein anderer meinte, daß er nicht behauptet hat, das
ich schwul bin. Ich war aber irgendwie nicht mehr in der Lage
was zu sagen (Sollte ich die Frauen ansprechen, ob die mich
für schwul halten?). Ich dachte, jetzt muß ich so schnell
wie möglich gehen. Ich wollte mein Freigetränk, daß ich
noch hatte, der Gruppe mit der ich den Urlaub verbrachte
geben. Diese befindet sich in der Disco. Ein neutraler
Mann meinte "Da heult einer". Ich habe mich nicht getraut
zu fragen, ob er mich meinte (Ich hatte nur das Gefühl,
sofort losweinen zu können). Dann habe ich das Ticket
meinen Bekannten gegeben, und nur gesagt, daß ich gehen
wollte. Die haben gar nichts gemerkt, wie gefrustet ich
bin. Dann bin ich so schnell wie möglich in das
Hotelzimmer gegangen. Und dann habe ich heimlich extrem geweint
(ich weine normalerweise nicht, auch heimlich nicht).
Die Nachbarn haben sich aber nicht wegen Ruhestörung beschwert.
Das ist der Unterschied zwichen Frauen und Männern. Frauen
werden getröstet, wenn Sie weinen. Bei Männern wird
triumphiert, wenn Sie es geschafft haben einem Tränen
ins Gesicht zu sagen. Ein Mann muß extrem verzweifelt sein,
wenn ihn in aller Öffentlichkeit die Tränen fließen.
Am nächsten Tag wollte ich keinen Alkohol trinken. Aber als
ich aus dem Meer kam, standen da 2 Bierflaschen. Ich war
halt zu höflich, es abzulehnen. Dann habe ich mir gedacht
jetzt trinkst du doch richtig mit. Dann kanne ich
ja auch aussprechen, was mich frustriert. Ich habe
der Gruppe irgendwie gesagt, daß sie mir auf den Nerv
geht. Die anderen fanden es witzig. Irgendwie kann ich
mich gar nicht mehr errinnern, was ich genau gesagt habe
(ob ich die Probleme mit den Männern angesprochen habe,
wenn noch einer das sagt, daß ich schwul bin, dann hole
ich auch und dann wird das ausdiskutiert .. .Normal lehne
ich Gewalt immer ab).
Nach dem Urlaub meinten die anderen, daß das ein super Urlaub
war und das ich extrem witzig war. Irgendwie habe ich mich
nicht getraut die Probleme anzusprechen. Sie fragten, ob
ich nächstes Jahr wieder mitfahren möchte. Ich rede mich damit
raus, daß ich die Reise für zu teuer halte (ist sie ja auch,
warum brauche ich ein 4 Sterne Hotel, wenn man doch nur
Party macht. Man zahlt 1000 DM und hat noch nicht einmal Essen
dabei! ).
Danach war ich mit einem Mannschaftskollegen auf einem
Schützenfest in der Heimat (Eltern waren nicht da, ich war
vorher noch nie auf einem Schützenfest). Das war ja anfangs
ganz nett. Ich habe mal gesagt, welche Frau ich besonders
verehre (Die meinten, sie wäre eine Nympomanin. Das kann ich
mir nicht vorstellen. Aber wenn jemand lieb und nett ist,
dann gibt es die wildesten Gerüchte! Das ist gemein, besonders
wenn jemand nicht dabei ist. So habe ich bei einer Nachbarin
erlebt, daß alle es wußten, daß der Mann fremdgeht, nur sie
selber nicht. Das mag ich nicht. Ich könnte Männer kein
Alibi geben, wenn sie fremdgehen. Nur die gemeinen Männer
haben eine (bzw dann mehrere) Freundin. Wenn ich die
Telefonnummer der Freundin eines Mannschaftskollegen hätte,
ich weiß nicht ob ich gepetzt hätte. Daher überlege ich der
Frau direkt ins Gesicht von dem Gerüchten zu erzählen
( Du gilt als Nympomanin und ich als schwul. Irgendwo ist
beides falsch). Dann gingen der Mannschaftskollege und ich
abends ins Zelt. Dort waren fast nur Männer. Wenn ich alleine
wäre (wie in Aachen) ich wäre gefahren. Dann waren wir mit
einer Gruppe von Männern und einer Frau (nicht so hübsch).
Irgendwie habe ich gesagt, daß ich nicht schwul bin.
Da erzählte einer ganz betont "schwul ist er nicht" , so
als ob er Zweifel hätte. Da konnte ich nichts zu sagen, ich
war ja schon betrunken. Ab nächsten Tag hies es, daß ich
ziemlichen Blödsinn erzählt habe.
Danach hatte ich die Schnauze voll Alkohol zu trinken.
Ich habe bis vor einem Jahr noch nie Alkohol getrunken.
In meiner Heimat bin ich am Wochenende immer mit dem
Auto zum Sport. Zu Anfang fande ich es interessant nicht
mehr Außenseiter zu sein, wenn man mittrinkt. So trinke ich
Alkohol nur in Geselligkeit. Alleine würde ich nie auf die Idee
kommem, einen Schluck zu trinken. Ausserdem kenne ich meine Grenze.
Zu Anfang war es ja noch aufregend, diese zu erforschen
( Ich habe noch nie soviel getrunken, also darf ich alles).
Das soll sich einer mal trauen zu sagen, wenn ich nüchtern
bin. Ich betrete Lokale nur noch nüchtern bzw. nur mit einem
Alibibier. Ich bin auch nicht angefaßt wurden. Die Männer
merken es wohl, daß es nicht willkommen ist.
Aber es wird in normalen Diskotheken Starfish angedeutet,
ob ich schwul bin. Dies sagt man mir nicht direkt, sondern
in dem andere über einen erzählen. Das finde ich sehr verletzend.
Kommischerweise ist mir das bei der Bi-Party nicht passiert.
Deshalb kann ich es überhaupt nicht leiden, wenn die
Bekannten sagen, daß eine Frau lespig ist, besonders
wenn diese das noch mitbekommt. "Die ist läspig, die
ist nichts für Dich". Aber ich habe nicht so die
Lebenserfahrung um das beurteilen zu können.
Irgendwie bin ich neugierig auch mal einer lespigen
Frau begegnen zu dürfen. Denn mit Ihnen könnte man
dann Dinge besprechen, die man Männern nicht sagen kann.
Ich unterhalte mich doch viel lieber mit Frauen. Denn
Männer reden doch nur über Computer+ Beruf, Sport+Fussball, Autos
oder Frauen. An nette Gepräche kann ich mich bald gar nicht
mehr erinnern. Allerdings kenne ich gar keine Frauen.
Aachen , 5.1.2001
index.htm